
324. Eichenlaubträger Erich Brandenberger
General der Panzertruppe









Adolf Robert Erich Brandenberger wurde am 15.07.1892 in Augsburg geboren,
besuchte für 9 Jahre das Humanistische Gymnasium St. Anna in Augsburg und legte
dort sein Abitur ab.
Am 01.08.1911 trat er als Fahnenjunker dem 6. Bayr. Feldartillerie-Regiment bei
und wurde vom 01.10.1912 bis zum 30.09.1913 zur Kriegsschule nach München
kommandiert. Wieder bei seinem Regiment nimmt er an den ersten Kämpfen an der
Westfront teil. Diese führen ihn nach Lothringen, Nancy-Epinal und zu den
Maashöhen.
Am 28.12.1944 zum Adjutanten der II. Abteilung des Regiments ernannt, erlebt er
als solcher die Gefechte bei Boisbrule und anschließend bei Apremont.
Währenddessen wird er vom 10.03. bis zum 18.03.1915 als persönlicher
Ordonnanz-Offizier seiner kgl. Majestät des Herzogs von Calabrien zugeteilt, was
sich vom 04.04. bis zum 01.05.1915 wiederholt. Im Jahre 1916 an den Kämpfen im
Raum Ailly und Apremont involviert, beginnt ab dem 10.06.1916 der schwere Kampf
um Verdun. Dabei wurde Brandenberger mit seiner II. Abteilung am 09.06.1916 zbV.
der Obersten Heeresleitung gestellt und erlebte so diese schicksalhaften Kämpfe,
die ab Mitte Juli dann an der Somme weitergeführt wurden.
Ab Mitte Oktober 1916 bis Anfang Mai 1917 in Flandern im Einsatz, wird er am
01.01.1917 zum Regimentsadjutanten ernannt und nimmt so an den Kämpfen bei
Arras, bei Artois und in Flandern teil. Am 29.12.1917 übernimmt er die Führung
der 4. Batterie und steht weiterhin ab dem 30.12.1917 bis zum 03.03.1918 zur
Verfügung der Obersten Heeresleitung, wobei er am 20.01.1918 zum
stellvertretenden Führer der 6. Batterie, bzw. am 11.02.1918 zum Führer der 2.
Batterie ernannt wird. Vom 04.03. bis zum 20.03.1918 mit den Vorbereitungen zur
Großen Schlacht in Frankreich beschäftigt, nimmt er an den Kämpfen bis zum
06.04.1918 teil. Es folgen Einsätze an der Ancre und Avre und Stellungskämpfe
nördlich Ailette. Vom 27.05. bis zum 13.06.1918 im Raum Soissons-Reims
eingesetzt, folgen Stellungs- und Angriffskämpfe zwischen Oise und Marne. Dabei
wird er vom 02.08. bis zum 22.08.1918 zugleich mit der stellvertretenden Führung
der I. Abteilung seines Regiments beauftragt.
Ab Mitte September 1918 im Oberelsaß im Einsatz, kämpft er ab Ende Oktober 1918
vor der Hermannstellung und nimmt an den Rückzugskämpfen in die
Antwerpen-Maasstellung teil. Dabei wird ab dem 12.11.1918 das besetzte Gebiet
geräumt.
Am 06.01.1919 zum Führer der III. Abteilung ernannt, ist er vom 09.01. bis zum
26.02.1919 erneut Führer der 2. Batterie und dann Führer der Sicherheitsbatterie
des Regiments, bzw. Adjutant des Sicherheitsstabes z.V. des Generalstabes des
III. Bayr. Armee-Korps, dem Freikorps Denk. Mit diesem nimmt er an den
Unternehmungen gegen München vom 16.04. bis zum 15.06.1919 teil, wobei er am
21.05.1919 zum Ordonnanz-Offizier beim Stab des leichten
Reichswehr-Artillerie-Regiments der Schützen-Brigade 21 ernannt wird.
Ab dem 15.08.1919 dann Adjutant des Reichswehr-Artillerie-Regiments 21, wird
Brandenberger am 03.04.1920 als Hilfsoffizier in die Inspektion der Artillerie
in der Heeresleitung des Reichswehrministeriums kommandiert und dann am
30.04.1920 versetzt. Von dort wird er am 28.12.1920 in das Artillerie-Regiment 7
versetzt. Dort erhält er am 03.01.1921 eine Kommandierung zum Wehrkreis-Kommando
III, zur Führergehilfen-Ausbildung ohne Wehrkreisprüfung, bei der 3. Division.
Zugleich erfolgte vom 01.07. bis zum 30.09.1921 eine Kommandierung zum
Infanterie-Regiment 6 zur weiteren Ausbildung.
Am, 01.10.1921 erfolgte die Versetzung zum Reiter-Regiment 4, wobei er bereits
am 15.09.1921 in den Stab der 3. Division kommandiert wurde. Danach schloss sich
am 01.10.1922 die Versetzung in den Stab des Artillerie-Regiments 7 an, wo er
vom 30.04. bis zum 12.05.1923 zu einer Übungsreise kommandiert wurde.
Ab dem 01.10.1923 zur Universität Berlin kommandiert und wird vom 04.05. bis zum
18.05.1924 zur Übungsreise des III. Lehrgangs für Führergehilfen kommandiert. Es
folgte Mitte Juni die Teilnahme an einer Nachrichten-Übungsreise und von Ende
Juni bis Mitte September 1924 eine Kommandierung zum Reiter-Regiment 1.
Ab dem 01.10.1924 Referent in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T4) im
Reichswehrministerium, nimmt er als solcher Mitte Mai an einer Rahmenübung des
Gruppen-Kommandos 1 teil und wird Anfang Juni 1925 nach Amsterdam beurlaubt.
Brandenberger ist dann ab dem 18.06.1925 Teilnehmer an der Übungsreise des
Reichswehrministeriums und ist im September 1925 Schiedsrichter bei den
Herbstübungen. Bei gleicher dienstlicher Verwendung wird er am 01.10.1925 der
Ausbildungs-Batterie des Artillerie-Regiments 7 wirtschaftlich unterstellt und
wird gleichzeitig nach Italien und Tripolis beurlaubt.
Ende März 1926 nimmt er an der taktischen Übungsreise in Franken, Anfang April
in Nordbayern und Anfang Juni in Holstein teil und wird Mitte Juli 1926 nach
Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland beurlaubt. Vom 20.09. bis zum
08.10.1926 nimmt er an den Manövern der Schwedischen Armee teil und Ende März an
der taktischen Übungsreise Elbe, Anfang Mai 1927 in Südwest-Bayern und ab dem
20.07.1927 an einer Lehrerreise.
Vom 30.08. bis zum 11.09.1927 zur Schweizer Armee kommandiert, erhält er im
September 1927 Urlaub, nimmt Anfang Mai an der taktischen Übungsreise Ruhr und
Mitte Juni Südwest-Bayern teil. Von Mitte August bis Mitte September 1928 in die
Schweiz und nach Frankreich beurlaubt, ist er ab dem 01.10.1928 Chef der 5.
Batterie des Artillerie-Regiments 7 und nimmt vom 22.10. bis zum 01.12.1928 an
einem Schießlehrgang für Artillerie-Offiziere teil.
Am 01.10.1930 zum Stab des Gruppen-Kommandos kommandiert, kommt er am 01.10.1931
in den Stab der 3. Division und wird am 01.09.1932 in die Kommandantur Berlin
kommandiert. Dort übernimmt er den Posten eines Lehrgangsleiters des Lehrgangs
Ia für Offiziers-Lehrgänge an der geheimen Kriegsakademie und ab dem 01.09.1933
die Gruppenleitung in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung (T4) im
Reichswehrministerium, bzw. im späteren Reichskriegsministerium.
Ab dem 06.10.1936 Kommandeur des Artillerie-Regiments 74 in Korneuburg, wird er
am 12.01.1939 als Chef des Generalstabes, mit Wirkung vom 01.03.1939, zum
Kommando der Grenztruppen Eifel kommandiert. Dieses wird am 16.09.1939 in das
XXIII. Armee-Korps umbenannt, wobei Brandenberger seine Dienststellung behält.
Nach dem Westfeldzug wird er am 15.02.1941 in die Führer-Reserve versetzt, unter
gleichzeitiger Kommandierung an die Panzertruppenschule, um dann bereits am
20.02.1941 das Kommando über die 8. Panzer-Division zu übernehmen. Am 16.04.1941
leicht verletzt, kehrt er am 29.05.1941 wieder zur Division zurück, um mit
dieser am Ostfeldzug teilzunehmen. Dabei führte er seine Division bei den
Durchbruchskämpfen durch die sowjetischen Grenzstellungen, beim Übergang über
die Dubissa und bei den anschließenden Verfolgungskämpfen bis zur Düna mit
großer Umsicht und Tatkraft. Es gelang der Division die beiden Strombrücken über
die Düna unversehrt in die Hand zu bekommen und sicherte so die rasche
Fortführung der Operationen des nördlichen Heeresflügels. In nur 4 Tagen und
Nächten wurden mehr als 300 Kilometer zurückgelegt und der Viadukt von Ariogala
genommen. Auch beim Kampf um Dünaburg war Brandenberger stets in vorderster
Front zu finden. Stellvertretende für seine Division erhielt Brandenberger dafür
am 15.07.1941 das Ritterkreuz.
Vom 26.07.1941 bis zum 03.11.1942 ist er Führer der Gruppe Brandenburger im
Abschnitt Cholm und wird am 17.01.1943 in die Führer-Reserve versetzt, dabei
wird er zugleich mit der Führung des LIX. Armee-Korps beauftragt.
Am 21.05.1943 übernimmt er die Führung des XXIX. Armee-Korps und ab dem
01.08.1943 auch das Kommando dieses Korps. Mit diesem Korps stand er an der
Miusfront im Einsatz und verhinderte im Juni und August 1942 das Durchbrechen
seiner Front. Bei den folgenden Rückzugskämpfen nach Westen, verhinderte
Brandenberger, selbst stets in vorderster Front, die Umfassung seines Korps. Im
Abschnitt Melitopol verhinderte er weiterhin jegliche Durchbruchsversuche des
Gegners in diesem Abschnitt. Dafür erhielt er am 12.11.1943 das 324. Eichenlaub
zum Ritterkreuz.
In der Folge in die weiteren Kämpfe involviert wird er am 18.02.1944 im
Wehrmachtsbericht genannt:
"In den schweren Kämpfen im Raum von Nikopol haben ostmärkische,
bayerische, rheinisch-westfälische, sächsische, mecklenburgische, pommersche und
ostpreußische Division unter dem befehl ... und der Generale Brandenberger ...
in der Zeit vom 05.11.1943 bis 15.02.1944 in Angriff und Abwehr starke
Durchbruchsversuche der Bolschewisten mit blanker Waffe verhindert und ihnen
hohe Verluste zugefügt. Dabei wurden 1754 Panzer, 533 Geschütze, zahlreiche
andere Waffen und sonstiges Kriegsgerät erbeutet oder vernichtet und 56
feindliche Flugzeuge durch Infanteriewaffen abgeschossen..."
Vom 05.03. bis zum 14.04.1944 erhält Brandenberger Bomben- und
Erholungsurlaub und wird dann nach seiner Rückkehr zum Korps, ab dem 02.07.1944
für die Dauer von 10 Tagen in das Führer-Hauptquartier kommandiert.
Ab dem 10l98.1944 dann erneut in der Führer-Reserve, wird er am 31.08.1944 mit
der Führung der 7. Armee beauftragt und erhält mit Fernschreiben vom 19.02.1945
am 21.02.1945 für 30 Tage Erholungsurlaub nach Würzburg, womit er ab dem
20.02.1945 in die Reserve versetzt wird.
Am 26.03.1945 mit der stellvertretenden Führung der 19. Armee beauftragt, gerät
er am 06.05.1945 in amerikanische Gefangenschaft, wo er der Historical Division
der US-Arme in Europa unterstellt wird. Im Jahre 1948 erfolgte seine Entlassung.
Am 01.08.1951 ist er Chef des deutschen Verbindungsstabes im US-Hauptquartier
der Labour-Service-Organisation und damit Leiter der deutschen Arbeitseinheiten.
Erich Brandenberger verstarb am 21.06.1955 in Bonn am Rhein.