Karl-Heinz Becker wurde am 02.10.1920 in Kassel/Hessen geboren und
absolvierte vom 01.04.1939 bis zum 25.08.1939 bei der
Reichsarbeitsdienst-Abteilung 4/221 in Wolfshagen/Kassel seine
Arbeitsdienstpflicht. Direkt am 26.08.1939 in die 3. Bau-Kompanie 220
übernommen, kommt er am 01.10.1939, als Reiter, in die 1. Schwadron der
Kavallerie-Ersatz-Abteilung 13 nach Lüneburg. Von dort wird er am 29.01.1940
in die 1. Schwadron der Aufklärungs-Abteilung 158 versetzt und nimmt mit
dieser am Feldzug gegen Frankreich teil, wo er am 15.06.1940 durch einen
Hals-Schulter-Steckschuss bin Toul verwundet wird. Zunächst im Lazarett
Verdun, dann Erlangen, befindet er sich dann von September bis Dezember 1940
in der 6. (Genesenden) Schwadron der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 13 in
Lüneburg.
Am 01.01.1941 kommt er wieder zu seiner 1. Schwadron der Aufklärungs-Abteilung
158 und nimmt so am Russland-Feldzug teil, wo er am 01.11.1941 zum
Obergefreiten und am 01.12.1941 zum Unteroffizier befördert wird.
Vom 01.03.1942 bis zum 31.05.1942 beim 9. Offiziers-Anwärter-Lehrgang an der
Schule für Schnelle Truppen in Potsdam-Krampnitz und der Beförderung zum
Leutnant der Reserve am 30.05.1942, wird er am 01.06.1942 der 2. Kompanie des
Schützen-Ersatz-Bataillons 6 in Saalfeld zugeteilt und mit Wirkung zum
01.09.1942 der 3. Kompanie des Infanterie- (Feld-Ausbildungs-) Regiment (mot.)
381 zugeteilt. Am 03.02.1943 erfolgte dann die Versetzung zur 2. Kompanie des
Jäger-Regiments 228 und die dortige Ernennung zum Führer der Kompanie am
06.02.1943.
Am 24.01.1944 griff das Regiment die Ortschaft Konjuschewka an, wobei Becker
erkannte am Südwestrand ein Hauptwiderstandsnest an einem Stroschober
ausmachte. Schnell entschlossen riss er seine Kompanie vor und drang in diesen
Eckpfeiler der feindlichen Verteidigung ein. Nach Zerschlagung des
Stützpunktes waren 3 Pak und 2 sMG vernichtet sowie deren Besatzung
ausgeschaltet. Becker stiess dann von Süden nach Norden durch die Ortschaft
durch und zerschlug die Verteidigungsstellungen am Westrand des Ortes. Dabei
wurden erneut 3 Pak und mehrere MG`s außer Gefecht gesetzt. Laut nächstem
Auftrag sollte Becker in die Ortschaft eindringen, am anderen Ortsrand halten,
damit das nachfolgende Bataillon im Ort sammeln konnte. Nach schweren
Häuserkämpfen, wobei Becker selbst einige Widerstandsnester ausschalten konnte
erreichte die Kompanie das befohlene Ziel. Doch hielt sich der Gegner im
Nordteil des Ortes und belegte die nachfolgenden Bataillone I. und II. mit
heftigstem Feuer. Plötzlich griff auch eine Batterie schwerer Geschütze in den
Kampf ein und belegte die dt. Kompanien mit schwerem Feuer. Der Gegner im
Nordteil fasste so neuen Mut und ging zu Gegenangriffen über. Da fasste Becker
den Entschluss, mit zwei verfügbaren Gruppen die Artillerie-Stellung zu
stürmen. In vorderster Reihe zerschlug Becker mit seinen Soldaten die Stellung
und machte die Bedienung nieder. Dadurch kam der eigene Angriff wieder in
Fahrt und die Bataillone schlugen den im Ort verbliebenen Gegner. Für diesen
Einsatz erhielt Becker am 20.03.1944 das Ritterkreuz, nachdem er zuvor, am
15.03.1944 zum Oberleutnant der Reserve befördert worden war.
Am 26.03.1944 wird er bei Kämpfen im Raum Winniza verwundet, kommt ins
Lazarett Lemberg und Mallersdorf bei Straubing, sowie ab 15.10.1944 in Bad
Wildungen und Lichtenstein in Sachsen. Aufgrund der schwere seiner Verwundung
wird er am 15.04.1944 in Lichtenstein aus dem Heeresdienst entlassen.