Richard Bausch wurde am 10.08.1910 in Niederwöllstadt/Oberhessen geboren und
absolvierte vom 28.05.1935 bis zum 30.09.1936 seine aktive Dienstzeit beim
Infanterie-Regiment 87. In der Folge nahm er an zwei Reserveübungen teil und
wurde so am 17.08.1939 zum Leutnant der Reserve befördert.
Im Zuge der Mobilmachung kommt Bausch am 26.08.1939 als Zugführer in die 3.
Kompanie des Infanterie-Regiments 36 und nimmt so im mai 1940 am
Frankreich-Feldzug teil. Kurz danach übernimmt er im September 1940 die Führung
der 1. Kompanie des Regiments.
Nach Beginn des Feldzuges gegen Russland, wird Bausch am 01.11.1941 Chef dieser
1. Kompanie und am 31.12.1941 zum Oberleutnant der Reserve befördert.
Im November 1942 wechselt er als Ausbildungsoffizier zur 3. rumänischen
Gebirgs-Division und wird dann, nach seiner Beförderung zum Hauptmann der
Reserve am 31.03.1943, Adjutant des Grenadier-Regiments 36. Von April bis Mai
1943 nimmt Bausch an einem Bataillonsführer-Lehrgang in Antwerpen und Döberitz
teil und übernimmt dann im Juni 1943 die Führung des I. Bataillons seines
Regiments. Ab November 1943 bis Februar 1944 übernimmt er die Führung des II.
Bataillons des Grenadier-Regiments 57. Während der Räumung des Brückenkopfes
Nikopol erhielt dieses Regiment den Auftrag die Rückzugsstrasse zu erweitern, um
so den Rückzug der Division zu sichern. Im Raum Marinskoje-Woronzowka erhielt
Bausch am 08.02.1944 den Auftrag den Hauptstoß in den Feind zu führen und dabei
die Ortschaft Michailowka zu nehmen. Während der rechte Nachbar schnell den
Ortsrand ereichte, blieb die Kampfgruppe Bausch im Feldfeuer liegen, wobei
schnell zwei Kompanieführer und der Bataillonsadjutant ausfielen. Da sprang
Bausch an die Spitze seiner Grenadiere, ordnete die Kompanien und führte diese
gegen die sowjetischen Stellungen, die genommen wurden. Der Feind erlitt dabei
zahlreiche Verluste und liess sein Material zurück. Nachdem Bausch die Rollbahn
erreichte, gruppierte er seine Kampfgruppe um und legte einen Hinterhalt für
zurückgehende Gegner in Stärke von ca. 200 Mann. Der Gegner wurde vollständig
vernichtet. Nachdem nun der rechte Nachbar zu Stocken begann, stellte sich
Bausch erneut an die Spitze seiner Kompanien und führte die Angriffe der
verschiedenen Gruppen, bis die Ortschaft Michailowka gegen Nachmittag genommen
wurde. Bausch erhielt dafür am 09.06.1944 das Ritterkreuz und wurde im März 1944
zum Kommandeur des I. Bataillons seines Stamm-Regiments ernannt. Als solcher
erkrankt er an Malaria und wird in das Reserve-Lazarett XXIII nach Wien XIX, ins
dortige Teillazarett Schweizerhof/Semmering, verlegt und anschließend in die
Führer-Reserve der Heeresgruppe Mitte versetzt. Dann zum Kommandeur des II.
Bataillons des Grenadier-Regiments 130 ernannt, erhält er am 23.08.1944 die
Beförderung zum Major der Reserve.
Am 05.11.1944 wird Bausch zur 9. Volks-Grenadier-Division versetzt und
Kommandeur des I. Bataillons seines Grenadier-Regiments 36.
Laut Fernschreiben der Division vom 06.01.1945 wird er seit dem 04.01.1945 in
den Ardennen vermisst, geriet aber in amerikanische Gefangenschaft. Dort kommt
er bis März 1946 in die USA und dann nach Munsterlager. Die Entlassung erfolgte
am 22.05.1946 in Bad Aibling.
Richard Bausch verstarb am 22.03.1974 in Frankfurt/Main.