Clemens Betzel wurde am 09.06.1895 in Ulm geboren,
besuchte von 1905 bis 1914 das Gymnasium in München und trat dann, am
06.08.1914, als Fahnenjunker dem 1. Bayr. Fussartillerie-Regiment bei, wo er
kurze Zeit später zum Batterieoffizier bzw. Batterieführer ernannt wurde.
Am 01.09.1914 in die 2. Batterie des Fussartillerie-Regiments 6 ins Feld
versetzt, kommt Betzel am 21.11.1917 zum Bayr. Artillerie-Kommandeur 9, bzw. am
05.09.1918 in den Stab des bayerischen Fussartillerie-Bataillons 22. Von dort
wechselt er am 24.12.1918 ins bayerische Fussartillerie-Regiment 1 und wird am
15.06.1919 zum Ordonnanzoffizier der schweren Artillerie-Abteilung 21 ernannt.
Ab den 13.09.1919 Sportoffizier beim Stab des Artillerie-Regiments 21, wird
Betzel am 01.10.1920 in die Fahr-Abteilung 7 versetzt und besucht vom 01.05. bis
zum 15.08.1924 einen Waffenschullehrgang und erhält vom 30.09.1925 bis zum
06.11.1925 eine Ausbildung an Festungsgeschützen in Königsberg.
Am 01.10.1926 wird er zum Batterieoffizier in der 5. Batterie des
Artillerie-Regiments 7 ernannt und erhält am 24.02.1927 eine Wehrkreisprüfung.
Weiterhin wechselt er am 01.03.1928 in den Stab der I. Abteilung und wird am
01.10.1928 zum Chef der 4. (Gebirgs-) Batterie des Regiments ernannt.
Vom 19.09.1929 bis zum 02.10.1929 Teilnehmer am Lehrgang für Offizier-Lehrer,
wird er am 30.09.1930 aus dem Dienst verabschiedet und besucht ab dem 01.10.1930
ein Semester Volkswirtschaft an der Technischen Hochschule in München, um am
01.04.1931 zum L-Offizier beim Wehrkreis-Kommando VII bei der Wehrwerbestelle
Würzburg ernannt zu werden. Daraufhin wird er am 30.09.1933 erneut
verabschiedet.
Betzel trat dann am 01.10.1933 der SA bei und wird dort Ausbildungsleiter beim
Stab der SA-Standarte 79, wo er den Rang eines SA-Obersturbannführers übernimmt.
Am 30.09.1938 erhält er das Recht zum Tragen der Uniform des
Artillerie-Regiments 7 und wird am 25.08.1939 als Major z.V. und Kommandeur der
II. Abteilung des Artillerie-Regiments 93 beim Heer angestellt. Mit seiner
Abteilung nimmt er am Polen- und Frankreich-Feldzug teil und wird am 07.01.1941
zum Kommandeur der III. Abteilung des Artillerie-Regiments 103 ernannt, mit der
er am Feldzug gegen die Sowjetunion teilnimmt. Dort wird er am 05.12.1941 zum
Kommandeur des Artillerie-Regiments 103 ernannt, das er am 20.01.1942 übernimmt.
Am 01.04.1942 zum Oberst befördert, übernimmt Betzel am 30.01.1944 die Führung
der 4. Panzer-Division, die er am 03.03.1944 wieder abgibt. Noch am selben Tag
in die Führer-Reserve versetzt, nimmt er vom 15.03. bis zum 20.04.1944 am 10.
Divisions-Führer-Lehrgang teil, wobei er zwischenzeitlich am 20.03.1944 zur
Heeresgruppe A kommandiert wurde, um dort als stellvertretender
Divisionskommandeur und stellvertretender Führer der 9. Panzer-Division
beauftragt wurde. Bereits am 19.09.1943 hatte Betzel die Anerkennungsurkunde als
Oberst und Kommandeur des nunmehrigen Panzer-Artillerie-Regiments 103 für eine
Tat vom 07. bis zum 15.07.1943 bei Bobrik.
Am 01.05.1944 übernimmt er ab dem 06.05.1944 erneut die Führung der 4.
Panzer-Division, wobei er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor, am
01.07.1944 das Kommando über die Division übernimmt.
Mit seiner Division gelang es Betzel am 03.07.1944 nach Norden über Nieswiec
vorzustoßen und die Ortschaft Horodciez einzunehmen. Außerdem stiess man weiter
auf Stolpce vor. Dadurch gelang es der 12. Panzer-Division das Südufer des
Abschnittes bei Stolpce zu gewinnen und so die Übergänge offen zu halten. Betzel
erhielt dafür am 05.09.1944 das Ritterkreuz.
Im Verlauf der weiteren Kämpfe wird Betzel am 03.11.1944 im Wehrmachtsbericht
genannt und trat vom 21.12 bis zum 28.12.1944 einen Urlaub an, nach dessen Ende
der wieder das Kommando über die 4. Panzer-Division übernimmt. Mit seiner
Division verhinderte er in Westpreußen Durchbruchsversuche des Gegners und
vernichtete dabei 113 Panzer und 41 schwere Pakgeschütze. Betzel befand sich
während dieser Kämpfe immer in vorderster Linie und hatte somit entscheidenen
Einfluss auf die Erfolge im Abwehrkampf. Die Division kämpfte im Raum
Schwetz-Tucheler Heide, bei Bütow und Karthaus. Betzel wird dafür am 11.03.1945
mit dem 774. Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Kurze Zeit später fällt
Clemens Betzel am 27.03.1945 in der Nähe des Güterbahnhofs in Danzig gegen 16.00
Uhr.