550.
Eichenlaubträger Rudolf Bacherer
Oberst der Reserve, Grenadiere






Rudolf Bacherer wurde am 19.06.1895 in Pforzheim/Baden
geboren.
Bacherer war vom 13.07.1914 bis zum 01.01.1919 aktiver Offizier im 3.
Badischen Dragoner-Regiment "Prinz Karl" Nr. 22.
Ab dem 20.09.1935 gehörte er dem späteren Kavallerie-Regiment 18 an, wo er am
20.09.1935 zum Oberleutnant der Reserve und am 01.10.1937 zum Rittmeister der
Reserve befördert wurde.
Am 26.08.1939 in der Aufklärungs-Abteilung 156 in Ludwigslust mobilgemacht,
befindet er sich im Dezember 1939 in der 3. (schweren) Schwadron der
Aufklärungs-Abteilung 35, kommt aber mit Meldung vom 04.06.1941 zurück in den
Stab der Aufklärungs-Abteilung 156, nachdem er am Frankreich-Feldzug
teilgenommen hatte.
Bacherer nimmt zusammen mit seiner Abteilung am Ostfeldzug teil und wird hier
am 0912.1941 zum Major der Reserve befördert.
Am 05.06.1942 erhält er das Kommando über das Infanterie-Regiment 234 und
kommt am 06.10.1942 aufgrund einer Verwundung in ein Reserve-Lazarett, wo er
ab dem 04.01.1943 voraussichtlich "kv" geschrieben wird. Noch als
Kommandeur erhielt er am 11.09.1942 die Beförderung zum Oberstleutnant der
Reserve.
Am 04.01.1943 übernimmt er das nunmehrige Grenadier-Regiment 234 und erhält
den Befehl, mit diesem am 11.08.1943 im Rahmen des Angriffes der 2.
Panzerarmee im Raum um Suchinitschi einen dichten, verminten und mit starken
Baumsperren versehenen Wald, ohne Artillerieunterstützung anzugreifen. Ein
Angriff der normalerweise unerfüllbar war. Bacherer gelang es jedoch im Laufe
des Tages sämtliche gegnerischen Stützpunkte mit seinem Regiment zu nehmen.
Am 13.08. erreichte das Regiment die Gegend um Mysin und wehrte dort mehrere
Panzerangriffe ab. Weiterhin setzte sich das Regiment bis zum 15.08. in den
Besitz der 5 Kilometer breiten Linie Mysin-Smetskije-Wys. Für den
Angriffsgeist des Regiments wurde der Kommandeur zum Ritterkreuz eingereicht,
das ihm am 30.10.1943 verliehen wurde. Zu dieser Zeit war Bacherer auf
unbestimmte Zeit erkrankt und "gvH".
Am 31.10.1943 wird er in die Führer-Reserve versetzt und übernimmt am
05.12.1943 das Kommando über das verstärkte Grenadier-Regiment 1026. Das
Kommando wird jedoch bereits am nächsten Tag aufgehoben. Stattdessen erhält er
am 15.01.1944 das Kommando über das verstärkte Grenadier-Regiment 1021. Das
Regiment wird zur Aufstellung des Grenadier-Regiments 1049 verwendet, dessen
Kommando Bacherer am 06.02.1944 übernimmt.
Das der 77. Infanteriedivision unterstellte Regiment wird bei den Kämpfen in
der Normandie eingesetzt und wurde, im Juni, durch den Durchbruch der
Amerikaner auf der Halbinsel Cotentin eingeschlossen. Nach Ausfall des
Divisionskommandeurs übernahm Bacherer die Führung der Kampfgruppe und schlug
sich befehlsgemäß nach Süden durch. Als diese auf starke Sperrstellungen
stieß, entschloss er sich entgegen dem Anraten seiner Kommandeure und der
Übermüdung seiner Truppe zum Durchbruch. Durch Täuschung der wahren
Angriffsrichtung gelang der Durchbruch durch die Stellungen des Gegners, wobei
Bacherer an der Spitze seiner Soldaten kämpfte und die Verbindung zu weiter
südlich stehenden eigenen Verbänden aufnahm. Für seinen persönlichen Einsatz
wurde Bacherer am 11.08.1944 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Im Zuge der Vernichtung des Regiments am 15.08.1944 bei St. Malo gerät er in
Gefangenschaft, aus der er am 19.07.1947 entlassen wurde. Eine Beförderung zum
Generalmajor konnte bisher nicht zwingend nachgewiesen werden.
Rudolf Bacherer verstarb am 06.07.1964 in Bad Krozingen/Baden-Württemberg.