Fedor von Bock wird am 03.121880
in Küstrin (heute: Kostrzyn/Polen) als Sohn des Offiziers Moritz Bock und
dessen Frau Olga (geb. von Falkenhayn) geboren. Seine Mutter ist eine enge
Verwandte des späteren preußischen Kriegsministers und Chefs des Generalstabs
Erich von Falkenhayn.
Nach einer Kadettenausbildung in Potsdam im Jahr 1898, trat er am 15.03.1998
aus der 7. Kompanie des Kgl. preußischen Kadettenanstalt in Groß Lichterfelde
als Sek. Leutnant dem 5. Garde-Regiment zu Fuss bei und wird dann vom 01.06.
bis zum 28.06.1902 zum Pionier-Bataillon 3 kommandiert. nach Rückkehr zu
seinem Regiment schlisst sich vom 01.10.1903 bis zum 29.02.1904 ein Lehrgang
an der Militär-Turn-Akademie in Berlin, sowie vom 01.03. bis zum 10.07.1904
eine Kommandierung als Hilfslehrer an diese Turnanstalt an.
Vom 12.07.1904 bis zum 27.01.1906 Bataillons-Adjutant in seinem Regiment,
übernimmt er am 28.01.1906 den Posten des Regimentsadjutanten.
Am 14.04.1909 zu einer Korpsgeneralstabsreise des Garde-Korps kommandiert,
wird er am 01.04.1910 mit Wirkung vom 22.03.1910 bis zum 31.03.1911 für 1 Jahr
in den Großen Generalstab berufen. Diese Kommandierung wird am 20.03.1911 auf
ein weiteres Jahr verlängert. Nach einem weiteren Jahr wird er am 22.03.1912
unter Belassung beim großen Generalstab in den Generalstab der Armee versetzt,
woraufhin er am 10.09.1913, mit Wirkung vom 01.10.1913 als Ib in den
Generalstab des Garde-Korps versetzt wurde. Nach beginn des 1. Weltkriegs wird
er dort ab September 1914 mit der Wahrung der Geschäfte des Ia beauftragt, zu
dem er am 15.01.1915 ernannt wird und ab Mai 1915 im Stab der 11. Armee unter
Mackensen Verwendung findet.
Vom 28.01.1916 bis zum 10.02.1916 als Bataillons-Führer zum 4. Garde-Regiment
zu Fuss kommandiert, kommt Bock am 06.08.1916 als Ia in den Generalstab der
200. Infanterie-Division, um im Jahre 1917 zur Bulgarischen Armee
abkommandiert zu werden.
Nach seiner Rückkehr übernimmt er am 24.03.1917 wieder den Posten des Ia im
Garde-Korps und wird am 11.04.1917 als Ib in den Generalstab des Oberkommandos
der Heeresgruppe "Deutscher Kronprinz" versetzt. Dort wird ihm am
27.07.1917 der Posten des 1. Generalstabs-Offiziers der Heeresgruppe
übertragen. Am 01.04.1918 wird ihm als Anerkennung für seine Leistungen während
der deutschen Großoffensive in der Picardie der Pour le Merite verliehen.
Im Zuge des Waffenstillstandes wird Bock am 10.01.1919 dem General-Kommando
des III. Armee-Korps im Rahmen der Friedenskommission zur Verfügung gestellt.
Danach wird er am 12.01.1919 zu den Offizieren der Armee versetzt und dem
General-Kommando des Garde-Korps zur Verwendung zur Verfügung gestellt.
Am 22.02.1919 erfolgte aufgrund einer Überweisungsverfügung der Wechsel zum
großen Generalstab in den Generalstab der Armee, von wo aus er am 14.03.1919
als Mitglied der militärischen Vertretung zur Deutschen Friedensgesandtschaft
kommandiert wird.
Am 23.05.1919 in das 5. Garde-Regiment zu Fuss versetzt und dem
Reichswehr-Gruppenkommando I unterstellt, wird er am 26.09.1919 mit Wirkung
vom 14.03.1919 seines Kommandos enthoben und am 01.10.1919 mit Wirkung vom
12.12. 1919 bis zum 03.01.1920 in den Generalstab des
Reichswehr-Gruppenkommandos 1 kommandiert.
Am 08.05.1920 mit Wirkung zum 16.05.1920 in den Generalstab des
Wehrkreis-Kommandos III versetzt, übernimmt er dort den Posten des Chefs des
Generalstabes, bzw. am 27.09.1920, mit Wirkung zum 01.10.1920 den Posten des
Chefs des Stabes der 3. Division.
Nach einer Chef-Übungsreise im herbst 1923, übernimmt er mit Wirkung vom
01.04.1924 das Kommando über das II. (Jäger-) Bataillon des 4. (Preuß.)
Infanterie-Regiments, unternimmt im Frühjahr 1924 eine weitere
Chef-Übungsreise und nimmt vom 17.11. bis zum 21.11.1924 an einem
Gasschutz-Lehrgang in Hannover teil. Dem schliesst sich vom 05.10. bis zum
31.10.1925 ein Artillerie-Lehrgang für Nichtartilleristen in Jüterbog an,
sowie mit Wirkung vom 01.02.1926 die Versetzung in den Stab des 4. (Preuß.)
Infanterie-Regiments. Dessen Kommando wird ihm mit Wirkung vom 01.06.1926
übertragen. Als Regimentskommandeur nimmt er vom 05.11. bis 16.11.1926 und vom
30.10. bis zum 01.11.1928 an einem Kampfschule-Lehrgang in Döberitz
teil. Es folgt im Mai 1929 eine Führerreise und mit Wirkung vom 01.11.1929 die
Versetzung in den Stab des Gruppenkommandos 1. Daraufhin wird er mit Wirkung
vom 01.12.1929 zum Kommandeur der 1. Kavallerie-Division bzw. mit Wirkung vom
01.10.1931 zum Kommandeur der 2. Division ernannt. Neben dem Kommandoposten
der letzteren Division übernimmt er gleichzeitig auch den Oberbefehl im
Wehrkreis II in Stettin, wo er ab dem 01.10.1934 den Posten des
Kommandierenden Generals übernimmt. Nach der Machtübernahme der NSDAP verhält
er sich gegenüber dem NS-Regime neutral und übernimmt am 01.04.1935 den Oberbefehl über
die neu errichtete Heeresdienststelle Dresden, dem späteren Gruppenkommando 3.
Dieses wird im Februar 1938 in Heeresgruppenkommando 3 umbenannt. Im Jahr darauf,
1936, heiratet er Wilhelmine von der Osten. Aus der Ehe geht
eine Tochter hervor.
Am 12.03.1938 marschiert Bock an der Spitze der deutschen 8. Armee in
Österreich ein. Laut verschiedener Quellen übernimmt er am 13.03.1938 die
Wahrung der Geschäfte des Oberbefehlshabers des Österreichischen Heeres.
Er ist dann maßgeblich am Einmarsch in das Sudetengebiet am 1. Oktober 1938
beteiligt. Dabei gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt:
"Deutsche Truppen unter Führung des
generalobersten von Bock haben die ehemalig deutsch-tschechoslowakische Grenze
in der Oberlausitz bei Rumburg und bei Friedland überschritten und mit der
Besetzung des Gebiets-Abschnitts II begonnen."
Noch am 1.11.1938, mit Wirkung zum 10.11.1938
wird Bock zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 1 in Berlin ernannt und
übernimmt mit der Allgemeinen Mobilmachung am 26.08.1939 den Oberbefehl über
die Heeresgruppe Nord während des deutschen Angriffs auf Polen aus Richtung Pommern und Ostpreußen
vorstoßend. Am 30.
September 1939 erhält für die Erfolge seiner Heeresgruppe das Ritterkreuz. Er
war damit der 1. Ritterkreuzträger überhaupt.
Mit Ende der Kämpfe übernimmt er am 10.10.1939 den Oberbefehl über die
Heeresgruppe B im Westen und wird während eines Urlaubs durch Generalleutnant
von Salmuth vertreten. Von Bock führt seine Heeresgruppe durch die Kämpfe in
Frankreich und hält am 14. Juni, beim Einmarsch in Paris, am Arc de Triomphe die Parade
der Wehrmacht ab.
Im Zuge der Umbenennung der Heeresgruppe B übernimmt von Bock am 22.06.1941
den Oberbefehl über die Heeresgruppe Mitte an der Ostfront, womit auch für von
Bock der Feldzug gegen die Siwjetunion seinen Anfang nimmt. Dabei wird er am
07.08.1941 im Wehrmachtsbericht, für den erfolgreichen Ausgang der Schlacht um
Smolensk und am 19.09.1941 für den Sieg in der Kesselschlacht von Uman,
genannt. Am 18.10.1941 wird er anlässlich der Kesselschlacht von Wjasma und
Brjansk genannt.
Im Dezember 1941 gibt es heftige Meinungsverschiedenheiten mit Hitler über die
militärische Vorgehensweise. Für den gescheiterten Angriff auf Moskau und die
anschließende Winterkrise macht Hitler die Generalität verantwortlich.
Am 12. Dezember erhält Bock, der aufgrund der Erschöpfung der deutschen
Truppen für einen taktischen Rückzug plädiert, seinen Abschied als
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Verbrechen gegen die sowjetische
Zivilbevölkerung hielt Bock
"in dieser Form [für] untragbar und mit der
Manneszucht nicht vereinbar".
Sein Neffe Henning von Tresckow beschwört
ihn jedoch vergeblich, gegen den Terror der Einsatzgruppen einzuschreiten.
Putschpläne Tresckows gegen Adolf Hitler lehnt er ab.
Am 16.01.1942 übernimmt von Bock mit sofortiger Wirkung, nach dem plötzlichen Tod Walter von
Reichenaus, die Heeresgruppe Süd. Mit dieser schlägt er erfolgreich die
Schlacht um Charkov. Daraufhin wird die Heeresgruppe am 09.07.1942
jedoch in A und B gespalten, wobei von Bock den Oberbefehl über die
Heeresgruppe B übernimmt. Doch bereits am 14.07.1942 bittet von Bock um
Ablösung aus gesundheitlichen Gründen (chronisches Magenleiden). Von Bock kritisiert die Zersplitterung der
Heeresgruppe Süd gegen Stalingrad und den Kaukasus während der deutschen
Sommeroffensive. Am 15. Juli 1942 wird er seines Kommandos über die
Heeresgruppe Süd enthoben und zur Verfügung des Führers gestellt. Seine
Nachfolge übernimmt Generaloberst von Weichs. Die z.V.-Stellung beim Führer
kam letztlich einer Versetzung in den Ruhestand gleich. Das Attentat vom 20.Juli 1944 auf
Hitler verurteilt er als Verbrechen.
Zurückgezogen in Ostpreußen stellt er am 27.07.1944 den Antrag Ostpreußen
aufgrund der militärischen Bedrohung verlassen zu dürfen. Im Auftrag des Chefs
des OKW übermitteln Generalleutnant Burgdorf an von Bock die Mitteilung, das
sich dieser verhalten solle wie die gesamte Bevölkerung, womit ein Verlassen
Ostpreußens nicht in Frage käme.
Im Mai 1945, nach Hitlers Selbstmord, bietet von Bock der neuen Reichsregierung
unter Karl Dönitz in Flensburg seine Dienste an.
Im Zuge des allgemeinen Rückzuges befindet sich von Bock am 30.04.1945 im Raum
Holstein. Dort begibt er sich am 03.05.1945 von Petersdorf bei Lensahn in
Holstein nach Weissenhaus bei Oldenburg, um dort den Generalfeldmarschall
Manstein zu treffen. Neben ihm befinden sich im Wagen der Fahrer Walter
Kallinich, auf dem Rücksitz Frau Wilhelmine von Bock, Frau Karin von der Osten
und deren Schulfreundin Frau Sigrid Jahr. Auf der Höhe der Gaststätte "Grüner
Jäger" auf der heutigen Bundesstrasse 207, ca. 2 Kilometer nördlich
Lensahn in Richtung Oldenburg, wird der Pkw durch britische Tiefflieger
angegriffen und fängt Feuer. Der einzigste Überlebende war der
Generalfeldmarschall, der mit starken Verbrennungen und einer Schussverletzung
am linken Gesäß das brennende Auto verlassen konnte im Strassengraben lag. Ein
zufällig vorbeikommendes Wehrmachtsfahrzeug brachte von Bock in das
Marine-Lazarett Oldenburg, wo Fedor von Bock am 04.05.1945 gegen 04.20 Uhr
seinen Verletzungen erlag.