Franz Friedrich Böhme wurde am 15.04.1885 in Zeltweg im Kreis Judenburg in
Österreich geboren und trat am 01.10.1900 als Zögling für vier Jahrgänge in die
Infanterie-Kadettenschule in Liebenau bei Graz ein. Mit Ende der Frist kam er am
18.08.1904 als Zugskommandant zum k.u.k. Infanterie-Regiment 95 nach Lemberg in
Galizien. Von dort wechselt er am 03.12.1908 zum abgetrennten Feld-Bataillon,
dem ehemaligen II./k.u.k. IR 95 nach Süddalmatien in den Raum Ragusa-Bocche di
Cattaro-Spizza und wird dort ebenfalls als Zugskommandant eingesetzt.
Am 01.10.1910 wechselt er als Instruktions-Offizier an die
Einjährig-Freiwilligen-Schule des Regiments nach Lemberg und wird dann ein Jahr
später für drei Jahrgänge der Kriegsschule Wien zugeteilt. Am 10.08.1912 wird er
für einen Monat zur Truppen-Dienstleistung beim Feld-Kanonen-Regiment 14 nach
Preßburg in Ungarn eingeteilt. Wieder an der Kriegsschule, wird er ab dem
01.08.1913 für 1 1/2 Jahre zur Truppen-Dienstleistung zum Dragoner-Regiment "Prinz
Eugen von Savoyen" in Böhmen eingeteilt.
Kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges wird er am 31.07.1914 zum Generalstab bei
Überkomplettführung beim k.u.k. Infanterie-Regiment 95 zugeteilt. Von dort kommt
er am 03.08.1914 als Ia beim Festungs-Kommando Halicz in Ostgalizien ins Feld
und am 06.09.1914 als Generalstabs-Offizier zum Kgl. Ungar. 38.
Honved-Divisions-Kommando. Von dort erfolgte am 10.03.1915 die Ernennung zum Ia
beim Kommando der selbstständigen 131. Infanterie-Brigade in den Karpaten, bzw.
ab dem 02.06.1915 bei der selbstständigen 132. Infanterie-Brigade in
Ostgalizien. Drei Monate später wird er in den Generalstab versetzt.
Am 24.12.1916 wird er zum Ia beim XXIV. Korps-Kommando in Wolhynien/Russland
ernannt und ist ab dem 23.02.1917 Austausch-Generalstabs-Offizier, als Ia und Ic,
beim Kgl. preuß. General-Kommando 51 (zbV) in Kurland.
Ab dem 26.05.1917 ist er Ia beim Abschnitts-Kommando IIa an der Isonzo-Front und
auf dem Bainsizza-Plateau. Sechs Monate später wird er als Generalstabs-Offizier
zum Kommando der 2. Isonzo-Armee in Piave versetzt und von dort, nach Auflösung
der 2. Armee zum Kommando der 1. Isonzo-Armee.
Am 22.05.1918 kommt Böhme als Generalstabs-Offizier zum Armee-Oberkommando und
wechselt am 28.08.1918 auf eigene Bitte als Generalstabs-Offizier zum
General-Kommando der 1. k.u.k. Infanterie-Division in den Abschnitt Maas-Ost und
vor Verdun.
Nach dem Waffenstillstand kommt er am 28.12.1918 zum Feldjäger-Bataillon 1 und
dann zum Volkswehr-Bataillon 6 nach Bruck. Am 20.09.1920 wird er ins (1.)
Österreichische Bundesheer übernommen und zum Zugskommandanten in der 5.
Kompanie im Alpen-Jäger-Regiment 10 in Bruck an der Murr ernannt.
Am 16.04.1921 ist er stellvertretender Stabs-Chef beim Kommando der Brigade
Niederösterreich Nr. 3 in St. Pölten und wird mit Wirkung vom 01.12.1922 als
Offizier beim Brigade-Kommando Nr. 5 eingeteilt und von dort mit Wirkung vom
01.12.1923 als Stellvertretender Stabs-Chef zum Kommando der Brigade Steiermark
Nr. 5 in Graz, wo er am 01.01.1927 zum Stabs-Chef eingeteilt wird.
Ab dem 01.06.1928 wieder dem Alpen-Jäger-Regiment 10 zugeteilt, nachdem er vom
01.04. bis zum 31.05.1928 zur Truppen-Dienstleistung zur
Brigade-Artillerie-Abteilung 5 nach Graz kommandiert war, wird er am 01.02.1930
zum Leiter der Heeres-Verwaltungsstelle Eisenstadt ernannt und am 01.02.1931 zum
Stabs-Chef beim Kommando der Brigade Niederösterreich Nr. 3 in St. Pölten.
Ab dem 01.09.1932 übernimmt er die Leitung von 4 Stabs-Offiziers-Kursen (je
einer in Graz und Linz, sowie zwei in Wien) bei der Militär-Prüfungs-Kommission.
Mit Ende der Kurse wechselt er am 01.12.1933 in das Bundesministerium für
Landes-Verteidigung in die dortige Abteilung 2, wo er die Bearbeitung für
Vorschriften "Führung" und "Gefecht" übernimmt.
Am 01.01.1935 ist er Vorstand der Abteilung 1/A (Abwehrdienst) im
Bundesministerium für Landes-Verteidigung. Von dort wird er ab dem 14.01.1936
für 9 Wochen als Beobachter auf italienischer Seite nach Abessinien
abkommandiert, um dort den Feldzug in Ostafrika zu beobachten.
Am 02.03.1938 übernimmt er die Agenden des Chefs des Generalstabes, bzw. am
16.03.1938 des Leiters der Sektion III-Landesverteidigung im Bundesministerium
für Landes-Verteidigung. Am gleichen Tag erfolgte mit Wirkung vom 13.03.1938 die
Übernahme in die Wehrmacht. Dort wird er mit Wirkung vom 01.07.1938 in den Stab
der 23. Division kommandiert, auf voraussichtlich 4 Monate. Dabei steht er ab
dem 01.08.1938 zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres und übernimmt ab
dem 10.11.1938 den Posten des Infanterie-Kommandeurs 23 und ist zugleich
Standortältester in Brandenburg an der Havel.
Am 28.06.1939, übernimmt er mit Wirkung zum 01.07.1939 das Kommando über die 30.
Infanterie-Division. Dabei wird am 19.07.1939 mit sofortiger Wirkung die
Ernennung zum Kommandeur der 30. Infanterie-Division aufgehoben und stattdessen
die Ernennung zum Kommandeur der 32. Infanterie-Division ausgesprochen.
Mit Beginn des Feldzuges gegen Polen, wird er am 05.09.1939 zum Führer des II.
Armee-Korps ernannt und führt dieses Korps bis zum Ende der Kampfhandlungen in
Polen.
Nach Beginn des Westfeldzuges, mit seiner Division, übernimmt er am 05.06.1940
die Führung des XXXXIII. Armee-Korps während des Marne-Übergangs. Dem schließt
sich mit Wirkung vom 15.06.1940 die Ernennung zum Führer des XVIII. Armee-Korps
an, das er am 19.06.1940 übernimmt. Dabei wird er am 01.10.1940 zum
Kommandierenden General des Korps ernannt, das am 01.11.1940 in XVIII.
Gebirgs-Korps umbenannt wird. Damit ist er von April bis August 1943 zugleich
Militär-Befehlshaber Serbien. Während seiner Dienstzeit auf dem Balkan ist er an
wesentlichen Massakern gegenüber der Zivilbevölkerung verantwortlich, den bis zu
30.000 Menschen zum Opfer fallen.
Am 29.06.1940 erhält er als Generalleutnant und Kommandeur der 32.
Infanterie-Division das Ritterkreuz. Grund dafür war der vorbildliche Einsatz
der Division beim Übergang über die Maas beiderseits Givet und dem Durchbruch
durch die Maginotlinie westlich Chimay. Als Korpsführer leitete er persönlich
die Erkundungen zweier Divisionen für den Marneübergang beiderseits Dormans, der
erfolgreich durchgeführt wurde, wobei sich Böhme persönlich in vorderster Linie
im Kampf auszeichnete.
Am 10.02.1944 wird er mit Wirkung vom 10.12.1943 zum Stellvertretenden
Kommandierenden General und Befehlshaber im Wehrkreis XVIII ernannt und
übernimmt am 24.06.1944 die Führung der 2. Panzer-Armee. Als solcher verunglückt
er am 15.07.1944 mit einem Fieseler Storch. Die erlittenen Verletzungen sind
derart schwer, das mit einer Wiederherstellung der Gesundheit nicht vor 3
Monaten zu rechnen ist. Dadurch erfolgte zunächst die Versetzung in die
Führer-Reserve. Von dort wird er mit Wirkung vom 08.01.1945 zum
Wehrmachtsbefehlshaber Norwegen und Oberbefehlshaber der 20. Gebirgs-Armee
ernannt. Als solcher gerät er am 09.05.1945 in Gefangenschaft. Dort wählt er am
29.05.1947, nachdem er im Nürnberger Geiselprozess angeklagt war, den Freitod,
als die Auslieferung an Jugoslawien erfolgen sollte. Böhme sprang aus dem 4.
Stock des Gefängnisses. Sein Grab befindet sich heute auf dem Friedhof St.
Leonhard in Graz.