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Ritterkreuzträger Dipl. Ing- Ernst Bolbrinker
Generalmajor

Ernst Bolbringer wurde am 23.10.1898 in Graz geboren und besuchte von 1905 bis 1909 die Volksschule in Braunschweig und bis 1916 die Realschule in Wien, bis er im Februar 1916 sein Reifezeugnis in Graz ablegte. Bereits im Juni 1916 trat er als Kriegsfreiwilliger der 3. Kompanie des I. Ersatz-Jäger-Bataillons 7 in Bückeburg bei und wird am 22.11.1916 in die 11. Kompanie des Infanterie-Regiments 144 versetzt. Dort am 18.01.1917 zum Fahnenjunker ernannt, kommt er am 27.05.1917, nach einer Verwundung, in die 2. Kompanie des Ersatz-Bataillons des Regiments und kehrt nach seiner Genesung am 30.09.1917 in die 10. Kompanie des Regiments an die Front zurück. Am 01.02.1918 zum Zugführer im Sturm-Bataillon 15 in Saarburg ernannt, kehrt er am 21.02.1918 als Zugführer zum Infanterie-Regiment 144 zurück und gerät dort am 26.09.1918 in der Champagne in französische Gefangenschaft, aus der er am 20.02.1920 wieder in die Heimat zurückkehrt. Bereits ab dem 21.02.1920 ist er bis zum 31.03.1920 beim Freikorps Lichtschlag im Ruhrgebiet und wird am 31.03.1920 gemäß dem Abwicklungsamt XVI. Armee-Korps verabschiedet.
Von Mai bis September 1920 arbeitet er zunächst in der Maschinenfabrik der Titaniawerke in Wels und besucht dann bis 1925 die Montanistische Hochschule in Loeben und erhält eine Ferialpraxis in den Braunkohlegruben Seegraben und Fohnsdorf, sowie bei der Erdgastiefbohrung in Wels. Im November 1925 verlässt er die Hochschule als Diplom-Ingenieur und arbeitet von Juni 1925 bis März 1926 beim Braunkohlentiefbau Seegraben der österreichischen Alpin-Montan-Gesellschaft als Zeitnehmer und Vorarbeiter des Spülversatztriebes. Von März bis Dezember 1926 arbeitet er als Tayloringenieur beim Braunkohlentief- und Tagbau in Köflach und von Januar bis Juli 1927 beim Braunkohlentiefbau Fohnsdorf im Wodzicki-Schacht als Grubensteiger. Im Juli 1927 wechselt er zurück zum Braunkohlentief- und Tagbau in Köflach, in den dortigen Karlsschacht als Bergassistent. Weiterhin ist er dort zuständig für Rationalisierungsarbeiten, der Umstellung und Einführung neuer Abbaumethoden, der Einarbeitung und Einführung von Schrämm- und Schlitzmaschinen und für rationelles Schiessen. Ab November 1931 beim Braunkohlentiefbau Seegraben im Wartinbeg-Schacht als Bergassistent im Betrieb. Dort wird er am 02.08.1934 aufgrund der Beteiligung an den Vorgängen in Österreich vom 25.07.1934 entlassen. Bolbrinker war ab 1923 SA-Landesführer Steiermark und wechselte 1925 zum Steirischen Heimatschutz in die Führung Pfrimer. Im März 1932 kehrte er zur SA zurück und übernimmt die Führung der SA-Standarte Leoben, woraufhin er wegen der dortigen Kämpfe vom 25. und 26.07.1934 nach Deutschland flieht und dort als Berkwerksingenieur  in Essen arbeitet.
Am 21.04.1936 wird er zu, Ergänzungskurs beim III. Bataillon des Infanterie-Regiments 37 in Osnabrück einberufen und untersteht ab dem 01.08.1936 dem Wehr-Bezirks-Kommando I in Essen.
Am 12.09.1936 wird er zur Probedienstleistung in die 2. Kompanie des Panzer-Regiment 1 kommandiert, bis er schließlich am 01.02.1937 als Hauptmann im Panzer-Regiment 1 reaktiviert wird. Als solcher kommt er am 10.03.1937 in den Stab der 2. Abteilung des Regiments und übernimmt am 12.10.1937 den Posten des Chefs der 7. Kompanie. Vom 12.11. bis zum 23.11.1937 zu einem Schießlehrgang nach Putlos kommandiert sowie vom 19.04. bis zum 07.05.1938 zu einem Taktischen Lehrgang für Kommandeure und Kompaniechefs nach Wünsdorf und erneut nach Putlos.
Nach der Teilnahme am Polen-Feldzug übernimmt Bolbrinker am 26.10.1939 das Kommando über das Hauptquartier des XVI. (mot.) Armee-Korps und nimmt so am West-Feldzug teil. Nach Ende der Kampfhandlungen im Westen wird er zum Kommandeur der I. Abteilung des Panzer-Regiments 5 ernannt. Im Februar 1941 verlegt das Regiment im Rahmen der 5. Leichten Division nach Afrika, wo Bolbrinker am 07.04.1941 früh den Befehl erhält, sich mit den Resten seiner Abteilung, bestehend aus nur noch 7 Panzerkampfwagen, zum Angriff auf das durch britisch-indische Truppen stark verteidigte Wüstenfort el Mechili bereitzustellen. Als der Gegner im Morgengrauen mit starken Kräften einen Ausbruchsversuch unternahm, griff Bolbrinker aus eigenem Entschluss mit seinen 7 Panzern, ohne weitere Unterstützung, das Fort an und nahm es trotz stärkster Gegenwehr. Durch die Eroberung des Forts gelang ein entscheidender Erfolg über einen Hauptstützpunkt der gegnerischen Verteidigung. Dadurch wurde dieser so schwer erschüttert, da der Widerstand bald insgesamt zusammenbrach. Durch seinen selbstständigen Entschluss und des Angriffes mit nur 7 Panzern gegen ein stark ausgebautes Verteidigungssystem, hatte Bolbrinker der Division erhebliche Blutopfer erspart und den Schlüsselpunkt der englischen Verteidigung in der ostwärtigen Cyrenaika in deutsche Hand bringen und ermöglichte so ein weiteres Vordringen der Division in Richtung Tobruk. Durch diesen Erfolg konnten der Divisionsstab der 2. engl. Panzer-Division, darunter zwei Generäle und zwei Oberste im Generalsrang, neben ca. 3.000 Soldaten, gefangen genommen werden. Weiterhin konnten erhebliche Mengen an Material, darunter 30 Pak, erbeutet werden. Bereits am 31.03.1941 bewährte sich Bolbinker beim Panzerkampf um Agedabia und in der Folge am 13. und 14.04.1941 beim Einbruch in die Befestigungen bei Tobruk. Für den Erfolg bei el Mechili schlug ihn der Regimentskommandeur Oberst Olbrich zum Ritterkreuz vor, das ihm am 15.05.1941, nachdem der Vorschlag am 08.05.1941 eingereicht wurde, als Major und Kommandeur der I. Abteilung des Panzer-Regiments 1 verliehen wurde. Bereits am 08.04.1941, also einem Tag nach seiner Ritterkreuztat, wurde Bolbrinker verwundet, konnte aber bei der Truppe verbleiben und übernahm Ende Mai bis Ende Juni 19451 sogar die Führung des gesamten Regiments, wobei er am 16.06.1941 bei Sidi Omar erneut verwundet wurde. Als Führer des Regiments wird er am 20.06.1941 für die Kämpfe an der Sollum-Front im Wehrmachtsbericht erwähnt und kurz darauf in die Führer-Reserve des OKH versetzt, wobei der Kommandeur der Panzertruppenschule Wünsdorf den Dienst regelte.
Ab dem 20.01.1942 in den Sonderstab Tropen kommandiert, wird er am 01.06.1942 als Gruppenleiter der Amtsgruppe Kraftfahrwesen beim Chef der Heeresrüstung und dem Befehlshaber des Ersatzheeres kommandiert und ab dem 01.08.1942 dorthin versetzt. Dort wird er ab dem 18.02.1943 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs der Abteilung In6 im OKH beauftragt, um am 10.05.1943 selbst zum Chef der Abteilung ernannt zu werden. Als solcher gerät er dann am 08.05.1945 in Gefangenschaft, aus der er 1947 wieder entlassen wird.
Dipl. Ing. Ernst Eberhard Bolbrinker verstarb am 02.07.1962 in Bielefeld.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Fahnenjunker 18.01.1917 (ernannt) Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 07.08.1917
Fahnenjunker-Gefreiter 19.01.1917 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 05.08.1918
Fähnrich 27.05.1917 Dienstauszeichnung 4. Klasse 16.12.1937
Leutnant 30.09.1917 Eisernes Kreuz II. Klasse 01.10.1939
Oberleutnant der Reserve 01.08.1936 Eisernes Kreuz I. Klasse 17.04.1941
Hauptmann 18.01.1937 angestellt m. Wirk. v. 01.02.19376 (RDA v. 01.06.1934(210)) Panzerkampf-Abzeichen 17.04.1941
Major 16.03.1940 -2000- (RDA v. 01.04.1940(36) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 15.05.1941
Oberstleutnant 08.04.1942 m. Wirk. v. 01.04.1942 (RDA v. 01.04.1942(673)) Verwundetenabzeichen in Schwarz 20.05.1941 (20.04.1941)
Oberst 10.07.1943 -4510- m. Wirk. v. 01.05.1941 (RDA v. 01.04.1943(19a3))
Generalmajor 20.08.1944 -410- (PA) -1602- Beförderungskarteikarte m. RDA v. 01.07.1944(15))

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