Helmut Bernhard Franz Bechler wurde am 02.06.1898 in Grün im Vogtland/Sachsen
geboren und trat am 10.06.1915, als Fahnenjunker, dem I. Ersatz-Bataillon des
Kgl. Sächs. 16. Infanterie-Regiment Nr. 182 in Freiberg/Sachsen bei.
Mit Ende der Ausbildung wir Bechler am 24.11.1915 zur 8. Kompanie ins Feld
versetzt, nachdem er vor zu einem Einjährigen-Kur und zu einem Fahnenjunker-Kurs
nach Döberitz kommandiert wurde. Bei den Kämpfen an der Westfront, am 11.07.1916
verwundet, wird er nach seiner Wiederkehr an die Front, am 21.12.1916
Ordonnanz-Offizier beim Stab des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 182,
nachdem er während seines Lazarettsaufenthalts am 21.10.1916 zum Leutnant
befördert wurde.
Am 14.03.1918 wird Bechler Zugführer und Nachrichtenmitteloffizier im II.
Bataillon und ist in Rumänien eingesetzt, bis es dort am 14.04.1918 zum
Waffenstillstand kommt. Danach kommt er bis zum 21.06.1918 in die Ukraine, bzw.
dann bis zum 15.08.1918 nach Russland und ins Baltikum. Am 06.08.1918 zum Führer
der 7. Kompanie ernannt, ist er Teil der Besatzungstruppe in der Ukraine.
Am 04.12.1918 wird er Adjutant des I. Bataillons und ist dann Teil der
Sicherungs- und Besatzungstruppe in Weißrussland und Litauen.
Vom 19.02.1919 bis zum 30.04.1919 wird er aufgrund eines Studiums in Berlin
beurlaubt und wird nach seiner Rückkehr Zugführer in der 1. und 3. Kompanie,
sowie stellvertretender Adjutant des I. Bataillons des
Sturm-Infanterie-Regiments der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, bei der
Brigade Südlitauen. Am 21.06.1919 wird er dann Führer der 1. Kompanie des
Reichswehr-Infanterie-Regiments 56, mit dem er bis zum 15.08.1919 im Grenzschutz
Litauen eingesetzt war. Von dort wird er am 10.12.1919 als Adjutant des II.
Bataillons in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 20 versetzt, das bis zum
29.01.1920 im oberschlesischen Grenzschutz eingesetzt wurde. Ein weiterer
Wechsel erfolgte am 01.03.1920 als Ordonnanz-Offizier des II. Bataillons, in das
Reichswehr-Infanterie-Regiment 37, mit dem er an der Niederschlagung des
Märzunruhen in Leipzig teilnahm.
Am 01.10.1920 in die 7. Kompanie des Reichswehr-Infanterie-Regiments 24
versetzt, wird er am 31.12.1920 infolge der Heeresverminderung verabschiedet.
Am 15.,07.1934 wird er im Range eines Hauptmanns reaktiviert und zunächst im 11.
(sächs.) Infanterie-Regiment verwendet. Er wechselt dann im Oktober 1934 in das
III. Bataillon des Infanterie-Regiments Königsbrück, wo er am 01.04.1935 als
Chef der 11. Kompanie eingesetzt wird. Bereits am 15.10.1935 wechselt er als
Chef der 11. Kompanie ins Infanterie-Regiment 53 nach Naumburg-Saale und nimmt
vom 11.11.1937 bis zum 27.11.1937 an einem Stabsoffizier-Lehrgang des IV.
Armee-Korps in Königsbrück teil. Ein weiterer Stabsoffizier-Lehrgang schließt
sich dann vom 05.01.1938 bis zum 14.01.1938 bei der 14. Division in Leipzig an.
Wieder zu seiner Kompanie zurückgekehrt wird er am 31.03.1939 zum Major
befördert. Als solcher wird er im Zuge der Mobilmachung, am 26.08.1939, zum
Kommandeur des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 173 ernannt. Mit diesem
ist er nach beginn des Feldzuges gegen Polen, am Westwall eingesetzt, nimmt am
Frankreich-Feldzug teil und am Einmarsch in die Sowjetunion. Dort wird er am
18.01.1942 zum Oberstleutnant befördert, nachdem er mit Wirkung vom 06.01.1942
die Führung des Regiments übernommen hatte. Kurze Zeit später wird er mit
Wirkung vom 25.02.1942 zum Kommandeur dies Regiments ernannt. Nachdem er ein
knappes Jahr später, am 15.02.1943 zum Obersten befördert wird, kommt Bechler
mit Wirkung vom 29.03.1943 in die Führer-Reserve beim Panzer-Armee-Oberkommando
3 und von dort mit Wirkung vom 01.09.1943 in die Führer-Reserve des OKH.
Als er am 15.10.1943 das Kommando über das Grenadier-Regiment 504 übernimmt,
gehörte er später, mit der 291. Infanterie-Division zur eingeschlossenen 1.
Panzer-Armee. Es galt diesen sogenannten "Hube-Kessel", oder auch "Wandernder
Kessel", zusammenzuhalten und als Kessel in Richtung Westen zu den eigenen
Linien zu marschieren.
In der Nacht vom 09. auf den 10.03.1944 erhielt das Grenadier-Regiment 504 den
Auftrag, das 3 Kilometer abseits der Rollbahn liegende Dorf Sapadinzy, zwischen
Schepetowka und Proskurow, zu besetzen. Auftrag war das Halten des Dorfes, da es
dem Gegner nicht gelingen durfte die wichtige Rollbahn zu erreichen. Bei
Eintreffen des Regiments im Dorf, wurden die Grenadiere durch angreifende
Feindpanzer überrascht. Mit den zunächst zur Verfügung stehenden 30 Mann,
stellte Bechler die Lage wieder her und baute eine Abwehrfront auf. So hielt er
das Dorf die nächsten drei Tage gegen alle Feindangriffe, während entlang der
Rollbahn drei eigene Division abflossen. Für diesen Einsatz erhielt Bechler am
26.03.1944 das Ritterkreuz. Das Bechler ein wichtiger Mann war bewies die
Tatsache, daß der Kommandeur der 1. Panzer-Armee Hube, Bechler zum Bericht mit
ins Führer-Hauptquartier nahm. Außerdem findet seine Verteidigungstat seine
Erwähnung im Wehrmachtsbericht am 02.04.1944.
Nachdem er am 31.08.1944 sein Regiment abgab, wird er am 07.09.1944 zum 14.
Divisionsführer-Lehrgang kommandier und übernimmt am 11.10.1944 die
stellvertretende Führung der 275. Infanterie-Division, während der Abwesenheit
des Generalleutnants Hans Schmidt.
Mit Wirkung vom 22.11.1944 übernimmt Bechler die stellvertretende Führung der
85. Infanterie-Division, für die Dauer der Erkrankung des Generalleutnants
Chill. Mit Wirkung vom 07.12.1944 übernimmt er dann die Führung der Division
während des Endkampfes an der Westfront und wird in Ausübung seiner Tätigkeit am
04.02.1945 im Hürtgenwald schwer verwundet, wobei der seine linke Hand verliert
und bis Juli 1945 im Lazarett liegt. Zuvor wurde Bechler am 16.02.1945 zum
Generalmajor befördert und aufgrund seiner Verwundung, am 15.03.1945 in die
Führer-Reserve, Reservelazarett Königsstein im Tanus, versetzt. Wegen der
Schwere seiner Verwundung gelangt er nicht in Gefangenschaft und wird im Juli
1945 aus dem Reserve-Lazarett Naumburg entlassen. Dennoch geriet er mehrfach,
wochenlang in sowjetische Haft, bis er im Juni 1948 in die Westzone fliehen
konnte.
Helmut Bechler verstarb am 09.01.1971 in Kassel.