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Ritterkreuzträger Günter Amelung
Rittmeister der Reserve, Aufklärer

Urkunde unterschrieben von Generalleutnant Erwin RauchNahkampfspange in Bronze am 11.08.1943Demjanskschild am 31.12.1943Verwundetenabzeiochen in Silber am 05.03.1943Kraftfahrbewährungsabzeichen in Bronze am 08.02.1943

Günter Amelung wurde am 08.04.1914 in Berlin, als Sohn eines Straßenbahnfahrers, geboren und mit echtem Spreewasser getauft.
Er absolviert dann eine Kaufmännische Ausbildung bei den Berliner Verkehrs-Betrieben, wo er dann auch als Lohnbuchhalter arbeitet. Im Zuge der Meldung als Freiwilliger kommt er 1938 in die Aufklärungs-Abteilung 8 nach Potsdam und später zur 2. Radfahr-Schwadron der Aufklärungs-Abteilung 257, nach Berlin-Buch. Mit seiner Schwadron nimmt er, als Gefreiter, am Polen-Feldzug im Raum Krakau, dann bis Mai 1940 an der Sicherung des Westwalls in der Saarpfalz und schließlich an den Kämpfen an der Maginotlinie, teil. Nach Ende der Kämpfe verlegt die Abteilung von Juli bis Oktober 1940 ins Regenwurmlager nach Meseritz.
Am 05.11.1940 wird Amelung, als Wachtmeister, in die Stabsschwadron der neu aufgestellten Aufklärungs-Abteilung 123 versetzt. Mit dieser nimmt er an den Angriffskämpfen gegen die Sowjetunion im Raum Sebesh und von August 1941 bis März 1942 im Raum Demjansk teil, wo am 01.03.1942 zum Leutnant der Reserve befördert wurde. Am 05.03.1942 wird er bei Zemena durch einen Streifschuss in die linke Hüfte verwundet. Über das Kriegs-Lazarett Riga, das Reserve-Lazarett Tilsit und das Reserve-Lazarett Boppard am Rhein wird er am 15.05.1942, innendienstfähig, entlassen. Zunächst befindet er sich mit Meldung von Juli 1942 in der 3. Radfahr-Schwadron der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 9 und wird von dort am 20.07.1942 in die 5. (Radfahr-) Schwadron der Panzerjäger-Aufklärungs-Abteilung 123, die auch als Schnelle Abteilung 123 bezeichnet wurde, versetzt. Mit dieser Schwadron steht er von Juli 1942 bis Januar 1943 weiterhin im Raum Demjansk im Einsatz und wird am 04.01.1943 erneut bei Zemena durch einen Granatsplitter am Genick, kurz vor der Ablösung verwundet. Der Gegner war südlich des Ilmensees mit Panzerunterstützung in Richtung auf eine wichtige Versorgungsstrasse durchgebrochen. Mit seiner Schwadron erhielt Amelung den Auftrag, den Einbruchsraum abzuriegeln und so wieder eine Verbindung zwischen den Kampfständen herzustellen. Amelung nimmt mit einem Stosstruppe zunächst zwei Kampfstände, bleibt aber dann im Abwehrfeuer weiterer Panzer liegen. Als der Gegner dann einen der Kampfstände zurückerobert, liegt der Stosstruppe zwischen dem Gegner und erhält Feuer von hinten und von vorn. Amelung zieht seine Männer durch ein geschicktes Manöver aus der Feuerlinie und kehrt zur Ausgangsstellung zurück. Am nächsten Tag geht die Schwadron erneut vor, bleibt aber 75 Meter vor den Kampfständen erneut im Abwehrfeuer feindlicher Panzer liegen. Nach mehreren Stunden unter feindlicher Artillerie, gelingt es schließlich ein Pak-Geschütz nach vorn zu bringen und dieses kann 6 der feindlichen Panzer abschießen. Mittlerweile hatte Amelung auch die Führung der Schwadron übernommen, nachdem der Chef der Schwadron gefallen war. Zusammen mit seinen Soldaten stürmt Amelung den ersten und dann den zweiten Kampfstand. Damit sitzen die am Vortag durchgebrochenen Gegner in der Falle. Doch der Gegner greift zwei Stunden später erneut mit Panzern an, fährt die deutschen Linien ab und schießt auf alles was sich bewegt. Amelung springt mit einem Stosstrupp über die Schutzwälle ins Niemandsland und trennt die gegnerische Infanterie von den Panzern. Innerhalb der folgenden drei tage und Nächte werden so fünf Gegenangriffe abgewehrt. Am letzten Tag greift der Gegner noch einmal mit einer mehrfachen Übermacht an und wird dennoch abgewehrt, wobei Leutnant der Reserve Amelung erneut ein leuchtendes Beispiel für seine Männer gibt.
Als Leutnant der Reserve und Führer der 5. Schwadron der Schnellen Abteilung 123, erhielt er, am Kopf noch verbunden, am 15.01.1943 das Ritterkreuz zusammen mit seinem Schwadronskameraden dem Obergefreiten Willi Hopfe. Am 01.03.1943 erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant der Reserve. Nach der Genesung erfolgte die Versetzung als Chef der 1. Schwadron zur Aufklärungs-Abteilung 55.
Günter Amelung fiel in vorderster Linie am 29.03.1944 im Kampf gegen Partisanen, als Oberleutnant der Reserve und Chef der 1. Schwadron der Aufklärungs-Abteilung 55, bei Oborova, Raum Precno/Kroatien an der Sava, durch ein Infanteriegeschoss ins Herz. Die Abteilung gehörte zu diesem Zeitpunkt zur 1. Kosaken-Division. Er wurde am 09.06.1944 nachträglich zum Rittmeister der Reserve befördert. Die Meldung über den Soldatentod erfolgte am 07.04.1944 durch die Aufklärungs-Abteilung 55. Sein Grab befindet sich heute in Sisak/Kroatien auf dem Friedhof "Sveti Maria". Zusammen mit dem 2. Sibirischen Kosaken-Regiment, unter Führung des Oberstleutnants von Nolcken, hatte die Aufklärungs-Abteilung den Auftrag, einen bestimmten Abschnitt im Raum Dubravchaka, nördlich Sisak, zu sperren. Noch vor Erreichen des Abschnittes gerieten die Einheiten auf starken Feindwiderstand der II. Moslavin-Brigade und der Posavka-Abteilung. Die Einheiten mussten sich bis zu ihrem vorgesehenen Abschnitt durchkämpfen und konnten den Gegner schwere Verluste zufügen. Nach Erreichen des Sperrabschnittes führte Amelung mehrere Gegenstöße, die den Feind stark verwirrten und ihn schließlich einkesselten. Die Erfolge der Aufklärungs-Abteilung sind in erster Linie dem persönlichen Einsatz des Oberleutnants der Reserve Amelung zu verdanken. Der Gegner verlor mehrere hundert Tote und 200 Mann Gefangene. Außerdem wurden zahlreiche Waffen und Munition erbeutet. Doch wurde Oberleutnant der Reserve Amelung bei einem Ausbruchversuch des Gegners tödlich getroffen. Der Kommandeur der Abteilung, Rittmeister Weil, schrieb jedoch den Angehörigen, das über diese Erfolge, aufgrund des Todes von Günter Amelung, keine Freude aufkommen wollte. Die gesamte Abteilung war tief betrübt und hätte auf die Erfolge gern verzichtet, "wenn wir unseren Günter nur wieder haben könnten.". Der Kommandeur bezeichnete ihn als seinen besten Schwadronchef und besten Freund. Durch die Erfolge Amelungs der letzten Wochen, sprach sich sein Name in der gesamten Kosaken-Division herum. Jeder Kosak, jeder Soldat kannte den Chef der 1. Schwadron. Der gesamten Division ging der Tod dieses hochverehrten Soldaten zu Herzen.
Neben Amelung fielen ein Zugführer der 2. Schwadron Leutnant Hans-Rainer von Flotow, Wachtmeister Wilhelm Franzen, Truppführer der 1. Schwadron, weitere 8 deutsche Soldaten und 1 Offizier, sowie 20 Soldaten aus den Reihen der Kosaken. Die feierliche Beisetzungszeremonie erfolgte in der Säulenhalle des Gymnasiums von Sisak. Begleitet wurden die sterblichen Überreste von den Soldaten der Division, Generalmajor von Pannwitz und auch von Vertretern der kroatischen Wehrmacht und des Staates Kroatien.
In seiner Heimatstadt Berlin wird Amelung in der Grossen Säulenhalle des Berliner Rathauses am 31.05.1944 eindrucksvoll geehrt. Neben zahlreichen Vertretern der Stadtverwaltung, unter anderem Stadtrat Engel, fanden sich, neben den Angehörigen, auch seine ehemaligen Kollegen ein.
Der Kommandeur der 1. Kosaken-Division, Generalmajor von Pannwitz, charakterisierte Amelung als vorbildlichen Offizier, tapfer und fürsorglich. Von Pannwitz ehrte Amelung als einen der besten Offiziere seiner Division, wobei sein Tod eine kaum zu schließende Lücke bedeutete.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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