Lothar Hermann Sylvester Berger wurde am 31.12.1900 in
Halberstadt/Magdeburg geboren und trat dem Kadetten-Korps bei.
Vom Kadetten-Korps kommend trat Berger am 25.03.1918, als Fähnrich, der 4.
Kompanie des I. Ersatz-Bataillons des 3. Magdeburgischen Infanterie-Regiments
Nr. 66 bei und wird am 05.05.1918 zur 10. Kompanie des Infanterie-Regiments 66
ins Feld überwiesen.
Bereits am 22.05.1918 wird er ins Feld-Rekruten-Depot der 113.
Infanterie-Division versetzt und kehrt am 12.06.1918 zu seiner 10. Kompanie
zurück, wo er am 01.07.1918 erkrankt und ins Feld-Lazarett 343 verlegt wird.
Am 08.07.1918 zur Kompanie zurückgekehrt, wird er am 15.07.1918 bei Vernenil
leicht verwundet und der Verwundeten-Sammelstelle der 113. Infanterie-Division
überstellt. Bis zum 20.07.1918 auf Transport, befindet er sich zunächst im
Kriegslazarett II./12 in St. Quentin, dann ab dem 27.07.1918 im Reserve-Lazarett
II/Bonn, ab 16.08.1918 im Vereinslazarett Kahlenbergstift in Magdeburg und ab
19.09.1918 im Reserve-Lazarett Braunlage im Harz.
Am 30.10.1918 der 1. (Genesenden) Kompanie der I. Ersatz-Bataillons seines
Regiments zugeteilt, kehrt er am 13.01.1919 zu seiner Kompanie zurück.
Mit Ende des Krieges erfolgte am 10.02.1919 die Versetzung in die
Nachrichten-Abteilung des Freikorps Rieckhoff. Am 10.10.1919 gehörte Berger dann
zum Auflösungskommando der Wirtschaftskompanie des Infanterie-Regiments 66.
Am 25.11.1919 in die MG-Kompanie des II. Bataillons des
Reichswehr-Schützen-Regiments 8 versetzt, wird er am 30.06.1920 im Zuge der
Heeresverminderung entlassen. Mit Wirkung vom 21.02.1922 Char. als Leutnant a.D.
erhält er die Erlaubnis zum Tragen der Regiments-Uniform, woraufhin er am
11.02.1924 ein Wiedereinstellungsgesuch stellt. Am 11.05.1924 wiedereingestellt
und der 11. Kompanie des 12. Infanterie-Regiments zugeteilt, nimmt er vom
20.04.1924 bis zum 30.09.1924 am 1. Lehrgang der Infanterieschule München auf
dem Truppenübungsplatz Ohrdruf teil und wird nach seiner Rückkehr zur Kompanie
am 20.12.1924 zum Leutnant befördert.
Nach der Versetzung in die 13. (MW) Kompanie des Regiments, am 20.07.1925, nimmt
er vom 01.12.1925 bis zum 21.05.1926 an einem Lehrgang für Minenwerfer-Offiziere
in Jüterbog teil. Später erfolgte dann am 01.03.1928 die Beförderung zum
Oberleutnant.
Mit Wirkung vom 08.12.1928 in die 12. (MG) Kompanie des 12. Infanterie-Regiments
versetzt, wird er am 01.05.1929 zum Adjutant des III. Bataillons ernannt und
verunglückt als solcher am 11.07.1930 mit dem Motorrad. Wieder genesen kehrt er
am 13.04.1931 in die 12. Kompanie zurück, um dann am 01.05.1931 in die 11.
Kompanie versetzt zu werden.
Am 01.04.1932 in die 4. Kompanie versetzt, erhält er vom 06.03. bis zum
11.03.1933 eine Wehrkreisprüfung, sowie vom 19.03. bis zum 24.03.1934 eine
zweite. Daraufhin wird er dann am 01.06.1934 zum Führer der 8. Kompanie ernannt
und am 01.07.1934 zum Hauptmann befördert.
Im Zuge des 01.10.1934 übernimmt er dann den Posten des Kompaniechefs der 8.
Kompanie im nunmehrigen Infanterie-Regiment Halberstadt, dem späteren neuen
Infanterie-Regiment 12.
Als Chef der 12. Kompanie wechselt Berger am 06.10.19´36 zum Infanterie-Regiment
66, wo er am 05.01.1939 zum Major befördert wird.
Mit Wirkung vom 01.06.1939 übernimmt er das Kommando über das III. Bataillon des
Infanterie-Regiments 84 und nimmt mit diesem im Verband der 8.
Infanterie-Division, am Polen- und Frankreich-Feldzug teil. Als
Bataillonskommandeur gab er seinen Soldaten ein leuchtendes Beispiel, als diese
durch das starke Abwehrfeuer des Gegners beim Maas-Übergang bei Yvoir am
14.05.1940, stark beeindruckt waren. Ebenso trug er wesentlich dazu bei, daß die
Befestigungsanlagen an der französisch-belgischen Grenze bei Berelles am 17. und
18.05.1940 durchstoßen werden konnten. Dafür wurde Berger am 05.08.1940 mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet und erhielt am 14.08.1940 die Beförderung zum
Oberstleutnant.
Mit Wirkung vom 31.10.1940 erhält Berger das Kommando über die Lehr-Abteilung I
an der Infanterieschule und wird zum Truppenübungsplatz Döberitz-Elsgrund, dem
Olympischen Dorf, inmarsch gesetzt. Dort wird er dann am 16.03.1942 zum Oberst
befördert.
Mit Wirkung vom 02.01.1943 in die Führer-Reserve des OKH versetzt, übernimmt er
am 18.03.1943 mit Wirkung vom 25.01.1943 das Kommando über das
Grenadier-Regiment 336. Dem folgte dann am 05.09.1943 die Versetzung in die
Reserve, wo er bis zum 15.10.1943 zunächst zum Grenadier-Ersatz-Bataillon 12
kommandiert wurde. Dem schloss sich am 27.12.1943 die Versetzung als Kommandeur,
mit Wirkung vom 07.10.1943, des Jäger-Regiments 721 an.
Mit Wirkung vom 03.01.1945 wieder in der Reserve, wird er mit Wirkung vom
14.01.1945 zur Einarbeitung als Taktiklehrer für die Regimentsführer-Lehrgänge
kommandiert, um dann mit Wirkung vom 23.01.1945 das Kommando über die Festung
Oppeln zu übernehmen.
Ab dem 26.01.1945 wieder in der Reserve, wird er mit Wirkung vom 01.02.1945 zum
Wehrkreis VIII kommandiert und dort für Sonderaufgaben verwendet. So übernimmt
er bspw. das Kommando über die Brigade zbV. 100 und ist später Kampfkommandant
von Guben.
Vom 05.04. bis zum 05.05.1945 zum 18. Divisionsführer-Lehrgang nach Neustadt an
der fränkischen Saale kommandiert, wobei er diese Kommandierung womöglich
aufgrund der Lage nicht antreten kann und stattdessen am 30.03.1945 die
stellvertretende Führung der 208. Infanterie-Division übernimmt. Für seine
Verwendung als Kommandeur der Brigade zbV. 100, der Stadt Oppeln und Guben,
erhielt er am 28.03.1945 das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Am 06.04.1945 wird er mit der Führung der 75. Infanterie-Division beauftragt und
am 20.04.1945 zum Generalmajor befördert.
Mit Kriegsende geriet Berger zunächst in sowjetische Gefangenschaft, aus der er
im November 1945 entlassen wird und stattdessen in britische Gefangenschaft
wechselt, aus der er im Juli 1946 entlassen wird.
Lothar Berger verstarb am 05.11.1971 in Bad Schwartau in Schleswig-Holstein.