Hans Becker wurde am 30.05.1914 in Golzwarden/Oldenburg geboren und trat am
01.11.1935 als Schütze dem Infanterie-Regiment 15 und wechselte später zum
Infanterie-Regiment 116, wo er am 29.12.1937 zum Leutnant der Reserve und am
15.11.1938 zum aktiven Leutnant befördert bzw. ernannt wurde.
Im Zuge der Mobilmachung vom 26.08.1939 kommt Becker in die 2. Kompanie des
Regiments, nachdem er zuvor zur 13. (IG) Kompanie gehörte. Während des
Frankreich-Feldzuges zum Führer der Kompanie ernannt, bewährte er sich bei den
Abwehrkämpfen im Brückenkopf Amiens, sowie bei weiteren Kämpfen seines
Bataillons. Während der schweren Kämpfe um die Ortschaft Remiencourt schwamm
Becker als erster, trotz Feindabwehr an das andere Ufer, nachdem der Angriff
vor dem Noye-Bach liegen blieb. Auch beim Übergang über die la Creuse befand
er sich im ersten Schlauchboot und vernichtete mit dem ersten Stosstrupp
feindliche Feuerstellungen. Bereits am 27.05.1940 hatte sich Becker mit seiner
Kompanie im Raum Saleux gegen 21 Panzer und 5-6 Kompanie Kolonialtruppen
besonders ausgezeichnet und drang unter rücksichtslosem Vorwärtsstürmen in das
stark befestigte Dury ein. Durch seinen Einsatz kam der eigene Angriff wieder
in Schwung und Dury konnte als Eckpfeiler der feindlichen Verteidigung
genommen werden. Für seine erfolgreichen Einsätze während der Schlacht um
Frankreich erhielt Becker am 28.11.1940 das Ritterkreuz.
Am 09.08.1940 in die 1. Kompanie der Nachrichten-Abteilung 171 versetzt, wird
er dort am 17.03.1941 zum Oberleutnant befördert und nimmt so zunächst am
Russland-Feldzug teil, wo er mit Meldung 18.08.1941 in die 2. Kompanie des
Infanterie-Regiments 116 gehörte. Ab dem 25.01.1942 erhält er eine
Kommandierung an die Heeres-Nachrichtenschule I und nimmt dort an einem
Offiziers-Anwärter-Lehrgang teil und wird dann nach seiner Rückkehr zur
Kompanie, am 31.08.1942 zum Hauptmann befördert.
Am 01.03.1943 wechselt Becker ins OKH zum Inspekteur des Erziehungs- und
Bildungswesens. Nachdem der Reichsjugendführer zugestimmt hatte, kommt es zur
Schaffung der Stelle des Beauftragten des Heeres beim Reichsjugendführer,
wobei Becker dieser Posten übertragen wurde. In der Ausübung seiner neuen
Arbeit erhält er unmittelbares Vortragsrecht beim Chef des Heerespersonalamtes
und ist auf enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Heeresnachwuchs im
Personalamt angewiesen. Außerdem kommt es am 209.04.1943 zur Beförderung zum
Major.
Ab dem 01.03.1944 im OKH beim Chef der Heeresrüstung und dem Befehlshaber des
Ersatzheeres und Generalinspekteur des Führernachwuchses (GjF), befindet er
sich laut Meldung vom August 1944 im Generalkommando des LXXXV. Armee-Korps.
Von dort kommt er am 20.09.1944 zurück ins OKH und dort in den Stab des GjF,
möglicherweise als Nationalsozialistischer Führungsoffizier (NSFO).
Am 01.11.1944 wird er Kommandeur der Schule I für Fahnenjunker der Infanterie
in Dresden und als solcher am 15.11.1944 zum Oberstleutnant befördert.
Hans Becker verstarb am 15.01.2004 in Oberursel. Er war einer der wenigen
Soldaten der Wehrmacht, die beide Eisernen Kreuze an einem Tag erhielten.