Ritterkreuzträger
Karl Brassert
Oberst










Karl Brassert wurde am 02.03.1899 in Ober-Ottendorf bei
Pirna im Kreis Dresden geboren und kommt am 03.08.1917 als Fahnenjunker in die
3. Kompanie des I. Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 102. Nach der
militärischen Grundausbildung legt Brassert am 04.05.1917 seine
Fähnrichs-Prüfung vor der Ober-Militär-Prüfungskommission ab und wird vom
03.07.1917 bis zum 25.07.1917 zu einem Fahnenjunker-Kurs nach Dresden
kommandiert. Nach seiner Rückkehr zum Ersatz-Bataillon wird er am 02.08.1917 zum
überzähligen Unteroffizier befördert und schließlich am 10.09.1917 ins Feld
geschickt, wo für Brassert am 19.09.1917 die ersten Kampfeinsätze an der
Westfront, innerhalb der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments 102, folgten.
Vom 08.10.1917 bis zum 17.11.1918 erhält er eine MG-Ausbildung bei der 1. MG
Kompanie des Regiments und nimmt dann vom 01.12. bis zum 07.12.1917 an einem
Fahnenjunker-Kursus in Döberitz, beim I. Ersatz-Bataillon des Regiments, teil.
Dem schließt sich sieben Tage später ein Ausbildungs-Kursus für Fahnenjunker,
ebenfalls in Döberitz, an. Mit Abschluss der Ausbildung begibt er sich am
22.03.1918 zurück an die Westfront, wo er am 22.04.1918 der 5. Kompanie
zugeteilt wird. Nachdem der Kompaniechef am 28.06.1918 verwundet wird, übernimmt
Brassert die Führung der Kompanie.
Unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant, wird Brassert am 09.07.1918
Ordonnanz-Offizier im II. Bataillon des Infanterie-Regiments 102 und am
24.08.1918 Zugführer in der 6. Kompanie. Es folgte vom 27.08.1918 bis zum
07.09.1918 ein Lehrgang beim Sturm-Bataillon 5 Rohr, wonach er am 08.09.1918 in
die 2. MG-Kompanie des Regiments versetzt wird.
Am 12.11.1918 endet für Brassert die Zeit an der Westfront und er wird am
21.01.1919 ins Freiwilligen-Bataillon 20 versetzt, wo er den Posten des
Kompanie-Offiziers der 2. Kompanie übernimmt. Das Bataillon ist im Grenzschutz
Litauen eingesetzt und so wird Brassert am 19.02.1919 stellvertretender Führer
seiner Kompanie, des nunmehrigen Freiwilligen-Infanterie-Regiments 20. Vom
23.03. bis zum Ende des Monats erneut Kompanie-Offizier seiner Kompanie, wird er
vom 02.04. bis zum 30.04.1919 stellvertretender Führer der 1. MG-Kompanie des
Regiments. Nach erneuten Versetzungen innerhalb des Regiments erhält er am
19.07.1919 den Posten des stellvertretenden Ordonnanz-Offiziers im Stab des
Regiments und wird ab dem 15.08.1919, erneut als Kompanie-Offizier der 2.
Kompanie, im Grenzschutz Oberschlesien eingesetzt.
Nachdem er am 02.09.1919 den Posten des Adjutanten des I. Bataillons erhält,
wird er am 12.12.1919 Kompanie-Offizier der 1. Kompanie und wird schließlich am
01.03.1920 Kompanie-Offizier der 9. Kompanie des Reichswehr-Infanterie-Regiments
37. Dieses Regiment wird bei der Niederschlagung von Arbeiteraufständen in
Leipzig bzw. Sachsen eingesetzt.
Mit Wirkung vom 15.05.1920 wird Brassert zum Sportlehr-Kursus des Wehrkreises IV
nach Dresden kommandiert und nach seiner Rückkehr, am 01.10.1920 in die
Minenwerfer-Kompanie des Regiments versetzt.
Am 31.12.1920 wird Karl Brassert aus dem Heeresdienst entlassen.
Nach der Machtübernahme Hitlers und dem Aufbau einer starken Armee, tritt
Brassert, unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann, am 25.07.1934
wieder dem Heer, mit Wirkung vom 01.08.1934, bei und wird zunächst der 14.
Kompanie im A-Bataillon des Infanterie-Regiments 4 zugeteilt.
Am 01.10.1934 ist er Führer der 3. Kompanie, bzw. ab dem 01.01.1935 Chef der 3.
Kompanie des Infanterie-Regiments Leipzig. Nachdem Brassert am 15.10.1935 Chef
der 3. Kompanie des Infanterie-Regiments 101 wurde, erhält er am 01.05.1937 den
Posten des Kompaniechefs der 14. (PzAbw.) Kompanie des Regiments. Mit dieser
Kompanie nimmt er am Polenfeldzug teil und wird nach der siegreichen Beendigung
des Feldzuges, vom 11.01.1940 bis zum 09.05.1940 Waffenlehrer für Panzerabwehr
an der Kompanie-Führer-Schule Welm-Senne im sog. Saumühlenlager. Während seiner
dortigen Lehrtätigkeit wird er am 30.01.1940 zum Major befördert.
Zwischenzeitlich hatte er zugleich die Führung der Panzerjäger-Abteilung 14
übernommen.
Mit Beginn des Feldzuges gegen Frankreich, am 10.05.1940, wird Brassert
Kommandeur des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 101, der
14.
Infanterie-Division. Mit diesem stößt er durch Belgien nach Frankreich vor. Am
15.10.1940 wird das Regiment in Schützen-Regiment 101 umbenannt und der 18.
Panzerdivision unterstellt, dabei wird Brassert Kommandeur des I. Bataillons.
Mit Wirkung zum 18.03.1941 erhält Brassert das Kommando über das
Schützen-Ersatz-Bataillon (mot.) 3 und wird am 19.04.1941 in die Führerreserve
des Wehrkreises III versetzt. Laut Meldung vom 22.05.1941 ist er im Stab des
Schützen-Ersatz-Bataillons 101 tätig und erhält am 29.05.1941 die Versetzung als
Bataillonskommandeur zum Infanterie-Regiment 508. Jedoch wird dieser Befehl
bereits am 31.05. widerrufen und Brassert erneut in die Führerreserve, diesmal
im Wehrkreis IV, versetzt.
Kurz vor Beginn des Russland-Feldzuges, am 20.06.1941 wird er Kommandeur des II.
Bataillons des Schützen-Regiments 10 und zieht mit diesem als Teil der
Heeresgruppe Süd über Uman nach Kiev und dann 1942 nach Woronesh und Rshew.
Nachdem das Regiment am 05.07.1942 in Panzer-Grenadier-Regiment 10 umbenannt
wurde, erhält Brassert das Kommando über das I. (gep.) Bataillon. Zuvor war er
am 15.05.1942 zum Oberstleutnant befördert worden.
Am 30.10.1942 wird er wieder in die Führerreserve des Wehrkreises IV versetzt
und bis zum 05.11.1942 als Kommandeur des Panzer-Grenadier-Ersatz-Bataillons 101
verwendet. Vom 06.12.1942 bis zum 03.01.1943 verbleibt er weiterhin in der
Reserve.
Am 22.02.1943 wird er mit Wirkung vom 04.01.1943 zur Abteilungs-Führer-Schule
für Schnelle Truppen beim OB West als Lehrer für
Panzer-Grenadier-Bataillons-Führer ernannt, wobei das Kommando am 27.10.1943,
mit Wirkung vom 11.08.1943 durch den OB West aufgehoben wurde und Brassert in
die Führerreserve der Heeresgruppe Mitte versetzt wird, zur Verwendung als
Regiments-Kommandeur für Panzer-Grenadiere. Mit Wirkung vom 15.10.1943 übernimmt
er das Kommando über des Panzer-Grenadier-Regiments 2. Hierbei wird er am
20.09.1944 zum Oberst befördert.
Am 29.10.1944 wird er mit Wirkung vom 01.11.1944 in die Führerreserve des OKH
versetzt, wobei den Dienst der Kommandeur der Panzertruppenschule I in Bergen
regelt, bzw. ab dem 21.12.1944 der Wehrkreis IV.
Am 20.01.1945 wird Brassert in den Stab der Heeresgruppe Weichsel kommandiert
und zur Verfügung des Reichsführers-SS für Sonderaufgaben gestellt. Dort erhält
er am 21.01.1945 das Kommando über die Festung Marienburg bzw. über die
Kampfgruppe Marienburg.
Oberst Brassert hält die Festung bis zum 09.03.1945 gegen eine vielfache
Übermacht, mit seinen nur 2500 Mann. Ihm unterstellt waren 2 Kompanien der
Heeres-Unteroffiziers-Schule Mewe, die Bootsmaatschule Gotenhafen, die Reste der
Grenadier-ersatz- und Ausbildungs-Bataillone 492 und 494, 2 Kompanien des
Füsilier-Ausbildungs-Bataillons "Feldherrnhalle", das
Luftwaffen-Offiziersanwärter-Bataillon Rahmel, die Besatzung des Linienschiffes
"SCHLESWIG-HOLSTEIN", 4 Artillerie-Batterien, 1 Flak-Abteilung, 1
Polizeieinheit, Alarmeinheiten und Volkssturm. Durch den Kampf der Kampfgruppe
Brassert wurde die Rettung tausender Flüchtlinge ermöglicht, die über
Neufahrwaaser über die Ostssee entkommen konnten. Für diesen Kampf erhielt Karl
Brassert bereits am 10.02.1945 als Oberst und Kommandeur der Kampfgruppe
Marineburg, welche der
7. Infanterie-Division unterstellt war, das Ritterkreuz.
Am 09.03.1945 übernimmt Brassert die Führung des Grenadier-Regiments 62 und wird
hierbei schließlich am 29.03.1945 verwundet.
Karl Brassert verstarb am 12.06.1982 in Hamburg-Bergedorf.