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566. Eichenlaubträger Martin Bieber
Generalmajor

Martin Moritz Bieber wurde am 10.11.1900 in Tabarz im kreis Waltershausen in Thüringen geboren und besuchte von 1915 bis 1917 zunächst die Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde. Von dort wird er am 29.03.1917, mit Wirkung zum 02.04.1917, aus dem Kadetten-Korps kommend, als Fähnrich der 1. Kompanie des I. Ersatz-Bataillons des Niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39 in Düsseldorf zugeteilt.
Vom 01.05. bis zum 30.06.1917 zum Ausbildungs-Kursus für Fahnenjunker auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert, kommt Bieber am 11.07.1917 zum Füsilier-Regiment 39 ins Feld, wird dort als Gruppen- und Zugführer eingesetzt, ist stellvertretender Kompanieführer, Adjutant und Ordonnanz-Offizier, bis er am 09.12.1917 bei Chermitzy leicht an der rechten Schulter und am Gesäß durch Handgranatensplitter verwundet wird. Zunächst zur Sanitäts-Kompanie 50 verlegt und ab dem 11.12.1917 im Feld-Lazarett 170 in Liesse, kehrt Bieber am 22.12.1917 zum Regiment zurück und wird dort am 28.05.1918 bei Unchair am rechten Oberschenkel verwundet. Über die Sanitäts-Kompanie 50, kommt er am 30.05.1918 zur Krankensammelstelle Chambry und von dort am 08.06.1918 in das Reserve-Lazarett Luitpoldschule in Zweibrücken.
Wieder genesen am 25.06.1918 dem Ersatz-Bataillon des Regiments unterstellt, wird er am 24.07.1918 über die Infanterie-Ersatz-Truppe des VII. Armee-Korps zur 50. Infanterie-Division überwiesen, um von dort dann am 02.08.1918 wieder dem Füsilier-Regiment 39 zugeteilt zu werden. Dort übernimmt am nächsten Tag den Posten des Nachrichten-Offiziers des III. Bataillons und wird am 03.09.1918 zum Kompanie-Offizier der 8. Kompanie ernannt.
Ab dem 10.10.1918 Führer eine Kampfpatrouille, wird er am 12.10. in den Stab des II. Bataillons versetzt und vom 08.11. bis zum 07.12.1919 einer Sonderformation der 50. Infanterie-Division zugeteilt.
Ab dem 08.12.1918 bei der Abwicklungsstelle des Füsilier-Regiments 39, wird er am 16.12. zum Adjutanten des II. Bataillons ernannt und übernimmt am 10.01.1919 den Posten des stellvertretenden Führers der MG-Kompanie.
Ab dem 02.02.1919 Führer des MG-Zuges des Regiments, erhält er am 10.02.1919 Urlaub zum Ablegen des Abiturs, wo er ab dem 20.03.1919 dem Freikorps Niederrhein beitrat.
Am 01.05.1919 als Büro-Offizier zum Füsilier-Regiment 39 versetzt, trat Bieber am 01.10.1919 dem Reichswehr-Schützen-Regiment 61 bei und wird am 01.02.1920 beurlaubt.
Am 15.03.1920 erfolgte die Versetzung in das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 21, bzw. am 13.04.1920 ins Reichswehr-Schützen-Regiment 61. Von dort am 01.06.1920 zum Reichswehr-Schützen-Regiment 14 nach Osnabrück versetzt, wird Bieber im Zuge der Heeresverminderung mit der Berechtigung zum Tragen der Uniform des Füsilier-Regiments 39, aus dem Dienst entlassen, arbeitet fortan aber bis zum 15.10.1934 als E-Offizier weiter.
Mit Wirkung vom 15.10.1934 kommt er als Hauptmann zum I. Bataillon des Infanterie-Regiments Osnabrück nach Lingen, wo er seinen Dienst bei der 2. Kompanie leistet. Weiterhin bis zum 14.12.1934 zum Ausbildungsstab der Infanterieschule nach Döberitz kommandiert, kehrt er am 15.12.1934 zur 2. Kompanie zurück.
Im Regiment übernimmt Bieber am 12.06.1935 die 5. Kompanie, die am 15.10.1935 in 5. Kompanie des Infanterie-Regiments 37 in Osnabrück umbenannt wird.
Ab dem 06.10.1936 Chef der 1. Kompanie im Infanterie-Regiment 39 in Düsseldorf, besucht er vom 09.05. bis zum 18.05.1938 einen Lehrgang für leichte Granatwerfer an der Infanterieschule Döberitz. Nach Rückkehr zu seiner Kompanie, wird er am 10.11.1938 in den Stab des Infanterie-Kommandeurs 26 in Düsseldorf versetzt und am 26.08.1939 mit dem Posten des O1 der 86. Infanterie-Division betraut.
An der Westfront stationiert übernimmt Bieber am 18.01.1940 das Kommando über das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 167, mit dem er am Feldzug im Westen teilnimmt.  Nach Ende der Kämpfe besucht er vom 11.11. bis zum 23.11.1940 einen Bataillons-Führer-Lehrgang in Nevers/Frankreich, um dann mit seinem Regiment am Ostfeldzug teilzunehmen. Dort wird er am 02.03.1942 mit sofortiger Wirkung zum Führer des Infanterie-Regiments 427 ernannt.
Nach der Versetzung in die Führer-Reserve, mit Wirkung vom 07.03.1942, übernimmt er mit Wirkung vom 06.07.1942 das Kommando über das Infanterie-Ersatz-Bataillon 193 in Detmold und wird dann mit Wirkung vom 25.09.1942 mit dem Kommando über das Infanterie-Regiment 184 beauftragt.
Mit seinem Regiment geht Bieber am 05.07.1943, im Rahmen des Unternehmens "Zitadelle", zum Angriff über und nimmt bis 15.00 Uhr die beiden ersten tiefgegliederten Stellungssystem des Gegners. Die Division erteilte daraufhin den befehl den Angriff einzustellen und sich in der erreichten Linie zur Verteidigung einzurichten. Unterstützende "Ferdinand"-Kampfwagen wurden zurückgezogen und eigene Pak in Stellung gebracht. Damit sollte Zeit zur Umgliederung gewonnen werden, um am nächsten Tag wieder zum Angriff übergehen zu können.
Da zwischen 15.00 und 16.00 Uhr keine Verbindung zum Gefechtsstand des Regiments bestand, Bieber aber über die Angriffsziele der Division unterrichtet, setzte er persönlich gegen 16.00 Uhr eine Gruppe aus 5 "Ferdinanden" mit 25 aufgesessenen Grenadieren, unter stärkstem Abwehrfeuer, zum Angriff auf die das Vorgelände beherrschende Höhe 256,5, nordostwärts 1. Maja, an, die sich bereits in der 3. Verteidigungsstellung befand und das Vorgelände beherrschte. Der Vorstoß glückte und obwohl er nun vom Halt des Abgriffes unterrichtet wurde, schob Bieber weitere Kräfte auf die Höhe vor, um diese gegen die gegnerischen Angriffe zu halten. Selbst an der Organisation der Abwehr beteiligt gelang es dem Regiment die Höhe bis zum Einbruch der Dunkelheit zu halten, bis die Division dem stark geschwächten Regiment neue Reserve zuleiten konnte.
Obwohl gegen den Befehl der Division handelnd schuf Bieber so die Vorraussetzungen für einen neuen Angriff der Division auf die 3. Verteidigungsstellung am 06.07.1943. Ein Durchstoß durch diese Linie ohne diese beherrschende Höhe, wäre ohne schwere Verluste wohl nicht möglich gewesen. Dafür wird er durch den Divisionskommandeur Weidling zum Ritterkreuz eingereicht, was vom Kommandierenden General des XXXXI. Panzer-Korps, sowie dem Oberbefehlshaber der 9. Armee Model befürwortet wurde, zum Ritterkreuz eingereicht.
Bei den Kämpfen am 09.07.1943 durch einen Beckenschuss schwer verwundet, nachdem er in einer Krise beim Angriff des I. Bataillons, nach Ausfall des Kommandeurs die Kompanien persönlich zum Angriff ansetzte, erhält Bieber am 28.07.1943 das Ritterkreuz als Oberst und Kommandeur des Grenadier-Regiments 184 der 86. Infanterie-Division.
Nach seiner Genesung übernimmt er am 04.11.1943 das Kommando über die Divisions-Gruppe 86 bei der Korps-Abteilung E und ist dann ab dem 22.07.1944 stellvertretender Führer der Korps-Abteilung. Für die Führung der Divisions-Gruppe erhält er am 02.09.1944 als Oberst das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Vom 08.08.1944 bis zum 31.08.1944 Teilnehmer des 13. Divisions-Führer-Lehrgang und dann in die Führer-Reserve versetzt, wird er am 07.09.1944 mit Wirkung vom 03.09.1944 mit der Führung der 62. Volks-Grenadier-Division beauftragt, bzw. mit Wirkung vom 15.09.1944 mit der Führung der 271. Volks-Grenadier-Division, deren Kommando er am 01.01.1945 übernimmt.
Als Divisionskommandeur gerät er am 13-.05.1945 in sowjetische Gefangenschaft, aus der er am 08.10.1955 entlassen wird, nachdem er zuvor im Lager Woikowo untergebracht war.
Martin Moritz Bieber verstarb am 19.10.1974 in Düsseldorf.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Fähnrich 02.04.1917   566. Eichenlaub zum Ritterkreuz 02.09.1944
Leutnant 14.12.1917 mit Patent v. 14.12.1917   Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 28.07.1943
Leutnant 08.11.1923   Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 04.11.1917
Oberleutnant 01.02.1928   Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 22.09.1918
Hauptmann 10.10.1934 - 3000- m. Wirk. v. 15.10.1934 im Heer angestellt (RDA v. 01.06.1934)   Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse 10.06.1940
Hauptmann 02.02.1925 - 468- erh. Ordnungsnr. 114 zum RDA 01.06.1934   Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse 24.06.1940
Hauptmann 30.11.1939 - 7400 - erh. neues RDA v. 01.05.1934 /196)   Deutsches Kreuz in Gold 02.01.1942
Major 10.01.1940 m. Wirk. v. 01.02.1940 (RDA v. 01.02.1940 (132))   Ehrenkreuz für Frontkämpfer 23.01.1935
Oberstleutnant 16.03.1942 - 1710 - m. Wirk. v. 01.04.1942 (RDA v. 01.04.1932 (327))   Dienstauszeichnung IV. Klasse 02.10.1936
Oberst 15.05.1943 - 3510 - m. Wirk. v. 01.05.1943 (RDA v. 01.05.1943 (1c))   Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen 20.04.1940
Generalmajor 15.01.1945 - 202 - m. Wirk. v. 01.01.1945 (RDA v. 01.01.1945 (23))   Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 24.08.1941
      Verwundeten-Abzeichen in Silber 15.02.1942
      Medaille Winterschlacht im Osten 18.08.1942
      Sachsen-Coburg-Gotha Verdienstmedaille in Silber mit Schwertern 17.12.1917
      Verwundeten-Abzeichen in Schwarz 15.08.1918
      Grübe Fangschnur mit dem Westfälischen Pferd 05.11.1919
      Silber-Kordel zur grünen Fangschnur 31.07.1920

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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