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Ritterkreuzträger Wilhelm Braun
Oberstleutnant, Grenadiere

    
Wilhelm Braun wurde am 06.02.1902 in Hasenweiler bei Ravensburg geboren und
trat am 16.01.1922 als Polizei-Hilfs-Wachtmeister der Polizei-Bereitschaft
Ettlingen bei. Er besucht dabei vom 23.07. bis zum 17.08.1923 den III.
Sonder-Lehrgang für Schwimmer und vom 14.01. bis zum 20.02.1945 den I. und II.
Schneeschuhkurs der Polizei-Bereitschaft. Nach dem 10. Turnsport-Lehrgang vom
01.06. bis zum 30.09.1927, wird Braun am 18.04.1933 als Zugführer zum Kommando
der Schutzpolizei Stuttgart versetzt, wo er ab dem 16.06.1933 zum Sprengoffizier
ausgebildet wird. Als Motor-Enthusiast war er einer der ersten die in seiner
Heimatstadt ein Auto besaßen. Im Schiessjahr 1931/32 bestach Braun durch
besondere Schießergebnisse und wurde in die Scharfschützenklasse versetzt, unter
gleichzeitiger Verleihung des Scharfschützenabzeichens.
Vom 01.08. bis zum 30.09.1933 Gasschutz-Offizier, wird er am 01.10.1933 als
Zugführer in die Polizeischulabteilung Weingarten versetzt und kommt genau ein
Jahr später als Ordonnanz-Offizier in die Landespolizei-Ausbildungs-Abteilung,
wo er ab dem 01.01.1935 den Posten des Adjutanten übernimmt.
Am 17.07.1935 wird er mit Wirkung vom 01.08.1935 in das Rechtsverhältnis eines
Soldaten übernommen und schließlich am 16.09.1935 von der Württembergischen
Landespolizei ins Heer übernommen, wo er am 15.10.1935 als Oberleutnant und
Adjutant dem III. Bataillon des Infanterie-Regiments 35 zugeteilt wird. Vom 23.
bis zum 25.03.1936 erhält er eine Wehrkreisprüfung und besucht vom 16.04. bis
zum 13.05.1936 einen Kompanie-Führer-Lehrgang in Döberitz.
Am 06.10.1936 wird er zum Chef der 10. Kompanie, bzw. an 12.10.1937 der 12. (MG)
Kompanie des Regiments ernannt.
Am 07.05.1939 erleidet er einen Reitunfall beim Reit- und Fahrturnier in
Weingarten und bleibt bis zum 27.07.1939 dienstunfähig.
Im Zuge der Mobilisierung kommt er am 26.08.1939 in das Infanterie-Regiment 215,
wo er mit Meldung vom 30.08.1939 den Posten des Chefs der 12. Kompanie
bekleidete. Mit diesem Regiment nimmt er während des Polen-Feldzuges an der
Sicherung des Westwalls teil und übernimmt am 30.11.1939 die Führung des II.
Bataillons. Am 25.01.1940 erfolgte mit Wirkung vom 15.01.1940 die Versetzung als
Führer zum III. Bataillon des Infanterie-Regiments 238. Es folgt dann die
Kommandierung zum Lehrgang für Bataillons-Kommandeure der Lehrguppe I der 3.
Lehr-Inspektion in Königsbrück vom 15.02. bis zum 15.03.1940.
Nach der Teilnahme am Westfeldzug wechselt Braun am 25.11.1940 als Kommandeur
zum II. Bataillon des Infanterie-Regiments 576 mit dem er ab 1942 am Ostfeldzug
teilnimmt. Im Oktober wird Oberstleutnant Karl-Heinz Krüder abgelöst und durch
Oberstleutnant Werner Gunkel ersetzt, der erst Ende Oktober eintrifft. Die Zeit
dazwischen ersetzt Braun als Führer des Regiments.
Zusammen mit seinem Regiment stößt er bis Stalingrad vor, wo er im November 1942
eingekesselt wird und schließlich die Führung des Grenadier-Regiments 576
übernimmt. Zuvor hatte er mit seinem Bataillon an der Erstürmung des
beherrschenden Häuserblocks in Stalingrad-Nord, der so genannten Akropolis,
teilgenommen. Außerdem nahm er an den Kämpfen um das Traktorenwerk und der
Geschützfabrik "Barrikady" teil. Nach der Übernahme des Regiments leitete
er die Abwehr der verbissen geführten Angriffe des Gegners auf die
Geschützfabrik, sowie die letzten deutschen Anstrengungen den letzten
Uferstreifen der Wolga zu erobern. Auch hier bewährte sich seine hohe
persönliche Tapferkeit und Entschlusskraft. Auch ließ er sich am 02.11.1942,
durch einen vergeblichen Angriff auf das schwer verteidigte Triebstofflager ließ
sich Braun nicht entmutigen. Er verlegte seinen Gefechtsstand mitten im
gegnerischen Abwehrfeuer bis kurz hinter die eigenen Linien, führte persönlich
Aufklärung durch und riss schließlich das bis auf eine Kompanie
zusammengeschmolzene Regiment am 11.11.1942 zum Angriff vor und kämpfte sich bis
zur Wolga durch. Im Nahkampf eroberte er die letzten Stellungen der 99. und 138.
Schützen-Division und hielt den gewonnen Raum in den nächsten Tagen gegen
jegliche Angriffe. Damit entspannte sich die Lage an der Geschützfabrik, was für
die Gesamtoperation von entscheidender Bedeutung war. Der mit der Führung der
305. Infanterie-Division beauftragte Oberst i.G. Steinmetz, schlug Braun dafür
zum Ritterkreuz vor. Dieses wurde vom Kommandierenden General des LI.
Armee-Korps von Seydlitz, vom Oberbefehlshaber der 6. Armee Paulus und vom
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don Manstein, befürwortet. So erhielt Braun,
als Major und Kommandeur des II. Bataillons des Grenadier-Regiments 576, am
20.01.1943 das Ritterkreuz. Einer seiner Regimentskameraden war dabei der
Ritterkreuzträger
Hans-Georg Brandt.
Am 08.11.1942 besuchte der Divisions-Ia Oberstleutnant Paltzo den Gefechtsstand
des Regiments in der Nähe der Halle 3 an der Kommissarstraße, um den Angriff bis
zur Wolga zu klären. Vor dem Regiment lagen zwei Häuserreihen größtenteils
ehemalige Läden und Werkstätten, die es nun zu nehmen galt. Eines der Häuser am
äußersten linken Rand, genannt die "Apotheke" befand sich bereits in
deutscher Hand und damit ca. 400 Meter vor der Wolga.
Nur zwei Tage später fällt Wilhelm Braun als Kommandeur des II. Bataillons des
Grenadier-Regiments 576 im Kampfraum Stalingrad-Stadt.
Die erste Nachricht über das Schicksal Brauns schriebt der 1947 heimgekehrte
Hauptmann Schuboth an die Familie. Während der letzten Tage in Stalingrad kämpfe
er an der Seite Brauns mit weiteren ca. 200 Mann, bis diese Gruppe auf 16
zusammengeschmolzen war. Dabei wurde Schuboth schwer verwundet. Brau hingegen
wurde leicht an der Schulter verletzt. Kurz behandelt kehrte Braun zu den
verbliebenen 16 Mann in den Kampf zurück. Zuvor schüttelte er Schuboth noch die
Hand. Zu einem weiteren Wiedersehen sollte es nicht mehr kommen, waren sich
beide doch bewusst diesen Kampf nicht zu überleben. Der Schreiber des
Bataillons, Unteroffizier Steinlen, schrieb später der Schwester Brauns, daß er
mit diesem am 01.02.1943 allein in Gefangenschaft geriet. Braun war zweimal von
Mörsersplittern leicht verwundet worden, wobei sein Adjutant getötet wurde. Die
nächsten Stunden konnte der Schreiber seinen Offizier noch beim Gehen helfen, da
dieser durch die Verwundungen beeinträchtigt war. In der Nacht vom 01. auf den
02.01.1943 ließen seine Kräfte jedoch nach. Er forderte seinen Kameraden auf ihn
an einer Rot Kreuz Station zurückzulassen. Steinlen wollte dabeibleiben, doch
verbat dies die russische Eskorte. Von Braun wurde nie wieder etwas gehört,
wobei er lange Zeit als vermisst galt.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Polizei-Unterwachtmeister |
01.02.1925 |
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1 Preis im Rettungsschwimmen bei den Olympischen Wettkämpfen der
Württemb. Schutzpolizei |
02.08.1925 |
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Polizei-Wachtmeister (überzählig) |
01.10.1929 (ernannt) |
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Plakette in Silber für Sportsieg am Verfassungstag (OU Hindenburg) |
11.08.1932 |
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Polizei-Wachtmeister |
01.09.1931 |
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3. Platz im 3.000m-Lauf bei den Polizei-Meisterschaften in Stuttgart |
??.??.1934 |
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Polizei-Leutnant |
13.04.1933 m. Wirk. v. 01.04.1933 (15.06.1934 umbenannt in Leutnant der
Landespolizei |
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Dienstauszeichnung III. und IV. Klasse |
02.10.1936 |
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Oberleutnant der Landespolizei |
17.12.1934 m. Wirk. v. 01.12.1934 |
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Ehrensäbel für Schießen mit Gewehr |
25.01.1939 |
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Oberleutnant |
15.10.1935 erh. RDA v. 01.04.1932(44) |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
18.07.1940 |
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Hauptmann |
01.12.1935 -6300- m. Wirk. v. 01.12.1935 (RDA v. 01.12.1935(14)) |
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3. Platz Bataillons-Jagdspringen |
26.10.1941 |
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Major |
17.01.1941 -160- m. Wirk. v. 01.02.1941 (RDA v. 01.02.1941(11)) |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
12.07.1942 |
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Oberstleutnant |
05.04.1944 -2200- m. Wirk. v. 01.04.1944 (RDA v. 01.04.1944(98) p.m. |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
??? |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
??? |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
20.01.1943 |
EHRE SEINEM
ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:
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