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Ritterkreuzträger Georg "Girgl" Audenrieth
Feldwebel, Gebirgstruppe

    
Georg Audenrieth wurde am 20.07.1917 in Nürnberg als Sohn eines Eisenhoblers geboren,
erhielt vom 29.03.1932 bis zum 28.03.1936 eine Schreinerlehre und absolvierte vom
03.04. bis zum 23.10.1937 seinen Arbeitsdienst bei der RAD-Abteilung 4/282 im
Lager Scheinfeld. Audenrieth trat dann am 05.11.1937 dem Nachrichten-Zug des I.
Bataillons des Gebirgsjäger-Regiments 100 in Brannenburg am Inn bei, wo er am
10.11.1938 als Nachrichtenmann in die 5. Kompanie versetzt wird. Dort wird er
unter anderem zum Nachrichten-Truppführer bzw. Nachrichten-Zugführer ernannt.
Weiterhin wird er auf Lehrgänge zur Nachrichten-Abteilung 54 nach Oberammergau
und zum Gebirgs-Pionier-Bataillon 54 nach Mittenwald kommandiert und erhält eine
Ausbildung zum Heeresbergführer.
Am 30.08.1939 in die Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 1 nach Oberammergau
versetzt, nimmt er am Polenfeldzug teil und kommt am 24.10.1939 in den
Nachrichten-Zug der 5. (Stabs) Kompanie des Gebirgs-Jäger-Regiments 99. Mit
dieser nimmt er an den Kämpfen im Westen, auf den Balkan und ab dem 22.06.1941
gegen die Sowjetunion teil. Dort kommt er am 17.02.1942 an der Mius-Front
aufgrund von Erfrierungen 2. und 3. Grades in ein frontnahes Lazarett und kehrt
dann wieder zu seiner Kompanie zurück.
Mit dieser nimmt er an den Verfolgungskämpfen Richtung Rostow teil, und wird am
21.07.1942 als Folge der Erfrierungen in das Kriegslazarett 4/007 und später in
das Reserve-Lazarett Budweis verlegt, wo er operiert wird. Dabei wird er
wirtschaftlich der Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Kompanie zugeteilt, zu der er am
09.10.1942, nach der Ausheilung seiner Verwundung, zurückkehrt.
Am 30.12.1942 wieder seiner 5. Kompanie zugeteilt, wird er am 13.04.1943
verwundet und nach seiner Genesung zur 3. Kompanie versetzt. Bis März 1943 hatte
er im Rahmen der
1. Gebirgs-Division an den Kämpfen an der Südostfront teilgenommen und wurde
dann bis Januar 1945 gegen Banden auf dem Balkan eingesetzt.
Nachdem im August 1944 die ehemaligen Bündnispartner Deutschlands, Rumänien und
Bulgarien, an die Seite des Gegners traten verschärfte sich die militärische
Situation weiter. Die
1. Gebirgs-Division, zu dieser Zeit im Raum Nish-Leskovac, erhielt den
Befehl mit Teilen der Division ab dem 20.09.1944 in den Raum
Negotin-Turnu-Severin zu marschieren, um dort die sowjetischen Einheiten
aufzuhalten. Dieser Teil der Division musste also schnell abrücken. Der andere
teil, die Kampfgruppe Groth, mit unterstellten Trossen und weiteren Teilen der
Division, verblieben im Raum Nish, um dort von der 7.
SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division "Prinz Eugen", unter SS-Oberführer
Otto Kumm, abgelöst zu werden. Der Anmarsch der Division verzögerte sich
jedoch erheblich durch Partisanenangriffe, wobei der Druck im Raum Nish ständig
zunahm. Die Kampfgruppe Groth versuchte sich mit den wichtigen Trossen zu den
anderen Teilen der Division durchzuschlagen, erreichte dabei die Stadt Zajecar
und wurde dort fest eingeschlossen. Einige Teile der Kampfgruppe können vor der
Einschließung den Ring durchbrechen in Richtung Westen verlassen. Der
SS-Division gelingt es in den Einschliessungsring einzubrechen, ist aber noch zu
schwach um geschlossen auszubrechen. Währenddessen stiess der Gegner an Zajecar
in Richtung Westen vorbei. In der Nacht vom 08. auf den 09.10.1944 gelingt es
den deutschen Verbänden der Ausbruch, unter jedoch schweren Verlusten. Die
ausgebrochenen teile ziehen sich auf den Brückenkopf Kraljewo zurück und halten
dort zusammen mit der 104. und 117. Jäger-Division die Stellung bis zum
Eintreffen der Heeresgruppe E aus Griechenland. Die Teile der Kampfgruppe Groth
werden herausgezogen und sollen wieder zur Division stoßen. In Richtung Cacak in
Marsch gesetzt, über Uzice-Zvornik nach Tuzla, weiter über Doboj-Bosnatal nach
Vincovci. Von dort erfolgte der Weitermarsch per Fuss bis nach Vukovar. Weiter
geht es nicht mehr, da die 1. Gebirgs-Division an den Plattensee verlegt wurde
um dort den sowjetischen Vormarsch nach Westen und Norden zu stoppen. Audenrieth
erhält mit seiner Kompanie eine Stellung bei der Ortschaft Grabovo an der
Syrmienfront, zwischen Vukovar und Sotin. Dort sollen zwei Brückenköpfe des
Gegners über die Donau vernichtet werden, was auch gelingt. Die Kompanie
untersteht dabei dem Not-Bataillon "Hörmann", bestehend aus 3. und 13.
Kompanie des Gebirgs-Jäger-Regiments 99, sowie der 2. Kompanie des
Gebirgs-Jäger-Bataillons 54, der Kampfgruppe Thörner, der 118. Jäger-Division,
die der 117. Jäger-Division unterstand. Durch die schweren Verluste beeindruckt
unterlässt der Gegner zunächst weitere Angriffe und macht sich erst zu
Weihnachten 1944 wieder bemerkbar. Dabei geht er am Morgen des 1.
Weihnachtsfeiertages zum Angriff über. Durch ein fast einstündiges Trommelfeuer
vorbereitet gelingt dem Gegner der Einbruch in die Stellung der Gebirgsjäger. Er
kann bis in die Ortschaft Grabovo vordringen und sich dort festsetzen. Hier
entschied sich Audenrieth zum Gegenangriff und übernahm zusammen mit seinem
Kameraden Nikolaus Riehr den Abwehrkampf, völlig auf sich allein gestellt und
lediglich unterstützt durch den Oberleutnant Karlheinz Kummer als Vorgeschobenen Beobachter der
eigenen Artillerie, die dann später in den Kampf eingriff. Nachdem er den Gegner
niederhielt und am weiteren Verstärken der durchgebrochenen Feindtruppen
hinderte, nahm er den Kampf gegen die sich verschanzenden Gegner auf und rollte
zu zweit die eigenen Gräben auf. Nach Ende des Kampfes bedeckten zahlreiche
gefallene Gegner das Schlachtfeld, allein im Grabenkampf fielen 52 bulgarische
und sowjetische Soldaten. Dabei erbeuteten die beiden Männer 7 MG´s, 20
Maschinenpistolen, meistens deutscher Bauart und brachten sogar noch 18
Gefangene, darunter einen Offizier, ein. Audenrieth gelang es die Verbindung mit
dem linken Nachbarn herzustellen. Damit wurde der Einbruch abgeriegelt und die
Front gehalten. Dafür erhielt er am 10.02.1945 als einzigster Stabsgefreiter der
Gebirgstruppe das Ritterkreuz. Zusammen mit dem 718. Eichenlaub an Wilhelm Spindler, erhält Audenrieth sein Ritterkreuz am 14.02.1945 in Tapcony in Ungarn
aus den Händen des Divisionskommandeurs General Kübler.
Mit Kriegsende versucht er sich nach Hause durchzuschlagen und gerät dennoch am
01.06.1945 in Tittling im Bayerischen Wald in Gefangenschaft, aus der er am
16.06.1946 entlassen wird.
Mit Aufbau der Bundeswehr trat Audenrieth am 15.12.1955 der Bundeswehr bei und
absolviert dort zunächst einige Kommandos und Lehrgänge, bis er dann zum
Zugführer in der 2. Lehr-Kompanie der 1. freiwilligen Offiziers-Anwärter der
Lehrgruppe Andernach ernannt wird. Danach dann Funkmeister und Zugführer im
Fernmelde-Lehr-Bataillon Sonthofen und später bei der Brigade-Fernmelde-Kompanie
104, nimmt er an der Aufstellung der 1. Gebirgs-Division im September 1956 in
Mittenwald teil. Er übernimmt dann den Posten eines Zugführers in der
Gebirgs-Fernmelde-Kompanie 8 und wird dann als Ausbildungsleiter für
Unteroffizier- und Funkmeister-Lehrgänge in die Lehr-Kompanie der
Feldjägerschule Sonthofen versetzt.
In der Folge Zugführer in der Ausbildungs-Kompanie 1/8, sowie des weiteren
Funkmeister und Kompanie-Truppführer in der 3. Kompanie des
Gebirgs-Versorgungs-Bataillons 8, erhält er eine Kommandierung zu einem
Pionier-Lehrgang beim Gebirgs-Pionier-Bataillon 8 in Brannenburg am Inn, sowie
anschließend einen ABC-Lehrgang an der ABC-Schule in Sonthofen. Am 30.09.1969
wird er als Hauptfeldwebel in den Ruhestand versetzt.
Georg Audenrieth verstarb am 15.01.1999 in Mittenwald.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Oberschütze |
10.11.1938 m. Wirk. v. 01.10.1938 |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
10.02.1945 |
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Gefreiter |
01.12.1939 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
12.10.1941 |
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Obergefreiter |
01.12.1940 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
17.10.1944 |
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Stabsgefreiter |
01.05.1943 |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
01.08.1941 |
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Oberjäger |
27.12.1944 |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
12.07.1942 (17.07.1942) |
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Feldwebel |
01.03.1945 |
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Nahkampfspange in Bronze Stufe I |
12.07.1943 |
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Oberfeldwebel (Bw) |
15.12.1955 |
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Nahkampfspange in Silber Stufe II |
06.01.1945 |
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Hauptfeldwebel (Bw) |
30.05.1968 |
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Edelweißring der 1. Gebirgs-Division |
11.11.1943 |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:
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