Max Bork wurde am 01.01.1899 in Lasdehnen im kreis Schloßberg in Ostpreußen
geboren und trat am 31.07.1916 als Fahnenjunker dem I. Ersatz-Batailon des
Infanterie-Regiments 176 bei, wo er vom 15.11.1916 bis zum 09.02.1917 zur
Ausbildung am sMG bei der Festungs-MG-Kompanie Thorn kommandiert wird und direkt
anschließend zum Fahnenjunker-Kursus in Döberitz, bis zum 30.06.1917.
Wieder bei seinem Regiment geht er am 18.07.1917 mit diesen ins Feld, wo er am
20.04.1918 die Führung der 5. Kompanie bis zum 22.07.1918 übernimmt. Vom 04.08.
bis zum 24.08.1918 zur Armee-Minen-Werfer-Schule nach Asch kommandiert, wo er
eine Ausbildung am leichten Minenwerfer erhält, übernimmt er dann anschließend
wieder die Führung der 5. Kompanie. Somit war er während des 1. Weltkrieges in
der Siegfried-Stellung, in Flandern, bei Armentieres, bei Ypern-La Bessee,
Monche-Bapaume und bei Cambrai-St. Quentin im Einsatz. Als Kompanieführer wird
er dabei am 28.10.1918 bei den Kämpfen in der Hermannstallung im Gesicht
verwundet.
Nach der Genesung übernimmt er ab dem 03.12.1918 bis zum 15.02.1919 den Posten
des Adjutanten der Bahnhofs-Kommandantur Goßlershausen und ist Vorstand der
Kriegs-Verpflegungsanstalt Goßlershausen. Von dort wird er am 26.05.1919 ins
Freiwilligen-Infanterie-Regiment 176 versetzt, wo er wieder die Führung der 5.
bzw. der 2. MG-Kompanie übernimmt. Vom 15.07. bis zum 26.08.1919 zum
Militär-Sportlehrer-Kursus beim Gruppen-Kommando I kommandiert, erfolgte am
29.02.1920 die Versetzung in das Reichswehr-Schützen-Regiment 18 als Führer der
3. MG-Kompanie. Mit der Kompanie nimmt er an der Niederschlagung der inneren
Unruhen in Schwerin/Mecklenburg, sowie am Angriff auf Wismar teil.
Am 16.05.1920 wird er in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 18 versetzt, wo er
vom 15.07. bis zum 07.09.1920 den Posten des Gerichts-Offiziers des III.
Bataillons und den des Regiments-Sport-Offiziers übernimmt.
Mit Wirkung vom 01.10.1920 erfolgte dann die Versetzung in das
Infanterie-Regiment 17, wobei er im Zuge der Heeresvermehrung auf 1000.000 Mann
für das Infanterie-Regiment 6 bestätigt wird. Er übernimmt dort den Posten des
Kompanie-Offiziers der 8. MG-Kompanie. Bereits am 15.12.1920 wird Bork zum
Adjutanten des II. Bataillons, bzw. mit Wirkung vom 01.04.1921 zum
Kompanie-Offizier in der 7. Kompanie des Infanterie-Regiments 3 ernannt, wo er
dann auch den Posten des Bataillons- bzw. Regiments-Sport-Offiziers übernimmt.
Vom 10.02. bis zum 19.02.1922 zur Geschütz-Ausbildung zum Artillerie-Regiment 1
und vom 21.09.1922 bis zum 07.08.1923 an die Infanterie-Schule kommandiert,
kommt Bork am 01.10.1925 zur 16. (A) Kompanie, bzw. am 01.12.1926 zur 15. (A)
Kompanie, des 3. (Preuß.) Infanterie-Regiments, wo er am 02.10.1928 zum
Adjutanten des I. Bataillons ernannt wird.
Vom 01.10. bis zum 01.11.1928 Teilnehmer des Kampfschullehrgang in Döberitz,
erhält er vom 11.03. bis zum 14.03.1930 eine Wehrkreisprüfung und wird am
12.09.1930 mit Wirkung vom 01.10.1930 in das Reichswehr-Ministerium versetzt,
unter gleichzeitiger Kommandierung in den Stab der 3. Division. Anschließend
soll im Sommer 1931 eine Kommandierung zur Nachrichten-Abteilung 2 und im Sommer
1932 eine Kommandierung zur Kraftfahr-Abteilung 2 erfolgt sein.
Am 01.09.1932 erfolgte mit Wirkung vom 01.10.1932 die Versetzung zur 4. Eskadron
des 3. (Preuß.) Reiter-Regiments, unter gleichzeitiger Kommandierung zur
Kommandantur Berlins. Von dort erfolgte am 01.08.1933 der Wechsel in den Stab
der 6. Division, wo er am 01.09.1933, mit Wirkung vom 01.10.1933 das recht
erhält die Uniform der Führerstabs-Offiziere zu tragen.
Ab dem 01.10.1934 im Wehrkreis-Kommando VI, übernimmt er am 15.10.1935 als
Hauptmann den Posten des Chefs der 1. Kompanie beim Infanterie-Regiment 23 und
wird mit Wirkung vom 01.08.1936 in den Generalstab der 9. Division bzw. mit
Wirkung vom 01.04.1938 der 45. Infanterie-Division versetzt und mit Wirkung vom
24.11.1938 in die 5. Abteilung des Generalstabs des Heeres. Von dort vom 28. bis
zum 30.12.1938 wieder im Generalstab der 45. Infanterie-Division, wird er danach
in den Stab des Chefs des Transportwesens kommandiert, um mit Wirkung
vom15.01.1940 den Posten des Chefs der Feldtransport-Abteilung beim Chef der
Transportwesens im OKH zu übernehmen.
Mit Wirkung vom 19.01.1942 Chef des Generalstabes des LIII. Armee-Korps kommt er
hier erstmalig an der Ostfront zum Einsatz, wobei er erst am 29.01.1942 seinen
Dienst antrat. Von dort am 24.01.1942 zur Heeresgruppe Süd in Marsch gesetzt,
wird er zunächst mit Wirkung vom 16.02.1943 in die Reserve versetzt, mit Wirkung
vom 10.03.1943 zum Chef des Generalstabes der 6. Armee ernannt. Ab dem
15.04.1944 dann wieder in der Reserve, wird er mit Wirkung vom 20.04.1944 zum
Wehrkreis-Kommando im General-Gouvernement zur Einarbeitung als Chef des Stabes
kommandiert. Einen Tag später wird er für seine Verdienste als Generalmajor und
Chef des Stabes der 6. Armee zum Ritterkreuz vorgeschlagen, was aber am
12.06.1944 abgelehnt wird. Zuvor hatte er mit Wirkung vom 05.05.1944 den Posten
des Chefs des Stabes des Wehrkreis-Kommandos im General-Gouvernement übernommen.
Mit Wirkung vom 15.08.1944 wieder in der Reserve, übernimmt er am 16.09.1944 mit
Wirkung vom 18.09.1944 das Kommando über die 47. Volks-Grenadier-Division. Nach
einer weiteren Quelle soll er damit auch den Posten des Kommandeurs für
Nordjütland übernommen haben. Zumindest erfolgte der Dienstantritt am
19.09.1944. Als Divisionskommandeur wird er am 17.11.1944 verwundet und im März
1945 mit der Führung des XIII. Armee-Korps beauftragt. Dies muss jedoch Ende
März erfolgt sein, da am 27.03.1945 als Kommandeur der 47.
Volks-Grenadier-Division zum Ritterkreuz vorgeschlagen wurde. Er hatte am
18.03.1945 den Befehl erhalten seine sich in dem Raum Hagenau auf den Westwall
zurückkämpfende Division nordwestlich Bergzabern zu sammeln, um dann im
mot-Transport in Raum nördlich Alzey zu verlegen, um dort eine Abriegelungsfront
gegen den bei Kreuznach in Richtung Worms vorstoßenden Gegner aufzubauen.
Bereits am 19.03.1945 fuhr Bork voraus und bildete mit dem bereits
eingetroffenem I./GR 115 und einigen unterstellten Alarmeinheiten eine
Sicherungslinie vom Rhein bis zu den Höhen nördlich Albig auf. In dieser Linie
gelang es Bork, selbst immer in vorderster Linie, den Angriff der 4.
US-Panzer-Division und der 90. US-Infanterie-Division mit Richtung Worms
abzufangen und einen Durchbruch in den Rücken der sich aus dem Gebirge
zurückziehenden 1. Armee zu verhindern. Nachdem der Gegner am 20.03.1945 beim
Nachbarn auf Worms durchbrach und schließlich in die Stadt eindrang, fasste Bork
den eigenständigen Entschluss, mit dem Restteil seiner Division, der im
allgemeinen Raum Deidesheim im Antransport, befindlichen Division eine
Sicherungslinie Ludwigshafen Süd-Mutterstadt-Neustadt a.d. Weinstrasse zu
errichten. Durch rücksichtslosen persönlichen Einsatzes führte Bork den Ausbruch
am 20.03. gegen 18.00 Uhr über das vom Feind genommene Worms nach Süden an und
erreichte bis zum 21.03.1945 früh die gesteckten Ziele. Die schnelle aufgebaute
neue Sicherungslinie bildete den äußerst wichtigen Schutz der Nordflanke der 1.
Armee. Durch persönliches Eingreifen des Divisionskommandeurs gelingt es
letztlich immer mit Panzerunterstützung vorgetragene Angriffe des Gegners zum
Stehen zu bringen. In beweglicher Kampfführung wurden die allgemeinen Linien:
Rehhütte-Schifferstadt-Igglheim
Speyer Nord-Hanhofen-Schwegenheim
Speyer Nord-Berghausen-Heiligenstein-Mechtersheim
gehalten. Dort wird der Gegner am Durchbruch gehindert, zum Halten gebracht
und zu neuer Bereitstellung gezwungen. Erst als es dem Gegner gelingt aus dem
Raum Neustadt-Edenkoben auf Speyer vorzustoßen, womit eine drohende Aufspaltung
der eigenen Kräfte entstand, wurde die Division mustergültig auf das ostwärtige
Rheinufer zurückgenommen. Durch die persönliche Initiative Borks wurde ein
gegnerischer Durchbruch längs des westlichen Rheinufers in den Rücken der 1.
Armee über mehrere Tage verhindert und schaffte so die wichtige Vorausarbeit,
das die Division das ostwärtige Rheinufer, zwischen Speyer Nord und Philippsburg
abwehrbereit verteidigen konnte. Während dieser geschilderten Kämpfe wurden
insbesondere durch die Artillerie und den Panzerjägern 26 Panzer und eine große
Anzahl an Fahrzeugen, teilweise beladen mit Infanterie, vernichtet.
Für diese Erfolge wurde Bork über den Reichsführer-SS, vom Kommandierenden
General des LXXX. Armee-Korps Beyer, zum Ritterkreuz eingereicht, wobei der
Vorschlag am 13.04.1945 beim Heeres-Personalamt eintraf. Allerdings fehlte die
Stellungnahme des Oberbefehlshabers der 1. Armee, General der Infanterie
Foertsch, so das Major Domaschk, der Bearbeiter der Ritterkreuzvorschläge, am
nächsten Tag, eine entsprechende Aufforderung an die 1. Armee absandte. Am
05.05.1945 folgte eine weitere Erinnerung, die ebenfalls unbeantwortet blieb.
Zwischenzeitlich war aber ein erneuter Vorschlag zum Ritterkreuz für Bork, am
28.04.1945, beim Heeres-Personalamt eingetroffen. Dieser Vorschlag trug nun die
Stellungnahme der 1. Armee, doch bekam ihn Domaschk nicht mehr in die Hände.
Dies hatte zur Folge, daß beide Vorschläge nicht weiter bearbeitet wurden. Das
bisher angenommene Verleihungsdatum vom 11.05.1945 ist damit also nichtig und
entspricht nicht den Tatsachen. Denn zum 11.05.1945 gab es keine Instanz mehr,
die berechtigt war Ritterkreuze zu verleihen, denn das 3. Reich hörte am
08.05.1945 auf zu bestehen. Man kann Bork also nicht zu den Ritterkreuzträgern
zählen, was aber seine Taten nicht schmälern soll, denn ohne Frage hätte er die
Auszeichnung anhand des Ritterkreuzvorschlages sicherlich verdient.
Vom 15.04. bis zum 26.06.1945 übernimmt er dann den Posten des
Kommandierenden Generals des so genannten Korps "Bork". Er blieb also
auch nach dem Ende des Krieges in dieser Position und ging dann in
Gefangenschaft, aus der er am 01.05.1948 entlassen wurde.
Max Hermann Ferdinand Bork verstarb am 04.07.1973 in Hollern bei Stade.