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605. Eichenlaubträger Gerhard Behnke
Major, Sturmartillerie

    
Gerhard Wilhelm Behnke wurde am 23.12.1910 in
Matzkau-Dreischweinsköpfen/Kreis Danzig geboren und trat am 01.10.1928 der 1.
Batterie der preußischen Fahr-Abteilung des Artillerie-Regiments 1 in
Königsberg bei. Nach erfolgter Grundausbildung erhält er eine Funk- und
Fernsprech-Ausbildung und nimmt am Unterführer-Lehrgang in der 1. Batterie
teil.
Nach dem Besuch weiterer Lehrgänge, wird er am 01.04.1933 zum Unteroffizier
befördert und am 01.10.1934 in das Artillerie-Regiment 21 versetzt. Von dort
kommt er ab dem 01.10.1935 in die II. Abteilung des Artillerie-Regiments 57
nach Elbing, mit der er am Feldzug gegen Polen teilnimmt. Nach Ende der Kämpfe
wird er am 25.02.1940 der 5. Batterie der schweren Artillerie-Ersatz-Abteilung
(mot.) 37 in Pilsen zugeteilt, wo er am 27.03.1940 zum Leutnant der Reserve
befördert wird.
Mit Beginn des neuen Jahres, kommt Behnke am 04.01.1941 in die Führer-Reserve
unter gleichzeitiger Kommandierung zur Umschulung auf Sturmgeschütze in der
VI. Abteilung des Artillerie-Lehr-Regiments (mot.) 2 in Jüterbog.
Mit Ende der Umschulung erhält er am 04.03.1941 die Versetzung in die
Sturmgeschütz-Abteilung 203, wo er zunächst Batterie-Offizier und später Chef
der 1. Batterie wird.
Mit Beginn des Russland-Feldzuges im Einsatz, wird Behnke am 15.08.1941
verwundet und ins Lazarett nach Königsberg verlegt. Mit der Ausheilung der
Verwundung übernimmt er am 13.09.1941 den Posten des Chefs der 1. Batterie der
Sturmgeschütz-Abteilung 203. Ab dem 09.01.1942 kurzzeitig Führer der
Abteilung, wird er als solcher am 18.01.1942 zum Hauptmann der Reserve
befördert, um am 16.03.1942 wieder seine 1. Batterie zu übernehmen.
Ab dem 14.08.1942 wieder Führer der Abteilung, befindet sich die Abteilung
zunächst zur Instandsetzung in Maikop, um am 16.09.1942 den Vormarsch in den
Kaukasus anzutreten. Zunächst erreichte man Georgiewsk und erreichte damit das
Hochgebirge. Am 25.10.1942 begann der Angriff auf das stark befestigte
Naltschik, wobei die 1. Batterie die 1. Gebirgs-Division, die 2. Batterie die
13. Panzer-Division und die 3. Batterie die 2. Rumänische Gebirgs-Division
unterstützte. In der Stadt selbst wurde um jedes Haus gekämpft. Dennoch
drangen die Sturmgeschütze bis ins Zentrum der Stadt vor und vernichteten am
Bahnhof zahlreiche Bunker. Die erfolgreichen Truppen der 2. rum.
Gebirgs-Division, der 3. Batterie und dem III. Bataillon des Panzer-Regiments
4 nahmen die Stadt schließlich ein und nahmen mit der nordwestlich stehenden
13. Panzer-Division die Verbindung auf.
Die 2. Batterie stiess mit der 13. Panzer-Division bis auf Ordschonikidse vor.
Als am 03.11.1942 gegnerische Panzer im Norden die Nachschubwege der Division
bei Ardonskij und Archonskaja angriffen und den Fiagdon-Bach, nebst Ortschaft
Fiagdon, erreichten, war die Division im Raum Giesel abgeschnitten. In dieser
Zeit vernichtete die 2. Batterie alleine 20 T-34-Panzer. Erst durch das
Zugreifen der 5. SS-Panzer-Division "Wiking" gelang am 11.11.1943 das
Absetzen aus dem Raum Giesel. Die Sturmgeschütz-Abteilung 203 unter Gerhard
Behnke, der am 01.10.1942 zum aktiven Hauptmann ernannt wurde, stand bis Mitte
Dezember 1942 im Kaukasus und wurde dann nach Norden über Ssalsk nach
Remontnaja verlegt. Dort kam die Abteilung am 24.12.1942 bei der 23.
Panzer-Division, im Raum Pimen-Tscherny am Aksaj zum Einsatz. Dort war
inzwischen der Entsatzversuch für Stalingrad gescheitert. Die Abteilung
vernichtete in diesem Raum vom 25.12.1942 bis zum 10.01.1943 insgesamt 44
schwere und 9 leichte Panzer, 14 Geschütze, 11 schwere und 46 leichte Pak, 32
schwere und 16 leichte MG, 6 Granatwerfer, 39 Panzerbüchsen und 25 Fahrzeuge
aller Art. Der Kommandeur wurde für diese erfolgreichen Angriffe und
Abwehrerfolge am 08.02.1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Zuvor war er
bereits am 28.01.1943 nach Jüterbog in die Führer-Reserve unter gleichzeitiger
Kommandierung an die Artillerieschule II, Lehrstab A/B versetzt worden.
Am 25.03.1943 zum Kommandeur der Sturmgeschütz-Abteilung 203 ernannt, wird er
bereits am 24.03.1943 an der Ostfront verwundet und ins Lazarett nach
Königsberg gebracht.
Wieder genesen wird Behnke am 01.09.1943 Kommandeur der Sturmgeschütz-Ersatz-
und Ausbildungs-Abteilung 600 und am 20.04.1944 zum Major befördert. Von dort
übernimmt er am 01.06.1944 das Kommando über die Sturmgeschütz-Brigade 395.
Mit dieser kommt es aufgrund der frühzeitigen Auflösung der Einheit nicht zu
einem Fronteinsatz. Stattdessen wird er am 31.07.1944 mit Wirkung vom
20.07.1944 zum Kommandeur der Sturmgeschütz-Brigade 322 ernannt. Die Abteilung
wurde vor dem sowjetischen Brückenkopf Baranow eingesetzt. Dort vernichtete
sie westlich Baranow 23 Feindpanzer und wurde am 04.08.1944 ohne Namensnennung
im Wehrmachtsbericht erwähnt. Am 08.08.1944 brach der Gegner mit 3
Panzer-Artillerie-Brigaden nördlich auf Stodoly vor. Die Kampfgruppe Behnke,
bestehend aus der Sturmgeschütz-Brigade 322 und einer Pionier-Einheit, erhielt
die Aufgabe die Opatowka-Brückenstelle zu sichern. Doch stiess man auf
heftiges Abwehrfeuer. Nachdem im Abschnitt Giercze-Stodoly-Janowicze die
Gruppe Hansen angriff, beschloss Behnke sich diesem Angriff anzuschließen. Der
Gegner war ob dieser Angriffe überrascht und konnte 11 Tage lang aufgehalten
werden. Ständig an der Spitze seiner Brigade, vernichtete diese in jenen Tagen
122 Panzer, 40 Geschütze und 56 schwere Pak.
Am 16.08.1944 führte Behnke einen Nachstoss bei Grochocicze, als die Brigade
neuerlich einen generischen Angriff abwehren musste. Behnke folgte im
ungepanzertem Fahrzeug seinen Sturmgeschützen, die bei diesem Angriff an einem
Tag 44 Panzer abschossen, den Gegner an der wichtigen Rollbahn Opatow-Ozarow
zum Stehen brachten und so die Vorraussetzung zum Halten der Front der
bereitgestellten Kräfte schufen. Der Gesamterfolg lieferte 92 abgeschossene
Panzer in 11 Tagen. Nach Nennung dieses Einsatzes im Wehrmachtsbericht vom
27.08.1944 wurde Major Behnke am 04.10.1944 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz
ausgezeichnet.
Mit Wirkung zum 17.11.1944 wird Behnke zum Lehrgang für
Infanterie-Regiments-Führer an die Infanterieschule Döberitz kommandiert und
wird unter gleichzeitiger Versetzung in die Führer-Reserve, am 26.02.1945, zum
Führer des Grenadier-Regiments 893, der 264. Infanterie-Division, kommandiert.
Die Division war eine Neuaufstellung in Dänemark und kam im Raum
Lübeck-Rendsburg zum Einsatz. Dort wurde Behnke am 05.05.1945 zum
Kampfkommandanten von Rendsburg ernannt und gerät als solcher für nur kurze
Zeit in britische Gefangenschaft.
In der Nachkriegszeit trat er mit Wirkung zum 01.06.1956 der Bundeswehr bei,
wo er am 1. Truppenlehrgang an der Panzertruppenschule in Munster teilnimmt.
Mit Wirkung vom 01.09.1956 zum Kommandeur des Panzer-Bataillons 15 in
Fallingbostel ernannt, wird er dort am 31.10.1956 zum Major befördert und zum
Berufsoffizier ernannt.
Vom 13.03.1957 bis zum 26.03.1957 nimmt er am V. Lehrgang für die
Gesamtstreitkräfte in Adenau, bzw. vom 09.04.1958 bis zum 20.06.1958 am VIII.
Offiziers-Lehrgang in Koblenz-Pfaffendorf, teil. Zwischenzeitlich war er am
31.08.1957 zum Oberstleutnant befördert worden.
Nach einem weiteren Lehrgang an der ABC-Schule Sonthofen im Allgäu, wird er
mit Wirkung zum 01.01.1959 Kommandeur des Panzer-Bataillons 134 in Wetzlar.
Danach erfolgte am 01.10.1959 die Versetzung als Dezernent für Ausbildung der
Panzertruppe ins Truppenamt nach Köln. Dem schloss sich dann am 05.12.1960 der
Posten eines Dezernenten für Ausbildungsvorschriften der Panzertruppe bei der
Inspektion der Kampftruppen an. Zum Oberst befördert verstarb Gerhard Behnke
am 09.05.1962 in Köln.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Gefreiter |
01.10.1930 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
25.07.1941 |
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Gefreiter und Unterführer |
01.10.1932 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
12.08.1941 |
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Unteroffiziers-Anwärter |
01.01.1933 ernannt |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
17.08.1941 |
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Unteroffizier |
01.04.1933 |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
15.09.1941 |
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Oberwachtmeister (T) |
01.10.1934 |
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Allgemeines Sturmabzeichen |
11.10.1941 |
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Reserveoffiziers-Anwärter |
01.10.1938 ernannt |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
05.09.1942 |
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Hauptwachtmeister-Diensttuender |
01.10.1938 ernannt |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
08.02.1943 |
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Leutnant der Reserve |
27.03.1940 -2020- m. Wirk. v. 01.03.1940 (RDA v. 01.04.1935) |
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Verwundetenabzeichen in Gold |
06.07.1943 |
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Oberleutnant der Reserve |
27.03.1940 -2030- m. Wirk. v. 01.03.1940 (RDA v. 01.10.1938(555)) |
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605. Eichenlaub zum Ritterkreuz |
04.10.1944 |
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Hauptmann der Reserve |
18.01.1942 -510- m. Wirk. v. 01.02.1942 (RDA v. 01.02.1942(161b)) |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
15.10.1944 |
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Hauptmann |
01.10.1942 -983- zu den akt. Offz. des Heeres überführt (RDA v.
01.02.1941(161)) |
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Major |
20.04.1944 -2410- m. Wirk. v. 01.02.1944 (RDA v. 01.02.1943(106a)) |
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Major (Bw) |
31.10.1956 |
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Berufssoldat |
22.11.1956 ernannt |
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Oberstleutnant |
31.08.1957 |
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