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Ritterkreuzträger Winrich Behr
Major i.G., Aufklärer

Eisernes Kreuz I. Klasse am Eisernes Kreuz II. Klasse am

Winrich Behr wurde am 22.01.1918 in Berlin geboren, wo er in den dreißiger Jahren das Französische Gymnasium besuchte.
Am 01.01.1938 zum Leutnant befördert, gehörte er zur 3. (Kradschützen) Kompanie der Aufklärungs-Abteilung (mot.) 3.
Zur 3. Panzer-Division gehörend nimmt Behr mit seiner Kompanie am Polen- und Westfeldzug teil und wird am 15.01.1941 der 5. leichten Division (mot.) in Afrika unterstellt. Dort zum Oberleutnant befördert, wird er am 15.05.1941 als Chef der 3 (schweren) Kompanie mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und am 29.04.1941 im Wehrmachtsbericht genannt.
Am 10.09.1941 wird Behr an die Schule für Schnelle Truppen nach Wünsdorf versetzt und von dort am 15.02.1942 an die Schule für Schnelle Truppen nach Krampnitz.
Am 01.12.1942 1. Ordonnanzoffizier im Generalstab der 6. Armee in Stalingrad, erhält er dort den Auftrag von Friedrich Paulus, Hitler im Führer-Hauptquartier über die aussichtslose der 6. Armee zu berichten und einen Ausbruch zu erbitten. Da Behr noch nicht Offizier des Generalstabes war, trug er noch die schwarze Panzeruniform. Paulus hatte schon vorher mehrere höhere Offiziere ins Führerhauptquartier entsandt, deren Mission jedoch allesamt scheiterten. Seine letzte Hoffnung setzte er in den hochdekorierten erfahrenen Frontoffizier. Behr erhielt den Auftrag eine sofortige Entsatzoperation, sowie zusätzliche Luftversorgung zu erbitten. Sollte dies nicht möglich sein, solle die 6. Armee die Erlaubnis erhalten auf eigene Verantwortung zu handeln, womit eine Kapitulation beabsichtigt war. Der Auftrag an Behr bedeutete die letzte Möglichkeit für die Soldaten der 6. Armee und dessen war sich Behr bewusst.
Am 13.01.1943 wurde er ausgeflogen und zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don Manstein zugeführt. Diesem berichtete Behr, woraufhin ihn Manstein bat die gleichen Worte bei Hitler zu wiederholen. Gleichzeitig fügte Manstein hinzu, das er befürchtete das Hitler nicht zu überzeugen war. Er rief dann bei Kurt Zeitzler an, um ihn zu bitten Behr sofort vorstellig werden zu lassen.
Im Führerhauptquartier nahm Behr so an zwei Lagebesprechungen teil, die erste am 14.01.1943 und die zweite am 15.01.1943. Vor dem ersten Vortrag wurde Behr durch seinen Schwager von Below, Adjutant bei Hitler, von Hitlers Gesprächstaktik aufgeklärt. Zunächst würde er einen längeren Monolog halten, um dann das "Gespräch" abzubrechen. Im Vorzimmer empfing ihn Hitler mit den Worten "Heil, Herr Hauptmann" und führte ihn dann in den Konferenzraum, in dem sich ca. 20 höhere Offiziere aufhielten. Nachdem Jodl die Lage vortrug, sollte Behr sprechen, der aber von einem der bekannten Monologe Hitlers von seinen Worten angehalten wurde. In diesem 1 1/2 stündigem "Gespräch" drehte sich Hitler immer wieder mit den Worten "Melden Sie das ihrem Generalobersten" zu Behr. Nachdem Hitler geendigt hatte und den Raum verlassen wollte, bat Behr seinen Bericht vorzutragen, wobei er auf den Befehl von Paulus hinwies, die Lage ungeschminkt  zu berichten. Hitler unterbrach den bericht des Hauptmanns nicht, auch dann nicht als dieser auf die zunehmenden Desertionen deutscher Soldaten hinwies. Die hinter Hitler stehenden Keitel, Jodl, Warlimont und Schmundt versuchten dabei Behr durch wütenden gebärden zum Schweigen zu bringen. Keitel drohte gar mit erhobenen Zeigefinger. Nach drei Stunden wurde dieses erste Treffen beendet und Behr aufgefordert am nächsten Tag bei der Lagebesprechung erneut anwesend zu sein.
Nachdem Zeitzler dann mit Behr zusammentraf, warf ihm dieser zunächst vor ohne eine vorherige Absprache bei Hitler vorsprachig geworden zu sein, erklärte sich aber mit dem kompletten Wortlaut des Behrschen Vortrags einverstanden. Weiterhin sollte Behr einen Brief Zeitzlers an Paulus mit nach Stalingrad zurücknehmen, der ihn über die komplette Lage an der Ostfront aufklären sollte. Nach dem krieg berichtete Behr, das er den Eindruck hatte das nur Keitel, Jodl, Schmundt und Warlimont noch an die Rettung der 6. Armee glaubten. Hitler schien diese jedoch schon abgeschrieben zu haben. Er phantastisierte über ein frisches SS-Panzerkorps, oder Transportflugzeugen aus Italien und Afrika. Jedem anwesenden Offizier war klar, das dies keine annähernd erfolgreichen Lösungen sein konnten. Nach diesem Gespräch forderte ihn Schmundt auf noch etwas zu bleiben. Am Ende dieses Gesprächs fragte ihn Schmundt was er Paulus berichten würde, Behr antwortete er würde ihm sagen, das es keine Aussicht auf Entsatz oder bessere Luftversorgung geben würde. Woraufhin Schmundt sagte, er könne nicht zurück nach Stalingrad und er gehöre jetzt zum Sonderstab des Feldmarschalls Milch. Behr versuchte dennoch zurück in den Kessel zu kommen, wurde aber auf dem Flugplatz Taganrog aufgehalten.
Während seines Aufenthaltes im Führerhauptquartier wurde Behr von Oberst Stieff und seinem ehemaligen Fähnrichsvater Oberstleutnant Klamroth in vorsichtiger Weise angesprochen, ob sich Behr gewissen Umsturzplänen anschliessen wolle. Aufgrund der verwandtschaftlichen Nähe Behrs zur von Below ging dieser versuch sehr vorsichtig vonstatten. Beide warnten Behr von Manstein, der zwar im kreise seiner Offiziere abfällig über Hitler sprach, aber dennoch bereitwillig seinen Befehlen folgte. Behr äußerte das er sich erst vom Schock seines Zusammentreffens mit Hitler erholen müsse und noch nicht bereit war einen vollständigen Bruch zu vollziehen. Stieff und Klamroth wurden anlässlich des 20..07.1944 gehängt.
Behr kehrt dann zu Manstein zurück und berichtet diesem. Letztendlich blieb die Mission Behrs erfolglos. Lediglich änderte sich jedoch die Berichterstattung in der deutschen Presse.  Manstein war erstaunt darüber, das man im FHQ offensichtlich von der wirklichen Lage der 6. Armee keine Ahnung hatte und auch die Soldaten der 6. Armee verstärkten sich in ihrem Gefühl von der Heimat allein gelassen zu werden, was sicherlich auf die mangelnde wahre Berichterstattung zurückzuführen war.
Auch Bernd Freytag von Loringhoven, einer der letzten Offiziere die aus dem Kessel ausgeflogen wurden, bestätigte dies. So traf er im Stab Manstein zunächst auf dessen Ia Stahlberg, der ihm nicht mal die Hand gab, da dieser Angst hatte von den Läusen angegriffen zu werden. Auch Manstein zeigte sich eher kühl. Von Richthofen gab von Loringhoven zu verstehen, das dieser keine Zeit für ihn hätte. Erst Feldmarschall Milch gab ihm die Gelegenheit sich zu waschen und etwas zu essen.
Behr wurde dann am 01.03.1943 in die Führer-Reserve versetzt und in den Stab der 79. Infanterie-Division kommandiert, um am 11.10.1943 auf die Kriegsakademie versetzt zu werden. Mit Ende der dortigen Ausbildung wird Behr am 06.02.1944 in den Generalstab kommandiert und am 15.02.1944 als Id dem Generalstab der Heeresgruppe B, unter Erwin Rommel, zugeteilt.
Nach der Beförderung zum Major i.G. am 01.04.1944, erlebt Behr am 06.06.1944 die Invasion in der Normandie, nachdem er am 01.06.1944 in den Generalstab versetzt wurde.
Winrich Behr ist heute einer der wenigen noch lebenden Augenzeugen des Dramas an der Wolga, kennt er doch viele Gespräche auf der Kommandoebene und war die letzte Hoffnung der Stalingrad-Kämpfer. In vielen Dokumentationen zur Schlacht um Stalingrad zieht er die Zuhörer durch seine klare Stimme und seiner Einschätzungen in den Bann.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant m. Wirk. v. 01.01.1938 (181) Medaille zur Erinnerung an den 01.10.1938 mit Spange Prager Burg ???
Oberleutnant ??? Eisernes Kreuz I. Klasse ???
Hauptmann ??? Eisernes Kreuz II. Klasse ???
Major i.G. 01.04.1944 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 15.05.1941

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