Ernst-Günther Baade wurde
am 20.08.1897 in Falkenhagen im Kreis Ostprignitz/Preußen geboren.
Am 18.08.1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger zur Ersatz-Eskadron des
2. Pommerschen-Ulanen-Regiments Nr. 9 in Demmin, von wo aus er am 18.11.1914
zum Ulanen-Regiment 9 versetzt wurde und eine Mob-Stelle erhielt. Eingesetzt
wurde Baade bei den Kämpfen um Lodz, in den Winterkämpfen an den Masuren und
in den Stellungskämpfen vor Grodno, wo er sich am 19.03.1915 die Füssen
erfroren hatte und ins Lazarett nach Culm/Westpreußen gebracht wurde.
Nach seiner Ausheilung kommt Baade am 04.06.1915 in die Ersatz-Eskadron seines
Regiments, von wo aus er am 16.06.1915 zur Ersatz-Eskadron des
Dragoner-Regiments 9 versetzt wird.
Er nimmt dann vom 11.07.1915 bis zum 28.08.1915 am 5. Fahnenjunker-Lehrgang
auf dem Truppenübungsplatz Döberitz teil und wird nach seiner Rückkehr zum
Regiment am 16.01.1916 zur Obermilitärkommission nach Berlin versetzt, wo er
seine Fähnrichs-Prüfung besteht.
Am 11.03.1916 gehörte Baade zum 1. Hann. Dragoner-Regiment "König Carl I.
von Rumänien" Nr. 9 und nimmt vom 16.07.1916 bis zum 31.08.1916 am
Offiziers-Ausbildungs-Lehrgang des Garde-Reserve-Schützen-Bataillons teil,
währenddessen er am 22.08.1916 zum Leutnant befördert wurde.
Am 21.09.1916 erfolgte die Versetzung zum Kavallerie-Schützen-Regiment 2 und
damit die Teilnahme an den Stellungskämpfen vor Jakobstadt.
Nach Ende der Kämpfe im Osten erfolgte am 12.03.1917 die Ernennung zum Führer
des Signalzuges in der Fernsprech-Abteilung 231 im Westen und am 16.02.1918
die Versetzung zum Dragoner-Regiment 9, sowie Ernennung zum Ordonnanz-Offizier
der 231. Infanterie-Brigade, wo er am 01.06.1918 verwundet und im
Kriegslazarett Aarlon versorgt wurde. Nach der Genesung kehrt er am 16.07.1918
zum Stab der 231. Infanterie-Brigade zurück, wo er an der Front eingesetzt
wurde.
Kurz vor Ende der Kampfhandlungen an der Westfront wird Baade am 22.07.1918
zum Infanterie-Regiment 444 versetzt und erlitt am 30.08.1918 eine
Gasvergiftung. Baade wird zur weiteren Behandlung in das bayr. Kriegslazarett
62 gebracht.
Bereits am 30.10.1918 kehrt er zur Ersatz-Eskadron der Dragoner-Regiments 9
zurück, wird am 07.-11.1918 zur Feld-Einheit nach Wandsbek versetzt und kommt
am 30.01.1919 zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 5 ins Lager Döberitz bei
Berlin.
In Folge einer Kommandierung vom 01.05.1919 bis zum 01.10.1919 nimmt er an
Reitkursen an der Reitschule Paderborn teil und scheidet mit Verordnung
vom 03.05.1920 zur Heeresverminderung aus dem Heer aus.
Mit Wirkung vom 01.04.1924 wird Baade, mit einer Offiziersplanstelle, wieder
im Heer angestellt und kommt zur 4. Eskadron des 14. Reiter-Regiments nach
Schleswig, wo er am 01.12.1925 zum Oberleutnant befördert wird.
Am 01.05.1926 gehörte Baade zur 1. Eskadron des 14. Reiter-Regiments in
Ludwigslust und nimmt vom 01.10.1926 bis zum 20.02.1927 am IV.
Offiziers-Waffenschul-Lehrgang in Dresden teil.
Mit Wirkung vom 01.10.1927 wird Baade für 1 Jahr, später ein weiteres, als
Bereiter an die Kavallerieschule Hannover kommandiert. Baade äußert jedoch
kurz vor Ablauf des 2. Jahres den Wunsch einer anderen Einheit zugeteilt zu
werden und so wird er mit Wirkung vom 01.10.1929 zur 5. Eskadron (A) des 10.
(Preuß.) Reiter-Regiments nach Züllichau versetzt.
Nach einem Erholungsurlaub im April 1930 in Frankreich, absolviert Baade im
März 19031 eine Wehrkreisprüfung und nimmt am 22.07.1932 am internationalen
Reitturnier in Haag teil, wo er die Erlaubnis zum Tragen der Uniform erhält.
Mit Wirkung vom 01.10.1932 kommt Baade an die Kavallerieschule Hannover und
wird dort als Spezialist im Springstall der Schule verwendet. Hier wird er am
01.08.1933 zum Rittmeister befördert. Baade nimmt dann als Zivilist an den
Turnieren in Aachen und Verden teil und wird am 01.10.1934 zum Chef der 1.
Schwadron des Reiter-Regiments Rathenow ernannt.
Für die Teilnahme an Reitjagden vom 13.12.1934 bis zum 22.12.1934 in Irland
wird er beurlaubt.
Am 16.09.1935 nimmt er als Führer einer Schwadron des Reiter-Regiments 3,
bestehend aus 200 Reiter plus Trompeterkorps, am Reichsparteitag in Nürnberg
teil, wo er an den Größen der Wehrmacht und der Partei vorbeidiffiliert. Am
15.10.1935 übernimmt er das Kommando über die 1. Schwadron des
Reiter-Regiments 3, bzw. ab dem 06.10.1936 des Kavallerie-Regiments 3, wo er
am 31.07.1937 zum Major befördert wird.
Mit Wirkung vom 06.01.1939 wird er an die Heeres-Gasschutzschule kommandiert,
wobei die Kommandierung bereits am 16.02.1939 wieder aufgehoben wird.
Im Zuge der Mobilmachung wird Baade am 26.08.1939 Kommandeur der berittenen
Aufklärungs-Abteilung 17 in Göttingen, mit der er am Polenfeldzug teilnimmt.
Nach Ende der Kämpfe in Polen, wird er mit Wirkung vom 15.12.1939 Kommandeur
der I. Abteilung des Reiter-Regiments 22 in Königsbrück, wo er am 29.02.1940
zum Oberstleutnant befördert wird. Nach der Teilnahme an der Sicherung des
Westwalls und des Feldzuges in Frankreich, wo Baade bis nach La Rochelle
durchstößt, beginnt für Baade der Feldzug gegen die Sowjetunion.
Dort wird er am 15.08.1941 verwundet und nach seiner Genesung, mit Wirkung vom
30.09.1941 zum Kommandeur der Radfahr-Abteilung 1 ernannt. Im Zuge der
Umgliederung der Abteilung in das Kradschützen-Bataillon, am 15.12.1941, wird
Baade dessen Kommandeur und als solcher am 16.03.1942 zum Obersten befördert.
Zum Einsatz kommt das Bataillon im Rahmen der 24. Panzerdivision im Raum Kursk
und Woronesh. Mit Wirkung vom 06.03.1942 wird er in die Führer-Reserve
versetzt und wird vom 01.04. bis zum 30.04.1942 zur 15. Panzer-Division
versetzt, um dort für das Kommando über eine Schützen-Regiment in Afrika
eingearbeitet zu werden. So übernimmt er am 15.04.1942 das Kommando über das
Schützen-Regiment 115, mit dem er in Lybien und der Cyrenaika zum Einsatz
kommt.
Oberst Baade verhinderte hier am 27.05.1942 durch überlegene Führung und
eigenem Entschluss einen starken gegnerischen Panzerangriff in den Rücken der
15. Panzerdivision. Am nächsten tag drag ein Bataillon des Regiments unter der
persönlichen Führung des Obersten in Bir Hacheim ein und brach nach 24 Stunden
Kampf den Verteidigungswillen der Besatzung. Für diesen außergewöhnlichen
Erfolg erhielt Oberst Baade am 27.06.1942 das Ritterkreuz.
Eingesetzt in Afrika wird Baade am 28.07.1942 in der El-Alamein-Stellung durch
einen Artillerie-Überfall verwundet und über Rom nach Deutschland gebracht.
Dort wird er nach der Genesung am 01.08.1942 in die Führer-Reserve versetzt.
Vom 01.12. bis zum 22.04.1943 wird er in den Stab des Deutschen Generals beim
Oberkommando der italienischen Wehrmacht kommandiert und wird mit Wirkung vom
23.04.1943 Kommandeur des Wehrmachtseinsatzstabes Italien.
Vom 14.07.1943 bis zum 19.08.1943 ist er Kampf-Kommandant im Kommando "Deutscher
Kommandant Messina-Strasse", wo er für die Evakuierung der deutschen
Truppen von Sizilien zuständig war und wird am 03.11.1943 mit der
stellvertretenden Führung der 15. Panzergrenadier-Division beauftragt.
Am 28.10.1943 wird er in die Führer-Reserve Italien versetzt und übernimmt
Ende November für 2 Wochen die Führung der 65. Infanteriedivision. Baade
erhält dann ab dem 11.02.1944 die Führung der 90. Panzergrenadier-Division,
mit Einsätzen im Sacco-Tal, am Tiber und bei Arezzo und wird für die Kämpfe
der Division im Raum Cassino, am 08.02.1944 im Wehrmachtsbericht genannt:
In den harten mehrtägigen
Abwehrkämpfen nordwestlich Cassino hat sich die 44. Reichs-Grenadierdivision
"Hoch- und Deutschmeister" unter Führung des Generalleutnants Franek mit einem
unterstellten Bataillon des Grenadier-Regiments (mot.) 8 und einer Kampfgruppe
unter Führung des Oberst Baade besonders ausgezeichnet.
Für die schweren Kämpfe der Division
in Süditalien, insbesondere der Kämpfe um den Höhenrücken im Raum Cassino, wo
Baade zusammen mit nur einem Ordonnanzoffizier einen vorgeschobenen
Gefechtsstand zwischen Infanterie und den vordersten Artillerie-Batterien,
bezog, erhielt der am 01.02.1944 zum Generalmajor beförderte Baade, am
22.02.1944 das 402. Eichenlaub zum Ritterkreuz, welches ihm am 13.05.1944 im
Führerhauptquartier in Rastenburg überreicht wird..
Am 20.09.1944 zum Generalleutnant befördert und am 27.05.1944 erneut im
Wehrmachtsbericht erwähnt, wird er mit Wirkung vom 04.12.1944 in die
Führer-Reserve versetzt und nimmt ab dem 05.01.1945 am 3. Lehrgang für
Kommandierende Generale in Hirschberg/Schlesien teil. Zuvor erhielt er am
16.11.1944 die Schwerter zum Eichenlaub, auf Vorschlag des Feldmarschalls
Kesselring, die ihm durch den Kommandeur der Kriegsakademie Hirschberg
überreicht wurden.
Nach weiterem Diensttun in der Führer-Reserve, wird er am 01.03.1945 mit der
stellvertretenen Führung des LVIII. Panzerkorps beauftragt, trat dieses
Kommando jedoch nicht an und übernimmt stattdessen die Führung des LXXXI.
Armeekorps im Verteidigungsabschnitt vom Südrand Düsseldorfs bis an den
Nordrand Kölns.
Bereits am 06.03.1945 wird er durch den Oberbefehlshaber West zum
Kampfkommandanten von Köln ernannt und übernimmt dann vom 09.03. bis zum
13.03.1945 die stellvertretende Führung des LXXXI. Armeekorps, mit
Korps-Gefechtsstand bei Lechlingen. Am 13.03.1945 fordert der Oberbefehlshaber
der Heeresgruppe B, Model, Baade zur sofortigen persönlichen Meldung im
Hauptquartier auf, worauf sich Baade krank meldet.
Am 18.04.1945 erhält Baade die Kommandierung in den Stab des Oberbefehlshabers
Nordwest, die er jedoch nicht antritt.
Am 24.04.1945 wird Baade bei Gut Neverstaven/Holstein in seinem OKW durch
einen britischen Tiefflieger am Nacken und am Unterschenkel durch ein
Phosphorgeschoss verwundet und ins Lazarett nach Bad Segeberg gebracht, wo er
am 08.05.1945, aufgrund der Komplikationen in Verbindung mit Phosphor, der
schlechten Versorgung und der Überfüllung des Lazaretts verstarb.