Wilhelm Berthold Helmuth Beukemann wurde am 09.05.1894 in Hamburg geboren und
trat am 04.05.1914 als Fahnenjunker der 11. Kompanie des 5. Hannoverschen
Infanterie-Regiments Nr. 165 in Quedlinburg bei.
Vom 14.07. bis zum 01.08.1914 zur MG-Kompanie des Infanterie-Regiments 165
kommandiert, kommt Beukemann am 02.08.1914 mit der 11. Kompanie ins Feld an die
Westfront, wo er am 23.10.1914 beim Sturm auf Blanchy durch einen Granatsplitter
am rechten Oberarm schwer verwundet wird. Vom 24.10. bis zum 02.11.1914 im
Kriegslazarett des I. Bayr. Armee-Korps, dann bis zum 23.12.1914 im
Reserve-Lazarett 4 in Hamburg, wird er am 24.12.1914 zum I. Ersatz-Bataillon des
Regiments, bzw. am 01.03.1915 zum II. Bataillon versetzt.
Am 25.04.1915 kehrt er zum Regiment ins Feld zurück und wird dort der 12.
Kompanie zugeteilt und am 22.11.1915 zum Adjutanten des II. Bataillons ernannt.
Ab dem 25.07.1916 Führer der 11. Kompanie, nimmt beukemann vom 10.12.1916 bis
zum 20.01.1917 an einem MG-Lehrkursus in Döberitz teil und wird nach seiner
Rückkehr an die Front, am 30.01.1917 Führer der 1. MG-Kompanie seines Regiments.
Dann vom 08.04.1917 bis zum 03.09.1918 MG-Offizier beim Stab des Regiments,
sowie vom 26.08.1917 bis zum 11.09.1917 stellvertretender Regimentsadjutant,
wird Beukemann am 04.09.1918 zum Adjutanten des Regiments ernannt.
Nach Ende des 1. Weltkrieges wird er am 28.05.1919 mit Wirkung vom 28.05.1919 in
die Reichswehr übernommen und in das Freiwilligen-Bataillon "Quedlinburg",
dem III. Bataillon des Infanterie-Regiments 165, in die dortige 2.
Freiwilligen-Kompanie versetzt und nimmt an Einsätzen gegen die innere Unruhe
der Stadt teil. Gleichzeitig behält er nach wie vor die Geschäfte des
Regimentsadjutanten. Danach wird er am 29.07.1919 in das neu aufgestellte
Reichswehr-Schützen-Regiment 8 versetzt und besetzt auch dort den Posten des
Regimentsadjutanten.
Am 29.07.1919, mit Wirkung vom 01.10.1919, infolge der Umformung in das
neuaufgestellte Reichswehr-Schützen-Regiment 7 versetzt und auch dort zum
Adjutanten ernannt, wird er am 27.09.1920, mit Wirkung vom 01.10.1920 in die 8.
Kompanie des Reichswehr-Infanterie-Regiments 12 nach Quedlinburg versetzt und
dort als Zugführer verwendet. Beukemann erhält dort vom 13.03. bis zum
18.03.1922 eine Wehrkreisprüfung und wird am 01.12.1926 zum Chef der 6. Kompanie
des 12. Infanterie-Regiments ernannt, der Traditionskompanie des ehem. 5.
Hannoverschen Infanterie-Regiments 165. Als solcher wird er vom 18.10. bis zum
17.11.1926 zum Kampfschullehrgang nach Döberitz kommandiert und nimmt vom 03.10.
bis zum 10.10.1928 an einer Divisions-Übungs-Reise teil.
Am 01.04.1928 zum Chef der 8. (MG) Kompanie des Regiments ernannt und am
01.10.1934 als Taktiklehrer an die Infanterieschule nach München kommandiert,
wohin er dann mit Wirkung vom 01.10.1935 versetzt wird.
Am 10.11.1938 wird er Kommandeur des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 89
in Schwerin und besucht vom 17.01. bis zum 27.01.1939 einen Lehrgang für
Bataillonskommandeure in Döberitz und nimmt dann mit seinem Bataillon am Feldzug
gegen Polen teil.
Mit Beginn des neuen Jahres 1940 wird Beukemann mit Wirkung vom 13.01.1940 bis
zum 17.08.1942 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 382 ernannt und besetzt
mit diesem diesem am m19.04.1941 die griech. Insel Samothraki, sowie am
25.04.1941 die Insel Lemnos, wo er zum Standortältesten ernannt wird. Im August
1941 wird er auf der "ARKADIA" nach Saloniki verschifft und dort zum
Standortältesten ernannt. Am 06.04.1941 war Beukemann, als Oberst, Führer der
vorderen Marschgruppe der Division und überwand bei Meg Palas die griechische
Grenzbefestigung, wobei sich Beukemann dabei stets bei den vorderen Teilen
seiner Einheiten aufhielt. Durch geschicktes Einsetzen seiner Bataillone gelang
es Beukemann in Richtung Xanthi vorzustoßen, die Ortschaft am 08.04. zu nehmen
und das Nestos-Ufer bei Toxote zu erreichen. Damit schuf er die Bedingungen für
den Nestos-Übergang des XXX. Armee-Korps mit der
50. Infanterie-Division. Beukemann wies persönlich Flak und Pak-Einheiten am
08.04.1941 gegen die griech. Felsenstellung der Metaxas-Linie auf der Höhe 785,
der Festung Chinos und führte die Grenadiere zum Sturm nach vorn. Das schnelle
Vordringen des Infanterie-Regiments 382 führte so zur Kapitulation der griech.
Ostmazedonien Armee am Vormittag des 10.04.1941. Beukemann erhielt dafür am
14.05.1941 das Ritterkreuz.
Am 18.01.1942 per Bahn nach Athen verlegt, wird das Regiment nach Kreta
verschifft, wo die 164. Infanterie-Division die 5. Gebirgs-Division ablöst. Am
20.06.1942 erreicht die Division der Befehl über die Verlegung nach Nordafrika,
wobei bereits Anfang Juli die Überführungsflüge nach Afrika beginnen. Weiterhin
übernimmt Beukemann kurzfristig auch die Führung der Division, als Vertretung
für den erkrankten Oberst Lungershausen. Zu jener Zeit wird die Division auch in
164. leichte Afrika-Division umbenannt.
Beukemann hingegen wird am 21.09.1942 mit Wirkung vom 18.08.1942 in die
Führer-Reserve versetzt und am 30.09.1942 mit Wirkung vom 15.09.1942 mit der
Führung der 75. Infanterie-Division beauftragt, sowie am 18.10.1942 mit Wirkung
vom 01.11.1942 als Kommandeur dieser Division eingesetzt.
Am 04.09.1944 übernimmt er das Kommando über die Division zbV. 539 in Prag und
gerät als solcher am 09.05.1945 im Raum Pilsen in amerikanische Gefangenschaft
aus der er über die Lager Regensburg, Riedenburg, Dachau, Neu-Ulm und Garmisch
am 27.06.1947 entlassen wird.
Zunächst lebte er als kaufmännischer Angestellter in Stuttgart und dann in
Hamburg, wo er nebenbei ab 1953 als Vorsitzender der Vereinigung ehem. Offiziere
des 5. Hannoverschen Infanterie-Regiment 165 eingesetzt war.
Helmuth Beukemann verstarb am 13.07.1981 in Hamburg.