Siegfried Amerkamp wurde am 25.03.1920 in Duisburg-Hochfeld als
Sohn eines Schreiners geboren. Nach der Absolvierung der Volksschule, beendete
er eine Lehre als Fräser.
Ein Jahr nach Kriegsbeginn, wurde er am 03.10.1940 als Wehrpflichtiger zur
1.Kompanie /Infanterieersatzbataillon 15 (mot.) nach Kassel einberufen.
Nach der Rekrutenausbildung wurde er an die Ostfront versetzt, wo er im
Infanterieregiment 451 als Schütze Dienst tat. Hier wurde er am 01.08.1941 zum
Oberschützen befördert.
Nachdem er sich im Kampf mehrfach ausgezeichnet hatte wurde ihm am 25.01.1942
das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Die Beförderung zum Gefreiten folgte
am 01.02.1942.
Am 05.05.1942 zum Divisionsfüsilierbataillon 86 versetzt, wurde er hier zum
Obergefreiten befördert und bekam mehrere Auszeichnungen für seine Tapferkeit
im Kampf. Am 03.09.1943 das Eiserne Kreuz I. Klasse, am 16.09.1943 das goldene
Verwundetenabzeichen und am 05.10.1943 die Nahkampfspange in Bronze für 15
Nahkampftage. Außerdem bekam er das Infanteriesturmabzeichen.
Zwischenzeitlich wurde er in die Sturmkompanie des Grenadierregiments 459
versetzt und dort als MG-Schütze und stellvertretender Gruppenführer
eingesetzt. Seine Kompanie lag im Oktober 1943 in einer Auffangstellung
nordwestlich
Tschernigow südlich von Gomel (Mittelabschnitt der Ostfront). Der Gegner hatte
hier einen Brückenkopf über den Dnjepr gebildet. Aufgabe war es diesen
Brückenkopf entweder einzudrücken oder auf die bestehende Größe zu halten.
Nachdem der Gegner in der Nacht an der Nahtstelle zweier Kompanien angriff,
musste die HKL 200 m zurück verlegt werden. Ein angesetzter Gegenangriff der
Sturmkompanie schlug fehl. Als jedoch der Gruppenführer ausfiel, entschloss
sich Amerkamp mit seiner Gruppe zur alten HKL durchzubrechen. Zu seiner Gruppe
gehörten die Obergefreiten Marth, Bösener, Veth und Niedersteberg und dem
Gefreiten Bach. Die alte Stellung wurde ohne Verluste erreicht. Amerkamp
teilte zwei Soldaten als Verbindungshalter zur Kompanie und zwei zur Besetzung
der Stellung ein. Er selbst und Bach begannen nun mit einem leichten MG,
Handgranaten und im Nahkampf den Graben aufzurollen. Nach Verschuss der
Munition griffen die Männer zu Spaten und Leuchtpistole und stellten so die
Verbindung zur Nachbarkompanie wieder her. Erneut aus eigenem Entschluss
heraus deckte er den Vormarsch der gesamten Kompanie in die alte Stellung. Hierfür wurde er am 22.11.1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und mit
Wirkung vom 01.10.1943 zum Unteroffizier befördert. Die Auszeichnung erhielt
er am 03.12.1943 aus den Händen des Divisionskommandeurs auf dem
Divisionsgefechtsstand in Mosyr.
Im Juli 1944, inzwischen wieder zum Divisionsfüsilierbataillon 86
rückversetzt, erlitt er bei den Kämpfen um Brest-Litowsk seine achte
Kriegsverletzung und kam in das Reservelazarett Bromberg, wo er bis zum
22.08.1944 bleiben musste.
Am 28.09.1944 mit der Nahkampfspange in Silber (für 30 Nahkampftage)
ausgezeichnet, folgte am 01.02.1945 seine Beförderung zum Feldwebel.
Im März 1945 geriet er im Raum Frankfurt/Main in amerikanische
Kriegsgefangenschaft aus der er jedoch fliehen konnte. Nachdem er auf seiner
Flucht von einer Einheit der Waffen-SS aufgegabelt wurde, wechselte er zur
Waffen-SS über und diente im SS-Panzergrenadierregiment 37 als
SS-Oberscharführer (Feldwebel) und Zugführer bis zu seiner erneuten
Gefangennahme durch die Amerikaner in der Nähe von Tegernsee.
Im Oktober 1946 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, arbeitete er bis zum
Rentenalter in seiner Heimatstadt Duisburg in einem Stahlwerk als Schleifer.
Siegfried
Amerkamp verstarb am 01.09.1995 im Alter von 75 Jahren.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Danke Sascha (Text) und Martin S. (Bild)