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Ritterkreuzträger Reichsfreiherr Hans von
Boineburg-Lengsfeld
Generalleutnant

   
  
Wilhelm Georg Gustav Bodo Hans Reichsfreiherr von
Boineburg-Lengsfeld wurde am 09.06.1889 in Eisenach geboren und trat am
01.10.1910 als Fahnenjunker dem Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 6 bei. Mit diesem
Regiment nimmt von Boineburg-Lengsfeld am 1. Weltkrieg teil und kommt dabei
zunächst an der Westfront in Lothringen zum Einsatz. Danach an die Ostfront
verlegt, folgen dort schwere Kämpfe an der Masurischen Seenplatte, bei Warschau,
Lodz und Rawka-Bzura.
Vom 08.07.´bis zum 31.01.1917 als Ordonnanz-Offizier in den Stab der 8.
Kavallerie-Division kommandiert, lagen bereits die Kämpfe bei Windau, Mitau,
Riga usw. hinter ihm. Es folgen Schlachten bei Düna und Jakobstadt. Ab dem
01.02.1916 dann in den Stab der Division versetzt folgen erneut Kämpfe im Raum
Riga und Jakobstadt und ab 1918 am Peipus-See, bis zur Verlegung an die
Westfront in die Champagne in den Raum Soissons, wo er am 04.04.1918 zurück in
das Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 6 versetzt wird. Er wird gleichzeitig bis zum
01.06.1918 zur Ausbildung zum Divisions-Kommando der
Kavallerie-Schützen-Division nach Mauberge kommandiert und kehrt dann wieder zum
Regiment zurück. Mit Ende des Krieges befindet er sich mit seiner damaligen
Einheit des Regiments vom 24.12.1918 bis zum 04.04.1919 im Berliner Schloss und
wird bei den Januar- und März-Unruhen in der Stadt eingesetzt.
Am 01.01.1920 erfolgte die Versetzung in das Reichswehr-Kavallerie-Regiment 103,
bzw. mit Wirkung vom 01.04.1920 die Versetzung in die 1. Eskadron des
Reiter-Regiments 3. Dort vom 02.08. bis zum 14.08.1920 zur 4. Eskadron
kommandiert, erhält er im März 1921 eine Wehrkreisprüfung und wird am 01.10.1923
zum Chef der 2. Eskadron ernannt.
Vom 04.07. bis zum 19.07.1924 zu einem Lehrgang an der Kavallerie-Schule
kommandiert, wird er mit Wirkung zum 01.10.1925 in die 4. Eskadron des
Reiter-Regiments 16 versetzt. Im Februar 1929 und März 1930 nimmt er jeweils an
einem Lehrgang für Leibesübungen in Wünsdorf teil und wird mit Wirkung vom
01.04.1931 zum Chef der 2. Eskadron und zum Standortältesten in Hofgeismar
ernannt.
Ab dem 01.11.1931 Chef der 6. Eskadron und Standortältester in Langensalza, wird
er mit Wirkung vom 01.04.1934 in den Stab des Kavallerie-Kommandos Dresden, dem
späteren Kavallerie-Kommando Potsdam, versetzt und ist ab dem 01.10.1934
Adjutant der 4. Kavallerie-Brigade. Vom 30.01. bis zum 15.02.1935 nimmt er an
einem Lehrgang für Stabs-Offiziere der Kraftfahr-Kampftruppen in Berlin teil und
wird am 27.05.1935 mit sofortiger Wirkung zum Reiter-Regiment Gera kommandiert.
Am 15.10.1935 ist er Kommandeur des II. Bataillons des Schützen-Regiments 1 und
nimmt als solcher vom 11.02. bis zum 15.02.1936 an einem Gasschutz-Lehrgang in
Berlin teil. Im Mai 1938 erkrankt, übernimmt er am 10.11.1938 das Kommando des
Schützen-Regiments 1, mit dem er am Polen-Feldzug teilnimmt.
Nach Ende der Kämpfe in Polen übernimmt von Boineburg-Lengsfeld mit Wirkung vom
23.10.1939 das Kommando über die 4. Schützen-Brigade, mit der er am Westfeldzug
teilnimmt. Dort bewies er bspw. an der Dyle-Stellung und bei Foret de Mormal
seine Führereigenschaften. Außerdem führte er durch seine Brigade am 27.05.1940
am La Basse-Kanal nördlich Bethune einen entscheidenden Erfolg herbei, der den
Vormarsch der 4. Panzer-Division ebnete. Seinem persönlichen Eingreifen ist es
zu verdanken, das der Durchbruch durch die gegnerischen Kanalstellungen gelang
und bis auf die Strasse Lille-Armentieres vorgestoßen werden konnte. Damit wurde
der Rückzug der französischen Truppen von Lille aus nach Westen verhindert. Von
Boineburg-Lengsfeld erhielt dafür am 19.07.1940, als Oberst und Kommandeur
der 4. Schützen-Brigade, das Ritterkreuz.
Mit Wirkung vom 24.07.1940 dann in die Führer-Reserve versetzt und zugleich bis
zum 03.09.1940 mit der Führung der 4. Panzer-Division beauftragt, übernimmt er
mit Wirkung vom 05.10.1940 das Kommando der 7. Schützen-Brigade. Mit Beginn des
Feldzuges gegen die Sowjetunion, ist er zugleich Führer verschiedener
Kampfgruppen, insbesondere von Juni bis August 1941. Für eine Tat bei Jarzewo
vom 16.07.1941 wird er für die Nennung im Ehrenblatt des deutschen Heeres
vorgeschlagen. Das Personalamt forderte jedoch noch genauere Unterlagen über die
Tat an, die jedoch alle unbeantwortet blieben und somit auch keine Nennung
erfolgte.
Am 30.09.1941 erneut in die Reserve versetzt, wird er mit Wirkung vom 25.09.1941
zum Kommandeur der 23. Panzer-Division ernannt, wobei er bereits am 13.09.1941
seinen Dienst antrat. Als Divisionskommandeur am 11.01.1942 zum Deutschen kreuz
vorgeschlagen, wird dieses am 16.01.1942 abgelehnt.
Nachdem er mit Wirkung vom 20.07.1942 wieder in die Reserve versetzt wurde,
übernimmt er mit Wirkung vom 26.08.1942 erneut das Kommando über die 23.
Panzer-Division. Aufgrund einer alten Kriegsverletzung aus dem 1. Weltkrieg
erkrankt er zum Jahresende 1942 schwer und wird durch Oberst Horn vertreten, bis
von Boineburg-Lengsfeld am 13.02.1943, mit Wirkung vom 28.12.1942, in die
Reserve versetzt wird.
Später, mit Wirkung vom 01.04.1943, zum Militär-Befehlshaber Frankreich
kommandiert, wird er mit Wirkung vom 01.05.1943 zum Kommandant von Groß-Paris
und damit zum Kommandeur der 325. Sicherungs-Division ernannt, bis er mit
Wirkung vom 07.08.1944 wieder in die Reserve zurückkehrt. Von dort kommt er mit
Wirkung vom 23.09.1944 als Leiter des Abwehr-Stabes zum Oberbefehlshaber West
und wird mit Wirkung vom 18.10.1944 zum Oberkommando des Festungsbereichs West
kommandiert. Er übernimmt dann am 01.11.1944 den befehl über die
Rhein-Befestigungen im Raum Freiburg und übernimmt dann mit Wirkung vom
20.02.1945 das Kommando über den Truppenübungsplatz Bergen, wo er am 08.05.1945
in amerikanische Gefangenschaft gerät, aus der er am 30.05.1946 wieder entlassen
wird.
Reichsfreiherr Hans von Boineburg-Lengsfeld verstarb am 20.11.1980 in
Felsberg-Altenburg in Hessen.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fahnenjunker |
01.10.1910 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK |
20.09.1914 |
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Fahnenjunker-Unteroffizier |
24.02.1911 |
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Sächs. Albrecht-Orden Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern |
03.02.1915 |
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Fähnrich |
23.05.1911 m. Patent v. 23.05.1911 D2d |
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Sächs. Weimar. Hausorden der Wachsamkeit oder vom Weissen Falken
Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern |
09.06.1915 |
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Leutnant |
22.05.1912 -I461- m. Patent v. 18.05.1910X |
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Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK |
01.10.1917 |
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Oberleutnant |
18.10.1915 -I851- m. Patent v. 18.10.1915M3m |
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Sächs. Weimar. Wilhelm-Ernst-Kriegskreuz |
01.12.1917 |
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Rittmeister |
28.09.1921 -456- m. Wirkung v. 01.09.1921 unter Vorbeh. der Festsetz.
des RDA |
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Ehrenritter, Johanniterorden |
23.06.1922 |
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Rittmeister |
01.02.1922 -134- RDA v. 01.09.1921(2) |
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Ehrenkreuz für Frontkämpfer |
20.12.1934 |
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Major |
01.10.1932 -1800- m. Wirk. v. 01.10.1932 (RDA v. 01.10.1932(1)) |
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Dienstauszeichnung 1. Klasse |
02.10.1936 |
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Oberstleutnant |
01.06.1935 -2500- m. Wirk. v. 01.06.1935 (RDA v. 01.06.1935(1)) |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
24.09.1939 |
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Oberst |
30.09.1937 -5200- m. Wirk. v. 01.10.1937 (RDA v. 01.10.1937(18) |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
01.10.1939 |
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Generalmajor |
15.09.1941 -4710- m. Wirk. v. 01.10.1941 (RDA v. 01.10.1941(12)) |
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Panzer-Kampfabzeichen in Bronze |
17.07.1940 |
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Generalleutnant |
16.11.1942 -7940- m. Wirk. v. 01.12.1942 (RDA v. 01.12.1942(11)) |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
19.07.1940 |
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:
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