Franz Bayer wurde am 03.02.1920 in Langau (Markt) in Österreich geboren und
besuchte von September 1926 bis Juli 1930 die Volksschule in Langau, kam dann
bis Mais 1938 an das Humanistische Gymnasium in Melk an der Donau und legte
dort im Mai 1938 das Abitur ab. Danach trat er am 01.12.1938 der 1. Kompanie
der Panzer-Abteilung 33 bei, mit der er am Polen-Feldzug teilnahm. Nach Ende
der Kämpfe wird er am 01.11.1939 zum Panzeroberschützen und am 01.01.1940 zum
Gefreiten befördert.
Am 05.01.1940 wird er mit Wirkung vom 08.12.1939 in die 5. Kompanie des
Panzer-Regiments 33 versetzt, wo er Panzerkommandant wurde.
Am 30.03.1940 wird er als Ausbilder zur 5. Kompanie der
Panzer-Ersatz-Abteilung 4 versetzt und nimmt vom 20.05.1940 bis zum 08.08.1940
am 4. Offiziers-Anwärter-Lehrgang an der Panzertruppenschule Wünsdorf teil.
Mit Ende der Ausbildung wird er zum Offiziers-Anwärter ernannt und als
Zugführer in die 1. Kompanie der Panzer-Ersatz-Abteilung 33 versetzt.
Am 05.09.1940 erfolgte die Offizierswahl durch das Offiziers-Korps der
Panzer-Ersatz-Abteilung 33, woraufhin er am 01.10.1940 zum Leutnant der
Reserve befördert wird und gleichzeitig in die II. Abteilung des
Panzer-Regiments 39 versetzt wird, wo er den Posten eines Zugführers in der 6.
Kompanie übernimmt.
Vom 04.11.1940 bis zum 23.11.1940 wird er auf einen Schieß-Lehrgang für
Kommandanten des Panzers IV an die Truppenschule Putlos kommandiert und kehrt
dann zu seiner Kompanie zurück, mit der er am Ostfeldzug teilnimmt.
Am 28.10.1941 wird Bayer in die 6. Kompanie versetzt und bei Sacharowka
verwundet. Durch diese Verwundung wird er wieder der Panzer-Ersatz-Abteilung
33 unterstellt, wo er später die Führung einer Kompanie übernimmt.
Am 25.04.1942 kehrt er als Zugführer wieder zur 6. Kompanie des
Panzer-Regiments 39 zurück, wo er am 20.06.1942 die Führung einer Kompanie
übernimmt und ab dem 18.07.1942 wieder Zugführer ist. Als solcher wird er am
17.08.1942 durch einen großen Splitter am Unterkiefer verwundet und kommt ins
Lazarett.
Nach der Ausheilung seiner Verwundung leitet er ab dem 31.10.1942, am
30.09.1942 zum Oberleutnant der Reserve befördert, Unteroffiziers-Lehrgänge
und kommt dann wieder in seine 6. Kompanie, wo er am 01.12.1942 in die
Stabskompanie der II. Abteilung versetzt wird.
Am 01.03.1943 erhält er eine Umschulung auf den "Tiger"-Panzer bei der
Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 500, wo er am 01.04.1943 Chef einer
Ausbildungs-Kompanie wird.
Am 15.07.1943 wird er als Kompanieführer in die III. Abteilung des
Panzer-Regiments "Großdeutschland" versetzt, wo er am 06.08.1943 die
Führung der 11. Kompanie übernimmt und später den Posten eines Kompaniechefs
erhält.
Bayer wird dann zum Abteilungsführer der I. Abteilung des Panzer-Regiments 26
kommandiert, wo er bis zum 24.12.1944 verweilt, um am 12.02.1945 die Führung
der II. Abteilung des Panzer-Regiments 10 zu übernehmen. Zuvor nahm Bayer am
24. Abteilungsführer-Lehrgang der Panzertruppen an der Panzer-Truppen-Schule
in Bergen teil und wurde durch die Frontleitstelle Waldenburg-Dittersbach
inmarschgesetzt. Bayer war bereits am 20.06.1944 zum aktiven Hauptmann
befördert worden.
Am 09.05.1945 erhielt er das Ritterkreuz. Allerdings ist unklar in welcher
Einheit. Zum einen als Hauptmann und Kommandeur der I. Abteilung des
Panzer-Regiments 26 und zum Anderen als Kompaniechef in der III. Abteilung des
Panzer-Regiments "Großdeutschland".
Der Verleihungsvorschlag wurde am 25.01.1944 durch die
Panzer-Grenadier-Division "Feldherrnhalle" eingereicht. Laut diesem
Vorschlag konnte Bayer in der Zeit vom 22. bis zum 24.12.1944 mit nur 17
eigenen Panzern, 73 gegnerische Panzer , sowie 26 Pak und 17 Lkw`s vernichten,
bei nur einem Ausfall. Am 22.12. erhielt Bayer zusammen mit einer SPW-Kompanie
des Panzer-Grenadier-Regiments 4 und einer Sturmhaubitz-Batterie den Befehl
die Ortschaft Pazmand, vom Norden her, zu nehmen. Rasch konnte die Höhen 155
und 152 südlich Vereb genommen werden, wobei 7 Panzer und 9 Pak abgeschossen
werden konnten. Außerdem nahm man 100 Soldaten gefangen. Aufgrund eines
nordostwärts Pazmand stehenden Pakgürtels blieb der Angriff auf den Höhen
liegen, woraufhin der Kommandeur des Panzer-Regiments 11, Oberst Schmid, den
Befehl zum Absetzen gab. Bayer erkannte jedoch beiderseits der Ortschaft
starke Panzer-Bereitstellungen und blieb in seinen Stellungen um den Gegner
abzufangen. Gegen 10.30 Uhr erfolgte der Angriff von 40 sowjetischen Panzern,
um die o.g. Höhen beiderseits zu umgehen. In diesem Kampf wurden 21 Panzer und
4 Lkw des Gegners vernichtet. Dadurch wurde dieser Angriff auf Komarom
verhindert und der geordnete Rückzug der 271. Volks-Grenadiers-Division und
der 6. Panzer-Division gesichert. Der Vorschlag wurde durch Graf Rothkirch,
Generalmajor Pape und General der Panzertruppe Balck befürwortet.
Kurioserweise stellte am 01.01.1945 die I./PR 26 einen Verleihungsvorschlag,
der am 11.01.1945 durch das III. Panzer-Korps befürwortet wurde. Beide
Vorschläge gelangten auf dem Dienstweg zur 6. Armee, wo beide zunächst liegen
blieben. Erst am 15.04.1945 wurden beide Vorschläge zusammengefasst und an die
Heeresgruppe weitergereicht. Von dort ging der Vorschlag am 28.04.1945 im
Heerespersonalamt "Hauptbüro" ein. Die Heeresgruppe hatte jedoch den
Vorschlag falsch adressiert, da der Vorschlag nun bei der 2. Staffel ankam,
anstatt, wie erforderlich, bei der 1. Staffel. Eine Verleihung des
Ritterkreuzes an Franz Bayer ist dadurch auch nicht im Buch über verliehene
Ritterkreuze verzeichnet. Eine Verleihung dieser Auszeichnung ist nunmehr
zumindest fraglich, da auch eine Stellungnahme der Heeresgruppe Süd fehlte.
Nach Angaben Bayers sei ihm das Ritterkreuz durch den Abteilungskommandeur
I./PR 26 umgehängt worden, da über Funk die Verleihung bestätigt worden sei.