Gustav-Adolf Eugen Johannes Erich Blancbois wurde am 23.09.1917 in Stettin
geboren, absolvierte ab dem 01.04.1938 seinen Arbeitsdienst bei der
RAD-Abteilung 3/50 in Jakobshagen und wird Ende Oktober 1938 als Vormann
entlassen.
Blancbois trat dann am 15.11.1938 der 5. Kompanie des Infanterie-Regiments 25 in
Stargard bei, nimmt an der Besetzung der Tschechei teil und wird mit Beginn des
Polen-Feldzuges bis zum 31.12.1939 als Kradmelder und danach bis zum 26.03.1940
als Gruppenführer eingesetzt.
Am 27.03.1940 wechselt er als Gruppenführer in der 2. Kompanie zum
Infanterie-Ersatz-Bataillon 25 nach Stargard und erhält vom 20.05. bis zum
09.08.1940 eine Kommandierung zu einem Offiziers-Anwärter-Lehrgang in die 2.
Inspektion des Lehrgangs 1 an der Infanterieschule in Döberitz-Elsgrund. Mit
Ende der Ausbildung übernimmt er am 10.08.1940 einen Zug in der 1. Kompanie des
Infanterie-Ersatz-Bataillons 25 und wechselt dann mit gleicher Dienststellung am
21.08.1940 in die 7. Kompanie des Infanterie-Regiments 25. Nach der Versetzung
in die 8. (MG) Kompanie des Regiments, wird er am 23.11.1940 durch die Offiziere
des II. Bataillons zum Offizier gewählt und zum Ordonnanzoffizier im II.
Bataillon ernannt.
Nachdem er am 10.01.1941 einen Zug der 9. Kompanie des nunmehrigen
Schützen-Regiments 25 übernimmt, beginnt auch für Blancbois am 22.06.1941 der
Feldzug gegen die Sowjetunion, wo er bereits am 01.09.1941 verwundet wird. Bei
der Truppe verblieben wird er am 09.09.1941 am Jam-Issora vor Leningrad erneut
verwundet und für drei Monate ins Lazarett, zuletzt in bad Polzin, verlegt.
Wieder genesen wird er zum Zug- und Kompanie-Führer im Schützen-Ersatz-Bataillon
5 in Stettin ernannt und nimmt Ende Februar 1942 an einem Lehrgang an der
Gasschutzschule in Bromberg teil.
Ab dem 24.03.1942 als Adjutant des I. Bataillons des Schützen-Regiments 25 an
die Front zurückgekehrt, wird er am 29.09.1941 bei Gaitolowo verwundet und nach
seiner Genesung am 16.12.1942 zum Führer der 4. (schweren) Kompanie des jetzigen
Panzer-Grenadier-Regiments 25 ernannt. Dabei wird er am 15.01.1943 bei Wereista
erneut verwundet und am 05.03.1943 zum Deutschen Kreuz eingereicht, das ihm am
13.03.1943 verliehen wird.
Ab dem 08.03., nach anderen Informationen ab dem 17.03.1943, Adjutant des
Regiments, nimmt er vom 03.01. bis zum 28.01.1944 an einem
Abteilungs-Führer-Lehrgang an der Abteilungs-Führer-Schule der Panzertruppen in
Paris teil und wird am 29.01.1944 mit der Führung des I. (gep.) Bataillons des
Panzer-Grenadier-Regiments 25 beauftragt, dessen Kommando er am 01.04.1944
übernimmt.
Am 01.07.1944 trat Blancbois gegen 02.10 Uhr mit seinem Bataillon über
Pogoreloye in Richtung Swisslotsch zu einem Entsatzangriff an. Ziel war die Öffnung
des Kessel für die Reste der Bobruisk-Kämpfer. Den Flankenschutz des Angriffes
übernah die 390. Ausbildungs-Division. Kurz vor Erreichen des Ortes
Swisslotsch wird das Bataillon von drei Seiten vom Gegner erfasst und einige
Kilometer zurückgeworfen. Dennoch rettete Blancbois durch seinen Angriff das
durchfluten von ca. 15.000 Mann über den Swisslotsch-Fluss nach Marine Gorka zu den
deutschen Linien. Blancbois führte damit die einzigste gelungene Entsatzaktion
beim Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte. Er erhielt dafür am 20.07.1944 als
Hauptmann und Kommandeur des I. (gep.) Bataillons des Panzer-Grenadier-Regiments
25 das Ritterkreuz.
Weiterhin wird er am 21.08.1944 im Wehrmachtsbericht genannt und am 16.11.1944
mit Wirkung vom 01.12.1944 in die Führer-Reserve, unter gleichzeitiger
Kommandierung in die Adjutantur des Stabes des stellvertretenden
Generalkommandos des II. Armee-Korps. Der Wortlaut der Nennung war:
"Bei den Abwehrkämpfen westlich Bialstok zeichneten sich das
Panzergrenadier-Regiment 25 unter Führung des Hauptmann Blancbois und die
Panzer-Aufklärungs-Abteilung 12 unter Führung von Hauptmann Ibach durch
besondere Härte und kühnen Angriffsgeist aus."
Zuvor wird er am 17.11.1944 zum Eichenlaub
vorgeschlagen, dann am 13.12.1944 erneut als Major und Kommandeur seines
Bataillons. Der Vorschlag ging von der 21. Luftwaffen-Feld-Division aus, wurde
aber am 16.12.1944 abgelehnt.
Ab dem 03.01.1945 beim 18. Lehrgang für Höhere Adjutanten in Potsdam-Krampnitz,
ist er dann von Februar bis März 1945 1. Adjutant und IIa bei der Heeresgruppe
Weichsel. Von dort wird er am 09.03.1945 in die Reserve versetzt und mit der
Führung der Kampfgruppe "1001 Nacht" beauftragt. Mit dieser
nimmt er an der Schlacht an der Oder im Vorfeld Berlins teil. Nachdem sich an
der Front im Raum Alt- und Neu-Lewin am 16.04.1945 ein Einbruch abzielte, wurde
die Kampfgruppe "1001 Nacht", die im Raum Wriezen in Bereitschaft stand,
alarmiert. Die Kampfgruppe bestand aus der SS-Jagdpanzer-Abteilung 560 zbV.
unter SS-Sturmbannführer Wöst, mit drei Jagdpanzer-Kompanien ausgerüstet mit
jeweils 14 "Hetzern", sowie eine 4. Kompanie mit Sturmgeschützen.
Weiterhin gehörte die Panzer-Aufklärungs-Abteilung Speer (OT) zur Kampfgruppe.
Vorher gehörte noch das Marsch-Regiment "Sultan", bestehend aus
ausgesuchten Elitesoldaten aller Panzer-Divisionen, das ursprünglich für die
Bewachung der V-Waffen-Basen in Frankreich bestimmt war. Dieses Regiment wurde
nach den Kämpfen am Küstriner Brückenkopf zur Heeresgruppe Model verlegt und mit
einer Kompanie des SS-Fallschirmjäger-Bataillons 600 ausgetauscht.
Die SS-Panzerjäger-Abteilung zbV. bezieht nördlich und ostwärts Wriezen ihre
Stellung und nimmt gegen Abend mittels Panzerspähwagen in Richtung Alt-Lewin
Fühlung mit dem Gegner auf. Aufgrund der Aufklärungsergebnisse kommen die ersten
Hetzer gegen Abend und in der Nacht zum Einsatz, wo es ihnen mit einigen
RAD-Männern gelingt die Stellung bis zum nächsten Abend zu halten. Später zieht
sich die Kampfgruppe dann zurück und liegt am 21.04.1945 im Wald von Melchow in
Ruhe. Diese wird dann im Zuge der Zurückdrängung des CI. Armee-Korps nach
Eberswalde am 21.04. alarmiert und kommt im Raum Biesenthal zum Einsatz. Der
Schwerpunkt der Kämpfe liegt dabei im Raum der Autobahn westlich Biesenthal. Bei
Lanke kommt es zu einem längeren Duell der Kampfwagen, der mit einem vorläufigen
Sieg der Kampfgruppe endet. In der Nacht zum 22.04. erfolgte dann die Aufgabe
der Stellung und der Rückzug südlich von Finowfurt.
Die Kampfgruppe gehört dann zum Oderkorps und steht am 27.04.1945 bei Ahrensdorf
im Raum Templin. Am 29.04.1945 übernimmt Blancbois die Kampfführung im Raum
Neustrelitz. Dabei wird ihm der Kampfkommandant Neustrelitz nebst
Sicherungsbesatzung und den verbliebenen Resten der 547.
Volks-Grenadier-Division unterstellt. Er erhält die Anweisung die Linie Nordrand
Wobitz-See-ostwärts Lindenberg-Nordostrand Spitze Useriner-See zu halten. Damit
wird Neustrelitz nicht verteidigt.
Möglicherweise übernimmt er dann kurze Zeit später die Führung des
Panzer-Grenadier-Regiments "Spree".
Vom 07.05. bis zum 19.01.1946 ist er Führer der Regimenter 250 und 254 der
Korpsgruppe von Stockhausen in Schleswig-Holstein.
Gustav-Adolf Blancbois verstarb am 15.01.1993 in Köln.