Carl Hans Wilhelm Ludwig Becker wurde am 16.01.1895 in
Varel/Oldenburg geboren trat am 09.08.1914 als Fahnenjunker dem Jäger-Ersatz-Bataillon 10
bei. Von dort wird er am 01.09.1914 ins Reserve-Jäger-Bataillon versetzt, um am
12.09.1914 zum Hannoverschen Jäger-Bataillon Nr. 10 ins Feld an die Westfront
versetzt zu werden. Dieses kommandiert ihn vom 07.03.1915 bis zum 23.04.1915 zu
einem Offiziers-Lehrkurs und versetzt ihn dann, unter gleichzeitiger Beförderung
zum Leutnant, am 08.05.1915 ins Oldenburgische Infanterie-Regiment Nr. 91, wo er
zunächst Zug und später Kompanieführer wird.
Bei den Kämpfen an der Ostfront wird Becker am 25.06.1915 durch ein
Gewehrgeschoss verwundet und begibt sich vom 30.06.1915 bis zum 02.07.1915 in
Privatpflege nach Charlottenburg und kehrt am 25.08.1915 zum Regiment zurück,
welches sich jetzt an der Westfront befand. Dort wird Becker am 06.10.1915 durch
einen Armstreifschuss erneut verwundet, verbleibt aber bei der Truppe und wird
durch den Stabsarzt Dr. Wedekind ärztlich versorgt.
Vom 25.02.1916 bis zum 15.03.1916 zu einem Kompanieführer-Lehrgang zur 19.
Infanterie-Division kommandiert, kehrt er zu seinem Regiment zurück und wird
dort am 19.06.1916, diesmal wieder an der Ostfront, erneut verwundet und
verbringt die Zeit bis zu 02.07.1916 im Feldlazarett Warschau und danach
im Reserve-Lazarett St. Georgs-Haus I, Station 6 in Leipzig, wo er am 05.09.1916
schließlich entlassen wird. Becker gehörte danach zum I. Ersatz-Bataillon des
Infanterie-Regiments 91 und wird von dort am 03.10.1916 zum Infanterie-Regiment
überwiesen. Dort am 07.10. an der Ostfront eingetroffen übernimmt er den Posten
des Kompanieführers der 4. Kompanie. Wieder an die Westfront verlegt, wird
Becker dort am 10.10.1917 nördlich Beaumont verwundet und befindet sich so vom
14.10.1917 bis zum 25.10.1917 im Vereinslazarett des Heinrich-Lanz-Krankenhauses
in Mannheim. Nach seiner Genesung ab dem 27.10.1917 wieder beim I.
Ersatz-Bataillon des Regiments, kehrt er am 17.11.1917 zu seinem Regiment ins
Feld zurück und übernimmt dort am 20.11.1917 wieder die Führung der 4. Kompanie.
Als solcher wird er am 17.04.1918 bei Hangard schwer verwundet und befindet sich
zunächst im Reserve-Lazarett Barmen, dann im Vereinslager Cäcilienhaus in
Charlottenburg und dann im Reserve-Lazarett Barmen.
Am 10.06.1919 wird er Leiter der Versorgungsabteilung des Regiments 91 und kommt
am 26.06.1919 in ambulante Behandlung im Reserve-Lazarett I in Oldenburg. Am
30.06.1919 befindet er sich in der Auflösungsstelle des I. Bataillons seines
Regiments und wird vom 07.08.1919 bis zum 02.09.1919 stellvertretender Adjutant
der Abwicklungsstelle.
Am 11.10.1919 wird Becker ohne Gebührnisse zur Sicherheitspolizei
Mecklenburg-Stettin beurlaubt, wo er zuletzt den Rang eines Polizei-Majors
besetzt.
Am 27.03.1920 wird er mit Char. als Oberleutnant und mit Erlaubnis zum Tragen
der Uniform des Infanterie-Regiments 91 aus dem Heer entlassen.
Am 10.10.1934 wird er mit Wirkung zum 15.10.1934 als Hauptmann beim
Infanterie-Regiments Osnabrück angestellt und der 3. Kompanie in Lingen
zugeteilt. Am 15.10.1934 erfolgte dann die Ernennung zum Chef der 3. Kompanie
des Infanterie-Regiments 37 und vom 03.12.1936 bis zum 19.12.1936 ein
Stabsoffiziers-Lehrgang bei der 6. Division. Weiterhin erfolgte am 01.11.1935
die Beförderung zum Major
Mit Wirkung zum 01.02.1937 wird Becker zum Kommandeur des III. Bataillons
ernannt und am 01.08.1938 zum Oberstleutnant befördert. Mit seinem Bataillon
nimmt Becker an der Sicherung des Westwalls teil und kommt am 10.05.1940 in die
Führer-Reserve der 6. Infanterie-Division, um dort als Führer von
Vorrausabteilungen während des Frankreich-Feldzuges Verwendung zu finden. Ab dem
23.06.1940 ist er z.b.V. der 6. Infanterie-Division und wird dann, am
24.09.1940, in die Führer-Reserve des OKH versetzt. Dort wird er mit Wirkung zum
10.12.1940 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 18 ernannt. Mit seinem
Regiment nimmt Becker am Einmarsch in die Sowjetunion teil, wird dort am
01.08.1941 zum Oberst befördert und am 04.08.1941 zum Ritterkreuz eingereicht,
was jedoch abgelehnt wurde.
Nachdem am 17.08.1942 gegen 18.00 Uhr dem Gegner nordostwärts des Stadtrands von
Rshew ein Einbruch mit 4 Divisionen gelang. Lediglich das I. Bataillon des
Infanterie-Regiments 430 war zunächst greifbar und als Oberst Becker über den
Einbruch informiert wurde, begab sich dieser sofort in den Kampfraum. Unterwegs
geriet er an bereits durchgebrochene feindliche Einheiten und wies eine gerade
eingetroffenen Kompanie des Bataillons ein und setzte zum Gegenstoß an. Eigene
Artillerie wies er neue Feuerräume in und vor der Einbruchsstelle zu, sammelte
versprengte Einheiten und führte diese wieder vor. Bis zum Abend wurden alle
Angriffe abgewehrt, sowie die alte HKL zurückerobert. Becker verhinderte so das
Aufrollen der eigenen HKL, die Inbesitznahme der Wolga-Brücken und das
Abschneiden der 6. Infanterie-Division. Becker war zu diesem Zeitpunkt als
Kommandant der Stadt Rshew eingesetzt. Für das Halten der Stadt erhielt er am
29.10.1942 das Ritterkreuz.
Am 01.01.1943 in die Führer-Reserve versetzt, wobei er ins Führer-Hauptquartier
in Marsch gesetzt wurde um sich bei Generalmajor Burgdorf zu melden. Dort wird
er dann bis zum 17.01.1943 mit der stellvertretenden Führung der 2.
Luftwaffen-Feld-Division beauftragt. Außerdem wird er am 01.02.1943 als Oberst
und ehem. Kommandeur des Grenadier-Regiments 18 am 01.02.1943 zum Eichenlaub
vorgeschlagen, was jedoch erneut abgelehnt wurde.
Am 18.01.1943 übernahm Becker die Führung der 253. Infanterie-Division und wird
unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor am 01.04.1943 Kommandeur
dieser Division. Am 01.10.1943 erfolgte dann die Beförderung zum
Generalleutnant. In der Folge werden die Division und Becker zweimal im
Wehrmachtsbericht genannt (24.10.1943 und 10.10.1944).
Als am 10.03.1945 der Gegner im Raum beiderseits Schwarzwasser - südostwärts
Skotschau mit erdrückender Überlegenheit angriff, schlug Becker die Angriffe auf
die HKL ab. Der Angriff des Gegners war der Division bekannt und so liess Becker
die vordersten Stellungen kaum besetzten, wodurch das feindliche Artilleriefeuer
keinen Schaden anrichten konnte.
Becker geriet am 09.05.1945 im Protektorat Böhmen und Mähren in sowjetische
Gefangenschaft, aus der er am 12.10.1955 entlassen wurde.
Carl Becker verstarb am 24. März 1966 in Heidelberg.