Ludwig Bertram wurde am 08.01.1917 in Schifferstadt, im Kreis Speyer
geboren und absolvierte vom 01.04.1838 bis zum 26.10.1938 seinen Arbeitsdienst
in der RAD-Abteilung 8/321 in Bürstadt in der Pfalz.
Am 15.11.1938 trat er dann der 2. Batterie der Beobachtungs-Abteilung 33 in
Mannheim bei und wurde am 11.07.1939 in die I. Abteilung des
Artillerie-Regiments 41 nach Ulm versetzt, mit der 6. Batterie kommt er so ab
dem 06.09.1939 am Westwall zum Einsatz.
Am 26.10.1939 erhält er eine Kommandierung zum 6. Lehrgang des 2.
Offiziers-Anwärter-Lehrgangs an der Waffenschule der Artillerie in Jüterbog
und wird am 26.01.1940 zum Zugführer in der 2. Batterie der
Beobachtungs-Abteilung 29 ernannt, mit der er am Frankreich, Balkan- und
Russland-Feldzug teilnimmt. In dieser Zeit wird er am 19.07.1940 zum Leutnant
und am 16.03.1942 zum Oberleutnant befördert.
Am 19.12.1942 im Kampf verwundet und über das Feldlazarett 2/542 in das
Kriegslazarett 3/352 (R) in der Ukraine verlegt.
Nach seiner Genesung kommt Bertram am 26.01.1943 in die Beobachtungs-Ersatz-
und Ausbildungs-Abteilung 6 nach Lemgo und tritt am 01.09.1943 eine
Kommandierung zur Umschulung an die VI. Abteilung des
Artillerie-Lehr-Regiments (mot.) 2 zum Lehrstab B nach Jüterbog an.
Mit Ende der Ausbildung übernimmt er am 07.10.1943 die Führung der 1. Batterie
der Sturmgeschütz-Brigade 237 an der Ostfront und wird am 01.04.1944 Chef der
1. Batterie der Sturmgeschütz-Brigade 237.
Nach Vorstoß der sowjetischen Kräfte über den Bug, südlich Brest-Litowsk, kam
die 1. Batterie vom 24. bis zum 28.07.1944 im Raum Miedzyrzec, am
Straßenknotenpunkt zwischen Brest-Litowsk und Warschau, zum Einsatz. Dabei
mussten die Geschütze der 1. Batterie in der Nacht vom 25. auf den 26.07. eine
Absetzbewegung decken und kehrte am nächsten Morgen nach Miedzyrzec zurück,
das jedoch von den eigenen Truppen bereits verlassen wurde. Der Gegner
versuchte nun die HKL zu durchbrechen, um die Ortschaft zu erobern. Bertram
gelang es dabei mit nur vier einsatzbereiten Geschützen sämtliche Angriffe
abzuwehren und die Stadt ohne infanteristische Unterstützung bis zum Abend zu
halten. Durch den Einsatz der Sturmgeschütze konnte der Gegner entscheidend
aufgehalten und eine neue Abwehrlinie in Richtung Warschau aufgebaut werden.
Dafür erhielt Bertram am 12.08.1944, als 5. Angehöriger der
Sturmgeschütz-Brigade 237, Geschützführer im Wagen 11, nach 12
Panzerabschüssen, das Ritterkreuz.
Vom 17.09.1944 bis zum 25.04.1945 Chef der 1. Kompanie der
Sturmpanzer-Abteilung 219, wird er dort am 20.10.1944 zum Hauptmann befördert
und am 15.04.1945 in die Führer-Reserve, unter gleichzeitiger Kommandierung an
die Fahnenjunkerschule der Artillerie in Kammwald in Böhmen, versetzt. Dieser
Befehl erreichte die Truppe jedoch nicht mehr und Bertram verblieb in seiner
Dienststellung.
Am 26.04.1945 übernimmt er dann noch kurz vor Kriegsende das Kommando über die
I. Abteilung der Panzer-Jagd-Brigade 219 bei den Kämpfen im Osten
Deutschlands.
Nach Kriegsende gelingt es Bertram sich der Kriegsgefangenschaft zu entziehen.