Werner Baumgarten-Crusius wurde am
29.01.1919 in Dresden geboren und absolvierte vom 03.04.1937 bis zum
21.09.1937 seinen Arbeitsdienst und trat dann am 02.11.1937 der 3. Kompanie
des Infanterie-Regiments 10, als Fahnenjunker, bei.
Als Offiziersanwärter wird er am 15.11.1938 an die Kriegsschule München
kommandiert und dort am 01.08.1939 zum Leutnant befördert.
Im Zuge der Allgemeinen Mobilmachung wird er am 26.08.1939 Zugführer in der
10. Kompanie des Infanterie-Regiments 10 und nimmt so am Feldzug gegen Polen
teil.
Kurz vor Beginn des Westfeldzuges übernimmt Baumgarten-Crusius einen
Zugführerposten in der 12. Kompanie des Regiments und nimmt am Westfeldzug
teil.
Nach Ende der Kämpfe wird er Ordonnanz-Offizier und Adjutant des I. Bataillons
des Infanterie-Regiments (mot.) 156. Als solcher nimmt er an den Kämpfen in
Jugoslawien teil, sowie am Einmarsch in die Sowjetunion, wo er am 15.10.1941
zum Oberleutnant befördert wird. In dieser Zeit übernimmt er die Führung der
5. Kompanie, bzw. ab dem 21.11.1941 das Kommando.
Als Kompaniechef hält er mit seiner Kompanie den Stützpunkt Panskoj am Donez,
gegen mindestens 3 gegnerische Bataillone und schuf so die Vorraussetzungen
für den Aufbau einer neuen front der nördlich von ihm stehenden Verbände.
Durch sein Aushalten zog er des Weiteren so starke Feindkräfte auf sich, daß
an den benachbarten Frontabschnitten der Feinddruck im Laufe des Tages schnell
erlahmten und mühelos abgewehrt werden konnten. Dieser Abwehrerfolg hatte
nicht nur Einfluss auf das eigene Regiment, sondern auch auf die nördlich
anschließende Nachbardivision. Baumgarten-Crusius erhielt dafür am 22.02.1942
das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Vom 04.08.1942 bis zum 22.09.1942 ist er zum OKH kommandiert und hält dort
Vorträge.
An die Front zurückgekehrt, übernimmt er am 04.02.1943 die Führung des I.
Bataillons des Regiments. Unter seiner Führung greift das I. Bataillon
entscheidend in die Kämpfe, gegen das sowjetische IV. Garde-Panzerkorps, in
der Fedorenkoschlucht, am 20.02.1943, ein. Zunächst hatte das Bataillon in
Zusammenarbeit mit der Panzer-Abteilung 116, am 18.02.1943, die
Einbruchsstelle bei Stepanowskij geschlossen. Die den durchgebrochenen
Panzerverbänden folgende 33. Schützen-Division, wurde dabei derart
angegriffen, das diese nach Osten zurückflutete. Damit war das IV.
Garde-Panzerkorps von seinen rückwärtigen Verbindungen abgeschnitten. Am
19.02.1943 wehrte das Bataillon sämtliche Angriffe des gegnerischen
Panzer-Korps zum Öffnen des Kessels, bei Stepanowskij, ab.
In der Nacht vom 19. auf den 20.02. versuchte das IV. Garde-Panzerkorps den
Durchbruch nach Osten durch die Fedorenko-Schlucht. Gleichzeitig ging der
Gegner von Osten kommend gegen Stepanowskij vor, um dem Panzer-Korps den
Ausbruch zu erleichtern. Gegen 05.00 Uhr morgens brachte er, unterstützt durch
Panzer, einen Angriff aus Westen mit starken Panzerkräften und 200 Lkw`s, den
Angriff zum Stehen und wehrte alle Angriffe aus dem Osten ab. Als der Feind in
der Fedorenko-Schlucht von allen Seiten Feuer bekam und in Verwirrung geriet,
ging Baumgarten-Crusius zum beiseitigen umfassenden Angriff über, der die
totale Vernichtung des Panzer-Korps zur Folge hatte. Für die Vernichtung des
Korps wurde er am 27.02.1943 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Außerdem erfolgte am 20.04.1943 die Beförderung zum Hauptmann.
Am 30.04.1943 wird er mit Wirkung vom 23.02.1943 in die Führer-Reserve des OKH
versetzt, wobei er vom 15.04. bis zum 14.06.1943 bei der Truppe verbleiben
wollte.
Mit Wirkung vom 06.04.1943 wird er Abteilungsführer an der Schule V für
Offiziersanwärter der Infanterie in Posen-Warthelager, bei der 6. Inspektion
der Lehrgruppe II.
Am 13.10.1943 wird er Taktiklehrer der Lehrgruppe III an der Schule V für
Fahnenjunker der Infanterie. Von dort wird er am 01.08.1944 in die
Führer-Reserve versetzt, nachdem er im Juli/August zur
Generalstabsausbildung zur 218. Infanterie-Division kommandiert worden war.
Mit Wirkung vom 08.08.1944 wird er unter Belassung in der Führer-Reserve zur
Schule I für Fahnenjunker der Infanterie nach Dresden versetzt.
Vom 04.09.1944 bis zum 03.11.1944 wird er mit Wirkung vom 10.09.1944 zur
Schule für Fahnenjunker der Panzertruppe kommandiert und kommt dort an die
Fahnenjunkerschule 2 der Panzertruppe nach Groß-Glienicke, wo er Leiter der
Fähnrichsväterlehrgänge war.
Mit Wirkung zum 08.10.1944 kommt er zur Führer-Grenadier-Brigade, zur
Verwendung als Bataillonsführer. Von dort wird er mit Wirkung zum 20.10.1944
zum OB West zur Verwendung als Bataillonsführer in der 116. Panzer-Division,
versetzt. Er übernimmt dort zunächst die Führung und am 16.12.1944 das
Kommando über das I. Bataillon des Panzer-Grenadier-Regiments 156.
Während der Ardennen-Offensive gerät er am 25.12.1944 bei Verdenne/Belgien in
amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 14.09.1945 entlassen wurde.
Werner Baumgarten-Crusius starb am 04.11.1995 in Frankfurt/Main.