Hans-Georg Benthack wurde am 02.03.1894 in Hamburg geboren und trat am
21.11.1914, als Kriegsfreiwilliger, der Kaiserlichen Armee bei, wo er bis zum
31.07.1915 seinen Dienst beim II. Ersatz-Bataillon des
Garde-Fußartillerie-Regiments 2 versah. In jener zeit wurde er bis zum
Vizefeldwebel befördert. Zwischenzeitlich versah er vom 24.01. bis zum
19.02.1915 seinen Dienst bei der 1. Batterie des Regiments.
Am 19.02.1915 wechselte Benthack zum leichten Munitionsabschnitt des Regiments
und wurde am 31.07.1915 zur 273. Fußartillerie-Batterie versetzt. Dort
erfolgte dann am 20.11.1917 die Beförderung zum Leutnant. Als solcher wurde er
am 26.10.1916 zur Artillerie-Messtruppe 10 versetzt, um vom 16.12.1917 bis zum
15.11.1918 seinen Dienst beim Ersatz-Bataillon des Fußartillerie-Regiments 16
zu versehen. Dort übernimmt er am 15.11.1918 den Posten des
Regimentsadjutanten und wird als solcher am 10.06.1919 aus dem Heeresdienst
verabschiedet.
Sein Werdegang bis zum 13.05.1936 ist bisher nicht bekannt. So besteht er vom
13.05.1936 bis zum 19.05.1936 eine Auswahlprüfung beim 3.
Beobachtungs-Bataillon in Jüterbog und wird dort bis zum 30.09.1936 zunächst
angestellt.
Am 01.10.1936 dem Heer beigetreten, gehörte er zunächst zum Stab der neuen
Beobachtungs-Abteilung 20, in der Mackensen-Kaserne in Hamburg-Alsterdorf, und
wird dort am 02.01.1937 zum Hauptmann befördert. Am 12.10.1937 zum
Batteriechef in der Abteilung ernannt, besucht er vom 11.02.1938 bis zum
24.02.1938 einen Lehrgang für Offiziere der Artillerie-Beobachter-Truppe,
sowie vom 06.06.1939 bis zum 30.06.1939 einen Lehrgang für
Artillerie-Beobachter.
Am 21.10.1939 übernimmt Benthack das Kommando über die Beobachtungs-Abteilung
20 und führt diese durch den Frankreich-Feldzug sowie im Sommer 1941 gegen die
Sowjetunion. Zwischenzeitlich war er am 01.01.1940 zum Major befördert worden.
In den Augen seiner Vorgesetzen war Benthack ein ausgezeichnete Kommandeur,
der sich schnell bei der schießenden Artillerie zurechtfand.
Am 21.11.1941 übernimmt er den Posten eines Lehrgangsleiters beim
Ausbildungsstab "B" an der Artillerieschule II in Jüterbog, wo er am
17.12.1941 zum Oberstleutnant befördert wurde. Zwischen seiner Verwendung als
Lahrgangsleiter besuchte er vom 29.06. bis zum 31.07.1942 einen Lehrgang für
Regiments-Kommandeure an der Artillerieschule I in Berlin.
Am 30.03.1943 übernimmt er das Kommando über die II. Abteilung des
Artillerie-Regiments (mot.) 25 und wird dann am 17.05.1943 in die
Führer-Reserve des OKH versetzt, wo man ihn am 01.06.1943 zum Obersten
befördert.
Als solcher wird er am 15.08.1943 Kommandeur des Artillerie-Regiments 619 der
Festungs-Division "Kreta". Nachdem er am 01.12.1943 den Posten als
Regiments-Kommandeur abgab, wurde er zum Festungs-Artilleriekommandanten "Kreta"
ernannt, um am 09.10.1944 zum Festungskommandanten Kretas ernannt zu werden.
Weiterhin wurde er so in Personalunion mit der Führung der 133.
Festungs-Division beauftragt. Seine Befähigung im Umgang mit der schießenden
Artillerie, als ehemaliger Kommandeur einer Beobachtungs-Abteilung, machten
ihn zum bestgeeignetsten Kommandeur auf Kreta.
Am 01.12.1944 wird er, unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor,
Kommandeur der 133. Festungs-Division, der späteren Festungs-Division "Kreta".
Bei Kriegsende standen der Division 45.000 Partisanen und rund 2000 Engländer
gegenüber.
Bei Kapitulation der deutschen Wehrmacht, wurde die Division der englischen
Armee unterstellt und ging dann erst im Juni 1945 in Gefangenschaft, aus der
Benthack im Mai 1948 zurückkehrte. Da Benthack am 20.05.1945 ja noch in
militärischen Diensten und Verantwortung stand, beantragte er bei Dönitz die
Verleihung von 5 Ritterkreuzen nach eigenem Ermessen. Damit sollte die Haltung
und die Standfestigkeit der deutschen Soldaten auf Kreta eine Ehrung erhalten.
Dönitz gewährte bereits am 21.05. die Verleihung von vier Ritterkreuzen, plus
das Ritterkreuz an Benthack selbst.
Zu jenem Zeitpunkt war es Dönitz jedoch nicht mehr erlaubt Verleihungen von
Ritterkreuzen auszusprechen. Somit ist eine Verleihung des Ritterkreuzes an
Generalmajor Benthack vom 21.05.1945 rechtsunwirksam, da zu jener Zeit die
Wehrmacht bereits kapituliert und der Oberbefehlshaber sämtlicher
Befehlsgewalt entzogen war.
Das Verleihungsdatum vom 10.05.1945 wurde eigenmächtig durch den damaligen
Vorsitzenden der Ordenskommission der OdR festgelegt.
Hans-Georg Benthack verstarb am 17.08.1973 in Hamburg.