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Ritterkreuzträger Hermann Böbel
Unteroffizier, Füsiliere

    
Hermann Franz Böbel wurde am 24.10.1918 in Ingolstadt geboren, erlernte den
Beruf des Augenoptikers. Künstlerisch talentiert, erhielt er erste Förderung
durch den Ingolstädter Künstler Alois Schöls.
Im Jahre 1939 zum Arbeitsdienst eingezogen wurde er am
18.11.1939 in die Infanterie-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 268 nach Kempten
einberufen. Andere Unterlagen nennen den 14.11.1939 als Einberufungsdatum.
Ab dem 30.05.1940 in der Infanterie-Nachrichten-Staffel des III. Bataillons
des Infanterie-Regiments 246. Zuvor hatte er am West-Feldzug teilgenommen. lau
Aussage von Böbel wurde er mit dem 30.05.1940 mit einer Bronchitis in das
Lazarett Nassau/Lahn verlegt und kam dann nach seiner Genesung zum
Ersatztruppenteil nach Kempten und übernahm dort den Posten eines Ausbilders.
Dem schloss sich dann die Versetzung zurück in seinen Feldtruppenteil an, mit
dem er 1941 am Einmarsch in die Sowjetunion teilnahm.
Laut Meldung vom 10.06.1943 befindet er sich im Stab des III. Bataillons und
wird dort am 10.02.1944 verwundet, kann aber bei der Truppe verbleiben und
wird am nächsten Tag in die 1. Schwadron des Füsilier-Bataillons 88 versetzt,
wo er den Posten eines Zugführers übernimmt.
Mit seinem Bataillon erobert Böbel im Raum Tscherkassy ein wichtiges Dorf,
wonach Böbel mit seinem Zug danach den Auftrag erhält am nächsten Tag eine
wichtige Höhe zu nehmen. Gegen Abend trat man zweimal zum Angriff an,
scheiterte aber immer wieder am gegnerischen Widerstand. Nachdem der Befehl
eintraf diese Höhe unbedingt zu nehmen, entschloss sich Böbel einzeln in die
Stellungen des Gegners einzusickern, um die Verteidigung des Gegners von
hinten aufzurollen. Nach drei Stunden schwerster körperlicher Anstrengungen
war es Böbel gelungen seinen Zug durch die Linien zu bringen, hinter dem
Gegner zu sammeln und die gegnerischen Stellungen in der Flanke und im Rücken
anzugreifen. Der völlig überraschte Gegner wurde geworfen, die Höhe erobert
und gegen alle feindlichen Angriffe gehalten. Trotz schwerer Verwundung gelang
es Böbel die Stellungen zu halten, wobei er die Seele des Widerstandes war,
verhinderte Böbel die Umklammerung seines Zuges. Dafür erhielt Böbel am
18.02.1944 das Ritterkreuz, als Obergefreiter und Zugführer in der 1.
Schwadron des Divisions-Füsilier-Bataillons 88.
Bei weiteren Kämpfen wird er am 06.03.1944 bei einem Durchbruchsversuch schwer
verwundet und verliert dabei ein Auge und erleidet Stecksplitter im linken
Oberarm. Sofort wird er mit einem Flugzeug nach Odessa geflogen und dort in
ein Lazarett verlegt. Von dort erfolgte der Transport mittels Lazarettzug nach
Oppeln, wo er vom 11.03. bis zum 10.05.1944 im Reserve-Lazarett Oppeln, im
dortigen Teillazarett Moltkeschule, behandelt und nach seiner Genesung dem
Ersatztruppenteil nach Bamberg überstellt wurde. Am 30.03.1944 erfolgte die
Übersendung des vorläufigen Besitzzeugnisses und der Auszeichnung an das
Wehrkreis-Kommando im Generalgouvernement, wo Böbel am 20.04.1944 mit dem
Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Die
Aushändigung erfolgte durch den Kommandeur des Divisions-Füsilier-Bataillons
88 Major Hoffmann. Die Verleihung erfolgte auf dem Gelände des Oppelner
Lazaretts, inmitten eines offenen Karrees, das von einer Ehrenkompanie,
gehfähigen Verwundeten und dem Sanitätspersonal gebildet worden war. Nach der
Verleihung schritt Böbel an der Seite des Standortkommandanten und weiteren
Offizieren die Ehrenfront ab.
In einer Ingolstädter Zeitung ist über Böbels Tat folgendes zu lesen:
"Durch kühnes Draufgängertum, zähes Aushalten und kühle Überlegung
zeichnete sich der Unteroffizier und damalige Obergefreite Hermann Böbel
während der Kämpfe im Raum von Tscherkassy so aus, daß ihm dieser Tage in
einem Lazarett in Oppeln, wo er an den Folgen einer Verwundung lag, das
Ritterkreuz überreicht werden konnte. Hatte sich Böbel im Kampfe gegen die
Sowjets wiederholt hervorgetan, so hatte er die beste Gelegenheit, sch
hervorragend zu bewähren, als sein Bataillon den befehl erhielt, ein
feindliches Dorf zu nehmen. Mit seinem Zug erreichte er nicht nur in
erbittertem Häuserkampf das gesteckte Ziel, sondern hielt den Abschnitt auch
trotz schwerstem feindlichen Feuer und wiederholter wütender feindlicher
Gegenangriffe bis zu seiner Ablösung. Am anderen Tage erhielt Böbel den
Befehl, mit seinem Zuge eine Anhöhe zu nehmen, die für die Weiterführung des
Kampfes von größter Bedeutung war. Als Böbel in den Abendstunden zweimal mit
seinem Zuge den frontalen Angriff versuchte, schlug ihm derart rasendes
Abwehrfeuer entgegen, daß ihm ein Vorwärtskommen unmöglich war. In diesem
Augenblick erreichte ihn der Befehl, die Höhe unter allen Umständen zu nehmen.
Da fasste der Obergefreite den Entschluss, in die Stellungen der Sowjets
einzeln einzusickern, um das feindliche Stellungssystem von rückwärts zu
erledigen. nach drei Stunden härtester körperlicher und seelischer Anspannung
war es Böbel gelungen, unbemerkt vom feinde seinen Zug durch die feindliche
Hauptkampflinie zu schleusen und ihn nun zum Angriff in die Flanke und in den
Rücken der völlig überraschten Sowjets anzusetzen. Ohne einen Mann Verlust
gelang es in kühnem Ansturm, die Überraschung der Bolschewisten ausnützend,
die Höhe in Besitz zu nehmen. Als sich die Sowjets nach einigen Stunden erholt
hatten und durch Konzentrierung schwersten Feuers dem Zug Böbel das Halten der
Stellung unmöglich machen wollten, da erwies sich der Obergefreite immer
wieder als die Seele des Widerstandes und harrte selbst dann in eiserner
Pflichterfüllung auf seinem Posten als Zugführer aus, als er durch
Granatsplitterverletzung sein rechtes Auge verloren hatte, im linken Oberarm
durch einen weiteren Splitter verletzt worden war. Durch die beispielhafte
persönliche Tapferkeit, durch kühnen eigenen Entschluss und durch zähes
Aushalten hatte Böbel erreicht, daß die Gefahr der drohenden Umklammerung für
seine Truppe beseitigt worden war."
Die hier geschilderte Verwundung erfolgte wie bereits o.a. zu einem anderen
Zeitpunkt.
Am 18.07.1944 wird er aufgrund von Malaria und dann Gelbsucht in das
Reserve-Lazarett I Bamberg eingeliefert und kommt nach seiner Genesung zu
einer neu aufgestellten Einsatztruppe nach Augsburg, wo er eine
Marsch-Kompanie übernimmt und bei Bitburg gegen amerikanische Einheiten zum
Einsatz kommt. Nach der Kapitulation setzt er sich nach Bad Wiessee ab und
kommt dann in das Entlassungslager Bad Aibling.
Nach dem Krieg eröffnete er in Burglengenfeld ein Fotogeschäft, wurde dann
Schüler von Professor Porep in Berlin und trat in der 60`er Jahren dem
Schutzverband Bildender Künstler bei.
Hermann Böbel, ein bedeutender deutscher Maler und Künstler, verstarb am
02.04.1990 in München.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Gefreiter |
01.12.1940 |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
18.02.1944 |
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Obergefreiter |
01.02.1942 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
03.11.1942 |
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Unteroffizier |
01.02.1944 |
|
Eisernes Kreuz I. Klasse |
02.02.1944 |
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Reserve-Offiziers-Bewerber |
07.11.1944 ernannt |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
01.08.1942 |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
12.04.1943 |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
??? |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
23.03.1944 |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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