Julius Hans Camillo Friedrich Leo Ludwig von Bernuth wurde am 12.08.1897 in
Metz in Lothringen geboren, besuchte die Kadettenanstalt Karlsruhe und dann die
Haupt-Kadettenanstalt Berlin-Lichterfelde, um dann am 10.08.1914 als
Fahnenjunker dem 1. Großherzoglich-Hess. Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115
beizutreten. Am 27.08.1914 erfolgte die Überweisung zum Regiment ins Feld, wo er
am 08.10.1914 zum Leutnant ohne Patent befördert wurde.
Am 27.11.1914 zum Feld-Bataillon 7 versetzt, kommt von Bernuth am 03.02.1915 in
das Reserve-Infanterie-Regiment 254 und von dort am 18.03.1915 zum
Infanterie-Regiment 115. Ab dem 05.06.1915 in der Ersatz-Brigade 49, kommt er am
28.02.1917 zunächst in das Infanterie-Regiment 365 und kehrt dann am 13.12.1918
wieder zum Infanterie-Regiment 115 zurück.
Mit Ende des Krieges tritt er am 04.03.1919 dem hessischen
Freikorps-Infanterie-Regiment 115 bei und kommt am 01.10.1919 in das
Reichswehr-Schützen-Regiment 35, bzw. am 01.06.1920 in das
Reichswehr-Infanterie-Regiment 22.
Am 01.01.1921 erfolgte die Versetzung in die 16. Kompanie des 15.
Infanterie-Regiment, wo er am 01.04.1925 zum Oberleutnant befördert wurde.
Vom 01.03.1926 bis zum 29.08.1931 an der Infanterieschule, kommt er am
01.10.1928 gleichzeitig in den Stab der 7. Division bzw. ab dem 01.10.1930 bei der 6.
Division, wo er eine Führergehilfen-Ausbildung erhalt und am 01.04.1931 zum
Hauptmann befördert wird. Als Lehrer and er Infanterieschule München erhält er
am 10. Jahrestag des Marsches auf die Feldherrnhalle den Blutorden.
Am 29.08.1931 kommt er in den Stab des Infanterieführers II und von dort am
07.03.1932 ins Reichwehr-Ministerium (T 4). Am 01.10.1934 wird er zum Chef einer
Kompanie im Infanterie-Regiment München ernannt und ist ab dem 15.10.1935 Chef
der 2. Kompanie im Gebirgsjäger-Regiment 100, wo er am 01.01.1936 zum Major
befördert wird.
Von Bernuth wechselt dann am 07.03.1936 als Ia in den Stab der 17.
Infanterie-Division und wird am 01.08.1937 zum Taktiklehrer an der
Kriegsakademie bestimmt, wo er am, 01.01.1939 zum Oberstleutnant im Generalstab
befördert wird.
Vom 10.08.1939 bis zum 15.10.1939 Ia und O 1 im Panzerverband Ostpreußen, auch
Panzer-Division Kempf genannt, übernimmt er am 15.03.1940 den Posten des Chefs
des Generalstabes des XV. Armee-Korps (mot.). In Abwesenheit des Kommandierenden
Generals Hermann Hoth übernahm von Bernuth am 22.05.1940 die nötige Abwehr des
Versuches über Cambrai und Arras in Richtung Bapaume durchzubrechen und
beeinflusste so durch sein Eingreifen den Kriegsfluss entscheidend. Am
05.08.1940 erhielt er dafür das Ritterkreuz.
Nach Ende der Kampfhandlungen im Westen wird er am 26.10.1940 zum Chef der 4.
(Ausbildungs-) Abteilung im Generalstab des Heeres ernannt und ist ab Juni 1941
Verbindungsoffizier des OKH zur Heeresgruppe Süd und wird zwischendurch am
01.12.1940 zum Oberst i.G. befördert.
Ab dem 10.01.1942 Chef des Stabes der 4. Armee und dort am 01.04.1942 zum
Generalmajor befördert, startete er am 12.07.1942 gegen 15.30 Uhr vom
Armee-Hauptquartier zu einem Flug zum XXXX. Armee-Korps. Nach der späteren
Untersuchung wurde zunächst festgestellt, daß der zu überfliegende Raum
feindfrei gewesen sein muss. Da von Bernuth bis zum nächsten Tag nicht von
diesem Flug zurückkehrte befürchtete man Schlimmeres und sandte Suchtrupps aus.
Am 14.07.1942 fand der Ib der 79. Infanterie-Division bei Ssochkranaja den
abgestürzten Fieseler Storch und in dessen Nähe die Leiche von Bernuths und des
Piloten Oberfeldwebel Linke. Anscheinend war das Flugzeug durch Erdbeschuss zum
Landen gezwungen und beide Insassen durch Kopfschuss umgebracht worden. Beide
Soldaten wurden am 16.07.1942 auf dem Friedhof Frolowskij beigesetzt.