Gerhard Berthold wurde am 12.03.1891 in Schneeberg im Erzgebirge geboren und
trat am 01.04.1910 als Einjährig-Freiwilliger dem Kgl. Sächsischen 7.
Infanterie-Regiment "König Georg" Nr. 106 bei. Am 07.08.1914
wechselte er als Vizefeldwebel in das kgl. Sächsische 3. Infanterie-Regiment Nr.
102 "König Ludwig III. von Bayern", wo er unter anderem als Zugführer,
Kompanieführer und Adjutant verwendet wurde. Den 1. Weltkrieg beendete Berthold
im Rang eines Oberleutnants zu dem er am 20.06.1918 befördert worden war.
Berthold kämpfte ausschließlich an der Westfront.
Er kam dann am 01.10.1919 zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 24 und am
01.10.1920 zum Infanterie-Regiment 10, um dann am 01.10.1921 in das 11. (Sächs.)
Infanterie-Regiment zu wechseln, wo er am 01.12.1926 zum Hauptmann befördert
wurde.
Am 01.02.1927 kommt er in den Stab der 1. Division und wird am 01.03.1929 zum
Chef einer Kompanie im 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment ernannt. Von dort
wechselt er dann am 01.04.1930 in die Wehrmachtsabteilung des
Reichswehr-Ministeriums und wird am 01.05.1932 Chef der 1. Kompanie des 10.
(Sächs.) Infanterie-Regiments, wo er am 01.04.1933 zum Major befördert wird.
Ab dem 01.07.1935 im Generalstab des Heeres und dort am 01.10.1935 zum
Oberstleutnant befördert, wird er am 01.10.1937 Ia des VIII. Armee-Korps und als
solcher am 01.03.1938 zum Oberst befördert.
Am 10.11.1938 kommt Berthold in den Stab des Infanterie-Regiments 17 und wird im
Zuge der allgemeinen Mobilmachung, am 26.08.1939 zum Kommandeur des
Infanterie-Regiments 82 ernannt, mit dem er am Polen-Feldzug teilnimmt. Nach
Ende der Kämpfe wird er zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 17 ernannt und
nimmt mit diesem an den Kämpfen in Belgien und Frankreich teil.
Nach Beginn des Russland-Feldzuges wird Berthold am 15.08.1941 mit der Führung
der 31. Infanterie-Division beauftragt und wird unter gleichzeitiger Beförderung
zum Generalmajor am 01.09.1941 zum Kommandeur der Division ernannt. Während der
Angriffsschlacht im Raum Brjansk erhielt Berthold vom Infanterie-Regiment 17 am
06.10.1941 gegen 10.00 Uhr die Nachricht von einem gegnerischen Panzerangriff im
Abschnitt des Regiments. Sofort entschied sich der General ohne Rücksicht auf
feindliches Störungsfeuer sofort auf das Kampffeld zu fahren, um dort persönlich
die Gefechtsleitung zu übernehmen. Durch seinen Einsatz wurde ein teil der
Panzer zum Rückzug gezwungen, bzw. blieben vor den eigenen Linien liegen.
Eingebrochene Panzer wurden vernichtet. Berthold führte die
Panzerjäger-Abteilung der Division, sowie ein 8,8-cm-Flakgeschütz persönlich auf
dem Gefechtsfeld im Raum Shirjatino. Der Angriff von 52 Panzern der 108.
sowjetischen Panzer-Division wurde so vernichtend abgeschlagen. Berthold erhielt
für diesen persönlich geführten Einsatz am 04.12.1941 das Ritterkreuz.
Am 20.01.1942 wird er bis zum 24.02.1942 mit der Führung des XXXXIII.
Armee-Korps beauftragt und übernimmt dann wieder das Kommando über die 31.
Infanterie-Division.
Während des Sturmangriffes des III. (Jäger) Bataillons des Infanterie-Regiments
17 auf Saizewa-Gora, an der Rollbahn Roslawl-Juchnow, fällt Berthold am
14.04.1942 bei Korolevka im Kampf und wird am 10.06.1943 post mortem zum
Generalleutnant mit Wirkung vom 01.04.1942 befördert.
Über den militärischen Werdegang Bertholds, ab dem Eintritt in das Sächsische
Heer bis zur Beförderung zum Hauptmann, bestehen divergierende Angaben, die auf
Wunsch nachgetragen werden können.
|
Beförderungen |
|
Auszeichnungen |
|
Vizefeldwebel |
07.08.1914 |
|
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
04.12.1941 |
|
Fähnrich |
05.03.1915 |
|
Eisernes
Kreuz II. Klasse - 1. WK |
? |
|
Leutnant |
16.05.1916 |
|
Eisernes
Kreuz I. Klasse - 1. WK |
? |
|
Oberleutnant |
20.06.1918 |
|
Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse |
15.09.1939 |
|
Hauptmann |
01.12.1926 |
|
Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse |
01.10.1939 |
|
Major |
01.04.1933 |
|
|
|
|
Oberstleutnant |
01.10.1935 |
|
|
|
|
Oberst |
01.03.1938 |
|
|
|
|
Generalmajor |
01.09.1941 |
|
|
|
|
Generalleutnant |
10.06.1943 |
|
|
|