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71. Eichenlaubträger Heinrich Borgmann
Oberst i.G., Infanterie

    
Heinrich Borgmann wurde am 15.08.1912 in Angermünde in Brandenburg als Sohn
eines Kaufmannes geboren.
Nach der schulischen Ausbildung trat Borgmann am 01.04.1932 als Freiwilliger dem
5. (Preuß.) Infanterie-Regiment der Reichswehr bei, wo er am 10.01.1934 in die
Offiziers-Laufbahn übernommen wird. Vom 04.05. bis zum 21.12.1934 besucht
er den 1. Lehrgang an der Infanterieschule Dresden und kommt dann am 22.12.1934
zum Infanterie-Regiment Stettin.
Am 01.04.1934 dem Infanterie-Regiment Neumünster zugewiesen, übernimmt er dort
im Rahmen der Umbenennung des Regiments in Infanterie-Regiment 46 den Posten des
Chefs der 2. Kompanie und gehörte somit zur
30. Infanterie-Division.
Am 01.04.1936 übernimmt Borgmann den Posten des Nachrichten-Offiziers und die
Führung des Stabspersonals des III. Bataillons. Vom 26.10. bis zum 05.12.1936
zum Nachrichten-Lehrgang für Offiziere an die Heeres-Nachrichten-Schule nach
Halle a.d. Saale kommandiert, übernimmt er nach seiner Rückkehr zum Regiment am
03.01.1939 zunächst die Führung der 9. Kompanie und später dann den Posten des
Kompaniechefs.
Mit Beginn des Polen-Feldzuges im Einsatz stieß die 30. Infanterie-Division über Breslau in
Richtung Lodz vor. Dabei kam es im Raum Kalisch zu schweren Kämpfen. Besonders
die folgenden Kämpfe an der Bzura, wurden zu einer ersten schweren Bewährungsprobe für die
Männer der 30. Infanterie-Division, die die Hauptlast der ausbrechenden
polnischen Einheiten zu tragen hatte. Bei diesen Kämpfen zeichnete sich Borgmann
immer wieder im Besonderen aus und wurde dafür bereits in Polen mit beiden
Eisernen Kreuzen ausgezeichnet.
Nach der Verlegung an die Eifel, beginnt für die 30. Infanterie-Division der
Vormarsch durch Südholland und Belgien. Die Männer der Division gingen zwischen
Venlo und Roermond über die Maas und setzte nördlich von Löwen über den
Albert-Kanal. Dem schloss sich der Angriff über die Dendre und der Durchbruch
durch die Schelde-Stellung bei Audenarde an. Bei den Kämpfen am Lys-Kanal, am
26. und 27.05.1940 führte
Borgmann, nach Verwundung des Bataillons-Kommandeurs ab dem 22.05.1940, gegen stark überlegene
Feindkräfte einen Angriff erfolgreich durch, der den Zusammenbruch der gesamten
dortigen Feindstellungen zur Folge hatte. Borgmann hatte einen schweren Angriff
aus Richtung Weerth verhindert und das feindliche Sperrfeuer vor dem gesamten
XI. Armee-Korps zum Schweigen gebracht. Durch den Eingriff Borgmanns gelang es
der Division durch das belgische VII. Armee-Korps durchzustoßen, was letztlich
die Kapitulation der belgischen Armee zur Folge hatte. Borgmann erhielt dafür am 19.07.1940,
als Oberleutnant und Chef der 9. Kompanie des Infanterie-Regiments 46, das
Ritterkreuz.
Kurze Zeit später wird er am 01.06.1940 zum Kommandeur des III. Bataillons
ernannt, trat aber seine neue Dienststellung erst am 14.08.1940 an.
Mit Ende der Kämpfe im Westen verblieb die Division zunächst als
Besatzungstruppe im Land und verlegte dann im April/mai 1941 nach Insterburg in
Ostpreußen. Mit Beginn des Feldzuges gegen die Sowjetunion griff die Division
zunächst in Richtung auf Opotschka an, wo Borgmann zunächst die
Radfahr-Abteilung 30 kommandierte und dann aber wieder zu seinem III. Bataillon
zurückkehrte.
Es folgten im Juli/August Verfolgungskämpfe ostwärts Dno auf Staraja Russa am
Lowatj. Ab September wurde man dann in Stellungskämpfe nördlich von Demjansk,
zwischen Lushno und Lytschlowo, gezwungen.
Im Februar 1942 wurde die Division im Raum Demjansk eingeschlossen, bei den
Kämpfen die zur Verhinderung dieser Umkreisung angesetzt wurden, hatte Borgmann
am 21.01.1942 den Auftrag erhalten mit seinem Bataillon die letzte
winterbewegliche Reserve der 30. Infanterie-Division, die Kampfgruppe Borgmann,
zu bilden. Diese bestand aus 2 Schwadronen der Radfahr-Abteilung 390, der 9.
Kompanie des Infanterie-Regiments 368, der 3. Kompanie der Panzerjäger-Abteilung
30, eine zusammengestellte MG-Kompanie des Infanterie-Regiments 26, einem
leichten IG-Zug des Infanterie-Regiments 368 auf Kufen und der 3. Batterie des
Artillerie-Regiments 30. Nur langsam kam die Kampfgruppe über Samoschka-Saprudno
nach Pustynja voran, griff aber am 23.01.1942 bei hohem Schnee an und nahm die
Dörfer Poshalejewka und Kusminskoje. In der Nacht zum 25.01.1942 wurde die
Kampfgruppe über Olchowez und Bolschoje Naljutschi der 290. Infanterie-Division
zugeführt, dabei jedoch ohne er 3. Batterie des Artillerie-Regiments 30. Am
28.01.1942 ging die Gruppe dann mit Panzerunterstützung zum Angriff über, wobei
dieser zunächst erfolgreiche Angriff abgebrochen werden musst, das anderweitig
Not am Mann war. Durch Borgmanns Angriffe wurde letztlich die 290.
Infanterie-Division vor der Einschließung gerettet, das Borgmann die Ortschaften
Bol. und Mal. Kalinez, somit selbst eingeschlossen, hielt. Mit nur noch
schwachen Resten seiner Kampfgruppe gelang Borgmann jedoch der Ausbruch und das
Erreichen der eigenen Linien. Dabei am 07.02.1942 schwer verletzt kam er
zunächst in das Lazarett Pleskau. Bereits am 28.01.1942 war er mit Wirkung vom
01.03.1942 zu den Generalstabs-Lehrgängen versetzt worden. Doch am 11.02.1942 wird er als Hauptmann und Kommandeur des
III. Bataillons des Infanterie-Regiments 46 für seine Leistungen bei den
schweren Winterkämpfen mit dem 71. Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.
Während der Genesung, mit Meldung vom 28.02.1942, wirtschaftlich dem
Infanterie-Ersatz-Bataillon 46 unterstellt, wird seine Kommandierung zu den
Generalstabs-Lehrgängen am 07.03.1942 aufgrund der Verwundung nicht wirksam.
Mit Ausheilung seiner Verwundung wird er dann mit Wirkung vom 01.06.1942 zu den
Generalstabs-Lehrgängen des OKH, unter gleichzeitiger Kommandierung zum
stellvertretenden General-Kommando des X. Armee-Korps, versetzt. Vom 27.07. bis
zum 29.08.1942 erfolgte dann die Kommandierung zur 15. Infanterie-Division, im
Rahmen seiner Generalstabs-Ausbildung. Vom 30.08. bis zum 07.11.1942 dann an der
Kriegsakademie in Berlin, wird er mit Ende der Ausbildung und Wirkung vom
25.11.1942 in die Führer-Reserve des OKH, unter gleichzeitiger Kommandierung in
den Stab der 3. Luftwaffen-Feld-Division versetzt.
Mit Wirkung vom 03.01.1943 als Ib in den Stab der 327. Infanterie-Division
kommandiert, übernimmt Borgmann ab dem 20.03.1943 für vier Wochen die Vertretung
des Quartiermeisters des XIII. Armee-Korps und wird am 09.04.1943 mit Wirkung
vom 20.04.1943 in den Generalstab versetzt. Daraufhin am 04.07.1943 mit Wirkung
vom 01.07.1943 zum Ia der 94. Infanterie-Division ernannt. Laut verschiedener
Quellen muss er sich vor dieser Ernennung bereits im Führerhauptquartier
befunden haben.
Nach der Versetzung in die Führer-Reserve am 10.09.1943, wird er am 26.09.1943
in die Adjutantur der Wehrmacht beim Führer kommandiert, wo er mit Wirkung vom
22.10.1943 zum Adjutanten ernannt wird. Eine Quelle nennt ab dem 22.03.1944 die
Versetzung in die Reserve, unter Kommandierung zum Militärbefehlshaber
Frankreich, zur Einarbeitung in das Kommandanturwesen, wo er der
Feld-Kommandantur 680 zugeteilt worden sein soll. So soll er dann ab dem
01.04.1944 das Kommando über die Feld-Kommandantur 494 übernommen haben.
Allerdings gibt es dafür keine weiteren Erwähnungen. Im Zuge der weiteren
Geschehnisse, gilt diese Ernennung als nicht gesichert.
Nach wie vor als Adjutant des Führers ist er auch am 20.07.1944 bei der Lagebesprechung
zugegen, bei
der Graf Stauffenberg seine Bombe zündete. Bei der Explosion wird er
schwer verwundet. Nur
Hermann Fegelein und Borgmann waren die beiden einzigen Empfänger des
Verwundetenabzeichens des 20.07.1944 in Silber. Zunächst im Lazarett am
Semmering, inzwischen zum Oberst i.G. befördert, kehrt Borgmann im Oktober
1944 zum Dienst zurück und wird am 01.04.1945 zum Kommandeur der
Volks-Grenadier-Division "Scharnhorst" ernannt. Auf dem Wege zur Division
wird er am 05.04.1945 im Raum Magdeburg durch Tieffliegerbeschuss schwer
verwundet und in das Lazarett Magdeburg gebracht, wo er noch am gleichen Tag
seinen Verwundungen erlag.
Seine Beisetzung erfolgte am 09.04.1945 mit militärischen Ehren auf dem
Waldfriedhof in Berlin-Dahlem.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Gefreiter |
01.11.1933 |
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Deutsches Sportabzeichen in Bronze |
02.10.1930 |
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Unteroffizier |
01.02.1934 (überzählig) |
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Dienstauszeichnung |
02.10.1936 |
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Unteroffizier und Ernennung zum Fahnenjunker |
01.05.1934 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
14.09.1939 |
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Fähnrich |
22.09.1934 m. Wirk. v. 01.09.1934 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
28.10.1939 |
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Oberfähnrich |
17.12.1934 m. Wirk. v. 01.12.1934 |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
19.07.1940 |
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Leutnant |
20.04.1934 -1700- m. Wirk. v. 01.04.1935 (RDA v. 01.04.1935(163)) |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
03.10.1940 |
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Oberleutnant |
31.05.1938 -2953- m. Wirk. v. 01.06.1938 (RDA v. 01.06.1938(158)) |
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71. Eichenlaub zum Ritterkreuz |
11.02.1942 |
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Hauptmann |
14.08.1940 -45- m. Wirk. v. 01.08.1940 (RDA v. 01.08.1940(9a)) |
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Verwundetenabzeichen in Silber v. 20.Juli 1944 |
02.09.1944 (?) |
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Hauptmann |
13.02.1942 erh. neues RDA v. 01.04.1940(124a) |
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Major |
18.12.1942 -8769- m. Wirk. v. 01.12.1942 (RDA v. 01.06.1942(12a)) |
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Oberstleutnant i.G. |
20.01.1944 -8510- m. Wirk. v. 01.01.1944 (RDA v. 01.01.1944(88)) |
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Oberst i.G. |
10.04.1945 |
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EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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