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Ritterkreuzträger Dr. Friedrich Bingemer
Oberst, Grenadiere

Friedrich Gebhard Bingemer wurde am 11.01.1893 in Pirmasens geboren und trat am 01.10.1912 als Einjährig Freiwilliger dem Kgl. Bayrischen 9. Infanterie-Regiment "Wrede" in Würzburg bei und besuchte ab 1914 die Kriegsschule in München.
Am 18.11.1914 stiess er vom Ersatz-Bataillon zum Feld-Regiment und wird dort mit der Führung der 4. Kompanie beauftragt, wo er jedoch bereits am 19.12.1914 erkrankt und ins Feld-Lazarett 10 nach Comines verlegt wird. Am 18.01.1915 einem Genesungsheim überführt, kommt Bingemer am 31.01.1915 zum I. Ersatz-Bataillon des 9. Bayr. Infanterie-Regiments und wird am 18.05.1915 dem 1. Rekruten-Depot zur Dienstleistung überstellt.
Vom 05.06.1915 zur 3. Ersatz-MG-Kompanie für die Dauer von 4 Wochen kommandiert, übernimmt er dort am 28.06.1915 die Führung des mob. MG-Zuges der Kompanie im Lager Hammelburg und erhält dann auch am 19.07.1915 die Versetzung zur Kompanie.
Am 26.07.1915 erfolgte dann die Ernennung zum Führer des Bayr. Feld-MG-Zuges Nr. 15 des 16. Bayr. Infanterie-Regiments, mit dem er am 29.09.1915 dem 2. Bayer. Infanterie-Regiment unterstellt wird.
Vom 14.01. bis zum 25.01.1916 zur Erhaltung der Dienstfähigkeit beurlaubt, tritt er mit Wirkung vom 10.04.1916 einen Erholungsurlaub für drei Wochen an.
Nach seiner Rückkehr im Raum Verdun im Einsatz, wird er dort am 26.05.1916 verschüttet und am 10.06.1916 am Kopf verwundet, kann aber bei der Truppe verbleiben.
Am 01.08.1916 dem I. Bataillon zugeteilt, erhält er vom 04.09. bis zum 24.09.1916 einen weiteren Urlaub zur Erhaltung der Dienstfähigkeit und übernimmt am 15.10.1916 die Führung der neuaufgestellten 1. MG-Kompanie des 2. Bayer. Infanterie-Regiments. Dort erkrankt er am 18.12.1916 und wird ins Feld-Lazarett 4 des I. Bayer. Armee-Korps eingeliefert, bzw. kommt am 19.12.1916 ins Festungs-Lazarett nach Metz und ab dem 01.01.1917 zur Kur nach Garmisch-Partenkirchen.
Nachdem er am 12.04.1917 zum Regiment zurückkehrte übernimmt er die Führung der 1. MG-Kompanie des 9. Bayer. Infanterie-Regiments und erhält vom16.07. bis zum 08.08.1917 Urlaub zur Erhaltung der Dienstfähigkeit. Nach seiner Rückkehr erkrankt er und kommt am 17.08.1917 in das Reserve-Lazarett im Krankenhaus Pirmasens und kehrt am 10.09.1917 zur 3. Ersatz-MG-Kompanie des I. Armee-Korps zurück. Von dort wird er mit Wirkung vom 10.10.1917 als Führer der 1. MG-Kompanie zum 2. Bayer. Infanterie-Regiment ins Feld versetzt, wo er am 12.10.1917 eintrifft. Am 01.12.1917 von der Kompanie-Führer-Stellung enthoben und zum stellvertretenden Führer der Kompanie ernannt, wird er ab dem 10.12.1917 als MG-Offizier im Stab des 2. Bayer. Infanterie-Regiments verwendet. Weiterhin übernimmt er vom 15.02. bis zum 22.02.1918 den Posten des stellvertretenden Adjutanten des Regiments, den er am 21.03.1918 erneut übernimmt, um am 16.04.1918 zum Adjutanten des Regiments ernannt zu werden.
Vom 21.06. bis zum 06.07.1918 im Urlaub, wird er am 28.08.1918 bei Folembay am linken Bein schwer verwundet, wobei ihm das rechte Schienbein ebenfalls zertrümmert wurde. Vom 29.08.1918 im Feld-Lazarett 196 und ab dem 06.09.1918 im Reserve-Lazarett Bad Neuenahr, kommt Bingemer am 19.10. ins Vereins-Lazarett Neuhausen I nach München, am 28.02.1919 nach München-Allach und am 07.03.1919 nach Bad Reichenhall.
Ab dem 15.05.1919 gehört er zum V. Bataillon des Wehr-Regiments München, mit dem er beim Niederhalten der kommunistischen Aufstände in München im Einsatz steht und wird am 01.10.1919 dem A-Bataillon des 2. Bayer. Infanterie-Regiments, wo er mit Wirkung vom 14.10.1919 in den Urlaub, bis zu seinem Ausscheiden aus dem Heeresdienst, der am 28.02.1920 erfolgte, geschickt wird.
Bingemer studiert dann Volkswirtschaft und promoviert 1922 zum Doktor.
Am 01.10.1934, wird er mit Wirkung vom 01.10.1934 als Oberleutnant a.D. in das E-Offizierskorps übernommen und beim Standortältesten Deggendorf in Niederbayern angestellt. Dort verbleibt er bis zum 31.10.1934 in einer freien Planstelle des Reichswehrministeriums und wird am 01.11.1934 zum Fürsorge-Offizier im Standort Deggendorf ernannt.
Am 01.01.1935 mit Wirkung vom 01.10.1934 als L-Offizier angestellt, ist er gemäss Verfügung vom 08.05.1934, am 28.01.1935 Hauptmann a.D. und Fürsorge-Offizier. Dann mit Wirkung vom 01.09.1935 in das aktive Offizierskorps übernommen, wird er gleichzeitig zum Infanterie-Regiment Nürnberg versetzt und dort der 17. Kompanie zugeteilt.
Im Zuge der neuen Wehrhoheit kommt Dr. Bingemer am 15.10.1935 als Chef der 3. Kompanie in das Infanterie-Regiment 63 und wird am 01.10.1936 als Hauptmann und Abteilungs-Chef zur Sonder-Abteilung VII nach Grafenwöhr kommandiert. Dem folgt am 14.01.1938 eine Kommandierung zum Gasschutz-Lehrgang beim General-Kommando des VIII. Armee-Korps.
Mit sofortiger Wirkung erfolgte am 21.05.1938 die Versetzung als Chef der 16. Kompanie zum E-Bataillon des Infanterie-Regiments 95, bzw. am 24.11.1938 die Versetzung in das Schützen-Regiment 12, wo er mit Wirkung vom 01.02.1939 zu den E-Offizieren überführt wird. Außerdem erfolgte am 01.02.1939 die Versetzung in den Stab der Grenzschutz-Kommandantur St. Wendel an der Saar, wo er am 26.08.1939 den Posten des Ic übernimmt.
Nach Ende des Polen-Feldzuges wird er mit Wirkung vom 01.12.1939 als Ic in den Stab der 88. Infanterie-Division versetzt und am 19.02.1940 zum Kommandeur des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 248 ernannt.
Nach Beginn des Feldzug gegen die Sowjetunion übernimmt er am 07.02.1942 die Führung des Infanterie-Regiments 442, nachdem Oberst Lang ausgefallen war, was am 23.02.1942 durch ein Fernschreiben des OKH bestätigt wird.
Dem folgte am 30.08.1942, mit Wirkung vom 01.08.1942 die Ernennung zum Kommandeur des Regiments, wobei er jedoch bald schon wieder abgelöst wird und sich so am 26.05.1943 bspw. im Bereich des Wehrkreis-Kommandos XII befindet, bzw. am 28.06.1943 im Bereich des Wehrkreis-Kommandos VII in Marquartstein in Oberbayern. Dort meldet er sich Mitte Oktober 1943 krank und wird ins Reserve-Lazarett München in die Hohenzollernschule verlegt. Als Kommandeur des Grenadier-Regiments 442 hatte Bingemer am 22.02.1943 den Auftrag erhalten, aufgrund starken Feinddrucks von Norden gegen Achtyrka und der Rollbahn westlich davon, in südwestlicher Richtung auszuweichen und dort Anschluss an das Nachbarregiment zu finden. Aus eigenem Entschluss heraus griff Bingemer, den durch starken Feind angegriffenen Nordteil der Stadt Achtyrka nur mit schwachen Kräften sichernd, den überlegenen Gegner westlich des Worskla-Übergangs an. Durch mut und Tapferkeit gelang den durch Panzer unterstützen Gegner zu schlagen, den Worskla-Übergang zu vollführen und dabei 7 Panzer zu vernichten sowie dem Gegner schwere Verluste zuzufügen. Die herangeführten Reserven des Gegners zog Bingemer in südwestliche Richtung ab, so dass der Eckpfeiler der Front Sinkiw spürbar entlastet wurde, womit es der eigenen Division gelang diesen Stützpunkt bis zum Ende der sowjetischen Offensive zu halten. Damit verhinderte Bingemer die Umfassung des linken Flügels der Armee-Abteilung Kempf. Weiterhin kam es so nicht zum Durchbruch des Gegners auf Poltawa. Dafür wird er durch den Divisionskommandeur Kraiß zum Ritterkreuz vorgeschlagen, was durch den Kommandierenden General Raus, dem Oberbefehlshaber der Armee-Abteilung Kempf und dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd Model befürwortet wurde. Damit erhielt Bingemer am 09.04.1943 als Oberst und Kommandeur des Grenadier-Regiments 442 das Ritterkreuz.
Mit Wirkung vom 01.10.1943 in die Führer-Reserve versetzt, befindet er sich bis zum 18.01.1944 im Reserve-Lazarett Ansbach, im dortigen Hauptlazarett Strüth und wird am 04.03.1944, mit Wirkung vom 15.02.1944, zum Kommandeur der Winterkampfschule Heuberg ernannt.
Mit Wirkung vom 09.09.1944 in die Reserve versetzt, wird er unter gleichzeitiger Kommandierung auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr, als Lehrgangsleiter für Umschulungs-Lehrgänge von Offizieren im Truppen-Sonder-Dienst zu Truppen-Offizieren eingesetzt und erlebt dort das Kriegsende.
Dr. Friedrich Bingemer verstarb 1976 in Pirmasens. Ein genaues Sterbedatum ist bisher unbekannt.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter 01.04.1913 (überzählig) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 09.04.1943
Unteroffizier 28.04.1913 (überzählig) Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 23.12.1914
Fähnrich 20.05.1913 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 10.06.1916
Leutnant 01.08.1914 m. Patent v. 30.10.1912 Eisernes Kreuz II. Klasse - Spange 13.06.1940
Oberleutnant 14.12.1917 m. Patent v. 14.12.1917 (55) Eisernes Kreuz I. Klasse - Spange 24.06.1940
Oberleutnant (L) 22.12.1934 m. Wirk. v. 01.10.1934 (RDA v. 01.04.1934) Deutsches Kreuz in Gold 04.09.1942
Hauptmann a.D. 28.01.1935 -283- m. Wirk. v. 08.05.1934 Bayer. Militär-Verdienst-Orden 4. Klasse mit Schwertern 14.02.1915
Hauptmann (E) 05.03.1935 -836- m. Wirk. v. 05.03.1935 Bayer. Militär-Verdienst-Orden 4. Klasse mit Krone und Schwertern 21.08.1917
Hauptmann 13.08.1935 -4076- m. Wirk. v. 01.09.1935 ins aktive Truppen-Offizier-Korps überführt (RDA v. 01.05.1933 (36a)) Verwundeten-Anzeichen in Schwarz - 1. WK 00.03.1918
Major 18.01.1937 m. Wirk. v. 01.01.1937 (RDA v. 01.01.1937 (95)) Ehrenkreuz für Frontkämpfer 15.03.1935
Major (E) 24.01.1939 -510- m. Wirk. v. 01.02.1939 (RDA v. 01.11.1938 (31a)) Dienstauszeichnung IV. Klasse 02.10.1936
Major (E) 22.03.1939 -2200- erhält neues RDA v. 01.01.1937 (10b) Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen 20.03.1940
Oberstleutnant (E) 17.12.1940 -7770- m. Wirk. v. 01.01.1941 (RDA v. 01.01.1941 (17) Medaille Winterschlacht im Osten 06.08.1942
Oberst (E) 13.06.1942 -4320- m. Wirk. v. 01.07.1942 (RDA v. 01.07.1942 (52a)) Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 24.12.1942
Oberstleutnant 20.06.1942 -4370- m. Wirk. v. 01.06.1942 zu den aktiven Truppen-Offizieren überführt (RDA v. 01.01.1941 (31))
Oberst 01.07.1942 (RDA 3)
Oberst 15.02.1943 -502- erhält neues RDA v. 01.07.1941 (50a)

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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