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Ritterkreuzträger Georg "Girgl" Audenrieth
Feldwebel, Gebirgstruppe

15.07.194129.06.194006.01.1945

Georg Audenrieth wurde am 20.07.1917 in Nürnberg als Sohn eines Eisenhoblers geboren, absolvierte vom 29.03.1932 bis zum 28.03.1936 eine Schreinerlehre, sowie vom 03.04. bis zum 23.10.1937 seinen Arbeitsdienst bei der RAD-Abteilung 4/282 im Lager Scheinfeld.
Audenrieth trat dann am 05.11.1937 dem Nachrichten-Zug des I. Bataillons des Gebirgsjäger-Regiments 100 in Brannenburg am Inn bei, wo er am 10.11.1938 als Nachrichtenmann in die 5. Kompanie versetzt wurde. Dort wurde er unter anderem zum Nachrichten-Truppführer bzw. Nachrichten-Zugführer ernannt. Weiterhin wurde er auf Lehrgänge zur Nachrichten-Abteilung 54 nach Oberammergau und zum Gebirgs-Pionier-Bataillon 54 nach Mittenwald kommandiert und erhielt eine Ausbildung zum Heeresbergführer.
Am 30.08.1939 in die Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 1 nach Oberammergau versetzt, nahm er am Polenfeldzug teil und kam am 24.10.1939 in den Nachrichten-Zug der 5. (Stabs) Kompanie des Gebirgs-Jäger-Regiments 99. Mit dieser nahm er an den Kämpfen im Westen, auf den Balkan und ab dem 22.06.1941 gegen die Sowjetunion teil. Dort kam er am 17.02.1942 an der Mius-Front aufgrund von Erfrierungen 2. und 3. Grades in ein frontnahes Lazarett und kehrte dann wieder zu seiner Kompanie zurück.
Mit seiner Kompanie nahm er an den Verfolgungskämpfen Richtung Rostow teil und wurde am 21.07.1942 als Folge der Erfrierungen in das Kriegslazarett 4/007 und später in das Reserve-Lazarett Budweis verlegt, wo er operiert wurde. Dabei wurde er wirtschaftlich der Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Kompanie zugeteilt, zu der er am 09.10.1942, nach der Ausheilung seiner Verwundung, zurückkehrte.
Am 30.12.1942 wieder seiner 5. Kompanie zugeteilt, wurde er am 13.04.1943 verwundet und nach seiner Genesung zur 3. Kompanie versetzt. Bis März 1943 hatte er im Rahmen der 1. Gebirgs-Division an den Kämpfen an der Südostfront teilgenommen und wurde dann bis Januar 1945 gegen Banden auf dem Balkan eingesetzt.
Nachdem im August 1944 die ehemaligen Bündnispartner Deutschlands, Rumänien und Bulgarien, an die Seite des Gegners traten verschärfte sich die militärische Situation weiter. Die 1. Gebirgs-Division, zu dieser Zeit im Raum Nish-Leskovac, erhielt den Befehl mit Teilen der Division ab dem 20.09.1944 in den Raum Negotin-Turnu-Severin zu marschieren, um dort die sowjetischen Einheiten aufzuhalten. Dieser Teil der Division musste also schnell abrücken. Der andere Teil, die Kampfgruppe Groth, mit unterstellten Trossen und weiteren Teilen der Division, verblieben im Raum Nish, um dort von der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division "Prinz Eugen", unter SS-Oberführer Otto Kumm, abgelöst zu werden. Der Anmarsch der Division verzögerte sich jedoch erheblich durch Partisanenangriffe, wobei der Druck im Raum Nish ständig  zunahm. Die Kampfgruppe Groth versuchte sich mit den wichtigen Trossen zu den anderen Teilen der Division durchzuschlagen, erreichte dabei die Stadt Zajecar und wurde dort fest eingeschlossen. Einige Teile der Kampfgruppe können vor der Einschließung den Ring durchbrechend in Richtung Westen verlassen. Der SS-Division gelang es in den Einschliessungsring einzubrechen, war aber noch zu schwach um geschlossen wieder auszubrechen. Währenddessen stieß der Gegner an Zajecar in Richtung Westen vorbei. In der Nacht vom 08. auf den 09.10.1944 gelang den deutschen Verbänden der Ausbruch, unter jedoch schweren Verlusten. Die ausgebrochenen Teile zogen sich auf den Brückenkopf Kraljewo zurück und hielten dort zusammen mit der 104. und 117. Jäger-Division die Stellung bis zum Eintreffen der Heeresgruppe E aus Griechenland. Die Teile der Kampfgruppe Groth wurden herausgezogen und sollten wieder zur Division stoßen. In Richtung Cacak in Marsch gesetzt, über Uzice-Zvornik nach Tuzla, weiter über Doboj-Bosnatal nach Vincovci. Von dort erfolgte der Weitermarsch per Fuss bis nach Vukovar. Weiter ging es nicht mehr, da die 1. Gebirgs-Division an den Plattensee verlegt wurde, um dort den sowjetischen Vormarsch nach Westen und Norden zu stoppen. Audenrieth erhielt mit seiner Kompanie eine Stellung bei der Ortschaft Grabovo an der Syrmienfront, zwischen Vukovar und Sotin zugewiesen. Dort sollten zwei Brückenköpfe des Gegners über die Donau vernichtet werden, was auch gelang. Die Kompanie untersteht dabei dem Not-Bataillon "Hörmann", bestehend aus 3. und 13. Kompanie des Gebirgs-Jäger-Regiments 99, sowie der 2. Kompanie des Gebirgs-Jäger-Bataillons 54, der Kampfgruppe Thörner, der 118. Jäger-Division, die der 117. Jäger-Division unterstand. Durch die schweren Verluste beeindruckt unterließ der Gegner zunächst weitere Angriffe und machte sich erst zu Weihnachten 1944 wieder bemerkbar. Dabei ging er am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages zum Angriff über. Durch ein fast einstündiges Trommelfeuer vorbereitet, gelang dem Gegner der Einbruch in die Stellung der Gebirgsjäger. Er konnte bis in die Ortschaft Grabovo vordringen und sich dort festsetzen. Hier entschied sich Audenrieth zum Gegenangriff und übernahm zusammen mit seinem Kameraden Nikolaus Riehr den Abwehrkampf, völlig auf sich allein gestellt und lediglich unterstützt durch den Oberleutnant Karlheinz Kummer als Vorgeschobenen Beobachter der eigenen Artillerie, die dann später in den Kampf eingriff. Nachdem er den Gegner niederhielt und am weiteren Verstärken der durchgebrochenen Feindtruppen hinderte, nahm er den Kampf gegen die sich verschanzenden Gegner auf und rollte zu zweit die eigenen Gräben auf. Nach Ende des Kampfes bedeckten zahlreiche gefallene Gegner das Schlachtfeld, allein im Grabenkampf fielen 52 bulgarische und sowjetische Soldaten. Dabei erbeuteten die beiden Männer 7 MG´s, 20 Maschinenpistolen, meistens deutscher Bauart und brachten sogar noch 18 Gefangene, darunter einen Offizier, ein. Audenrieth gelang es die Verbindung mit dem linken Nachbarn herzustellen. Damit wurde der Einbruch abgeriegelt und die Front gehalten. Dafür erhielt er am 10.02.1945 als einziger Stabsgefreiter der Gebirgstruppe das Ritterkreuz. Zusammen mit dem 718. Eichenlaub an Wilhelm Spindler, erhielt Audenrieth sein Ritterkreuz am 14.02.1945 in Tapcony in Ungarn aus den Händen des Divisionskommandeurs General Ludwig Kübler.
Mit Kriegsende versucht er sich nach Hause durchzuschlagen und geriet dennoch am  01.06.1945 in Tittling im Bayerischen Wald in Gefangenschaft, aus der er am 16.06.1946 entlassen wurde.
Mit Aufbau der Bundeswehr trat Audenrieth am 15.12.1955 der Bundeswehr bei und absolvierte dort zunächst einige Kommandos und Lehrgänge, bis er dann zum Zugführer in der 2. Lehr-Kompanie der 1. freiwilligen Offiziers-Anwärter der Lehrgruppe Andernach ernannt wurde. Danach dann Funkmeister und Zugführer im Fernmelde-Lehr-Bataillon Sonthofen und später bei der Brigade-Fernmelde-Kompanie 104, nahm er an der Aufstellung der 1. Gebirgs-Division im September 1956 in Mittenwald teil. Er übernahm den Posten eines Zugführers in der Gebirgs-Fernmelde-Kompanie 8 und wurde als Ausbildungsleiter für Unteroffizier- und Funkmeister-Lehrgänge in die Lehr-Kompanie der Feldjägerschule Sonthofen versetzt.
In der Folge Zugführer in der Ausbildungs-Kompanie 1/8, sowie des weiteren Funkmeister und Kompanie-Truppführer in der 3. Kompanie des Gebirgs-Versorgungs-Bataillons 8, erhielt er eine Kommandierung zu einem Pionier-Lehrgang beim Gebirgs-Pionier-Bataillon 8 in Brannenburg am Inn, sowie anschließend einen ABC-Lehrgang an der ABC-Schule in Sonthofen. Am 30.09.1969 wurde er als Hauptfeldwebel in den Ruhestand versetzt.
Georg Audenrieth verstarb am 15.01.1999 in Mittenwald.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Oberschütze 10.11.1938 m. Wirk. v. 01.10.1938 Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 01.08.1941
Gefreiter 01.12.1939 Eisernes Kreuz II. Klasse 12.10.1941
Obergefreiter 01.12.1940 Eisernes Kreuz I. Klasse 17.10.1944
Stabsgefreiter 01.05.1943 Medaille Winterschlacht im Osten 12.07.1942 (17.07.1942)
Oberjäger 27.12.1944 Nahkampfspange in Bronze Stufe I 12.07.1943
Feldwebel 01.03.1945 Edelweißring der 1. Gebirgs-Division 11.11.1943
Oberfeldwebel (Bw) 15.12.1955 Nahkampfspange in Silber Stufe II 06.01.1945
Hauptfeldwebel (Bw) 30.05.1968 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 10.02.1945

Buchhinweise:

                   

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