Paul Betz wurde am 10.07.1895 in Hamburg-Harburg geboren
und trat 18. August 1914 in das Pionierbataillon 9 ein und wurde am 8. Mai
1915 zum Fähnrich und am 5. August 1915 zu Leutnant befördert. Seinen weiteren
Kriegsdienst versah er als Zugführer im 3. Rheinischen Pionierbataillon 30.
Den 1. Weltkrieg beendete er als Inhaber beider Eisernen Kreuze von 1914 und
des Verwundetenabzeichens.
Von November bis zum 31. Dezember 1918 tut er wieder
Dienst beim Pionierbataillon 9 und wird dann aus der Armee entlassen. Vom 17.
Mai bis 15. Juli 1934 nimmt er an einem Auswahlkurs an der Armeesportschule in
Wünsdorf teil und belegt anschließend einen Kurs zur Reaktivierung in
Sperenberg, an dessen Ende er am 1. Oktober 1934 mit der Beförderung zum
Hauptmann wieder in das Heer eintritt.
Er übernimmt sofort eine Kompanie des Pionierbataillons
Sperenberg und wechselt am 15. Oktober 1935 als Chef der 1. Kompanie zum
Pionierbataillon 20 der 20. Division in Hamburg, wo er bis zum 12. Oktober
1937 verbleibt. Anschließend ist er Ausbilder an der Kriegsschule in München,
wird hier am 1. April 1939 zum Major befördert und wechselt am 26. August 1939
in die Führerreserve OKH. Ab dem 12. September 1939 ist er im Stab des
Militärkommandeurs von Posen und erhält am 22. Oktober die Spange zum EK II
von 1914. Mit dem 30. Oktober wird er Kursleiter der technischen Kurse an der
Pionierschule II, wo er bis zum 5. Februar 1940 verbleibt.
Anschließend ist er Kommandeur des
Pionier-Lehr-Bataillons 2 und wird in dieser Funktion am 1. September 1940 zum
Oberstleutnant ernannt. Am 1. Mai 1941 wird er Kommandeur des mit diesem Tag
aufgestellten Pionierbataillons 900, welches in Afrika eingesetzt wird. Am 24.
November 1941 verlässt er diesen Posten und kommt in die Führerreserve und
später zum WK VII, wo er bis zum 28. Februar 1942 verbleibt, um dann
Kommandeur des Pionier-Lehr-Bataillons 1 zu werden. Vom 15. Juli 1942 an steht
er dann der Pionierschule II zur Verfügung, um am 21. Juli den
Pionier-Regiment-Stab z.b.V. 700 am Südflügel der Ostfront zu übernehmen,
nachdem er am 1. April 1942 zum Oberst befördert worden ist. Ab dem 5.
Dezember 1943 ist er Kommandeur der Kampfgruppe Betz und gleichzeitig
Korpspionierführer des XXXXIX. Gebirgskorps.
Am 12.01.1944 wird er durch den kommandierenden General
des XXXXIX. Gebirgs-Korps, General der Gebirgstruppe Konrad, für die
Eignungsliste für Divisionskommandeure vorgeschlagen:
"An das Generalkommando V. Armee-Korps (IIa);
Betreff: Eignungsliste
Ich beabsichtige Oberst Betz bei der nächsten
Vorlage der Eignungslisten in die Eignungsliste für Divisionskommandeure mit
dem vermerk - uneingeschränkt geeignet - aufzunehmen. Hierzu bin ich infolge
neuer Verwendung des Obersten Betz beim V. Armee-Korps nicht mehr in der
Lage. Ich bitte daher, von dort aus Oberst Betz in die Eignungsliste der
Divisionskommandeure aufzunehmen."
Am 10. Februar 1944 erhält er das Deutsche Kreuz in
Gold, als Oberst und Kommandeur des Pionier-Regiments-Stab 700, und mit dem 1.
April 1944 wird er Festungskommandant von Sewastopol und Kommandeur des
Feldausbildungsregiments 615 (auch GR 615), welches der 98. ID im Endkampf um
die Krim unterstellt wurde.
Am 01. Mai übernimmt er die Führung der 50. ID für den
verwundeten Generalleutnant Sixt und fällt am 10. Mai 1944 bei einem
Tieffliegerangriff bei Sewastopol. Paul Betz erhält posthum am 16. Juni 1944
das Ritterkreuz des Eisernen Kreuz für seine Verdienste bei der Führung der
50. ID und wird am 28. Juni 1944 nachträglich zum Generalmajor befördert, mit
der Wirkung vom 01.05.1944 und einem Rangdienstalter ebenfalls vom 01.05.1944.
Die Begründung für die posthume Verleihung des
Ritterkreuzes lautet folgendermaßen:
"Am Morgen des 08.05.1944 hatte der Russe im Raum
Sewastopol die Sapunhöhen genommen und war bis zum Weingut Nikolajewka und
zum Englischen Friedhof durchgestoßen. Die Kampfgruppen Marienfeld (50. ID)
und Faulhaber (98. ID) traten zum Gegenangriff in Richtung auf den Kamm der
Sapun-Berge an und verhinderten den drohenden Zusammenbruch der Front. In
der Nacht vom 08. zum 09.05.1944 gelang der Übergang über die
Ssewernaja-Bucht. Dann wurde der Regimentsstab 123 mit den Bataillonen
II./121 und III./122 alarmiert und hinter der Nikolajewka-Stellung von
Oberst Betz persönlich zum Angriff auf den durchgebrochenen Feind angesetzt.
Das III./122 eroberte die Höhen beim Weingut Nikolajewka zurück. Oberst
Betz, der sich schon als Kampfgruppenführer und Korps-Pionierführer des
XXXXIX. Gebirgs-Korps bewährt hatte, führte auch jetzt die 50.
Infanterie-Division ohne Rücksicht auf seine Person. Am Abend des 09.05.1944
begab er sich nach vorn zu seinen Regimentern und fiel durch Fliegerangriff
in der Stellung des Grenadier-Regiments 121."