August Wilhelm Emil Hans Behlendorff wurde am 13.08.1889 in
Allenstein/Ostpreußen geboren und trat am 25.09.1908 als Fahnenjunker in die 1.
(reit.) Batterie des 1. Brandenburgischen Feld-Artillerie-Regiments "General-Zeugmeister"
Nr. 3 ein, wo er am 22.03.1910 zum Leutnant befördert wurde.
Am 01.10.1913 zum Adjutanten der Reitenden Abteilung des Regiments ernannt,
beginnt für ihn am 01.08.1914 der 1. Weltkrieg an der Westfront. Im November
1914 an die Ostfront verlegt, wird er dort am 25.02.1915 zum Oberleutnant
befördert. Als solcher übernimmt er am 18.06.1915 die Führung der 2. reit.
Batterie und wird dabei am 23.07.1916 verwundet. Nach Aufenthalt in einem
Lazarett in Bayern, kehrt er am 17.08.1916 zur Truppe zurück, begibt sich aber
ab dem 21.08.1916 auf eine Kur nach Bad Pyrmont. Von dort kehrt er am 09.10.1916
zur Reitenden Abteilung seines regiments zurück an die Ostfront.
Am 26.03.1917 als Adjutant zum General-Kommando 51 kommandiert, wird er dort am
20.05.1917 zum Hauptmann befördert und nimmt ab dem 15.09.1917 an den Kämpfen in
Italien teil. Kurze Zeit später wird Behlendorffs Kommandierung zum Stab des
General-Kommandos 51 in Kommandierung als Stabsoffizier der Artillerie geändert.
Nach dem Besuch des 58. Lehrgangs an der Heeresgasschule vom 07.01.1918 bis zum
12.01.1918, wird er am 15.12.1918 in die 2. Batterie des
Feld-Artillerie-Regiments 3 versetzt, das ab dem 16.05.1920 in
Reichswehr-Artillerie-Regiment 3 umbenannt wurde.
Mit Wirkung vom 01.10.1920 wird er Chef der 11. reit. Batterie des 3. (Preuß.)
Artillerie-Regiments und am 01.05.1928 in den Stab der IV-Abteilung versetzt.
Mit Wirkung zum 01.10.1928 wird er in die Kommandantur Berlin kommandiert, wo er
am 01.02.1929 zum Major befördert wird. Von dort erfolgte mit Wirkung zum
01.10.1929 die Versetzung in den Stab des Artillerie-Führers III, wobei er am
13.09.1929, mit Wirkung vom 01.10.1929 ins Reichswehrministerium kommandiert
wurde. Dorthin wird er am 01.02.1930 zur P 2 versetzt. Am 01.04.1932 tritt er
dort dann als Referent zur P 1 über.
Vom 30.05.1932 bis zum 02.06.1932 zum 4. Artillerie-Regiment nach Königsbrück
kommandiert, wo er dem Regimentsstab zugeteilt wurde, wird er dort am 01.10.1932
zum Oberstleutnant und am 01.09.1934 zum Oberst befördert.
Mit Wirkung vom 01.11.1934 wird er Abteilungsleiter im Reichswehrministerium
(P4) und am 04.02.1938 zum Artilleriekommandeur 31 ernannt. Als solcher erhält
er am 01.03.1938 die Beförderung zum Generalmajor. Bereits vom 09.02. bis zum
31.03.1938 im Urlaub und anschließend ab dem 06.05.1938 krank, wird Behlendorff
am 19.07.1939 mit sofortiger Wirkung zum Kommandeur der 34. Infanterie-Division
ernannt.
Mit dieser Division nimmt er an der Sicherung des Westwalls teil, sowie am
Feldzug gegen Frankreich, wo er bereits am 10.05.1940 verwundet wird. Noch vor
Beginn des Westfeldzuges war er am 30.01.1940 zum Generalleutnant befördert
worden. Noch im Lazarett Speyererhof in Heidelberg weilend, wird er am
01.11.1940 wieder zum Kommandeur seiner Division ernannt. Mit dieser ist er mit
Beginn des Russland-Feldzuges, am 22.06.1941, als rechter Flügel des XII.
Armee-Korps südlich Brest-Litowsk eingesetzt. Unter Behlendorffs Kommando gelang
nach schweren Kämpfen der Durchbruch durch die sowjetischen Grenzbefestigungen.
Die wichtige Muchawiec-Brücke konnte unversehrt übernommen werden, wodurch noch
am Abend das XXIV. Panzer-Korps weiter vordringen konnte. In der Schlacht von
Bialystok/Minsk drehte die Division auf die Zelwianka ab und kämpfte mit
verkehrter Front gegen die gegnerischen Ausbruchsversuche. Dabei traten zum
ersten Male schwere sowjetische 52-to-Panzer in größerer Menge auf. Für die
Erfolge seiner Division erhielt Behlendorff am 11.10.1941 das Ritterkreuz.
Mit Wirkung zum 05.12.1941 in die Führer-Reserve des OKW versetzt, wird er am
15.01.1942, mit Wirkung vom 05.12.1941, mit der Führung des Höheren Kommandos
zbV LX beauftragt, wo er den beurlaubten General der Infanterie von Viebahn
ablöst und am 17.12.1941 zum General der Artillerie befördert wird. Mit Wirkung
vom 01.01.1942 ist er dann befehlshaber dieses Höheren Kommandos.
Am 25.05.1942 wird er Kommandierender General des LXXXIV. Armee-Korps und als
solcher am 01.04.1943 in die Führer-Reserve versetzt. Mitte Juli erfolgte eine
Kommandierung zum Auffrischungsstab Mitte und am 06.09.1943 eine Kommandierung
zum Reichskriegsgericht als Offiziers-Richter, wobei beide Kommandos nicht
wirksam wurden. Statt letzterer Kommandierung, wird er vom 15.09.1943 bis zum
15.10.1943 zur Einarbeitung zum Befehlshaber Südwest-Frankreich kommandiert, wo
er als Nachfolger des Befehlshabers Nordost-Frankreich vorgesehen war. Später
erfolgte eine Verlängerung der Kommandierung beim Befehlshaber
Südwest-Frankreich bis zum 27.10.1943. Erst mit Wirkung zum 01.03.1944 wird
diese Kommandierung dann aufgehoben.
Nach Versetzung in die Reserve, wird Behlendorff, am 23.12.1944, mit dem Recht
zum Tragen der bisherigen Uniform, aus dem Heeresdienst entlassen.
Hans Behlendorff verstarb am 16.03.19612 in Baden-Baden.