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58. Eichenlaubträger Oskar von Boddien
Oberst, Aufklärer

Oskar von Boddien wurde am 19.04.1900 in Neuruppin/Mark Brandenburg als Sohn des Majors Alfons von Boddien geboren.
Nach dem Besuch der Kadettenanstalt Oranienstein und der Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde, trat er mit 16 Jahren dem hessischen Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 in Darmstadt als Offiziersanwärter bei, wo er mit 18 Jahren zum Offizier befördert wurde.
Nach dem 1. Weltkrieg gehörte von Boddien längere zeit zum Reiter-Regiment 14 in Ludwigslust und kommt dann in den Stab Kavallerie-Regiments 13 in Lüneburg. Das Regiment wurde am 18.08.1939 zur Aufklärungs-Abteilung 22, der 22. Infanterie-Division umgeformt.
Mit Kriegsbeginn übernimmt von Boddien das Kommando über die Abteilung und nimmt so an den folgenden Kämpfen in Holland und nach der Bereitstellung in Rumänien in Südrussland teil. Nach Beginn der Kampfhandlungen im Osten trat die Division am 02.07.1941 zum Angriff über den Pruth an, wobei die Abteilung von Boddien trotz heftigster Gegenwehr das Ostufer des Flusses sicherte. Am 06.07.1941 hielt er mit seiner Abteilung mehreren in Regimentsstärke geführten Angriffe des Gegners stand, wobei von Boddien dabei selbst mit Handgranate und Maschinenpistole im Einsatz stand.
Mitte August 1941 überschritt die Division ostwärts Mogilew den Dnjestr, setzte den Vormarsch über den Bug fort und erzwang bei Berislaw den Übergang über den Dnjepr. Dabei nahm er einem Verwundeten das Gewehr ab und führte seine Soldaten persönlich in den Kampf. Von Boddiens Abteilung hielt den wichtigen Strassenknotenpunkt Baltasarowski, 20 Kilometer vor dem eigenen Korps liegend, über vier Tage und schuf damit die Möglichkeit zum raschen Vordringen am 11. und 12.09.1941 auf die Meerenge von Perekop am Eingang der Krim. Dafür wird er am 02.10.1941 als Oberstleutnant und Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung 22 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Die folgenden Kämpfe, besonders im Winter 1941/1942 sehen die AA 22 beim Übergang über das Jaila-Gebirge und dem ersten erfolglosen Angriff auf Sewastopol. Anschließend wird die Division zu Sicherungsaufgaben im Ostteil der Krim eingesetzt.
Durch die sowjetischen Landungen bei Kertsch und Feodosia musste die 11. Armee ihre Anstrengungen zur Eroberung Sewastopols einstellen und sich zunächst um diese Landungen kümmern. In den ersten Tagen des neuen Jahres 1942 verdichteten sich die Meldungen über eine weitere Anlandung bei Eupatoria, um die dt. Kräfte auf der Krim auch weiter zu zerstückeln. Am 05.01.1942 erfolgt hier die Landung generischer Kräfte. Zur Abwehr dieser Kräfte wird die nahe liegende AA 22 alarmiert und in Marsch gesetzt. Es folgen noch am gleichen Tag, sowie am 06.01. schwerste Kämpfe um die Stadt Eupatoria, von der erste Teile zurückerobert werden können.
Oberst Müller, Kommandeur des IR 105 und vom AOK 11 mit der Führung der Kämpfe um Eupatoria beauftragt, gibt am 06.01.1942 der AA 22 den Auftrag das Hafenviertel der Stadt anzugreifen und zu erobern.
Zusammen mit der 1. Schwadron unter Oberleutnant von Frankenberg greift Oberstleutnant von Boddien an. Auf den ersten Metern wird von Boddien durch MG-Feuer getötet und von Frankenberg verwundet. Der Angriff der Abteilung bleibt im Abwehrfeuer liegen. Für von Boddien übernimmt zunächst Oberleutnant Bock die Führung der Abteilung, die von Teilen des IR 105 abgelöst wird um mögliche Landungen an anderen Stellen zu vereiteln, zu denen es jedoch nicht kommt. Mit Ende der Kämpfe am 08.01.1942 werden 35 ermordete dt. Verwundete gefunden.
Am 09.01.1942 begraben die Männer der AA 22 ihren Kommandeur Oskar von Boddien. Er wird nachträglich zum Obersten befördert. Weiterhin erhielt er am 08.01.1942 posthum das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Ebenso wird von Boddien am 12.01.1942 im Wehrmachtsbericht genannt:

"Bei dem im Wehrmachtsbericht vom 07. Januar gemeldeten sowjetischen Landungsunternehmen in Ewpatoria auf der Krim ließ der Gegner in zähen Häuser- und Straßenkämpfen 600 tote Soldaten und 1300 Partisanen auf dem Kampffeld. 203 Gefangene fielen in unsere Hand. Dieser Erfolg ist in besonderem Masse dem entschlossenen Zupacken des Oberstleutnants von Boddien zuzuschreiben, der als Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung einer Infanterie-Division in diesem Kampf gefallen ist. [...]"

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant 00.00.1918 Eichenlaub zum Ritterkreuz 08.01.1942
Oberleutnant ??? Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 02.10.1941
Rittmeister 21.12.1930 Eisernes Kreuz II. Klasse

05.07.1941

Major 01.04.1937 Eisernes Kreuz I. Klasse 07.07.1941
Oberstleutnant ??? Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK ???
Oberst p.m. ??? Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK ???
Anerkennungsurkunde 30.08.1941
Ehrenkreuz für Frontkämpfer ???

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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