Erich Abraham wurde am 27.03.1895 zu
Marienburg/Westpreußen, als Sohn eines Reichsbahnbeamten geboren.
Im Jahre 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger dem Kaiserlichen Heer, dem 152.
Infanterieregiment bei und wurde am 11.07.1915 zum Leutnant der Reserve
befördert.
Nach dem Kriegsende trat er am 21.Mai 1920 zur Landespolizei Stettin über, von
wo er 1935, zwischenzeitlich als Adjutant im Berliner Polizeipräsidium tätig, als Polizeimajor in das Infanterieregiment 18 übernommen wurde.
Dort übernimmt er als Major den Posten eines Kompaniechefs.
Am 06.10.1936 wird er Kompaniechef im Infanterieregiment 105 und am 27.02.1937
Bataillonskommandeur des I. Bataillons des Infanterieregiments 105. Dem folgt
der Posten des Bataillonskommandeurs des II. Bataillons des
Infanterieregiments 266, den er bis zum 29.03.1940 innehatte.
Am 29.03.1940 wird er als Oberstleutnant Kommandeur des Infanterieregiments
230 und Nachfolger des Prinzen Oskar von Preußen, der nach dem Frankreichfeldzug als
Generalmajor verabschiedet wurde. Anfang Januar 1942 erkrankte er schwer
und gab das Kommando des Regiments zeitweise an Oberstleutnant von Schuckmann
ab. Dieses Kommando gab er am 01.04.1942 ab und wurde bis zum 06.06.1942 in
die Führerreserve versetzt. Daraufhin übernimmt er bis zum 07.11.1942 erneut
das Infanterieregiment 230 und wird dann erneut zur Führerreserve versetzt.
Mit seinem Regiment wehrte er als Oberst im Sommer und Herbst 1942 die
schweren russischen Durchbruchsversuche der sowjetischen Truppen nördlich von
Stalingrad ab. Für diese Kämpfe wurde Erich Abraham am 13.11.1942 als Oberst
und Kommandeur des Infanterieregiments 230 mit dem Ritterkreuz, für die
Verteidigung der Kotluban-Schlucht, ausgezeichnet.
Am 15.01.1943 wird er Kommandeur der Schule II für Infanterieoffiziersanwärter
in der Wiener-Neustadt. Am 22.02.1943 nimmt er an einem
Divisions-Führer-Lehrgang in Berlin teil und übernimmt danach am 01.04.1943
das Kommando über die 76. Infanterie-Division, das er erst am 01.08.1944 wieder
abgab als er zum Kommandierenden General des VI. rum. Armeekorps bestimmt
wird. Als Divisionskommandeur war er im November 1943 maßgeblich an der
Zerschlagung starker feindlicher Verbände am Ingulez. Im April 1944 bildete er
mit seiner verstärkten Division einen Brückenkopf über die Latka nordwestlich
von Odessa und hielt diesen Brückenkopf für die deutschen Verbände offen. Am
26.06.1944 erhielt Erich Abraham als Kommandeur der 76. Infanterie-Division das
516. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Am 21.08.1944 wird er Chef des Korps-Stabs "Abraham" und nimmt am
24.08.1944 bis zum 30.09.1944 an einem Lehrgang für Kommandierende Generale in
Hirschberg teil.
Am 14.09.1944 übernimmt er das Kommando über die Gruppe "Abraham"
bestehend aus der 46. Infanterie-Division und der 2. ungar. Reserve-Division,
bis zum 27.09.1944.
Noch am 27.09.1944 übernimmt er erneut das Kommando über die 76.
Infanterie-Division, deren Kommando er am 11.10.1944 wieder abgibt, als er
erneut die Gruppe "Abraham" bestehend aus der 76. ID, der 12. ungar.
Reserve-Division und dem ungar. Kommandeur "Großwardein".
Am 21.10.1944 wird er in die Führerreserve versetzt und übernimmt am
13.12.1944 zeitweise das Kommando über das LXIII. Armeekorps, wird dann Führer
des Korps und am 26.02.1945 Kommandierender General. Als Kommandierender
General des Korps verhindert er die bereits vorbereitete Evakuierung des
Ruhrgebietes und die Sprengung zahlreicher Brücken. Weiterhin verhinderte er
die Sprengung zahlreicher Zechen und Hüttenwerke und erklärte Ortschaften mit
Verwundeten-Sammelstellen zu "Offenen Städten".
Am 08.05.1945 geriet er in Gefangenschaft, aus der er am 17.August 1947
entlassen wird.
In der Nachkriegszeit gründete er zusammen mit anderen Kameraden die
Kameradschaft der 76. Infanterie-Division. Abraham gab während seiner Zeit als
Truppenkommandeur den berüchtigten Befehl "Verbrannte Erde"
kategorisch nicht weiter.
Erich Abraham starb am 07.03.1971 in Wiesbaden.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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