Wilhelm Otto Julius Berlin wurde am 28.04.1889 in Köln am Rhein geboren trat
nach der schulischen Ausbildung zum Kadettenkorps über. Von dort kommt er als
Fähnrich am 13.03.1909 zum badischen Fußartillerie-Regiment Nr. 14, wo er
zunächst zur 6. und dann zur 1. Batterie gehörte und am 27.01.1910 die
Beförderung zum Leutnant erhielt.
Am 01.10.1910 zur Artillerie- und Ingenieur-Schule und vom 01.02.1914 bis zum
01.08.1914 zur Militärtechnischen Akademie kommandiert, übernimmt Berlin am
02.08.1914 den Posten des Nachrichten-Offiziers bei der Kommandantur der Feste "Kaiser
Wilhelm II" und vom 25.08. bis zum 01.09.1914 bei der Kommandantur des
Gouvernement Straßburg.
Am 02.09.1914 wird er in den Stab des XV. Reserve-Korps versetzt und dort am
25.02.1915 zum Oberleutnant befördert.
Am 17.09.1914 an der Westfront im Einsatz, übernimmt er am 01.05.1915 die
Führung der Mörserbatterie 216 und wird dann am 06.07.1915 Führer der 3.
Batterie im Fußartillerie-Regiment 14 an der Ostfront, bzw. später an der
Westfront. Dort wird er am 02.06.1916 Adjutant beim General der Fußartillerie
Nr. 8 und wird nach der Umwandlung des Generals der Fußartillerie Nr. 8 in
Artillerie-Kommandeur 126 als Adjutant in den Stab kommandiert und am 18.08.1917
zum Hauptmann befördert.
Es folgen dann vom 10.09. bis zum 15.09.1917 eine Kommandierung zum Lehrgang an
der Heeresgasschule Berlin und vom 16.07. bis zum 25.07.1918 eine Kommandierung
zum II. Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 88, ebenso wie vom 01.08. bis
zum 04.09.1918.
Am 18.12.1918 trat er dann zum Ersatztruppenteil des Fußartillerie-Regiments 14
zurück und wird am 21.03.1919 zum Führer der schweren Freiwilligen-Batterie 1
der 29. Infanterie-Division ernannt, bzw. am 18.04.1919 zum Führer der 2.
Batterie des schweren Reichswehr-Artillerie-Regiments 13.
Ab dem 25.09.1919 ist er Führer der Batterie "Berlin" der II. Abteilung
des leichten Reichswehr-Artillerie-Regiments 13 und ab dem 25.10.1919 Führer der
2. Batterie der I. Abteilung des Reichswehr-Regiments 13. Mit Wirkung vom
01.10.1919 wird er dann am 01.12.1919 zum Chef dieser 2. Batterie ernannt.
Vom 10.03.1920 bis zum 28.03.1920 zum Sportlehrgang nach Cannstatt kommandiert,
kehrt er zu seiner Batterie zurück, die am 10.06.1920 in 5. Batterie umbenannt
wird. Außerdem wird er dann am 22.09.1920 als Hauptmann beim Stabe in den Stab
des Regiments versetzt und verbleibt dort auch nach der Umbenennung des
Regiments in Artillerie-Regiment 5 am 27.09.1920.
Vom 20.04. bis 25.04.1921 und vom 05.07. bis zum 18.07.1921 auf eine Übungsreise
im Wehrkreis V kommandiert, nimmt er vom 19.07. bis zum 19.08.1921 an einem
Lehrkursus für Rittmeister an der Kavallerieschule Hannover teil und wird am
01.10.1923 Chef der 5. Batterie des Artillerie-Regiments 5, seiner alten 2.
Batterie.
Am 15.06.1925 schließt sich die Kommandierung zum Schießlehrgang am
Infanterie-Geschütz in Senne an, wobei die Kommandierung am nächsten Tag
aufgehoben wurde. Stattdessen erfolgte am 01.03.1926 die Versetzung in den Stab
der I. Abteilung des Regiments und vom 29.09. bis zum 27.10.1926 die Teilnahme
an einer Pionier-Übungsreise.
Mit Wirkung vom 01.02.1927 wird Berlin am 08.01.1927 als Lehrer an die
Artillerieschule kommandiert und am 01.08.1927 zur 1. (reitenden) Batterie des
Artillerie-Regiments 5 versetzt.
Am 25.10.1927 wieder in den Stab der I. Abteilung versetzt, bleibt seine
Kommandierung zur Artillerieschule jedoch weiterhin wirksam. Am 01.04.1929 wird
er dann zur 1. Batterie des Regiments versetzt, wobei er vom 22.08. bis zum
30.09.1929 zum Truppenamt kommandiert wurde.
Dann vom 23.02. bis zum 02.03.1930 Teilnehmer am Gasschutz-Lehrgang E in Berlin,
wird er mit Wirkung vom 01.10.1930 zum Reichswehr-Ministerium kommandiert und
dort am 01.11.1930 zum Major befördert. Mit Wirkung vom 01.02.1931 erfolgte dann
die Versetzung in die Inspektion 4 des Ministeriums.
Vom 17.10.1933 bis zum 10.11.1933 zum Lehrgang B für Artillerie-Offiziere in
Jüterbog kommandiert, wird er am 01.05.1934 zum Oberstleutnant befördert und am
01.10.1934 zum Kommandeur der II. Abteilung des Artillerie-Regiments Jüterbog
ernannt, das am 01.05.1935 in Artillerie-Lehr-Regiment umbenannt wird. Weiterhin
wird er dann ab dem 13.06.1935 als Sachverständiger zu Übungen kommandiert, um
am 15.10.1936 wieder die II. Abteilung zu übernehmen.
Am 16.03.1936 wird er mit Wirkung vom 01.05.1936 zum Höheren Artillerie-Offizier
beim Kommando der Panzertruppen ernannt und als solcher am 20.04.1936 zum Oberst
befördert. Dort gehörte er dann ab dem 06.10.1936 zum Stab des Kommandos der
Panzertruppen, wo er die Uniform des Artillerie-Regiments 5 zu tragen hat.
Am 12.10.1937 wird er zum Kommandeur des Artillerie-Regiments 33 ernannt und
wird vom 05.12.1938 bis zum 22.03.1939 zum Artillerie-Regiment 96 kommandiert.
Wieder bei seinem Regiment nimmt er am Polen-Feldzug teil und wird mit Wirkung
vom 30.09.1939 Artillerie-Kommandeur 101. Als solcher erfolgte am 29.02.1940 die
Beförderung zum Generalmajor.
Nach dem Frankreich-Feldzug wird er am 06.06.1940 in die Führer-Reserve
versetzt, unter Zuteilung zur Artillerieschule, um mit Wirkung vom 25.07.1940
wieder den Posten des Artillerie-Kommandeurs 101 zu übernehmen.
Mit Wirkung vom 10.10.1940 ist er dann Kommandeur der Artillerieschule II in
Jüterbog und wird so am 15.02.1942 zum Generalleutnant befördert.
Mit Wirkung vom 05.04.1943 erfolgte dann die erneute Versetzung in die Reserve,
am Standort Jüterbog, um mit Wirkung vom 01.05.1943 die Vertretung des
beurlaubten Generalleutnants von Graffen, als Kommandeur der 58.
Infanterie-Division, der Heeresgruppe Nord, zu übernehmen. Berlin war bereits
vom 29.04. bis zum 16.06.1943 Führer der Division.
Mit Wirkung vom 17.06.1943 wird er am 24.08.1943 zum Kommandeur der 227.
Infanterie-Division ernannt und wird als solcher am 12.02.1944 im
Wehrmachtsbericht genannt.
Im Februar 1944 stand die Division in Abwehrkämpfen im Raum Narwa bei Kriwasao,
am Sirgula-Sumpf und im Raum Omati. Bei den schweren Kämpfen bei Wolossowo,
Jamburg und Narwa zeigte Berlin straffe und wendige Führung und bewies
ausgezeichnete Bewährung, wofür er am 06.03.1944 mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet wurde.
Am 24.03.1944 wird Berlin mit Wirkung vom 15.02.1944 mit der stellvertretenden
Führung der Gruppe Sponheimer, dem LIV. Armee-Korps, beauftragt, bzw. vom 11.05.
bis zum 15.06.1944 des XXVI. Armee-Korps.
Mit Wirkung vom 21.07.1944 übernimmt er dann die Geschäfte des Generals der
Artillerie beim Chef des Generalstabes des Heeres und wird dann mit Wirkung vom
10.07.1944 in die Führer-Reserve versetzt, wo er am 20.10.1944 zum General der
Artillerie befördert wird.
Mit Wirkung vom 25.11.1944 erfolgte dann die Ernennung zum General der
Artillerie beim OKH, wobei er unter Beibehaltung seiner Dienststellung vom
27.02. bis zum 18.04.1945 mit der Führung des CI. Armee-Korps beauftragt wurde.
Am 10.04.1945 erfolgte dann die Ernennung zum General der Artillerie im
Oberkommando der Wehrmacht.
Wilhelm Berlin verstarb am 15.09.1987 in Hamburg.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
