Heinz Angelmaier wurde am 22.07.1918 in Ulm a.d. Donau in Baden-Württemberg
geboren und trat am 01.11.1938 der II. Abteilung des Artillerie-Regiments 41 in
Ulm bei, mit dem er 1940 zunächst am Westwall eingesetzt wurde. Im
Frankreichfeldzug wird Angelmaier bei der Eisenbahnartillerie eingesetzt.
Am 01.09.1940 zum Leutnant der Reserve befördert, meldet er sich am 08.12.1940
freiwillig zur Sturmartillerie. Nach seiner Ausbildung kommt er zur
Sturmgeschütz-Abteilung 192, an die Ostfront.
Nach einer Verwundung kommt er am 08.02.1942 zur Sturmgeschütz-Ersatz- und
Ausbildungs-Abteilung 200 nach Schweinfurt und wird ab dem 01.07.1942 als Chef
der 3. Batterie der Sturmgeschütz-Abteilung 203 im Kaukasus eingesetzt.
Dort wird er am 01.09.1942 zum Oberleutnant und am 01.08.1943 zum Hauptmann
befördert. Weiterhin wird er am 17.01. und am 13.02.1944 durch die 384.
Infanteriedivision zum Ritterkreuz eingereicht, was jedoch immer abgelehnt wird.
Er kommt dann am 19.08.1944 zur Sturmgeschütz-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung
600 nach Döberitz und wird dann an die Sturmgeschützschule nach Burg
kommandiert.
Nachdem der Führer der Sturmgeschütz-Brigade 279, Major Hoppe, im Kampf fiel,
übernahm am 19.10.1944 Hauptmann Angelmaier die Führung der Brigade.
Nachdem am 19.01.1945 zwei Batterien der Brigade aus dem Abschnitt der 549.
Volks-Grenadierdivision nach Breitenstein/Ostpreußen befohlen wurden, wo es
Angelmaier zunächst gelang das Abrücken verschiedenster Einheiten zu verhindern
und so die Stadt verteidigungsfähig zu halten. Nach Eintreffen der
Sturmgeschütze, gab er die entsprechenden Befehle an die jeweiligen Züge
persönlich aus, wobei er durch schwerstes Artilleriefeuer behindert wurde.
Zurückgehende Infanteristen sammelte er und wies diese in neue Stellungen ein.
Mit seiner Kampfgruppe ging er zum Gegenangriff über und schob den Gegner auf
das Gut Breitenstein zurück, womit die Stadt wieder feindfrei war. Dennoch wurde
die Stadt nur durch 6 Sturmgeschütze und geringe Infanteriekräfte gehalten.
Gegen 19.00 Uhr sollte auf Befehl der 1. Infanteriedivision die Stadt geräumt
werden. Angelmaier verließ diese als einer der letzten, nachdem er sich
vergewisserte, daß sich die Flak herausgelöst hatte und die Verwundeten versorgt
waren.
Durch das Halten der Stadt und das später Abrücken der eigenen Truppen , wurde
das Vorgehen des Feindes auf die Strasse Breitenstein-Seßlaken verhindert und
der 56. wurde die Zeit gegeben von Südosten nach Nordwesten bei Scherden über
die Inster zu verlegen.
Aus eigenem Entschluss stellte Angelmaier die zwei verfügbaren Züge der 56. ID
zur Verfügung um den Übergang der Division zu überwachen und die Flanke bei
Wori8ngen zu sichern.
Ohne das Eingreifen Angelmaiers wäre der Übergang der 56. ID kaum zu realisieren
gewesen. Unter seiner Führung gingen die 19 Geschütze in den Großkampf und
konnten 5 "Stalin"-Panzer, 5 "KW"-Panzer, 35 T-34, 5
Sturmgeschütze 12,2-cm, 61 schwere Pak, 3 Zugmaschinen, 29 LKW und 7 Geschütze
12,2-cm vernichten. Ferner wurden 3 "Stalin"-Panzer bewegungsunfähig
geschossen. Erfolgreichster Tag war dabei der 04.02.1945.
Für seinen Einsatz und seine Abwehrerfolge erhielt Angelmaier am 18.02.1945,
nach 23 eigenen Panzerabschüssen, das Ritterkreuz.
Bereits zwei tage nach der Verleihung wird Angelmaier Kommandeur einer Abteilung
der Fallschirm-Panzergrenadier-Division 2 "Hermann Göring" und gerät so
am 09.05.1945, im Sudetenland, in sowjetische Gefangenschaft, aus der er jedoch
fliehen kann. Im Raum Ulm kommt er dann kurzzeitig in amerikanische
Gefangenschaft und wird dort schließlich entlassen.
