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716. Eichenlaubträger Helmut Böhlke
Generalleutnant

Helmut Böhlke wurde am 07.02.1893 in Lubahn/Kreis Berent in Westpreußen, als Sohn des Gutsbesitzers Otto Böhlke,  geboren und meldete sich am 04.08.1914 als Kriegsfreiwilliger zum Pomm. Jäger-Bataillon "Fürst Bismarck" Nr.2. Nach kurzer Grundausbildung erfolgte am 11.09.1914 die Versetzung an die Ostfront, wo er an den Kämpfen an der Masurischen Seenplatte teilnahm und am 16.11.1914 an Typhus erkrankte.
Nach Behandlung im Lazarett bis März 1915 kehrt er kurz zu seinem Bataillon zurück und nimmt an den Kämpfen n der Jura/Sewienta teil, bis er vom 19.04. bis zum 21.06.1915 zu einem Ausbildungskursus für Offiziersaspiranten nach Döberitz kommandiert wird. Mit Ende des Kurses kehrt er zum Bataillon zurück und nimmt an den folgenden Kämpfen an der Ostfront teil.
Im Jahre 1916 nimmt er an der Schlacht im Raum Pustawy teil und wird am 08.10.1916 zum stellvertretenden Kompanieführer im Jäger-Bataillon 2 ernannt, bzw. am 26.01.1917 in die 1. MG-Kompanie des Bataillons versetzt.
Im gleichen Jahr an die Westfront verlegt, nimmt Böhlke im rahmen seines Bataillons an den Kämpfen in Flandern teil und wird zwischen dem 07.06.1917 und dem 22.05.1918 mehrmals zum stellvertretenden Kompanieführer im Bataillon ernannt.
Am 22.05.1918 übernimmt er die Führung einer Kompanie und wird dabei am 02.07.1918 während eines Jagdunfalls verletzt. Nach Behandlung im Lazarett kehrt er zu seinem Bataillon zurück und übernimmt am 16.10.1918 erneut den Posten eines Kompanieführers.
Mit dem Waffenstillstand und dem Ende des 1. Weltkrieges wird er im Rahmen seines Bataillons zum Grenzschutz Lyck kommandiert, wo er am 01.04.1919 den Posten eines Kompanieführers im Freikorps Lyck übernimmt.
Am 01.07.1919 in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 39 versetzt, wird er am 31.05.1920 aus dem Wehrdienst entlassen.
Am 1.7.1920 trat er der Schutzpolizei Lyck bei, wo er zunächst als Zugführer und stellvertretender Bereitschaftsführer eine Verwendung findet. Am 01.10.1922 wechselt er als Bereitschaftsführer zur Polizei-Verwaltung Berlin, bzw. am 15.07.1927 in die Polizei-Verwaltung Görlitz.
Am 03.01.1929 als Ausbildungslehrer nach Berlin kommandiert, findet er ab dem 01.04.1930 eine neue Position in der Polizei-Verwaltung Hannover. Von dort wechselt er am 10.04.1934 als Lehrer an die Höhere Polizeischule nach Potsdam-Eiche und wird dann am 01.08.1935 von der Schutzpolizei in das Heer, bzw. am 15.10.1935 in die Wehrmacht übernommen. Dort ist er zunächst Kompaniechef im Infanterie-Regiment 55 und dann kurze Zeit später Major im Stabe des Regiments in Mergentheim.
Vom 20.09. bis zum 31.12.1935 zu Luftkriegsschullehrgängen nach Eiche kommandiert, übernimmt Böhlke am 01.11.1937 das Kommando über das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 21. Mit diesem Regiment nimmt er am Einsatz in Österreich 1938 und an den Kämpfen in Polen 1939 teil.
Nach Ende der Kämpfe in Polen wird er am 23.04.1940, mit Wirkung vom 17.02.1940, zum Kommandeur des Infanterie-Ersatz-Regiments 46 ernannt. Ein knappes Jahr später übernimmt er für den Zeitraum vom 21.01. bis zum 14.02.1941 das Kommando über das Infanterie-Regiment 260, wobei er dann wieder das Kommando des Infanterie-Ersatz-Regiments 46 übernimmt.
Genau einen Monat später, am 15.03.1941, wird ihm das Kommando über das Infanterie-Regiment 430, der 129. Infanterie-Division,  übertragen, mit dem er am Einmarsch in die Sowjetunion teilnimmt. Für seine hervorragende Truppenführung und Kampfleistungen während der Verteidigung von Rshew wurde Böhlke am 24.09.1942 als Oberst und Kommandeur des Infanterieregiment 430 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Böhlke hatte einen Durchbruch des Gegners verhindert und warf in einem von ihm persönlich geführten Gegenangriff den Gegner zurück.
Kurze Zeit später wird er vom 15.10.1942 bis zum 31.01.1943 als Kommandeur zur Armee-Ausbildungs-Schule beim Armee-Ober-Kommando 9 in Duchowschtschina kommandiert. Von dort kehrte er aufgrund einer Erkrankung nicht mehr zur 129. Infanterie-Division zurück, sondern wurde mit Wirkung vom 02.02.1943 in die Führer-Reserve versetzt.
Am 31.05.1943 erfolgte mit Wirkung vom 12.02.1943 die Ernennung zum Kommandeur des Grenadier-Regiments 134, dem späteren (ab 19.06.1943) Reichsgrenadier-Regiment "Hoch- und Deutschmeister" der 44. Reichsgrenadier-Division. Mit Wirkung vom 03.11.1943 erfolgte dabei jedoch die erneute Versetzung in die Führer-Reserve und vom 16.11. bis zum 14.12.1943 die Kommandierung zum 8. Divisionsführer-Lehrgang.
Mit Wirkung vom 01.02.1944 wird er am 10.03.1944 zum Kommandeur der 334. Infanterie-Division ernannt, wobei er bereits am 22.01.1944 das Kommando übernommen hatte. Mit seiner Division wird er zur Entwaffnung italienischer Militärverbände in den Provinzen Bozen und Trient eingesetzt und nimmt an den Kämpfen am Trasimenischen See und den Absetzkämpfen auf den Arno teil, wofür er am 29.06.1944 im Wehrmachtsbericht genannt wird. Am 29.09.1944 wird sein Einsatz bei den Abwehrkämpfen nördlich Florenz erneut im Wehrmachtsbericht erwähnt. Zugleich übernimmt er am 24.11.1944 die stellvertretende Führung des LXXVI. Panzer-Korps.
Mitte Dezember verhindert Böhlke durch ihn selbst geführte Gegenstöße einen gegnerischen Durchbruch starker britischer Kräfte bei Cossignano auf die Via Emilia und brachte dem Gegner schwere Verluste bei. Dafür wird er am 25.01.1945 als Generalleutnant und Kommandeur der 334. Infanterie-Division mit dem Eichenlaub ausgezeichnet.
Laut Meldung vom 10.04.1945 ist er Kommandeur der nunmehrigen 334. Volks-Grenadier-Division und wird am 16.04.1945 in die Führer-Reserve versetzt. Die Inmarschsetzung erfolgte nach Übergabe der Division an seinen Nachfolger Oberst Schenck in Richtung Traunstein. Dabei geriet er am 26.04.1945 in Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.
Otto Hellmuth Böhlke verstarb am 08.04.1956 in Bad Mergentheim nach einem Unfall..

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Oberjäger 21.05.1915 Eichenlaub zum Ritterkreuz 25.01.1945
Vizefeldwebel 02.06.1915 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 24.09.1942
Leutnant der Reserve 01.09.1915 Eisernes Kreuz II. Klasse

19.09.1939

Polizei-Oberleutnant 01.07.1921 Eisernes Kreuz I. Klasse 09.11.1939
Polizei-Hauptmann 30.06.1926 Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 12.10.1915
Polizei-Major 01.09.1935 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 20.07.1916
Oberstleutnant 31.05.1938 m. Wirk. v. 01.06.1938 (RDA v. 01.06.1938 (2b)) Deutsches Kreuz in Gold 27.10.1941
Oberst 13.05.1941 m. Wirk. v. 01.06.1941 (RDA v. 01.06.1941 (9)) Medaille Winterschlacht im Osten 28.07.1942
Oberst 20.04.1942 erh. neues RDA v. 01.07.1940 (17a)) Ehrenkreuz für Frontkämpfer 10.12.1934
Generalmajor 10.12.1943 -8100- m. Wirk. v. 01.01.1944 (RDA v. 01.01.1944 (11)) Dienstauszeichnung II. Klasse 02.10.1936
Generalleutnant 20.08.1944 -410- m. Wirk. v. 01.08.1944 (RDA v. 01.08.1944 (5))

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