352.
Eichenlaubträger Karl Baacke
Oberstleutnant, Grenadiere







Karl-Friedrich August Baacke wurde am 15.05.1907 in Aurich geboren und
trat am 26.05.1924 der 7. Kompanie des Infanterie-Regiments 16 in Osnabrück
bei, wo er ab dem 01.06.1924 zum A-Bataillon gehörte.
Nach Kommandierung zur NAA des II. Bataillons, vom 05.10.1925 bis zum
01.11.1927, wird er ab dem 18.05.1928 zum Schreiber der Standort-Kommandantur
Osnabrück ernannt und übernimmt dann, am 28.09.1929 den Posten eines
Ausbilders im A-Bataillon seines Regiments.
Nachdem er am 05.04.1929 zur 7. Kompanie nach Hannover kommt, nimmt er vom
07.10.1929 und vom 22.09.1930 an einem Pionier-Kursus beim 6. (Preuß.)
Pionier-Bataillon in Minden teil. Weiterhin absolviert er vom 14.10.1930 bis
zum 31.10.1930 einen Schiess-Lehrgang beim II. Bataillon.
Am 03.11.1930 besteht er die Eignungsprüfung zum Oberfeldwebel und wird vom
20.08.1931 bis zum 26.08.1931 an einen Luftschutz-Lehrgang zum II. Bataillon
kommandiert.
Am 23.04.1934 nimmt Baacke am Kursus Rommel im Sennelager teil und kommt am
01.07.1934 in die 15. bzw. am 01.10.1934 in die 5. Kompanie des Regiments,
nachdem er am 01.07.1934 zum Leutnant befördert wurde. Kurze später erhält er
am 20.01.1935 die Ernennung zum Oberleutnant.
Am 01.06.1935 ist er Nachrichten-Zugführer und Nachrichten-Offizier des III.
Bataillons und wird am 15.10.1935 in den Stab des II. Bataillons des
Infanterie-Regiments 37 versetzt, wo er den Posten des Nachrichten-Zugführers
übernimmt. Nur 10 Tage später übernimmt er diesen Posten beim II. Bataillon.
Nach einer Wehrkreisprüfung Ende März 1936, übernimmt er am 01.04.1937 das
Kommando über die 6. Kompanie des Infanterie-Regiments 37 und nach einer
erneuten Wehrkreisprüfung, am 10.11.1938 das Kommando über die 2. Kompanie des
Grenz-Infanterie-Regiments 124, der ehemaligen 6. Kompanie/IR 37. Am
20.04.1937 wird Baacke zum Hauptmann befördert.
Vom 12.06.1939 bis zum 22.07.1939 besucht er die Kriegsschule Dresden und
übernimmt im Juni 1940 die Führung des des I. Bataillons des (Grenz-)
Infanterie-Regiments 124, nachdem er mit dem Infanterie-Regiment 37 am
Westfeldzug teilgenommen hatte. Am 23.10.1940 wird er zum Kommandeur des III.
Bataillons des Infanterie-Regiments 124 ernannt, welches im Frühjahr 1941 im
Balkanfeldzug eingesetzt wurde. Für die Kämpfe an den Thermophylen wird Baacke
im Wehrmachtsbericht erwähnt:
In den Kämpfen bei den Thermophylen zeichnete sich
der Hauptmann Baacke in einem Infanterie-Regiment besonders aus. In zähem
nächtlichen Kampf gegen einen in vorbereiteter Stellung stehenden Feind,
öffnete er mit einer beweglichen Abteilung eine wichtige Enge und erbeutete
24 Geschütze.
Die
6. Gebirgs-Division, der das Regiment unerstellt war,
reicht Baacke zum Ritterkreuz ein, das er am 30.06.1941 erhält, da Baacke
durch die Eroberung des Dorfes Milos, den Weg nach Athen freimachte.
Für Hauptmann Baacke beginnt auch der Feldzug gegen Russland am 22.06.1941, wo
er am 25.09.1941 zum Major befördert, am 15.05.1942 Kommandeur der
Radfahr-Abteilung 72 und am 21.06.1942 erneut im Wehrmachtsbericht genannt
wird:
Vor Sewastopol haben sich der Kommandeur einer
Radfahr-Abteilung, Major Baacke, sein Schwadronchef Oberleutnant Kupsch und
der Chef einer Pionierkompanie Oberleutnant Stier, durch besondere
Tapferkeit ausgezeichnet.
Nach Eroberung der Festung Sewastopol, wo er als Major
und Kommandeur der Radfahr-Abteilung 72 am
15.07.1942 die Anerkennungsurkunde für eine Tat vom 13.06.1942 erhielt, übernimmt Baacke am
06.09.1942 die Führung des Grenadier-Regiment 266 und wird als solcher am
10.06.1942 verwundet. Nach seiner Genesung regelt die Division 172 seinen
Dienst, bis er 1943 in die Führer-Reserve der Heeresgruppe Mitte versetzt
wird, wo er mit Wirkung vom 08.02.1943 erneut die Führung des
Grenadier-Regiments 266 übernimmt. Mit Wirkung vom 01.04.1943 wird er zum
Kommandeur des Regiments und zum Platzkommandant Tscherkassy ernannt. Am
30.04.1943 erhält er die Beförderung zum Oberstleutnant.
Der
72. Infanterie-Division unterstellt wurde die Stadt und die Division im
Dezember 1943 eingeschlossen. Oberstleutnant Baacke sprengte den
Einschließungsring und schleuste Verwundete sowie Munition durch die Öffnung.
Nachdem im laufe der Nacht der Einschließungsring wieder geschlossen wurde,
brach ein gegnerischer Infanterie- und Panzer-Angriff an der deutschen Front
zusammen. Weiterhin ist es Baacke zu verdanken, das er durch die Eroberung
einer starken feindlichen Stellung den Ring um Tscherkassy erneut aufbrechen
konnte. Baacke führte dabei immer von vorn und trieb seine, bereits pausenlos
im Einsatz stehenden Soldaten, immer wieder zu außergewöhnlichen Leistungen
an.
Für den persönlichen Einsatz im Kampfraum Tscherkassy erhielt Oberstleutnant
Baacke am 10.12.1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Ende Januar 1944 ist er Kommandeur des Urlauber-Regiments Baacke. Als solcher
fällt er am 01.04.1944 als Kampfgruppenführer bei Orinin im Kessel von
Kamenez-Podolsk in der Nachhut seines Regiments, beim versuch eines Ausbruchs.
Zunächst als vermisst eingestuft, wird mit Fernschreiben vom 01.05.1944 der
Heeresgruppe Nordukraine der Tod des Oberstleutnants Baacke gemeldet.
Am 08.04.1944 und am 16.04.1944 wird der gefallene Karl-Friedrich Baacke von der
208.
Infanterie-Division zu den Schwertern vorgeschlagen, was aber am 02.05.1944
abgelehnt wurde.