Johannes Wilhelm Bohnstedt wurde am 15.10.1888 in Schmarsow bei Prenzlau
geboren und trat am 12.03.1909 als Fahnenjunker dem 6. Brandenb.
Infanterie-Regiment "von Alvensleben" Nr. 52 bei. Vom 01.03. bis zum
01.04.1911 zur Infanterie-Schiess-Schule Lockstedter-Lager kommandiert, kommt
Bohnstedt im Jahre 1912 für 1/4 Jahr zur sMG-Ausbildung auf den
Truppenübungsplatz Altengrabow. Wieder bei seinem Regiment erhält er vom 01.10.
bis zum 15.11.1913 eine Kommandierung zur Gewehr-Fabrik Spandau und wird
schließlich am 16.11.1913 in die MG-Kompanie des Infanterie-Regiments 52
versetzt, mit der er am 02.08.1914 an die Westfront in den Raum Mons-Aisne ins
Feld zieht. Dort wird er am 14.09.1914 durch ein Schrapnell bei Fort Comde am
Ober- und Unterschenkel verwundet. Ins Lazarett verlegt und ab dem 15.09.1914
dem Ersatz-Bataillon des Regiments zugeteilt, kommt Bohnstedt nach seiner
Genesung am 18.01.1915 an die Front zurück, wo er als Führer der MG-Kompanie des
Reserve-Infanterie-Regiments 270 eingesetzt wird. Im Jahre 1915 Teilnehmer an
den Kämpfen westlich der Somme und nach der Verlegung des Regiments an die
Ostfront im Raum Gorlice-Tarnow, am San, bei Przmysl und Lemberg, bei Cholm und
bei Brest-Litowsk, sowie in den Pripjet-Sümpfen. Am 01.10.1916 zum MG-Offizier
beim Regimentsstab ernannt, übernimmt er vom 05.10. bis zum 17.12.1916 die
Leitung eines MG-Kurses in Bolsk, der vom 30.01. bis zum 14.03.1917 wiederholt
wird.
Durch Bruch des Wadenbeines durch Hufschlag, wird er am 05.05.1917 verletzt,
kann aber bei der Truppe verbleiben. Am 10.07.1917 wird er zum Führer des II.
Bataillons seines Regiments ernannt und am 01.08.1917 zum Führer des I.
Bataillons, sowie am 14.08.1917 zum Führer des III. Bataillons unter
Beibehaltung der Geschäfte des Regiments-MG-Offiziers.
Vom 23.09. bis zum 26.09.1917 nimmt er am 1. Ausbildungs-Kursus im
Flieger-Beschuss und im indirekten Schiessen in Slonim teil und übernimmt dann
vom 30.10. bis zum 14.12.1917 die Führung des II. und III. Bataillons. Als
solcher wird er vom 25.12.1917 bis zum 16.01.1918 als MG-Offizier zur 82.
Reserve-Division kommandiert und am 01.02.1918 zum Führer des II. Bataillons
ernannt. Dem folgt vom 09.02. bis zum 15.02.1918 eine Kommandierung zum 4.
Lehrgang an der Heeres-Nachrichtenschule II in Saarburg und am 16.02.1918 die
Kommandierung in den Stab des I. Bataillons. Zu diesem Zeitpunkt muss also schon
die Verlegung des Regiments an die Westfront erfolgt sein, wo das Regiment an
den Maashöhen, bei Avre, Montdidier, Noyon, Arve, an der Maas und bei Reims zum
Einsatz kam. Zwischenzeitlich kehrte er am 20.02.1918 in den Regimentsstab
zurück und wird vom 17.03. bis zum 21.03.1918 zum Führer-Lehrgang nach Wörth
kommandiert. Wieder bei seinem Regiment, übernimmt Bohnstedt am 06.04.1918 die
Führung der 7. Kompanie und am 16.04.1918 die Führung des II. Bataillons, bis
zum 12.06.1918.
Ab dem 31.07.1918 Kommandeur des III. Bataillons, wird er am 21.08.1918 in die
3. Ersatz-MG-Kompanie des III. Armee-Korps versetzt und wird nach der Versetzung
zur 195. Infanterie-Division, am 23.09.1918, mit der Führung des
Reserve-Jäger-Bataillons 15 beauftragt.
Nach Ende des 1. Weltkriegs übernimmt Bohnstedt am 01.03.1919 das Kommando über
das Freiwilligen-Bataillon Unruhstadt und ist ab dem 24.02.1920 Chef der 1.
MG-Kompanie im Reichswehr-Schützen-Regiment 10, das als Grenzschutz an der
brandenburgisch-polnischen Grenze im Einsatz stand. Bohnstedt bleibt auch nach
Umbenennung des Regiments in Reichswehr-Infanterie-Regiment 10, am 16.05.1920
beim Regiment und wird am 28.09.1920, mit Wirkung vom 01.10.1920, in das
Infanterie-Regiment 8 versetzt, wo er den Posten des Chefs der 4. (MG) Kompanie
übernimmt. Als solcher wird er dann vom 28.04. bis zum 17.05.1924 zu einem
MG-Lehrgang nach Königsbrück kommandiert.
Vom 22.09. bis zum 11.10.1924 ist er Leiter des sMG-Lehrgangs der 3. Division in
Döberitz und wird am 16.02.1927 mit Wirkung vom 01.03.1927 zur Kommandantur nach
Hannover versetzt, unter gleichzeitiger Kommandierung in den Stab der 6.
Division. Weiterhin erfolgte vom 09.01. bis zum 14.01.1928 eine Kommandierung
zur Sonderausbildung im Reichswehr-Ministerium in die dortige Abteilung
Waffenamt/Prüfwesen.
Vom 20.04. bis zum 12.05.1928 auf Auslands-Urlaub, kommt er am 24.02.1928 mit
Wirkung vom 01.04.1928 als Rittmeister in die 4. Eskadron des 14.
Reiter-Regiments und nimmt vom 09.10. bis zum 24.10.1928 am Kampfschul-Lehrgang
A in Döberitz teil. Außerdem erhält er vom 07.01. bis zum 12.01.1929 eine
Sonder-Ausbildung zum Waffen-Offizier beim Waffenamt (Prüf.) und wechselt dann
am 15.03.1930 mit Wirkung vom 01.04.1930 als Hauptmann in den Stab der 6.
Division. Mit Wirkung vom 01.10.1930 kommt Bohnstedt dann jedoch wieder als
Rittmeister und Fürsorge-Offizier in den Stab des 4. (Preuß.) Reiter-Regiments,
um dann mit Wirkung vom 01.08.1933 das Kommando über das Ausbildungs-Bataillon
im 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment zu übernehmen.
Am 01.10.1934 übernimmt er das Kommando über das Infanterie-Regiment Glogau und
ab dem 15.10.1935 des Infanterie-Regiments 51. Als solcher erhält er vom 12.05.
bis zum 15.05.1936 eine Ausbildung zur taktischen Verwendung von
Panzer-Abwehr-Geschützen der Infanterie in Döberitz.
Mit Beginn des 2. Weltkriegs steht das Regiment im Rahmen der
18. Infanterie-Division in Polen im Einsatz und nimmt auch am beginn des
Feldzuges im Westen teil. Kurz vor Beginn des Feldzuges zum Generalmajor
befördert, wird er am 04.06.1940 mit sofortiger Wirkung zum Führer der
32. Infanterie-Division ernannt und soll sich beim II. Armee-Korps in
Noyelle, 15 Kilometer nordöstlich Abbeville melden. Für die Erfolge der Division
unter seine Führung wird er am 16.09.1940 zum Ritterkreuz eingereicht, was
jedoch abgelehnt wird.
Am 20.10.1940 wird er mit Wirkung vom 01.10.1940 zum Kommandeur der
32. Infanterie-Division ernannt und nimmt mit dieser dann am
Russland-Feldzug teil. Dort mit Wirkung vom 15.04.1942 in die Führer-Reserve
versetzt, wird er am 21.04.1942 mit Wirkung vom 01.05.1942 zum Inspekteur der
Infanterie im OKH, beim Chef der Heeres-Rüstung und Befehlshabers des
Ersatz-Heeres in Berlin ernannt. Ende Juli 1941 hatte Bohnstedt den Befehl
erhalten, mit seiner Division längs der Strasse Loknja-Cholm das Sumpfgebiet
westlich Cholm zu durchstoßen und die Stadt zu nehmen. Doch verteidigte sich der
Gegner längs der Strasse mit großer Verbissenheit. Dadurch entschloss sich
Bohnstedt den Schwerpunkt des Angriffs auf das Ostufer des Lowat und im weiteren
Verlauf des Angriffs auf das Ostufer der Kunja zu verlegen. Mit diesem
Entschluss brachte die 32. Infanterie-Division die Stadt Cholm am 02.08.1941
schließlich zu Fall. Bohnstedt erhielt dafür am 13.10.1941, als Generalmajor und
Kommandeur der
32. Infanterie-Division, das Ritterkreuz.
Mit Wirkung vom 25.01.1945 in die Reserve versetzt und wird mit Wirkung
vom 22.02.1945 zur Wehr-Ersatz-Inspektion Hannover kommandiert, um dort als
Wehrersatz-Inspekteur eingearbeitet zu werden. Damit übernimmt er dann mit
Wirkung vom 05.03.1945 den Posten des Wehr-Ersatz-Inspekteurs Hannover. Diese
Kommandierungen bzw. Ernennungen werden jedoch mit Befehl vom 07.03.1945 nicht
wirksam erklärt und Bohnstedt stattdessen wieder in die Reserve versetzt.
Am 03.04.1945 wird er mit Wirkung vom 30.06.1945 aus der Wehrmacht entlassen und
dem Landsturm II zugeteilt. So gerät er am 08.05.1945 in Gefangenschaft, aus der
er 1947 wieder entlassen wird. Da er bereits am 11.08.1947 in Hameln verstarb
ist unklar ob er dabei noch in Gefangenschaft war.