Heinz Baurmann wurde am 11.11.1919 in Aachen/Nordrhein-Westfalen geboren und
meldete sich am 15.11.1938 als Fahnenjunker zum Artillerie-Regiment 51 nach
Fulda.
Zunächst in der Saarpfalz, zur Grenzsicherung eingesetzt, befindet sich Baurmann
als Vorgeschobener Beobachter beim Infanterie-Regiment 81, der 15.
Infanterie-Division, wo er am 20.04.1940 zum Leutnant befördert wurde und so am
West- und Ost-Feldzug teilnahm. Dort schwerstverwundet meldete er sich, wieder
genesen, am 08.03.1942, freiwillig, zur Sturmartillerie, wo er eine Aus- und
Umbildung in Jüterbog/Dorf-Zinna erhielt. Während der Ausbildung befördert man
ihn am 28.04.1942 zum Oberleutnant.
Am 28.06.1942 wird Baurmann Adjutant der neuaufgestellten
Sturmgeschütz-Abteilung 667, mit der er ab August 1942 in Russland, bei der 9.
Armee, zum Einsatz kommt. Am 03.09.1942 wird ihm die Führung der 3. Batterie
übergeben, sowie am 22.04.1943 die Beförderung zum Hauptmann ausgesprochen. Für
die Einsätze seiner 3. Batterie wird er im März 1943 durch den Kommandeur der
Abteilung zum Ritterkreuz eingereicht. Baurmann hatte bis dahin 17 Panzer
abgeschossen und seine Batterie in 135 Kampftagen 108 Panzer vernichtet.
Am 28.07.1943 wechselt Baurmann als Chef der 3. Batterie zur Sturmgeschütz-
Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 600 nach Deutsch-Eylau und nimmt ab dem
20.09.1944 an einem Lehrgang für Abteilungsführer an der Sturmgeschützschule
Burg teil. Kurze Zeit später übernimmt Baurmann am 01.10.1944 die Führung der
Sturmgeschütz-Brigade 322 die im Raum Kowel der 4. Panzer-Armee unterstellt war.
Im Zuge der schweren Kämpfe wird die Brigade im Winter 1944/45 aufgelöst und
Baurmann wird am 31.01.1945 in die Führer-Reserve des OKH unter gleichzeitiger
Kommandierung an die Sturmgeschützschule Burg versetzt.
Mit Wirkung zum 01.04.1945 wird Baurmann zum Kommandeur der
Sturmgeschütz-Brigade 300 (Feld) ernannt, mit der er in Schlesien im Raum der
208. Infanterie-Division im Einsatz stand. Zusammen mit dem Infanterie-Regiment
337 umging er Striegau und wehrte sämtliche Angriffe des Gegners ab, der über 50
Panzer verlor und bis Ende März sämtliche Angriffe einstellte. Danach nimmt die
Brigade an den Abwehrkämpfen um Thomaswaldau teil und war an der Schließung des
gegnerischen Durchbruchs bei Görlitz beteiligt.
Am 21.04.1945 stiess der Gegner nach Bautzen hinein. Dem Panzerkorps "Großdeutschland"
unterstellt stiess die Sturmgeschütz-Abteilung 300 (F) zusammen mit weiteren
Großverbänden nach Osten vor und eroberte Weißenburg zurück. Im Zuge dieser
letzten deutschen Offensive wurde Bautzen befreit, wobei sich die Kampfgruppe,
bestehend aus Resten eines zerschlagenen Grenadier-Regiment, Nebelwerfern, Fla
auf Sfl., Pionieren und der Sturmgeschütze seiner Brigade, unter dem Kommando
Baurmanns besonders, auszeichnete. Baurmann erhielt für diesen Einsatz am
04.05.1945 das Ritterkreuz nach insgesamt 38 Panzerabschüssen, welches ihm im
Lazarett überreicht wurde, wo er sich seit dem 12.05.1945 befand, da er am
27.04.1945 zum 7. mal verwundet wurde, wodurch ihm der rechte Oberschenkel
amputiert wird und Hauptmann Negle die Führung der Brigade über nahm. Dort
geriet er dann in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 28.08.1945
entlassen wurde.
Für die Verleihung des Ritterkreuzes fehlen allerdings sämtliche Nachweise.
Angeblich erfolgte die Verleihung des Ritterkreuzes durch Feldmarschall
Schörner, der für den 03.05.1945 eine Autorisation für die Verleihung von
Ritterkreuzes erhalten hatte. Weiterhin soll ein Fernschrieben mit der
Bekanntgabe der Verleihung am 04.05.1945, doch ist diese Information nicht
gesichert.
Heinz Baurmann trat dann am 21.03.1956 der Bundeswehr bei und wurde zum Leiter
der Prüfgruppe und Ordonnanz-Offizier in der Annahmeorganisation, wo er am
22.07.1956 zum Major befördert wurde.. Von dort wechselt er am 01.03.1957 als
Taktiklehrer an die Heeres-Offiziersschule I nach Hannover und wird dort am
01.04.1961 Personal-Stabsoffizier in der Freiwilligen-Annahmestelle.
Am 01.10.1961 wechselt Baurmann als Dezernent für Organisation zum
Freiwilligen-Annahmekommando nach Köln. Weiterhin ist er ab dem 31.03.1962
Hilfsreferent für die Bedarfsdeckung der Bundeswehr mit Freiwilligen in der
Personal-Abteilung des Bundesministeriums der Verteidigung. Dann wird er mit der
Aufstellung des PSABw in Köln beauftragt und hat dann die Dienstaufsicht über
dieses Amt, sowie über die Freiwilligen-Annahmeorganisation in den 6
Wehrbereichen inne. In dieser zeit wird er am 19.07.1965 zum Oberstleutnant
befördert und am 31.03.1969 auf eigenen Wunsch (Schwerkriegsversehrter 90%)
vorzeitig in den Ruhestand versetzt.
Heinz Baurmann verstarb am 07.12.1996 in Meckenheim-Esdorf/Bonn.