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(846.) Eichenlaubträger Josef Wilhelm Brandner
Major, Sturmgeschütztruppe

16.09.1943

                                                                                

Josef Brandner wurde am 01.09.1915 in Hohenberg, Kreis Lilienfeld in Niederösterreich geboren.
Am 01.10.1936 trat er zur 6. Batterie des leichten Artillerie-Regiments 1 in Wien bei und wurde nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 14.03.1938 in die Wehrmacht übernommen, wo er am 01.08.1938 zur 5. Batterie des Artillerie-Regiments 102 in Wiener-Neustadt gehörte. Dieses Regiment entstand aus dem ehemaligen leichten österr. Artillerie-Regiment 1.
Mit seinem Regiment nahm er, seit dem 01.12.1938 Unteroffizier, am Polenfeldzug teil, wo er Zugführer und Richtkreis-Unteroffizier eingesetzt war.
Am 28.01.1940 wird er zur 1. Batterie versetzt und nimmt am 05.02.1940 am 3. Offiziersanwärter-Lehrgang an der Artillerieschule II in Jüterbog teil. Am 01.04.1940 erfolgte die Beförderung zum Wachtmeister und am 04.05.1940 die Ernennung zum Offiziersbewerber.
Am 06.05.1940 wird er Rekruten-Zugführer in der 4. Batterie der Artillerie-Ersatz-Abteilung (mot.) 102, mit der er am Westfeldzug teilnimmt. Am 24.07.1940 zum Leutnant befördert wird er am 05.09.1940 zum Gasschutz-Offizier der Abteilung ernannt. Später, am 22.01.1941 übernimmt er den Posten eines Lehrers an der Gasschutzschule Willich.
Am 08.06.1941 erfolgte die Versetzung zum Artillerie-Ersatz-Regiment 44 und am 21.08.1941 die Überstellung in die Führerreserve des OKH unter gleichzeitiger Versetzung zur III. Abteilung des Artillerie-Lehr-Regiments (mot.) 2 nach Jüterbog, wo er auf Sturmgeschütze umgeschult wird.
Am 10.09.1941 wird er zum Technischen Offizier der Sturmgeschütz-Abteilung 202 ernannt und nimmt an den Winterkämpfen 1941/42 in Russland teil, wo er als Kampfstaffel-Führer der 3. Batterie eingesetzt wird.
Am 26.05.1942 weiterhin TO der Abteilung, übernimmt er die 2. Batterie und wird am 13.06.1942 zum Oberleutnant befördert.
Am 15.11.1942 wird er Chef der 2. Batterie der Sturmgeschütz-Abteilung 202, wo er als Geschützführer "Phönix" insgesamt 45 gegnerische Panzer abschießt, unter anderem im Raum Blaguscha. Für diese Abschusszahl erhielt er das Deutsche Kreuz in Gold. Zuvor war er am 10.07.1943 zum Hauptmann befördert worden.
Nach der Kursker Schlacht kämpfte die Abteilung im Raum Sumy. Brandner brach mit seinen Geschützen in die Stadt ein und rang den Feind nieder. Brandner versuchte bei seinen Einsätzen immer wieder verwundete Kameraden der Infanterie zu bergen um sie in Sicherheit zu bringen. Dabei fiel sein Ladekanonier Labisch durch Kopfschuss.
Bei den Kämpfen um Kiev eingesetzt sperrte Brandner aus eigenem Entschluss den Westeingang der Stadt. Dabei wurden 8 T-34 abgeschossen und ein Feindausbruch verhindert. Es folgten schwere Kämpfe bei Tscherkassy. Nach seinem 50. Abschuss wurde Brandner zum Ritterkreuz eingereicht, wobei der Vorschlag durch Feindeinwirkung verloren ging. Der Tatsachenbericht zum 2. Vorschlag wurde vom Ia der Abteilung dermaßen gekürzt, das auch dieser Vorschlag nicht das Ritterkreuz brachte.
Am 24.10.1944 nimmt er am Brigade-Führer-Lehrgang an der Sturmgeschützschule Burg teil und am 10.12.1944 zum Führer der Heeres-Sturmgeschütz-Brigade 912 ernannt. Diese stand zu diesem Zeitpunkt in Kurland. So schoss er dort beim Gehöft Mucikas bei Frauenburg. Die Abteilung wurde als "Feuerwehr" eingesetzt und unterstützte den Kampf der 263., 122. und der 30. Infanterie-Division.
Für seine Tapferkeit und seine Führungskunst erhielt Brandner am 17.03.1945 das Ritterkreuz, nachdem er am 01.03.1945 zum Kommandeur der Abteilung ernannt wurde.
Auch in der 6. Kurlandschlacht stand die Abteilung in vorderster Stellung südlich Schrunden, im Raum Frauenburg bei der Zündholzfabrik und an der Bahnlinie Frauenburg-Libau. So erhielt Brandner, auch "Brandner Sepp" genannt, am 26.04.1945, unter gleichzeitiger Beförderung zum Major, das Eichenlaub zum Ritterkreuz, welches er vom Kommandierenden General des XXXVIII. AK, General der Artillerie Herzog, entgegennahm. Mit Ende der Kämpfe hatte die Brigade bei 38 eigenen Verlusten über 600 feindliche Panzer abgeschossen. Noch am 08.05.1945 versuchte man Brandner auszufliegen, was dieser jedoch ablehnte und mit seiner Brigade stattdessen geschlossen in Gefangenschaft ging, aus der er am 10.01.1948 zurückkehrte.
Die Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz gilt jedoch nach neuesten Forschungen, als nicht nicht gesichert. Es liegen keine eindeutigen Archivmittel vor. Die Angaben über die Verleihung des Eichenlaubes stammen sämtlichst von Brandner selbst und angeblich sollen auch Fotografien, auf denen er das Eichenlaub trägt, kursieren. Die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger nahm im Rahmen der Ordenskommission eine Direktverleihung aus Berlin an, womit das "offizielle" Datum ebenfalls eher willkürlich festgelegt wurde. Das die Verleihung einer höheren Stufe des Ritterkreuzes innerhalb von nur vier Wochen nach der Verleihung der vorherigen Stufe erfolgte, ist höchst ungewöhnlich. So liegen zahlreiche Verleihungsvorschläge für andere Personen vor, die aufgrund der damals erst kürzlich verliehen Stufe, bzw. andere hohe Auszeichnungen, abgelehnt wurden.
Sepp Brandner verstarb am 06.06.1996 in Wien/Österreich.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Unteroffizier 01.12.1938 Eisernes Kreuz II. Klasse ???
Wachtmeister 01.04.1940 Eisernes Kreuz I. Klasse ???
OA 04.05.1940 (ernannt) Medaille Winterschlacht im Osten ???
Leutnant 24.07.1940 Nahkampfspange in Bronze ???
Oberleutnant 13.06.1942 Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Hauptmann 10.07.1943 Deutsches Kreuz in Gold 16.09.1943
Major 30.04.1945 Ehrenblattspange 07.09.1944
Allgemeines Sturmabzeichen mit Einsatzzahl "100" 20.10.1944
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 17.03.1945
846. Eichenlaub zum Ritterkreuz 26.04.1945
Ärmelband Kurland Mai 1945

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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