Johannes de Boer wurde am 05.09.1897 in Hamburg-Altona geboren und trat am
15.09.1914 als Kriegsfreiwilliger der Armee bei, wo er bis zum 02.08.1917 seinen
Dienst zunächst beim Feldartillerie-Regiment 45 versah und dann bis zum
14.01.1919 zum Feldartillerie-Regiment 223 versetzt wurde.
Mit Ende des 1. Weltkrieges wechselte de Boer zur Brigade "Grodno" und
damit zum Grenzschutz "Ost". Bereits am 20.02.1919 erfolgte die
Versetzung zum Freiwilligen-Artillerie-Regiment 12 und am 01.11.1919 zum
leichten Reichswehr-Artillerie-Regiment 7.
Nach einer Verwendung beim Wehrkreiskommando VI, vom 20.12.1919 bis zum
30.06.1920, wird er verabschiedet, wobei er jedoch am 01.07.1920 der Polizei
beitrat. Bis zum 16.02.1921 bei der Polizei-Abteilung in Mühlheim tätig,
wechselt er am 16.01.1921 in die Polizei-Verwaltung nach Hamburg und wird dort
am 01.04.1933 in den Stab des Polizeichefs versetzt. Anschließend vom 01.06. bis
zum 13.07.1934 bei der 11. Hundertschaft, bzw. vom 13.07. bis zum 15.11.1934 bei
der 9. Hundertschaft der Polizei in Hamburg im Einsatz, wird er am 15.11.1934
zum MG-Offizier bei der Landespolizei-Inspektion Hamburg ernannt, wo er am
07.01.1935 in den Stab wechselt.
Vom 30.03. bis zum 15.10.1935 bei der 10. Hundertschaft in Bremen tätig, trat de
Boer am 15.10.1935 dem Heer bei und findet bis zum 06.10.1936 zunächst eine
Verwendung in der II. Abteilung des Artillerie-Regiments 56. Dort übernimmt er
dann am 06.10.1936 eine Batterie und wird am 12.10.1937 zum Kommandeur der I.
Abteilung des Artillerie-Regiments 58 ernannt. Diese Abteilung war der 22.
Infanterie-Division unterstellt und nahm im Rahmen dieser Division an der
Sicherung des Westwalls teil.
Im Zuge der Umwandlung der Division in eine Luftlande-Division schied die I.
Abteilung des Artillerie-Regiments 58 aus dem Divisionsverband aus. De Boer
hingegen übernahm das Kommando über das Artillerie-Regiment 22 und nahm mit
diesem in der Folge an allen Kämpfen der Division teil. Für die erfolgreichen
Einsätze seines Regiments wird er am 19.06.1940, als Oberstleutnant, mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet.
Nach den Kämpfen auf der Krim, verlegt die Division nach Griechenland und dann
auf Kreta. Dort erfolgte am 25.04.1943 die Versetzung de Boers in die
Führer-Reserve, wo er ab dem 03.05.1943 an einem Divisionsführer-Lehrgang
teilnimmt. So wird er am 05.08.1943 mit der Führung der 26. Infanterie-Division
beauftragt und kämpft mit dieser Division im Raum Orel-Smolensk-Kowel. Bereits
am 01.10.1943 hatte er auch das Kommando über die Division erhalten.
Am 10.11.1944 wird er zum Kommandeur der 280. Infanterie-Division ernannt und
sichert bis Kriegsende den Raum Stavanger-Bergen in Norwegen, wo er am
08.05.1945 in englische Gefangenschaft gerät, aus der er 1947 entlassen wird.
Johannes de Boer verstarb am 14.03.1986 in Hamburg.