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581. Eichenlaubträger Johannes Bölter
Hauptmann, Panzertruppe

      
Johannes Bölter zählt nach Kurt Knispel, Walter Schroif und Otto Carius zu
den vier erfolgreichsten deutschen Panzerkommandanten des 2. Weltkrieges.
Zusammen schossen diese vier Männer mehr als 618 gegnerische Panzer ab, davon
allein Bölter über 139.
Geboren wurde Johannes Bölter am 19.02.1915 in Mühlheim an der Ruhr, besuchte
dann von Ostern 1921 bis Ostern 1929 die Volksschule in Mühlheim und wurde dann
von 1930 bis 1932 als Klempner- und Dachdeckerlehrling bei der Firma
Mühlensieppen an der Berufsschule der Stadt angenommen. Am 31.03.1933 erhält er
seinen Gesellenbrief, nachdem er bereits von 1932 bis 1933 seinen Freiwilligen
Arbeitsdienst absolvierte und 1930 bereits der Gardejugend der Brigade Ehrhardt
bis zum 01.04.1933 beigetreten war.
Mit 01.04.1933 trat er weiterhin der 3. Schwadron des Reiter-Regiments 10 in
Züllichau bei und wurde von dort, am 01.08.1934, in die Kraftfahr-Abteilung 4
versetzt. Weiterhin besuchte er vom 09.09. bis zum 19.09.1935 einen
Unteroffizier-Anwärter-Lehrgang. Wieder in die Kraftfahr-Abteilung 4
zurückgekehrt, wird Bölter am 09.10.1935 in die 8. Kompanie des Panzer-Regiments
1 nach Erfurt versetzt.
Dort wird er am 01.04.1936 als Waffen- und Schieß-Unteroffizier zu einem
Schiesslehrgang nach Putlos kommandiert, sowie vom 13.08. bis zum 27.08.1936 zu
einem Gasschutz-Lehrgang an die Heeres-Gasschutz-Schule in Berlin. Ein weiterer
Lehrgang schließt sich vom 04.01. bis zum 11.03.1939 erneut in Putlos an, wo er
einen Lehrgang für Schießlehrer an der Panzer-Schießschule besucht.
Wieder bei seiner Kompanie, übernimmt er dort mit Beginn des Feldzuges gegen
Polen, am 01l09.1939, den Posten eines Zugführers. In Polen führte er als
einziger Unterführer einen Zug schwerer Panzer IV und erlebte die polnischen
Kavallerieangriffe bei Pomorska und Petrikau. Weiterhin schoss er vier
gegnerische Panzer ab und vernichtete verschiedene Pak- und
Artillerie-Stellungen. Nach erfolgreichem Abschluss der Operationen in Polen,
verlegt das Regiment an die Westfront und wird dort am 10.05.1940 offensiv. Im
Zuge der Kampfhandlungen in Frankreich wird Bölter am 19.06.1940 durch einen
Granatsplitter am linken Fußgelenk verwundet, kann man schnell wieder eingesetzt
werden. Außerdem schoss er südlich von Orleans sieben gegnerische Panzer ab.
Nach Ende der siegreichen Kampfhandlungen beginnt für Bölter der Feldzug im
Osten. Nach Vormarsch durch das Baltikum auf Leningrad, wo er 10 Panzer
abschießt, Bölter am 08.09.1941, während einer Aufklärung außerhalb seines
Panzers erneut verwundet und erleidet einen Durchschuss durch den linken
Zeigefinger. Nach Verlegung in das Reserve-Lazarett Neinstedt im Harz, kommt
Bölter am 02.10.1941 zur Genesenden-Kompanie der Panzer-Ersatz-Abteilung 1 nach
Erfurt und übernimmt dort den Posten des Ausbilders des Fahnenjunkerzuges.
Am 21.12.1941 in die 1. Kompanie der Abteilung versetzt, wechselt er
anschließend bis zum 20.06.1942 abwechselnd zwischen 1. und Verfügungs-Kompanie
hin und her, um schließlich am 16.07.1942 der 2. Stamm-Kompanie zugeteilt zu
werden. Von dort erfolgte am 03.12.1942 die Versetzung als Zugführer in die
schwere Panzer-Abteilung 502, zu der er sich freiwillig gemeldet hatte. Dort
sollte er seine größten Erfolge erreichen. Zunächst führte er einen Zug Panzer
III und stieg dann kurz vor der 2. Ladoga-Schlacht auf einen Tiger-Panzer um.
Bereits am 03.01.1943 wird er während eines Nachtgefechts, nach sieben
Panzerabschüssen, durch einen Granat-Stecksplitter am linken Oberschenkel und
der linken Bauchseite verwundet und kehrt nach acht Tagen im Feldlazarett wieder
zur Truppe zurück, wo er auch an der 3. Ladoga-Schlacht teilnahm. Am 01.05.1943
zum Zugführer in der 2. Kompanie der Abteilung ernannt, übernimmt er, ein
knappes Jahr später, am 10.04.1944 in Vertretung die Führung der 3. Kompanie,
wobei er am 04.05.1944 durch ein Artilleriegeschoss eine Trommelfellverletzung
erleidet. Als Zugführer der 2. Kompanie wird Bölter zum Ritterkreuz
vorgeschlagen, wobei der Vorschlag der 8. Jäger-Division dazu am 11.04.1944 im
Heerespersonalamt einging. Bölter hatte bis zu diesem Tag 89 Panzerabschüsse
erreicht. So schossen am Karfreitag 1944 südlich Pleskau bei Bolschoje
Ussy zwei Tiger der schweren Panzer-Abteilung 502 von 30 angreifenden
gegnerischen Panzern, 22 heraus. davon allein Bölter 15. Dabei erhielt der wagen
Bölters zahlreiche Treffer auf dem Bug und ins Leitwerk, wobei diese Treffer die
Bewegungsfähigkeit des Tigers nicht beeindruckten. Nach erfolgter
Aufmunitionierung schoss er noch weitere zwei Geschütze und eine Pak ab. Durch
diesen Einsatz wurde ein gegnerischer Einbruch in die HL der 8. Jäger-Division
verhindert und diese damit in schweren Kämpfen stehend entscheidend entlastet.
Bölter erhielt daraufhin am 16.04.1944, als Leutnant und Zugführer in der 2.
Kompanie der schweren Panzer-Abteilung 502, das Ritterkreuz.
Ab dem 12.05.1944 dann Zugführer in der 3. Kompanie, übernimmt Bölter am
22.06.1944 die Führung der 1. Kompanie, wobei er am 24.07.1944 durch einen
Granatsplitter am Hals erneut verwundet wird. Zuvor kam Bölter mit 10
einsatzbereiten Panzern der 1. Kompanie im Raum Dünaburg zum Einsatz. Dabei nahm
er am 14.07.1944 am Gegenstoß auf die Höhe 175 teil. Auf der Höhe angekommen,
wurden die Panzer durch Artilleriefeuer eingedeckt. Die Panzer hingegen nahmen 6
Panzer in einer Entfernung von 2500m unter Feuer, ohne dabei einen Panzer
abzuschießen. Stattdessen vernichten sie 6 Pak und ein Salvengeschütz vom Typ
Katjuscha. Bei Einbruch der Dunkelheit zogen sich die Kampfwagen in eine Mulde
zurück. Am 18.07.1944 führte Bölter zusammen mit Einheiten der 81.
Infanterie-Division einen Gegenangriff auf Silene und Plauszkiety durch, der
jedoch nicht sehr erfolgreich verlief.
Am 21.07.1944 brach der Gegner bei Lielie-Truli, bei der 290.
Infanterie-Division, mit etwa 20 panzern durch und Bölter erhielt mit sechs
seiner Panzer den Auftrag den Einbruch abzuriegeln. Kurz nach 11.00 Uhr schoss
Bölters Kampfgruppe sechs Panzer vom Typ T34/85 und mehrere Pak bei Leikumi ab.
Auf dem Weg in die Ortschaft gingen zwei Tiger verloren, dennoch konnte die
Ortschaft genommen werden. Am 08.05.1944 wurde Bölter mit seiner Kompanie bei
den Kämpfen um Birsen eingesetzt. Im Zuge dieser Kämpfe verlor der Gegner nur
wenige Panzer, dafür aber 54 zum Teil schwere und schwerste Pak.
Am 05.08.1944 erfolgte im bereich der 81. Infanterie-Division im Raum Jucava ein
feindlicher Einbruch eines sowjetischen Panzer-Korps gegen den Bölter eingesetzt
wurde. Am 07.08.1944 griff Bölter mit sechs Tigern eingebrochenen Gegner bei
Suostas an, sammelte versprengte Infanterie und ging mit diesen in Richtung
Osten zum Angriff vor. Nach Eroberung der Ortschaft, die am Abend aufgegeben
wurde, deckte die Abteilung das Zurückgehen der
81. Infanterie-Division hinter
den Memel-Abschnitt.
Am 11.08.1944 brach der Gegner ostwärts Radviliskis bei der
61.
Infanterie-Division durch, sowie auch bei der 81. Infanterie-Division und stieß
auf die Strasse Schönberg-Bauske vor. Bölter wurde mit seiner Kampfgruppe von
Gradnas aus auf Anes-Memel angesetzt, wobei der Abgriff im Abwehrfeuer
liegenblieb. Am nächsten Tag griff Bölter zusammen mit dem GR 174 und dem GR 501
erneut auf Anes-Memel an, der jedoch erneut liegen blieb. Bölter fuhr allein
weiter und entdeckte in einer Mulde ein gegnerisches Bataillon. Als Führer der
1. Kompanie wird er Anfang September 1944 dafür zum Eichenlaub vorgeschlagen,
wobei dieser Vorschlag am 06.09.1944 beim Heerespersonalamt einging. Grund dafür
waren die Kämpfe an der Memel Memel. Bölter stand dort Mitte August mit 5
Tiger-Panzern und 50 Grenadieren südlich Riga im Einsatz. Bei den vorhergehenden
Kämpfen gelang es einen gegnerischen Brückenkopf lediglich abzuriegeln, anstatt
diesen zu vernichten. Als Bölter dort eine Bereitstellung gegnerischer Panzer
der 6. Garde-Panzer-Armee erkannte, stieß er auf eigenen Entschluss und ohne
Infanterie-Unterstützung in den gegnerischen Aufmarsch und vernichtete dort 4
Panzer, sein 92. bis 95. Abschuss, 7 Pak und ein Bataillon von 300 Mann Stärke.
Dadurch unterblieb der gegnerische Angriff. Am nächsten Tag wurde Bölter zum
siebenten Male verwundet. Der Panzer Bölters hatte einen Treffer in die linke
Wannenseite erhalten. Sein Funker Richard Bach fiel beim Ausbooten durch
gegnerisches MG-Feuer. Drei Mann seiner Besatzung fanden dabei den Tod. Selbst
durch Verbrennungen schwer verwundet, kann Bölter gerade noch ausbooten und wird
zusammen mit seinem Fahrer, Herbert Hölzl, per Flugzeug in ein Lazarett nach
Troppau gebracht, wo er sofort von einem Hautspezialisten operiert und versorgt
wurde. Bölter und sein Fahrer wurden durch die Besatzung Hauptmann Leonhardt,
dabei insbesondere durch den Fahrer Horst Kießling, gerettet und erstversorgt.
Bis zum 15.01.1945 befindet er sich dann bei der Panzer-Ersatz- und
Ausbildungs-Abteilung 500, kehrte aber nie wieder an die Ostfront zurück.
Für diesen unerschrockenen Einsatz wird er am 10.09.1944 mit dem 581. Eichenlaub
zum Ritterkreuz ausgezeichnet, das er Ende Oktober 1944 im Salzburg aus den
Händen Heinrich Himmlers entgegennehmen konnte.
Am 15.01.1945 wird er an die Heeres-Unteroffiziers-Schule der Panzertruppen nach
Eisenach versetzt und übernimmt dort die Aufgaben eines Kompanieführers und
Lehrers.
Im März und April 1945 kommt er dann im rahmen einer Kampfgruppe, bestehend aus
Panzern der Schule und der Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 500, im Raum
Kassel zum Einsatz. Bölters letzter Einsatz erfolgte bei Stecklenbach im harz,
wo er Ende April 1945 mit dem letzten "Tiger"-Panzer der Kampfgruppe noch
drei Sherman-Panzer abschoss, bevor er durch eine US-Zwillingspak durch einen
Volltreffer im Turm abgeschossen wird, wobei sein Richtschütze fällt. Anfang mai
1945 befindet er ich allein auf der Flucht und erreichte schließlich Erfurt, wo
sich seine Frau und seine Kinder befanden. Von dort floh er Anfang 1950 in den
Westen.
Nicht in Gefangenschaft geraten, verstarb Johannes Bölter am 16.09.1987 in
seiner Geburtsstadt Mühlheim a.d. Ruhr.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Gefreiter |
01.10.1934 |
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Dienstauszeichnung IV. Klasse |
01.04.1937 |
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Unterführer |
18.12.1935 ernannt |
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Schießabzeichen für Karabiner |
01.10.1938 |
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Unteroffizier |
01.04.1936 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
30.09.1939 |
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Feldwebel |
01.04.1938 |
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Panzerkampf-Abzeichen in Silber |
26.06.1940 |
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Oberfeldwebel |
01.10.1940 |
|
Verwundeten-Abzeichen in Schwarz |
02.07.1940 |
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Offiziers-Anwärter |
01.02.1943 ernannt |
|
Eisernes Kreuz I. Klasse |
15.07.1940 |
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Leutnant |
31.07.1943 -5311- (RDA v. 01.05.1943(124)) |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
??? |
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Oberleutnant |
20.09.1944 -1202- (RDA v. 01.07.1944(119)) |
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Verwundeten-Abzeichen in Silber |
08.02.1943 |
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Hauptmann |
01.01.1945 (RDA v. 01.01.1945) |
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Deutsches Kreuz in Gold |
29.03.1943 |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
16.04.1944 |
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Panzerkampf-Abzeichen II. Stufe |
15.07.1944 |
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Verwundeten-Abzeichen in Gold |
03.08.1944 |
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Panzerkampf-Abzeichen III. Stufe |
01.09.1944 |
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581. Eichenlaub zum Ritterkreuz |
10.09.1944 |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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