Helmut Georg Beck-Broichsitter wurde am 30.08.1914 in Kiel geboren und trat
am 17.09.1934 der Landespolizei-Inspektion Hamburg bei und wechselte am
06.08.1935 in die 11. Kompanie des Infanterie-Regiments Flensburg, der späteren
11. Kompanie des Infanterie-Regiments 26, wo er am 01.10.1935 zum Gefreiten und
am 01.12.1935 zum Unteroffizier befördert wurde.
Vom 03.01.1936 bis zum 24.10.1936 besucht er die Kriegsschule Dresden und nach
seiner Beförderung zum Oberfähnrich, am 21.10.1936, vom 02.11.1936 bis zum
24.02.1937 einen Waffen-Lehrgang an der Infanterieschule.
Mit Wirkung zum 25.02.1937 wechselt Beck-Broichsitter in das 1.
Infanterie-Lehr-Bataillon nach Döberitz, bzw. am 01.04.1937 in die 3. (Schützen)
Kompanie des Bataillons, wo er am 22.04.1937 zum Leutnant ernannt wird.
Ab dem 12.10.1937 gehörte er dann zur 11. (Panzer-Abwehr) Kompanie des
Infanterie-Lehr-Regiments, während er vom 24.09.1937 bis zum 23.10.1937 an einem
Truppenluftschutz-Lehrgang in Pillau teilnahm.
Am 06.02.1939 kommt er dann in die 4. Kompanie des Infanterie-Lehr-Regiments und
wird mit Kriegsbeginn, am 01.09.1939 Zugführer in der 14. (Panzer-Abwehr)
Kompanie im Infanterie-Regiment "Großdeutschland", nachdem er am
31.07.1939 zum Oberleutnant befördert worden war. Beck-Broichsitter wurde dann
am 04.04.1940 zum Chef der Kompanie ernannt und nahm mit dieser am
Frankreich-Feldzug teil. Dort erzielte er beachtliche Erfolge zwischen dem
10.05. und dem 15.05., unter anderem bei Etalle, beim Maasübergang bei
Sedan, vor Chemery und vor Stonne, wo seine Kompanie insgesamt 6
Panzer-Spähwagen und 83 feindliche Panzerkampfwagen abschoss. Die Erfolge wurden
vor allem bei einem Gegenangriff der 3. frz. Panzer-Division und der danach
anschließenden Kesselschlacht in Flandern erzielt. Bei Etalle hatte die Kompanie
den Panzerschutz des Regiments übernommen und deckte so den Angriff des
Regiments auf Villers, wo seine Kompanie 12 Panzerfahrzeuge abschoss. Bei
Chemery erhielt die Kompanie, mit einem Panzerspähwagenzug die Brücke 500m
südlich Chemery zu nehmen und offen zu halten. Als die Panzerjäger den Anschluss
an die Panzerspähwagen verloren hatten, wurden sie plötzlich völlig allein
fahrend, aus südostwärtiger Richtung durch eine feindliche Schwadron und aus
südwestlicher Richtung von feindlichen Panzerwagen angegriffen.
Beck-Broichsitter setzte seine Geschütze igelförmig gegen die Panzer und seine
beiden leichten MG`s gegen die angreifende Schwadron ein. Seine Kompanie hielt
die Stellung, ohne Infanterie, drei Stunden lang, wies die Schwadron ab und
schoss 31 Panzer ab. Auch bei Stonne gelang es der Kompanie ohne
Infanterieunterstützung einen Durchbruch feindlicher Panzer zu vereiteln und
dabei 33 Panzer abzuschießen. Dadurch trug Beck-Broichsitter entscheidend zu,
Halten und Erweitern der Durchbruchsstelle der Gruppe von Kleist bei Sedan.
Beck-Broichsitter erhielt für diese erfolgreiche Einsätze am 04.09.1940 das
Ritterkreuz.
Kurz vor Beginn des Feldzuges gegen Russland, übernimmt er am 20.06.1941 den
Posten des Bataillons-Adjutanten des I. Bataillon im Regiment "Großdeutschland".
Am 01.12.1941 zum Chef der 1. Kompanie des Regiments ernannt, erleidet er im
Januar 1942 Erfriedrungen 2. und 3. Grades. Nach der Ausheilung übernimmt er am
17.02.1942 wieder seine 14. Kompanie. Zwischenzeitlich war er des Weiteren am
18.01.1942 zum Hauptmann befördert worden.
Am 28.02.1942 wird er dann mit Wirkung vom 17.02.1942 in den Stab des Generals
der Infanterie beim OKH versetzt und ist dort Sachbearbeiter für
Schützenkompanien und somit Verantwortlich für Ausbildung, Ausrüstung und
Bewaffnung. Von dort wird er mit Wirkung zum 01.12.1942 in die Führer-Reserve
des OKH, unter gleichzeitiger Kommandierung zur 23. Panzer-Division, versetzt,
wo er eine Generalstabs-Ausbildung erhält und und als Führer größerer
Kampfgruppen Verwendung findet. Dabei wird er am 10.01.1943 in Krassnyi
Skotowod, ostwärts Proletarskaja/Manytsch verwundet. Außerdem wurde er am
16.05.1943 zum Eichenlaub eingereicht, was jedoch abgelehnt wurde. Stattdessen
erhält er die Ehrenblattspange.
Mit Wirkung zum 11.10.1943 kommt er an die Kriegsakademie nach Hirschberg, wird
am 20.04.1944 zum Major befördert und kommt ab dem 01.11.1944, als Major i.G.,
in den Generalstab. Von dort wechselt er ab dem 05.11.1944 als Ia in den
Generalstab des Panzer-Korps "Großdeutschland". Als solcher wird er am
20.01.1945 bei Lodz im Nahkampf mit sowjetischen "Josef Stalin"-Panzern
verwundet. Dadurch gelangt er mit Wirkung vom 05.02.1945 in die Führer-Reserve.
Helmut Beck-Broichsitter verstarb am 25.09.2000 in Heist/Uetersen.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
