Franz Bäke wurde am
28.02.1898 in Schwarzenfels/Kassel geboren. Er sollte einer der besten
Panzerführer des Krieges werden und wurde vom Oberleutnant (1939) bis zum
Generalmajor (1945) befördert. Er fuhr über 500 Panzereinsätze, wurde 13mal
abgeschossen und 7mal verwundet.
Vom 6. bis zum 10. Lebensjahr besuchte er die Volksschule und legte dann 1915
im Realgymnasium seine Reife ab.
Danach trat er am 19.05.1919 als Kriegsfreiwilliger dem Infanterie-Regiment 3
bei. Laut amtlichen Personalunterlagen trat er zu diesem Regiment, andere
Literatur nennt das Infanterie-Regiment 53. Im Laufe des Krieges zum
Grenadier-Regiment 11 bzw. 10 versetzt, beendet er den 1. Weltkrieg als
Vizefeldwebel und Offiziers-Aspirant beim Fußartillerie-Regiment 7. Während
des Krieges war er zweimal, linker Oberschenkel und rechtes Knie, verwundet
worden.
Nach Ende des Krieges wurde er am 25.01.1919 verabschiedet, woraufhin er der
Einwohnerwehr Würzburg, dem Freikorps Epp zugehörig, bis 1921 beitrat.
Gleichzeitig begann er ein Studium der Medizin und der Zahnheilkunde an der
Universitäten Würzburg, Bonn und Münster, das er 1923 mit der Promotion
beendete.
Am 01.03.1933 trat er der SA-Standarte 132 der SA-Brigade 69 in Hagen bei und
besuchte vom 10. bis zum 17.03.1934 einen Lehrgang in Nottuln. Danach wird er
am 01.04.1935 Standarten-Zahnarzt und am 20.04.1935 zum Sanitäts-Sturmführer,
am 01.07.1940 zum Sanitäts-Obersturmführer und am 14.01.1943 zum
Sanitäts-Hauptsturmführer ernannt. Am 04.08.1943 zum Sanitäts-Sturmbannführer
befördert, wird er am 15.08.1944 mit Wirkung vom 14.08.1944 in das
SA-Führerkorps überführt und gleichzeitig als Zahnarzt der Standarte 132
enthoben. Am 20.08.1944 zum aktiven Sanitäts-Standartenführer befördert, wird
er am 07.09.1944 zur SA-Standarte Feldherrnhalle kommandiert.
Am 01.04.1937 und am 11.06.1937 nahm er an Reserve-Übungen der
Aufklärungs-Abteilung 6, wurde am 01.12.1937 zum Leutnant der Reserve
befördert und übernahm dann am 01.08.1939 den Posten eines Zugführers in der
leichten Kolonne der Panzer-Abteilung 65. Es ist anzunehmen das er bereits
1937 beim Heer eingestellt wurde, da er u.a. am Sudeteneinsatz teilnahm.
Während des Polenfeldzuges führte er seine Einheit bis an die Weichsel und
wird mit Ende der Kämpfe Chef der 1. Kompanie und am 01.01.1940 zum
Oberleutnant der Reserve befördert.
Mit seiner Kompanie auch im West-Feldzug im Rahmen der „Panzergruppe
Kleist“ an der Maas, an der Kanalküste, an der Maginotlinie und westlich
der Vogesen eingesetzt, wurde Bäke am 17.05. durch einen Granatsplitter am
rechten Arm und durch Verbrennungen am Kopf, sowie am 19.05.1940 durch einen
Splitter an der rechten Schulter, dem rechten Bein und Hand verwundet. Trotz
seiner Verwundungen verblieb Bäke stets bei seiner Kompanie. Nach dem Ende
des Feldzuges erhielt Bäke das Eiserne Kreuz 1.Klasse.
Am 01.02.1941 wurde er Ordonnanz-Offizier des Panzerregiments 11 und übernahm
am 01.05.1941, unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann der Reserve die Stabskompanie
des Regiments.
Während des Russlandfeldzuges kämpfte Bäke mit
seiner Einheit im Nordabschnitt der Ostfront bis in den Raum Leningrad. Es
schlossen sich Kämpfe im Raum Wjasma-Brjansk, Moskau, Klin und Gshatsk an. In
dieser Zeit wurde Bäke am 01.10.1941 erneut Ordonnanz-Offizier beim Stab des
Regiments, um am 01.12.1941 die Führung der I. Abteilung des Regiments zu
übernehmen.
Nachdem Bäke am 01.04.1942 die Führung der II. Abteilung, während der Kämpfe
im Raum Rshew übernommen hatte, verlegte die Division im Mai 1942 zur Auffrischung nach Frankreich und erhielt
neue Panzer, wobei er am 01.06.1942 zum Kommandeur der Abteilung ernannt wird.
Am 01.08.1942 zum Major der
Reserve befördert, führte Bäke seine Abteilung während des Entsatzangriffes auf
Stalingrad, im Dezember 1942, ehe sich die 6. Panzer-Division in den großen Donbogen zurückzog.
Während der Kämpfe am 01.01.1943 in Nowo Marjewka gegen zwei gegnerische
Bataillone und etwa 30 Panzer, gelang es Bäke 27 der Panzer abzuschießen und
einen umgehenden Gegenangriff einzuleiten. Ein zuvor beim II. Bataillon des
Panzer-Grenadier-Regiments 114 bei Werchne Obliwiski und Nowo Marjewka
eingebrochener Gegner konnte dadurch, unter Abschuss von 32 weiteren Panzern,
vernichtet werden. Dadurch wurde ein erneuter Durchbruch des 25. sowjetischen
Panzer-Korps auf die Eisenbahnlinie westlich Morosowskaja verhindert. Für
diesen Einsatz wird Bäke am 11.01.1943 als Major der Reserve und Kommandeur
der II. Abteilung des Panzer-Regiments 11 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Der Vorschlag zum Ritterkreuz ging am 10.01.1943 beim Heerespersonalamt ein.
Im Juli 1943 nahm Bäke mit seiner Abteilung am „Unternehmen Zitadelle“,
dem letzten großen Angriff an der Ostfront, teil und bewies in der
Panzerschlacht bei Prochorowka erneut seine Fähigkeiten. Am 11.07.1943
erreichte das verstärkte Regiment dem 12 Kilometer vor dem Donez liegenden Ort
Kasatschja, nordöstlich Belgorod, wo Bäke seinen Regimentskommandeur, entgegen
dem Divisionsbefehl, davon überzeugte die Ortschaft Rschawez bei Nacht
anzugreifen und einen Brückenkopf über den Sswernyi Donez zu nehmen. Die
daraufhin gebildete Kampfgruppe Bäke, bestehend aus der II. Abteilung des
Regiments und dem II. (Schützenpanzer) Bataillon des
Panzer-Grenadier-Regiments 114, stiess noch in der Nacht an den gegnerischen
Pakstellungen vorbei und stand dann in einem Wald Seite an Seite mit 20
T-34-Panzern. Als sechs Panzer versuchten den Befehlspanzer Bäkes, ausgerüstet
mit einer Holzkanone zur Tarnung, einzukreisen verließ Bäke zusammen mit
seinem Ordonnanz-Offizier Leutnant Zobel den Kampfwagen und vernichteten 4 der
Panzer im Nahkampf. Die von Major der Reserve Bäke an dem 5. und 6. Panzer
angebrachten Ladungen explodierten jedoch nicht. Bäke sprang dann auf einen
mittlerweile herbeigeeilten eigenen Panzer und leitete so die Vernichtung der
beiden übrig gebliebenen Feindpanzer. Durch diesen Einsatz konnte die
teilweise gesprengte Brücke von Rschawez genommen werden.
Bei den folgenden Kämpfen vom 14.07.1943 wurde Bäke
abermals verwundet, diesmal durch einen Granatsplitter im Rücken und im
Gesicht, verbleib aber erneut bei der Truppe. Schon am nächsten Tag übernahm Bäke
kurzzeitig die Führung des Panzer-Regiments
11. Für seinen Einsatz bei Rschawez zum Eichenlaub vorgeschlagen, wobei der
Vorschlag am 27.07.1943 beim Heerespersonalamt einging, erhielt Bäke am
01.08.1943 für seine Leistungen das 262. Eichenlaub.
Unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant der Reserve, am
01.11.1943, übernimmt Bäke dann auch das Kommando über das Panzer-Regiment 11.
Im Winter 1943/44 führte er das Panzerregiment 11 in die Kämpfe im Raum
Kirowograd und Winniza, wo er als Führer des Schweren Panzer-Regiments Bäke,
bestehend aus dem Stab des Panzer-Regiments 11) an den Kämpfen teilnahm.
Dieses Panzer-Regiment, mit Stab des Panzer-Regiments 11, der schweren
Panzer-Abteilung 503 und der II. Abteilung des Panzer-Regiments 23, das extra
für ein Sonderunternehmen zur Entsetzung des Tscherkassy-Kessels, über Shaskow,
gebildet worden war, schoss im Laufe der Operation vom 23.01. bis Ende Februar 1944 insgesamt 268 Panzer und 156 Pak-Geschütze ab. Für die Erfolge der
Kampfgruppe erging ein Vorschlag zur Verleihung der Schwerter zum Eichenlaub,
wobei der Vorschlag am 19.02.1944 beim Heerespersonalamt einging. In der Folge
erhielt Bäke am 21.02.1944 die Schwerter zum Eichenlaub. Die Schwerter wurden
ihm am 26.02.1944 persönlich durch Hitler überreicht, wobei er auch die
Sonderstufe des Panzerkampfabzeichens mit der Einsatzzahl "100"
erhielt. Für den Einsatz zum Entsatz des III. Panzerkorps wurde er am
28.02.1944 auch im Wehrmachtbericht genannt.
Am 01.05.1944 wurde Bäke zum Oberst der Reserve befördert und übernahm am
13.07.1944 die selbstständige Panzerbrigade 106 an der Westfront, wobei er
erst am 20.07.1944 die Brigade übernahm. Nach
zahlreichen Kämpfen in Frankreich zog sich die Brigade über das Elsaß in den
Raum Freiburg zurück. Außerdem wurde er am 05.10. und am 06.12.1944 im
Wehrmachtbericht genannt.
Am 25.01.1945 in die Führer-Reserve des OKH im Wehrkreis I versetzt, erhält er
am 01.02.1945 eine Kommandierung zum 17. Divisionsführer-Lehrgang vom 13.02.
bis zum 15.03.1945. Die Kommandierung wird jedoch nicht wirksam, da man Bäke
mit der Führung der 13. Panzer-Division beauftragt, die er am 10.02.1945
übernimmt. Mit dieser kämpfte er während der letzten Monate im Rahmen der 8.Armee
bei Budapest, Sered, Thaya und Budweis.
Am 28.02.1945 wird er als Oberst ins aktive Dienstverhältnis überstellt und beim Heer
angestellt. Kurze Zeit später wurde die in Budapest vernichtete 13.
Panzer-Division neu aufgestellt und erhielt im März 1945 den Namen
Panzer-Division Feldherrnhalle 2. Als Führer der Division wird er am
20.04.1945 zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur der Division ernannt.
Bei der Kapitulation gelang es Bäke seine
Division größtenteils in amerikanische Kriegsgefangenschaft zu retten. Die
Entlassung aus der Gefangenschaft erfolgte im Jahre 1947
Dr. Franz Bäke starb am 12.12.1978 im Alter von 80 Jahren an den Folgen eines
Autounfalls im Krankenhaus Bergmannsheil in Bochum.