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605. Eichenlaubträger Gerhard Behnke
Major, Sturmartillerie

Eisernes Kreuz I. Klasse am 12.08.1941Eisernes Kreuz II. Klasse am 25.07.1941Allgemeines Sturmabzeichen am 11.10.1941Medaille Winterschlacht im Osten am 05.09.1942Verwundetenabzeichen in Gold am 06.07.1943

Gerhard Wilhelm Behnke wurde am 23.12.1910 in Matzkau-Dreischweinsköpfen/Kreis Danzig geboren und trat am 01.10.1928 der 1. Batterie der preußischen Fahr-Abteilung des Artillerie-Regiments 1 in Königsberg bei. Nach erfolgter Grundausbildung erhält er eine Funk- und Fernsprech-Ausbildung und nimmt am Unterführer-Lehrgang in der 1. Batterie teil.
Nach dem Besuch weiterer Lehrgänge, wird er am 01.04.1933 zum Unteroffizier befördert und am 01.10.1934 in das Artillerie-Regiment 21 versetzt. Von dort kommt er ab dem 01.10.1935 in die II. Abteilung des Artillerie-Regiments 57 nach Elbing, mit der er am Feldzug gegen Polen teilnimmt. Nach Ende der Kämpfe wird er am 25.02.1940 der 5. Batterie der schweren Artillerie-Ersatz-Abteilung (mot.) 37 in Pilsen zugeteilt, wo er am 27.03.1940 zum Leutnant der Reserve befördert wird.
Mit Beginn des neuen Jahres, kommt Behnke am 04.01.1941 in die Führer-Reserve unter gleichzeitiger Kommandierung zur Umschulung auf Sturmgeschütze in der VI. Abteilung des Artillerie-Lehr-Regiments (mot.) 2 in Jüterbog.
Mit Ende der Umschulung erhält er am 04.03.1941 die Versetzung in die Sturmgeschütz-Abteilung 203, wo er zunächst Batterie-Offizier und später Chef der 1. Batterie wird.
Mit Beginn des Russland-Feldzuges im Einsatz, wird Behnke am 15.08.1941 verwundet und ins Lazarett nach Königsberg verlegt. Mit der Ausheilung der Verwundung übernimmt er am 13.09.1941 den Posten des Chefs der 1. Batterie der Sturmgeschütz-Abteilung 203. Ab dem 09.01.1942 kurzzeitig Führer der Abteilung, wird er als solcher am 18.01.1942 zum Hauptmann der Reserve befördert, um am 16.03.1942 wieder seine 1. Batterie zu übernehmen.
Ab dem 14.08.1942 wieder Führer der Abteilung, befindet sich die Abteilung zunächst zur Instandsetzung in Maikop, um am 16.09.1942 den Vormarsch in den Kaukasus anzutreten. Zunächst erreichte man Georgiewsk und erreichte damit das Hochgebirge. Am 25.10.1942 begann der Angriff auf das stark befestigte Naltschik, wobei die 1. Batterie die 1. Gebirgs-Division, die 2. Batterie die 13. Panzer-Division und die 3. Batterie die 2. Rumänische Gebirgs-Division unterstützte. In der Stadt selbst wurde um jedes Haus gekämpft. Dennoch drangen die Sturmgeschütze bis ins Zentrum der Stadt vor und vernichteten am Bahnhof zahlreiche Bunker. Die erfolgreichen Truppen der 2. rum. Gebirgs-Division, der 3. Batterie und dem III. Bataillon des Panzer-Regiments 4 nahmen die Stadt schließlich ein und nahmen mit der nordwestlich stehenden 13. Panzer-Division die Verbindung auf.
Die 2. Batterie stiess mit der 13. Panzer-Division bis auf Ordschonikidse vor. Als am 03.11.1942 gegnerische Panzer im Norden die Nachschubwege der Division bei Ardonskij und Archonskaja angriffen und den Fiagdon-Bach, nebst Ortschaft Fiagdon, erreichten, war die Division im Raum Giesel abgeschnitten. In dieser Zeit vernichtete die 2. Batterie alleine 20 T-34-Panzer. Erst durch das Zugreifen der 5. SS-Panzer-Division "Wiking" gelang am 11.11.1943 das Absetzen aus dem Raum Giesel. Die Sturmgeschütz-Abteilung 203 unter Gerhard Behnke, der am 01.10.1942 zum aktiven Hauptmann ernannt wurde, stand bis Mitte Dezember 1942 im Kaukasus und wurde dann nach Norden über Ssalsk nach Remontnaja verlegt. Dort kam die Abteilung am 24.12.1942 bei der 23. Panzer-Division, im Raum Pimen-Tscherny am Aksaj zum Einsatz. Dort war inzwischen der Entsatzversuch für Stalingrad gescheitert. Die Abteilung vernichtete in diesem Raum vom 25.12.1942 bis zum 10.01.1943 insgesamt 44 schwere und 9 leichte Panzer, 14 Geschütze, 11 schwere und 46 leichte Pak, 32 schwere und 16 leichte MG, 6 Granatwerfer, 39 Panzerbüchsen und 25 Fahrzeuge aller Art. Der Kommandeur wurde für diese erfolgreichen Angriffe und Abwehrerfolge am 08.02.1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Zuvor war er bereits am 28.01.1943 nach Jüterbog in die Führer-Reserve unter gleichzeitiger Kommandierung an die Artillerieschule II, Lehrstab A/B versetzt worden.
Am 25.03.1943 zum Kommandeur der Sturmgeschütz-Abteilung 203 ernannt, wird er bereits am 24.03.1943 an der Ostfront verwundet und ins Lazarett nach Königsberg gebracht.
Wieder genesen wird Behnke am 01.09.1943 Kommandeur der Sturmgeschütz-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 600 und am 20.04.1944 zum Major befördert. Von dort übernimmt er am 01.06.1944 das Kommando über die Sturmgeschütz-Brigade 395. Mit dieser kommt es aufgrund der frühzeitigen Auflösung der Einheit nicht zu einem Fronteinsatz. Stattdessen wird er am 31.07.1944 mit Wirkung vom 20.07.1944 zum Kommandeur der Sturmgeschütz-Brigade 322 ernannt. Die Abteilung wurde vor dem sowjetischen Brückenkopf Baranow eingesetzt. Dort vernichtete sie westlich Baranow 23 Feindpanzer und wurde am 04.08.1944 ohne Namensnennung im Wehrmachtsbericht erwähnt. Am 08.08.1944 brach der Gegner mit 3 Panzer-Artillerie-Brigaden nördlich auf Stodoly vor. Die Kampfgruppe Behnke, bestehend aus der Sturmgeschütz-Brigade 322 und einer Pionier-Einheit, erhielt die Aufgabe die Opatowka-Brückenstelle zu sichern. Doch stiess man auf heftiges Abwehrfeuer. Nachdem im Abschnitt Giercze-Stodoly-Janowicze die Gruppe Hansen angriff, beschloss Behnke sich diesem Angriff anzuschließen. Der Gegner war ob dieser Angriffe überrascht und konnte 11 Tage lang aufgehalten werden. Ständig an der Spitze seiner Brigade, vernichtete diese in jenen Tagen 122 Panzer, 40 Geschütze und 56 schwere Pak.
Am 16.08.1944 führte Behnke einen Nachstoss bei Grochocicze, als die Brigade neuerlich einen generischen Angriff abwehren musste. Behnke folgte im ungepanzertem Fahrzeug seinen Sturmgeschützen, die bei diesem Angriff an einem Tag 44 Panzer abschossen, den Gegner an der wichtigen Rollbahn Opatow-Ozarow zum Stehen brachten und so die Vorraussetzung zum Halten der Front der bereitgestellten Kräfte schufen. Der Gesamterfolg lieferte 92 abgeschossene Panzer in 11 Tagen. Nach Nennung dieses Einsatzes im Wehrmachtsbericht vom 27.08.1944 wurde Major Behnke am 04.10.1944 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Mit Wirkung zum 17.11.1944 wird Behnke zum Lehrgang für Infanterie-Regiments-Führer an die Infanterieschule Döberitz kommandiert und wird unter gleichzeitiger Versetzung in die Führer-Reserve, am 26.02.1945, zum Führer des Grenadier-Regiments 893, der 264. Infanterie-Division, kommandiert. Die Division war eine Neuaufstellung in Dänemark und kam im Raum Lübeck-Rendsburg zum Einsatz. Dort wurde Behnke am 05.05.1945 zum Kampfkommandanten von Rendsburg ernannt und gerät als solcher für nur kurze Zeit in britische Gefangenschaft.
In der Nachkriegszeit trat er mit Wirkung zum 01.06.1956 der Bundeswehr bei, wo er am 1. Truppenlehrgang an der Panzertruppenschule in Munster teilnimmt. Mit Wirkung vom 01.09.1956 zum Kommandeur des Panzer-Bataillons 15 in Fallingbostel ernannt, wird er dort am 31.10.1956 zum Major befördert und zum Berufsoffizier ernannt.
Vom 13.03.1957 bis zum 26.03.1957 nimmt er am V. Lehrgang für die Gesamtstreitkräfte in Adenau, bzw. vom 09.04.1958 bis zum 20.06.1958 am VIII. Offiziers-Lehrgang in Koblenz-Pfaffendorf, teil. Zwischenzeitlich war er am 31.08.1957 zum Oberstleutnant befördert worden.
Nach einem weiteren Lehrgang an der ABC-Schule Sonthofen im Allgäu, wird er mit Wirkung zum 01.01.1959 Kommandeur des Panzer-Bataillons 134 in Wetzlar. Danach erfolgte am 01.10.1959 die Versetzung als Dezernent für Ausbildung der Panzertruppe ins Truppenamt nach Köln. Dem schloss sich dann am 05.12.1960 der Posten eines Dezernenten für Ausbildungsvorschriften der Panzertruppe bei der Inspektion der Kampftruppen an. Zum Oberst befördert verstarb Gerhard Behnke am 09.05.1962 in Köln.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter 01.10.1930 Eisernes Kreuz II. Klasse 25.07.1941
Gefreiter und Unterführer 01.10.1932 Eisernes Kreuz I. Klasse 12.08.1941
Unteroffiziers-Anwärter 01.01.1933 ernannt Verwundetenabzeichen in Schwarz 17.08.1941
Unteroffizier 01.04.1933 Verwundetenabzeichen in Silber 15.09.1941
Oberwachtmeister (T) 01.10.1934 Allgemeines Sturmabzeichen 11.10.1941
Reserveoffiziers-Anwärter 01.10.1938 ernannt Medaille Winterschlacht im Osten 05.09.1942
Hauptwachtmeister-Diensttuender 01.10.1938 ernannt Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 08.02.1943
Leutnant der Reserve 27.03.1940 -2020- m. Wirk. v. 01.03.1940 (RDA v. 01.04.1935) Verwundetenabzeichen in Gold 06.07.1943
Oberleutnant der Reserve 27.03.1940 -2030- m. Wirk. v. 01.03.1940 (RDA v. 01.10.1938(555)) 605. Eichenlaub zum Ritterkreuz 04.10.1944
Hauptmann der Reserve 18.01.1942 -510- m. Wirk. v. 01.02.1942 (RDA v. 01.02.1942(161b)) Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 15.10.1944
Hauptmann 01.10.1942 -983- zu den akt. Offz. des Heeres überführt (RDA v. 01.02.1941(161))
Major 20.04.1944 -2410- m. Wirk. v. 01.02.1944 (RDA v. 01.02.1943(106a))
Major (Bw) 31.10.1956
Berufssoldat 22.11.1956 ernannt
Oberstleutnant 31.08.1957

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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