Günter Amelung wurde am 08.04.1914 in Berlin, als Sohn eines
Straßenbahnfahrers, geboren und mit echtem Spreewasser getauft.
Er absolviert dann eine Kaufmännische Ausbildung bei den Berliner Verkehrs-Betrieben,
wo er dann auch als Lohnbuchhalter arbeitet. Im Zuge der Meldung als
Freiwilliger kommt er 1938 in die Aufklärungs-Abteilung 8 nach Potsdam und
später zur 2.
Radfahr-Schwadron der Aufklärungs-Abteilung 257, nach Berlin-Buch. Mit seiner
Schwadron nimmt er, als Gefreiter, am Polen-Feldzug im Raum Krakau, dann bis Mai 1940 an der
Sicherung des Westwalls in der Saarpfalz und schließlich an den Kämpfen an der
Maginotlinie, teil. Nach Ende der Kämpfe verlegt die Abteilung von Juli bis
Oktober 1940 ins Regenwurmlager nach Meseritz.
Am 05.11.1940 wird Amelung, als Wachtmeister, in die Stabsschwadron der neu
aufgestellten Aufklärungs-Abteilung 123 versetzt. Mit dieser nimmt er an den
Angriffskämpfen gegen die Sowjetunion im Raum Sebesh und von August 1941 bis
März 1942 im Raum Demjansk teil, wo am 01.03.1942 zum Leutnant der Reserve
befördert wurde. Am 05.03.1942 wird er bei Zemena durch einen Streifschuss in
die linke Hüfte verwundet. Über das Kriegs-Lazarett Riga, das Reserve-Lazarett
Tilsit und das Reserve-Lazarett Boppard am Rhein wird er am 15.05.1942,
innendienstfähig, entlassen. Zunächst befindet er sich mit Meldung von Juli 1942
in der 3. Radfahr-Schwadron der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 9 und wird von dort
am 20.07.1942 in die 5. (Radfahr-) Schwadron der
Panzerjäger-Aufklärungs-Abteilung 123, die auch als Schnelle Abteilung 123
bezeichnet wurde, versetzt. Mit dieser Schwadron steht er von Juli 1942 bis Januar 1943
weiterhin im Raum Demjansk im Einsatz und wird am 04.01.1943 erneut bei Zemena
durch einen Granatsplitter am Genick, kurz vor der Ablösung verwundet. Der
Gegner war südlich des Ilmensees mit Panzerunterstützung in Richtung auf eine
wichtige Versorgungsstrasse durchgebrochen. Mit seiner Schwadron erhielt Amelung
den Auftrag, den Einbruchsraum abzuriegeln und so wieder eine Verbindung
zwischen den Kampfständen herzustellen. Amelung nimmt mit einem Stosstruppe
zunächst zwei Kampfstände, bleibt aber dann im Abwehrfeuer weiterer Panzer
liegen. Als der Gegner dann einen der Kampfstände zurückerobert, liegt der
Stosstruppe zwischen dem Gegner und erhält Feuer von hinten und von vorn.
Amelung zieht seine Männer durch ein geschicktes Manöver aus der Feuerlinie und
kehrt zur Ausgangsstellung zurück. Am nächsten Tag geht die Schwadron erneut
vor, bleibt aber 75 Meter vor den Kampfständen erneut im Abwehrfeuer feindlicher
Panzer liegen. Nach mehreren Stunden unter feindlicher Artillerie, gelingt es
schließlich ein Pak-Geschütz nach vorn zu bringen und dieses kann 6 der
feindlichen Panzer abschießen. Mittlerweile hatte Amelung auch die Führung der
Schwadron übernommen, nachdem der Chef der Schwadron gefallen war. Zusammen mit
seinen Soldaten stürmt Amelung den ersten und dann den zweiten Kampfstand. Damit
sitzen die am Vortag durchgebrochenen Gegner in der Falle. Doch der Gegner
greift zwei Stunden später erneut mit Panzern an, fährt die deutschen Linien ab
und schießt auf alles was sich bewegt. Amelung springt mit einem Stosstrupp über
die Schutzwälle ins Niemandsland und trennt die gegnerische Infanterie von den
Panzern. Innerhalb der folgenden drei tage und Nächte werden so fünf
Gegenangriffe abgewehrt. Am letzten Tag greift der Gegner noch einmal mit einer
mehrfachen Übermacht an und wird dennoch abgewehrt, wobei Leutnant der Reserve
Amelung erneut ein leuchtendes Beispiel für seine Männer gibt.
Als Leutnant der Reserve und Führer der 5. Schwadron der Schnellen Abteilung 123,
erhielt er, am Kopf noch verbunden, am 15.01.1943 das Ritterkreuz zusammen mit
seinem Schwadronskameraden dem Obergefreiten Willi Hopfe. Am 01.03.1943 erfolgte die Beförderung
zum Oberleutnant der Reserve. Nach der Genesung erfolgte die Versetzung als Chef
der 1. Schwadron zur Aufklärungs-Abteilung 55.
Günter
Amelung fiel in vorderster Linie am 29.03.1944 im Kampf gegen Partisanen, als Oberleutnant der Reserve und Chef der 1.
Schwadron der Aufklärungs-Abteilung 55, bei Oborova, Raum Precno/Kroatien an der
Sava, durch ein Infanteriegeschoss ins Herz. Die Abteilung gehörte zu diesem
Zeitpunkt zur 1. Kosaken-Division. Er wurde am 09.06.1944 nachträglich zum Rittmeister der Reserve befördert.
Die Meldung über den Soldatentod erfolgte am 07.04.1944 durch die
Aufklärungs-Abteilung 55. Sein Grab befindet sich heute in Sisak/Kroatien auf
dem Friedhof "Sveti Maria". Zusammen mit dem 2. Sibirischen
Kosaken-Regiment, unter Führung des Oberstleutnants von Nolcken, hatte die Aufklärungs-Abteilung den Auftrag, einen bestimmten
Abschnitt im Raum Dubravchaka, nördlich Sisak, zu sperren. Noch vor Erreichen
des Abschnittes gerieten die Einheiten auf starken Feindwiderstand der II.
Moslavin-Brigade und der Posavka-Abteilung. Die Einheiten mussten sich bis zu ihrem vorgesehenen
Abschnitt durchkämpfen und konnten den Gegner schwere Verluste zufügen. Nach
Erreichen des Sperrabschnittes führte Amelung mehrere Gegenstöße, die den Feind
stark verwirrten und ihn schließlich einkesselten. Die Erfolge der Aufklärungs-Abteilung sind in erster Linie dem
persönlichen Einsatz des Oberleutnants der Reserve Amelung zu verdanken. Der
Gegner verlor mehrere hundert Tote und 200 Mann Gefangene. Außerdem wurden
zahlreiche Waffen und Munition erbeutet. Doch wurde Oberleutnant der Reserve
Amelung bei einem Ausbruchversuch des Gegners tödlich getroffen. Der Kommandeur
der Abteilung, Rittmeister Weil, schrieb
jedoch den Angehörigen, das über diese Erfolge, aufgrund des Todes von Günter
Amelung, keine Freude aufkommen wollte. Die gesamte Abteilung war tief betrübt
und hätte auf die Erfolge gern verzichtet, "wenn wir unseren Günter nur
wieder haben könnten.". Der Kommandeur bezeichnete ihn als seinen besten
Schwadronchef und besten Freund. Durch die Erfolge Amelungs der letzten Wochen,
sprach sich sein Name in der gesamten Kosaken-Division herum. Jeder Kosak, jeder
Soldat kannte den Chef der 1. Schwadron. Der gesamten Division ging der Tod
dieses hochverehrten Soldaten zu Herzen.
Neben Amelung fielen ein Zugführer der 2. Schwadron Leutnant
Hans-Rainer von Flotow, Wachtmeister Wilhelm Franzen, Truppführer der 1.
Schwadron, weitere 8 deutsche Soldaten und 1 Offizier, sowie 20
Soldaten aus den Reihen der Kosaken. Die feierliche Beisetzungszeremonie
erfolgte in der Säulenhalle des Gymnasiums von Sisak. Begleitet wurden die
sterblichen Überreste von den Soldaten der Division, Generalmajor von Pannwitz
und auch von Vertretern der kroatischen Wehrmacht und des Staates Kroatien.
In seiner Heimatstadt Berlin wird Amelung in der Grossen Säulenhalle des
Berliner Rathauses am 31.05.1944 eindrucksvoll geehrt. Neben zahlreichen
Vertretern der Stadtverwaltung, unter anderem Stadtrat Engel, fanden sich, neben
den Angehörigen, auch seine ehemaligen Kollegen ein.
Der Kommandeur der 1. Kosaken-Division, Generalmajor von Pannwitz,
charakterisierte Amelung als vorbildlichen Offizier, tapfer und fürsorglich. Von
Pannwitz ehrte Amelung als einen der besten Offiziere seiner Division, wobei
sein Tod eine kaum zu schließende Lücke bedeutete.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
