Otto Barth wurde am 12.07.1897 in Leipzig geboren und befindet sich mit
Meldung vom August 1939 in der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments 475, wo er
am 01.01.1940 als Hauptmann genannt wurde. Mit dieser Kompanie nimmt er am
Feldzug in den Niederlanden teil, sowie am Einmarsch in Russland.
Am 28.09.1943 Führer des I. Bataillons seines Regiments, kommt er unter
gleichzeitiger Beförderung zum Major der Reserve, in den Stab des
Grenadier-Regiment 688 und übernimmt kurze Zeit später das Kommando über das II.
Bataillon des Regiments.
Im Januar 1945 war die 337. Volks-Grenadier-Division an der Weichsel, südlich
Warschau eingesetzt und versuchte im Rahmen der allgemeinen Rückzugsbewegungen
der 2. Armee im Raum Sochazew-Wyszogrod durchzubrechen, um den Raum Schwetz
(Weichsel) zu erreichen. Dabei zeichnete sich Barth in der Führung seines
Bataillons im besonderen Maße aus und erhielt dafür am 09.02.1945 das
Ritterkreuz.
Am 24.01.1945 hatte Barth die Führung des Regiments übernommen, nachdem sein
Vorgänger Oberstleutnant Pittelkow bei Tauer gefallen war.
Am 17.02.1945 erhielt Barth, nun zugleich Stadtkommandant von
Neuenburg/Westpreußen, gegen 16.45 Uhr den Befehl, Neuenburg mit allen Mitteln
zu halten. Nachdem bei Treul festgestellt wurde, daß der Gegner weitere Kräfte
zur Eroberung Neuenburgs heranführte, wurde der Druck des Gegners spürbar
stärker. Teile der 83. ID, sowie das Ausbildungsregiment "Herman Göring"
unter Hauptmann Findeis, erhielten den Befehl durch Neuenburg hindurchzufahren
um im Raum Schmentau zu verteidigen. Als der Feind in Neuenburg eindrang, wurde
das bei Milewo in Ruhe liegende Regiment nach Neuenburg gerufen, wo es in den
Straßenkämpfen teilweise abgeschnitten wurde. Die Truppen unter Major Barth, die
Regimenter 313 und 688, gingen aufgrund drohender Einschließung auf Milewo
zurück und schlugen sich bis zum 20.02.1945 zu den eigenen Linien durch. Bei
diesen Kämpfen fiel Major der Reserve Otto Barth, am 20.02.1945, bei
Lichtenthal, nordwestlich des Bahnhofs Schmentau.